
The Man Who Could Get the Rabbit Out in Time
Stücke aus Orson Welles' Nachlass bei den 46. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen
- In Kooperation mit dem Filmmuseum München -
Seit vier Jahren liegt der Nachlass von Orson Welles - über zwei Tonnen Filmmaterial - im Filmmuseum München, wurde teilweise rekonstruiert und auf Fachtagungen präsentiert. Erstmals werden bei den Kurzfilmtagen nun ausgewählte Stücke aus diesem Nachlass einem größeren Publikum zugänglich gemacht.
Immer wieder hat sich Welles mit bestimmten Themen und Texten auseinandergesetzt, allen voran Magie und Shakespeare. "He's a man who can get that rabbit out in time"; antwortete Welles einmal auf die Frage, was einen guten Magier ausmacht - es hätte aber auch die Antwort auf die Frage, was einen guten Kurzfilmregisseur ausmacht, sein können. Im Programm finden sich sowohl Stücke, die von Welles selbst als kurze Formen angelegt wurden, als auch Fragmente und Skizzen von längeren Projekten, die er teilweise über Jahrzehnte verfolgte. Weniges ist zu einer abgeschlossenen Gestalt geronnen, vieles blieb liegen, wurde erneut aufgegriffen, wieder fallengelassen.
Welles selbst tritt als Magier auf in "The Magic Show" (1976-ca. 85). In der Sketchbook-Serie, vermutlich in den 50er Jahren für die BBC entstanden, plaudert Welles über Gott und die Welt (und Magie...). Skizzen zu Stadtporträts von Wien und London sind zu sehen, unmögliche Trailer von zehn Minuten Länge für "Citizen Kane" oder "F for Fake".