Ohne sie (die Kurzfilmtage) wäre Wim Wenders vielleicht Schaffner geworden. Claudia Hantrop, VDI nachrichten, 30. April 2004
Da dieses Festival ... Jahr um Jahr über wechselnde Kunst- und Polit-Moden hinweg die Pionierrolle des Kurzfilms für die Befreiung und Erneuerung der Filmsprache herausgestellt hat, ist Oberhausen für das deutsche wie für das europäische Kino längst ebenso wichtig wie die Berlinale. Der Spiegel, 18/2004, 26. April 2004
Oberhausen ist der Granddaddy aller Kurzfilmfestivals, die so zahlreich aus dem Boden schießen, es ist und bleibt das Original. Etwas, das es gar nicht mehr gibt und gewiss noch lange geben wird. Hans Schifferle, Süddeutsche Zeitung, 6. Mai 2004
Das Festival definierte seinen Standort niemals nur als reine Abspielstätte von Kurzfilmen, sondern stets als Ort, an dem kurze Formen in all ihren Facetten präsentiert, bewertet und diskutiert werden. Und es bildete auch nicht einfach politische und gesellschaftliche Strömungen ab, sondern verfolgte engagiert und pointiert den Wandel der Kunstform Kurzfilm und bezog eindeutig Position. Elfriede Schmitt, Kölner Stadt-Anzeiger, 29. April 2004
Ein Schlaglicht, das mehr erhellt als politische Kommentare, ein Nadelstich, der ins Zentrum trifft. Im Kino kann das nur der Kurzfilm, doch der Kurzfilm kommt kaum mehr ins Kino: Verdrängt von den Werbeblücken, hat er seinen festen Platz und mit ihm seine Nischen-Existenz verloren. Das hat ihn wirtschaftlich geschwächt, aber auch selbständiger, ungebundener werden lassen, ihn von der Rolle als Vorfilm befreit. Um so wichtiger sind die Festivals für den Kurzfilm geworden. Andreas Roßmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Mai 2004
... Mit der einen Ausnahme vielleicht, die Kurzfilmtage als einen jener Schauplätze zu empfehlen, die sich dem kulturellen Wissen über Bilder widmen, der ein Wissen produziert, das den Bildern vorausgeht und Teil ihrer Konstituierung ist. Dieses Wissen ist aber auch Teil der Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit - die unabgeschlossene und unabschließbare Verhandlung eines medialen Dispositivs zeigt gleichzeitig die Unabschließbarkeit der gesellschaftlichen Wirklichkeiten. Vielleicht besteht darin eine aktuelle Politik des Bildes jenseits einer Politik der Verschränkung von Bild und Politik. Reinhard Braun, camera austria 86/2004
Die Tableaus, die malerischen Einstellungen hatten in diesem Jahr ihren großen Auftritt in Oberhausen. Zeit für den langen Blick, hier wurde sie gewährt und gewürdigt. Kristina Tieke, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 5. Mai 2004
Die Abstimmung mit den Füßen fiel auch im Jubiläumsjahr bestens für die Kurzfilmtage aus. Michael Kohler, Berliner Zeitung, 5. Mai 2004
Ein halbes Jahrhundert kurze Filme: Das Jubiläum der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen ist mit kunstvollen Filmen, geistreichen Gesprächen und spaßigen Partys ausgiebig gefeiert. Monika Idems, Neue Ruhr Zeitung, 5. Mai 2004
Nirgendwo eindringlicher als auf einem Kurzfilmfestival erlebt man die aktuelle Heterogenität dessen, was vielleicht nur noch einer Gewohnheit zuliebe unter das Etikett "Film" gefasst wird. ... "Kurzfilm" ist nicht der "kleine" Film, sondern der kleinste gemeinsame Nenner des Films, die Widerspiegelung all seiner Farben, Facetten und Möglichkeiten (oder Unmöglichkeiten). Dietmar Kammerer, die tageszeitung, 6. Mai 2004
Wer in Oberhausen die einfachen Antworten sucht, den schnellen Spaß, wird nicht bedient. Christina Tilmann, Der Tagesspiegel, 6. Mai 2004
Die Auswahl in Oberhausen ist oft von Innovation und Nonkonformität geprägt, und da der Kurzfilm ebenso viele Künstler wie hoffnungsvolle Langfilmregisseure anzieht, ist er in der perfekten Ausgangsposition, um neue Konzepte und visuelle Stilrichtungen in die Kinotradition einzubringen. Andrea Toal, indiewire.com, 13. Mai 2004
Auch im Jubiläumsjahr des Festivals, so Bürgermeister Klaus Wehling bei der überfüllten Abschlussveranstaltung, sei Oberhausen wieder ein interessanter und lebendiger Treffpunkt für Filmschaffende und Medienfachleute aus aller Welt gewesen. Michael Schmitz, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 5. Mai 2004
Auch in Zukunft wollen die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen "nicht gefallen", betonte Festivalleiter Lars Henrik Gass bei der Preisverleihung der Jubiläumsausgabe, sondern verstärkt "kleine Bayreuths" schaffen - einen exklusiven Ort, wo eine Minderheit ihre Interessen pflegt. Trotzdem waren die Vorstellungen von morgens bis abends ausverkauft, und beim deutschen Musikvideoprogramm breiteten sich junge Menschen flächendeckend auf dem Kinofußboden aus. Gabrielle Schultz, Die Welt, 6. Mai 2004
Cinephilie ist jene französische Kinoliebe, die ganz selbstverständlich das Lernen und die Reflexion nicht ausschließt. Oberhausen ist die zum Festival gewordene deutsche Verbindung zu dieser Art Kinoliebe. Michael Girke, Filmdienst 11/2004, 27. Mai 2004
Die interessanteren Alternativen filmischer Arbeit werden zukünftig noch häufiger von der Peripherie des kapitalistischen Weltsystems kommen. Die Beiträge für ein Festival wie Oberhausen sind Beleg dafür. Andreas Hahn, Junge Welt, 6. Mai 2004
(Die Retrospektive) wollte nicht nur eine Historie sein, sondern den Spirit von Oberhausen einzufangen versuchen - jenen bis heute gültigen Einsatz für ein Kino der anderen Möglichkeiten. Hans Schifferle, Süddeutsche Zeitung, 6. Mai 2004
Als Tummelplatz der Hybrid-Formen öffnet Oberhausen die Augen eher für das, was in Kino und Fernsehe noch nie zu sehen war, als für das, was nicht mehr zu sehen ist. Christian Bartels, www.1000augen.com, Mai 2004
So viele und so unterschiedliche Filme werden gezeigt, dass man sie fast nicht mehr auseinanderhalten kann; gleichzeitig vermitteln sie jedoch ein geradezu greifbares Gefühl für die Energie, die Möglichkeiten und den Wagemut des modernen Kurzfilms. Andrea Toal, indiewire.com, 13. Mai 2004
Mit ihrer Jubiläumsausgabe widerlegten die 50. Kurzfilmtage Oberhausen alle Schwarzseher, die der kurzen Filmform seit längerem das Aussterben voraussagen. Reinhard Kleber, Filmecho/Filmwoche Nr. 20, 15. Mai 2004
So sind die Kurzfilmtage, wie sie auch in ihrem fünfzigsten Jahr - trotz vieler kunstgewerblicher Mittelmäßigkeiten - bewiesen haben, jung geblieben. Andreas Roßmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Mai 2004
Der Kurzfilm als Biotop des Eigensinns, wo ökonomische Effizienz und künstlerische Brillanz kein Gegensatzpaar bilden? ... Mag es an der ökonomischen Effizienz aus bekannten Gründen vielfach hapern, Anspräche sind im Wettbewerb ebenso spürbar wie ein lebendiges, kreatives und technisch hochgeröstetes Potential, das sich aus Kritik, Anspruch und Wirklichkeit speist, egal, ob als Kunst, Film oder Medienkunst betrachtet. Cornelia Fleer, Filmdienst 11/2004, 27. Mai 2004
Das älteste Kurzfilmfestival der Welt ist offener geworden, freier - aber immer noch ein Ort der Auseinandersetzung. Happy Birthday, Oberhausen! Rudolf Worschech, epd film 5/2004
Die an klassischem Erzählfilm diesmal arme Filmauswahl unterstrich die engagiert betriebene Funktion Oberhausens als "Laboratorium des Kinos", wie es Festivalleiter Lars Henrik Gass ausdrückte. Oliver Baumgarten, Blickpunkt: Film, 20/2004, 10. Mai 2004
Jeder der zwölf Beiträge im deutschen MuVi-Wettbewerb (Musikvideo-Wettbewerb) der 50. Oberhausener Kurzfilmtage hatte etwas Originäres, das man dem Genre nicht zutraut - und zeigte, dass die These des Pfälzer Festivalleiters Lars Henrik Gass von der Emanzipation des Musikvideos vom Fernsehen seine Berechtigung hat. Andrea Dittgen, Die Rheinpfalz, 6. Mai 2004