Oberhausen behauptet sich auch in diesem Jahr als eine Kapitale der Kultur, die ein bißchen weh tun darf. [...] Man war irritiert, man blickte staunend in ein Labyrinth der Abwege und Abwegigkeiten. Man hat vielleicht für eine Weile genug vom Kurzfilm. Aber langweilig war es nicht. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Mai 2002
Reich an Höhepunkten und mit neuem Zuschauerrekord bescherten die 48. Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen dem Ruhrgebiet einen kulturellen Höhepunkt von internationalem Rang. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 8. Mai 2002
Anziehend wirkt Oberhausen heute, weil sich mehr und mehr herumspricht, dass hier die Pop-Kultur - etwa in Gestalt der Musikvideos - Einzug gehalten hat, ohne dass dadurch der kritische und künstlerisch avancierte Kurzfilm verdrängt worden wäre. Neue Ruhr Zeitung, 8. Mai 2002
Das digitale Heimlabor stellt nicht nur einen Faktor der Produktion dar, sondern gehört zum Lebensentwurf, als Treibriemen von Biografien, die zwischen Technologie, Dienstleistung und Kulturprogramm angesiedelt sind: Es gibt bildende Künstler, die Oberhausen als erweiterte Vernissage nutzen; es gibt die Start-up-Kreativen, die nach dem Job in der Werbefirma noch die Zeit für wacklige Super-8-Orgien finden, um das System zu kritisieren, das sie füttert; und es gibt endlose Möglichkeiten, sich zwischen MTV-Clips und der ARTE-Mitternachtsschiene eine Nische zu bauen. die tageszeitung, 10. Mai 2002
Ungeachtet der notorischen Oberhausener Finanzquerelen bestätigen die Kurzfilmtage einmal mehr ihren Ruf, eines der innovativsten Festivals im Lande zu sein. filmecho/filmwoche 19, 11. Mai 2002
Der aus dem Erwerbsleben abgeleitete Grundsatz scheint sich durchgesetzt zu haben. Aber der Kurzfilm ist eben nicht einfach ein kurzer Film. Er verhält sich zum abendfüllenden Film wie die Erzählung zum Roman, der Einakter zum fünfaktigen Drama oder das Gedicht zum Epos. Eine Kreuzklassifikation ist erforderlich. Es gibt den kurzen Spiel-, den kurzen Dokumentar-, den kurzen Trick- und den kurzen Experimentalfilm. Stuttgarter Zeitung, 10. Mai 2002
Der heute in Amsterdam lebende Videokünstler und Filmemacher Florian Wüst hat für das diesjährige, 48. Internationale Kurzfilmfestival Oberhausen ein "Sonderprogramm Katastrophe" zusammengestellt, das in enzyklopädischer Breite und ohne eine allzu enge Begrenzung auf Kurzfilme die Faszination des Mediums durch den Ausnahmezustand bewusst machen sollte. Das Thema, das einige Monate vor dem 11. September festgelegt wurde, erwies sich als ein Schlüssel nicht bloß zur Mediengeschichte des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch zum Zeitgefühl unserer Tage, insofern es durch Filme, Videoessays und Fernsehdokumentationen geformt und ausgedrückt wird. Neue Zürcher Zeitung, 17. Mai 2002
Das von Branchenmitgliedern und Publikum bestens besuchte Festival schloss damit [der Preisverleihung] ein hochwertiges und vor allem enorm umfangreiches Programm mit der Kür cineastisch orientierter Werke. Blickpunkt:Film, 13. Mai 2002
Im Rahmen der 48. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen trafen sich am 6. Mai Redakteure, Produzenten und Filmemacher zu einem ersten "Produzententag". Das bestens besuchte Programm zielte auf einen regen Austausch zwischen Filmtalenten und Branchenvertretern, um den Karierreschritt vom Kurz- zum Langfilm zu erörtern. Blickpunkt:Film, 20. Mai 2002
Florian Wüst, der Kurator der Reihe, hielt in den insgesamt 15 Programmblöcken mit bemerkenswerter Sicherheit die Balance zwischen theoretischen Analysen, ästhetischer Sublimation und subtiler Ironie. Das dialektische Verhältnis zwischen Fakten und Fiktion offenbarte sich oft erst in der Zusammenstellung von künstlerischer Subversion, Werbe-, Lehr- und Dokumentarfilmen. Jungle World, 15. Mai 2002
In Oberhausen schafft man inzwischen spielend den Spagat zwischen Popkultur, Werbeclip und politisch-kritisch ambitionierten Kurzfilmen, ohne das ästhetisch Anspruchsvolle und Experimentelle aus den Augen zu verlieren. Filmdienst Nr. 12, Juni 2002
Kurzfilme werden nicht nur als eigenständige, sorgfältig produzierte Arbeiten behandelt - die Programmgestalter wehren sich vehement gegen "Visitenkarten"-Filme -, ihre Vorführungen sind außerdem eingebettet in Diskussionen über die Veränderungen des Mediums und der soziopolitischen Grundlagen des Filmemachens heute. Es hilft, dass Regisseure, Mitarbeiter, Industrievertreter und Zuschauer im überschaubaren Festivalkino, dem Filmpalast Lichtburg, sehr leicht miteinander in Kontakt kommen. Sight and Sound, Großbritannien, Juli 2002
Laut Festivalleiter Lars Henrik Gass können sich einige Filmemacher aus der dritten Welt nicht einmal das Porto für die Einreichung einer Videokassette leisten. Die Budgets sind winzig oder gleich null. Man kann getrost feststellen, dass es Kurzfilmemachern nicht ums Geld geht. Höchstnoten für Enthusiasmus, Mut und künstlerische Integrität also an alle 3.703 Filmemacher aus 83 Ländern, die ihre Arbeiten für den internationalen Wettbewerb eingereicht haben. Und zwei Paracetamol an Gass und alle anderen, die diese sichten mussten. The Guardian, Großbritannien, 24. Mai 2002
[...] Während die Spielfilmindustrie anscheinend um ein einziges, wie besessen verfolgtes Thema kreist, bot die Vielfalt innovativer Arbeiten auf dem diesjährigen Festival ein lebendigeres Bild. [...] Was waren also die besten Filme von Oberhausen Nr. 48? Filme, die ihre eigene Struktur hinterfragen und anzweifeln; Geschichten mit Gegen-Geschichten; offene statt geschlossener Formen; Dokumentarfilme, die uns erlauben, uns unsere eigene Meinung zu bilden; Strukturen mit Spannung, Zimmer mit Aussicht; neue Filme. Filmwaves, Großbritannien, Nr. 18/2002
Das Ende der Repräsentation ist das Beste, was dem Clip in Oberhausen passieren konnte, der sich zwar nicht zu Opas Kino, aber doch zu seinem eigenen Akademismus zu entwickeln drohte - und sich nun wieder als Unterhaltung präsentieren darf. Frankfurter Rundschau, 7. Mai 2002
Rein ästhetisch also ist die Kür 2002 erneut hochinteressant; gleichzeitig aber markiert die vierte Austragung eine Wegscheide: Dieser Jahrgang ist der letzte, der überwiegend noch zu Zeiten von Viva Zwei entstand, dem gleichsam natürlichen Abspielort für derlei wenig gesendete Videos zumeist wenig gehörter Musik. [...] Ironie des Schicksals: Die vorgeblich kommerziellste Art des Kurzfilms wird zur bedrohten Spezies. Süddeutsche Zeitung NRW, 2. Mai 2002
Der [MuVi] ist zu einem Pop-Selbstgänger geworden, über die Jahre. INTRO, April 2002
Mehr, öfter. www.buback.de, Mai 2002