
Oberhausen setzt seine Auseinandersetzung mit der Zukunft des Kinos fort in einem zehnteiligen, von Ian White kuratierten Programm, das die Beziehung zwischen Kino und Museum beleuchtet. Kino und Galerie in ihrer klassischen Form sind gleichermaßen ungeeignet für künstlerische Filme und Videos. Das Museum ist nicht in der Lage, Arbeiten zu zeigen, bei denen die besonderen Betriebsmodelle des Kinos integraler Teil ihrer Bedeutung sind. Das Kino kann künstlerischen Arbeiten keine nachhaltige Infrastruktur bieten. Und dennoch steigt die Zahl der Künstler, die sich dem Film zuwenden.
„Kinomuseum" ist der Versuch, neu über die Reaktionen - und deren kulturellen Kontext - beider Institutionen auf Künstlerfilme nachzudenken. Hier geht es nicht nur darum, was wir sehen und wie wir es sehen, das Projekt bietet eine radikale Neuausrichtung des Sehens und der kritischen Reflexion an. „Kinomuseum" erfindet ein neues Museum, das sich aus den Fundamenten des Kinosaals erhebt.
Fünf der zehn Programme werden von Ian White kuratiert. Fünf internationale Gastkuratoren stellen je ein Programm zusammen, in dem sie dieses einzigartige imaginäre Museum im Kino selbst konstruieren: Achim Borchardt-Hume (Kurator, Tate, London), AA Bronson (Künstler, New York), Mary Kelly (Künstlerin, Los Angeles), Mark Leckey (Künstler, London) und Emily Pethick (Leiterin, Casco Projects, Utrecht).
Der Kurator:
Ian White ist Außerordentlicher Filmkurator für die Whitechapel Art Gallery in London und entwickelt außerdem unabhängige Projekte. Er ist Autor und Künstler
Kontakt: Katrin Mundt