Zu den Vorzügen der Kurzfilmtage gehört, dass sich das Festival, ganz im Gegensatz zu vergleichbaren Veranstaltungen, immer wieder erstaunlich selbstkritisch und auf hohem Niveau reflektiert.
Rüdiger Suchsland, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Mai 2009
Oberhausen ist längst zu einer Marke geworden, und als solche repräsentiert sie Kunstanspruch, kulturellen Auftrag und steten Diskurs über die kurze filmische Form. In keinem Jahr scheint sich das Festival auf dem Erreichten auszuruhen, immer aufs Neue werden Ästhetiken und Begriffe, Standards und Aufgaben hinterfragt.
Oliver Baumgarten, Blickpunkt:Film, Nr. 21+22/2009
Oberhausen ist alles andere als ein gefälliges Festival. Kargheit, Absage an Eingängigkeit und emotionale Suggestion, Enigmatik und Negation aller Erwartungshaltungen, die professionellen Besucher eingeschlossen, sind hier positive Werte, und allein dafür ist das Festival nur zu loben.
Dieter Wieczorek, schnitt.com, Mai 2009
So präzise konfrontierten die 55. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen dieses Jahr die kurzen Filme, brachten Genres und Themen klug miteinander in Dialog, dass bereits die Komposition der Programme eine Auszeichnung wert gewesen wäre.
Kristina Tieke, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 7. Mai 2009
Während die finanziellen Ausfälle im Sponsoring von Festivalleiter Lars Henrik Gass noch gar nicht genau beziffert werden können, flammen an anderer Stelle, bedingt durch die städtische Haushaltssperre, gar Debatten über das generelle Aus der Traditionsveranstaltung auf. Eine Schande wäre es, präsentiert sich das Festival in seiner 55. Auflage doch einmal mehr als Kulturbotschafter per excellence.
Martin Boldt, Kölner Stadt-Anzeiger, 5. Mai 2009
In den letzten Jahren haben die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, seit langem Ziel und Schaufenster für Filmemacher, ihre Programme um Experimentalfilme und Videokunst erweitert. … Ich hatte bei diesem Festival endlich Gelegenheit, Matsumoto Toshios Werk zum ersten Mal im Kino zu sehen, nachdem ich seine Filme bisher nur von UbuWeb kannte. Der Ton ist ein zentrales Element seiner Filme, und das hat die Kinosituation mir ganz klar gemacht.
Ceci Moss, rhizome.org, 13. Mai 2009
Gerade endete die 55. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, eine Veranstaltung mit langer Geschichte, die sich dem Verfall energisch widersetzt, indem sie sich einerseits immer wieder an die Unzahl ähnlicher Festivalneugründungen anpasst und andererseits an die rapide Entwicklung der Technologie, nicht nur bei der Produktion, sondern auch bei der Distribution und Projektion von Künstlerfilmen und –videos.
Montse Badia, www.a-desk.org, Spanien, 9. Mai 2009
Radikaler als seine Kollegen aber argumentiert in „Schnitt“ Lars Henrik Gass, der Chef der Oberhausener Kurzfilmtage. Weil die Geschäfte mit Filmen immer weniger in Vorführsälen, sondern per DVD und auf digitalen Kanälen gemacht würden, „braucht der Film als Ware keine Festivals und vielleicht sogar keine Kinos mehr“. Für die Filmfestivals ergebe sich daraus nicht unbedingt der Ruin. Sondern im Gegenteil „die historische Chance, endlich bessere Filme zu zeigen“.
Der Spiegel, 11. Mai 2009
Zudem hatte Festivalleiter Lars Henrik Gass erfreulicherweise die Programme auf rund 80 Minuten gekürzt, so dass genügend Zeit blieb, die Vielfalt der kurzen Form in den herausragend kuratierten Sonderprogrammen zu entdecken: Zum Beispiel in der zehnteiligen Reihe „Unreal Asia“.
Gabrielle Schultz, Die Welt, 8. Mai 2009
Zwei weitere Kurzfilme Weerasethakuls liefen im Sonderprogramm „Unreal Asia“, das in diesem Jahr die Fülle südostasiatischer Filmsprachen vor allem jenseits der großen drei – China, Korea, Japan – vorstellte: eine ungemein reichhaltige, atemberaubend spannende Zusammenstellung von 71 repräsentativen Werken.
Rüdiger Suchsland, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Mai 2009
Asien ist in den vergangenen Jahren in den Fokus der Filmfestivals und der Kunstwelt geraten. Die Kurzfilmtage in Oberhausen, die sich zuletzt an der Schnittstelle zwischen diesen beiden Welten neu zu positionieren wussten, reagierten mit „Unreal Asia“ auf das vielfältige Angebot an kurzen und mittellangen, vorwiegend auf Video gedrehten Arbeiten, aus denen sich ein facettenreiches Bild von den Entwicklungen im Fernen Osten zusammensetzen lässt.
Bert Rebhandl, Der Standard, Österreich, 6. Mai 2009
Unreal Asia ist das letzte einer Reihe von thematischen Programmen, die Oberhausen von den vielen Festivals unterscheiden, die sich selten solch umfangreichen Erkundungen eines Themas widmen. In den letzten Jahren haben diese Programme die Parallelen zwischen europäischen und amerikanischen Experimentalfilmen und ihren Gegenstücken in der Sowjetunion untersucht, den Nahen Osten durch das Prisma des Libanon und der Reflektion ständiger Konflikte betrachtet und in dem einflussreichen Programm Kinomuseum die Beziehungen zwischen Kino und Museum hinterfragt. Unreal Asia stellte ähnlich faszinierende Fragen und Thesen zur Diskussion und bot dabei eine Bandbreite von Arbeiten, wie man sie selten außerhalb ihres Ursprungslandes sieht.
George Clark, animateprojects.blogspot.com, Großbritannien, 11. Mai 2009
Es ist sicher kein Zufall, dass von dort [Asien] die kühnsten Hybride eines filmischen Erzählens kommen, das zwischen den Linien von Dokumentation und Fiktion so mühelos hin- und herwechselt wie eine seltene Vogelart 2009 auf der vormaligen innerdeutschen Grenze.
Matthias Dell, der Freitag, 7. Mai 2009
Hochverdient gewann den deutschen Wettbewerb mit Michel Klöfkorn dagegen ein Meister der visuellen Musik. Der Frankfurter Trickfilmer, der mit dem Garagentor-Videoclip „Star Escalator“ für Sensorama bekannt wurde, animierte diesmal einen gänzlich unbeweglichen Gegenstand: Jene stachligen Abwehr-Gitter, die man gegen Taubenbefall auf Wandvorsprünge montiert. … Geschnitten zu gesampelten Beats huldigen sie nicht nur dem Dadaismus, sondern der Seele hinter den Dingen, der Schönheit in der Hässlichkeit.
Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau, 7. Mai 2009
In Oberhausen liegt die Neue Mitte am Rand der Stadt, ein videoüberwachtes, geschlossenes System. Viele Beiträge zu den Kurzfilmtagen fragten, wie unter solchen Bedingungen Öffentlichkeit zustande kommt.
Dietmar Kammerer, die tageszeitung, 7. Mai 2009
Die Begriffsdifferenz sagt schon alles: Das angelsächsische „Copyright“ ist ein Freiheitsrecht des Lesers und Betrachters, das ihm unter bestimmten Umständen und Auflagen gewährt wird. Im Zweifel für den User. Das „Urheberrecht“ des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches ist das Freiheitsrecht des Schöpfers, das dessen Werk vor ungewünschten Nutzungen schützt. Im Zweifel für den Kreativen.
Wie schwer diese beiden Freiheitsrechte miteinander zu vermitteln sind, das zeigte eine Diskussion bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen. Der auf Deutsch wie Englisch gedruckte Titel enthielt in den beiden divergenten Begriffen bereits die ganze Spannung der Debatte zwischen Möglichkeitseuphorie und Gefahrenangst.
Rüdiger Suchsland, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Mai 2009
Das große Interesse in Oberhausen an den Musikvideos ist ein faszinierendes und großartiges Phänomen, da sich diese spezielle Form des Kurzfilms seit dem Niedergang des Musikfernsehens in ständiger Transformation befindet – und ihr Endpunkt ist nach wie vor komplett offen.
Oliver Baumgarten, schnitt.com, Mai 2009
Die Beiträge zum Deutschen MuVi-Preis fügten sich nahtlos in ein bildgewaltiges Festival. Nach dem Motto „das Musikfernsehen ist tot, es lebe der Musik-Kurzfilm“ zeigte der Wettbewerb am späten Samstagabend zwölf Shorties unterschiedlicher filmischer Umsetzung.
Michael Schmitz, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 4. Mai 2009
Die NRZ stiftet in diesem Jahr wieder den Preis für den besten Film im Kinderprogramm der Kurzfilmtage Oberhausen. Das tut unsere Zeitung sehr gerne. Das Filmfest ist sehr berühmt und jedes Jahr wieder spannend. Und wir finden, dass es eine sehr gute Idee ist, ein spezielles Programm für Kinder zu zeigen und den schönsten Film mit einem Preis zu belohnen.
Rüdiger Oppers, NRZ-Beilage „Knuts Klartext für Kinder: Kurzfilmtage extra“, Mai 2009