

Wie konstruieren wir Geschichte? Was ist ein historischer Moment? Kann Film (oder Video) Geschichte sein? In vier Programmen mit 18 Arbeiten und einer Performance wirft das von Ian White kuratierte Thema „Wessen Geschichte?” Fragen nach den Mechanismen und Machtstrukturen der Geschichtsproduktion auf.
Geschichte braucht Autorität. Sie wird geschrieben und doch als unwiderlegbare Tatsache wahrgenommen. Darin liegt ihre Macht begründet und gleichzeitig die Notwendigkeit, sie zu hinterfragen. Das Programm „Wessen Geschichte?”, kuratiert von dem Briten Ian White, zeigt Arbeiten vor allem aus den 1960er und 1970er Jahren zusammen mit Werken junger KünstlerInnen, die fragen, wie unser Bild der Vergangenheit entsteht, wie wir es am Leben erhalten, aber auch, wer die Macht hat über die Geschichtsschreibung.
Anstoß war für Ian White das Essay „Whose History?”, das die britische Künstlerin Lis Rhodes 1979 für den Katalog der Londoner Ausstellung „Film As Film” aus dem gleichen Jahr schrieb. Darin stellte sie die Darstellung von Frauen in dieser Ausstellung in Frage, ihren formalistischen Schwerpunkt und die dem zugrunde liegende (ideologische) Struktur und fragte zum ersten Mal „Wessen Geschichte?”. Zu dem Oberhausener Programm gehört daher als integraler Bestandteil auch ein Programm mit Arbeiten von Lis Rhodes. Ebenfalls Teil des Themas ist eine Podiumsdiskussion am 5. Mai.
Der Kurator: Ian White ist Filmkurator für die Whitechapel Art Gallery in London, freier Kurator, Autor und Künstler.
Gäste in Oberhausen: Ann Demeester, Kenneth Goldsmith, Malcolm Le Grice, Lis Rhodes, Emily Roysdon, Mike Sperlinger, Emily Wardill.