

Zwischen Strukturalismus und Performance-Art: Zwei Programme widmen sich dem Werk der britischen Künstlerin und Filmemacherin
Jayne Parker begann ihr Filmschaffen in den späten 70er Jahren nach einem ausgedehnten Kunststudium, das sie als Bildhauerin und Medienkünstlerin vollendete. Es war eine Zwischenzeit: Der Film-Strukturalismus verschwand und die New-Wave-Retrogarde fand gerade erst zu sich. Das hatte seine Vorteile: Wo nichts ist, muss man sich auch an keine Strukturen halten und kann seine eigenen Wege gehen. Wobei der Strukturalismus in Parkers Arbeiten durchaus präsent ist, und zwar in ihrem Streben nach der klaren Form, forciert durch ihr bildhauerisches Wissen: Von allem Ballast entschlackte Bilder, die die Formen, Strukturen dessen, was sie zeigen, kinematografisch sichtbar, plastisch machen.
Außerdem hat die Performancekunst nachhaltig Spuren in ihrem Werk hinterlassen, ebenso der Animationsfilm - eine ziemliche Spannbreite von Ausdrucksformen und Konzepten findet bei Parker zu einer Synthese. Als entscheidende frühe Arbeit gilt der 1980 entstandene RX Recipe (30. April, 14.30 h): Eine Frau kümmert sich liebevoll um einen Aal und dann um sich selbst. Der Aasfresser ist ein frühes Beispiel für andere glitschige Gegenstände, die Parker später verarbeiten wird: In I Dish von 1982 (30. April, 14.30 h) wird ein Fisch zubereitet, von einem Mann und einer Frau, die zwar zusammen zu sein scheinen, bei genauerer Betrachtung jedoch in verschiedenen Räumen, Welten leben. In dem eher Performance-geprägten K von 1989 (30. April, 14.30 h) entledigt eine Frau sich ihrer Eingeweide, säubert sich innerlich wie äußerlich. In den späteren Arbeiten (1. Mai, 17 h) wendet sie sich der Darstellbarkeit musikalischer Performances zu, mit Kompositionen von Stefan Volpe, John Cage, Morton Feldman erforscht sie die Beziehungen zwischen Musik, Körper und Film.