
Das Sonderprogramm 2005 fragt nach dem aktuellen Stand einer Identitätssuche, die 1989 mit dem Fall der Mauer begann. Seit den Menschen der Boden fest gefügter Systeme unter den Füßen weggezogen wurde, hat sich die Suche nach individueller und kollektiver Identität zur zentralen Frage im Osten wie im Westen entwickelt.
Und so ist der kurze Film seit den 90er Jahren wesentlich von Individualisierung bestimmt: Das Verhältnis vom Ich zum Anderen wird neu beleuchtet, der Blick nach innen wird zum politischen Blick.
Ausgangspunkt des Programms ist die Sowjetunion. Als Zentralstaat mit über hundert Nationen entwickelte sich dort ein schwieriger, aber fruchtbarer Dialog, der zu einzigartigen Filmkulturen in Regionen wie Armenien, Georgien und Kasachstan führte.
Die Themen, die Filmemacher dort vor und nach 1989 verhandelt haben, erweisen sich so als eine Matrix für die Untersuchung gesellschaftlicher Zusammenhänge in der Globalisierung.
"Das Programm versteht sich als Bestandsaufnahme wesentlicher Fragen, die die Kunst an die Gesellschaft seit 1989 stellt", so Kurator Marcel Schwierin.