
2006 blickte der Berliner Filmemacher Boris Schafgans auf frühe Arbeiten zurück. Aus dem Nullstadium filmischer Energien erwächst ein Geflecht aus autonomer Musik, Bildgeschichte und Schriftsprache, das bereits den ganzen Film hergibt. Nachlass zu Lebzeiten: Es lebe der Film! (1984), fixiert den Abgrund zwischen realen Wünschen und filmischer Wirklichkeit. Tempi passati (1985) erweitert ein gelebtes Jahr um sechs Minuten Aufarbeitung, in denen der Filmemacher das Scheitern eines Projekts zum Anlass nimmt, sich selbst zu feiern. Ein Mangel an Erscheinungen (1989/92) entwickelt vor der romantischen Kulisse einer deutschen Natur- und Gaslandschaft die Vereinigungsvisionen zweier Menschen, die ihre Geschichte vergessen haben.
5. Mai 2006 im Filmpalast Lichtburg
Kontakt: Carsten Spicher