

Freitag, 4. Mai: Filmvermittlung in Lehrerausbildung und Unterricht
Die Notwendigkeit einer neuen Medienkompetenz in den Schulen scheint unbestritten. In der Praxis wurde jedoch in letzter Zeit Kritik an der unhinterfragten Beschränkung auf lange Spielfilme und dem Mangel an ästhetischen und filmhistorischen Ansätzen laut. Daher sollen unterschiedliche Absichten und Umgangsweisen im medienpädagogischen Alltag gegenüber gestellt werden: Welche medienpolitischen Leitbilder, welche ästhetischen Kriterien der Auswahl und Strategie liegen bei der Arbeit mit Kurzfilm zugrunde? Wie werden die unterschiedlichen Gattungen, Genres, ästhetischen Verfahren, kulturellen Differenzen aufgenommen, dargestellt und vermittelt? Welche alternativen Formate der Vermittlung bestehen?
Gäste:
Michael Jahn, Vision Kino - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz, Potsdam
Prof. Dr. Winfried Pauleit, Institut für Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik der Universität Bremen
Anja Schmid, SehSternchen. Agentur für pädagogische Kultur- und Medienarbeit, Oberhausen
Marcel Schwierin, Filmemacher und Kurator, Berlin
Caren Willig, British Film Institute, London
Moderation:
Katrin Willmann, Bundeszentrale für politische Bildung, Berlin

Samstag, 5. Mai: Hat das Musikvideo eine Zukunft?
Der rapide Bedeutungsverlust des Musikfernsehens und das Aufkommen von neuen digitalen Verbreitungswegen für Musikvideos ziehen die Frage nach sich, ob und wie das Musikvideo überhaupt eine Zukunft als Marketinginstrument für Musik und Künstlerimage haben kann. Worin besteht die Funktion des Musikvideos heute? Wie verändert sich sein Aussehen? Angesichts des MuVi-Preises, den die Kurzfilmtage seit 1999 vergeben, stellt sich die grundsätzliche Frage nach den gegenwärtigen Rahmenbedingungen eines solchen Preises. Die Veranstaltung wird präsentiert von MusikWoche.
Gäste:
Tina Funk, Business Consultant, Berlin
Daniel Haaksman, DJ/Producer, Berlin
Heissam Hartmann, Magic Internet/ Medienagentur für myvideo.de, Berlin
Daniel Lwowski, Clip-Regisseur, Berlin
Silke Super, Motor Music, Berlin
Moderation:
Dietmar Schwenger, MusikWoche, München

Sonntag, 6. Mai: Privatisierung von Filmerfahrung
Die kollektive Erfahrung von Kino dürfte bald der Vergangenheit angehören. Film organisierte zugleich ein Stück alternative Wahrnehmung für ein Kollektiv. Der Film wird in dem Moment ein anderer sein, wenn ich ihn, allein in meinem privaten Raum, manipulieren und unterbrechen kann, statt im Kino, in diesem dunklen Raum, zu einer Wahrnehmung gezwungen zu sein, die nicht meine eigene ist. Wie verändert sich Öffentlichkeit durch die neuen Auswertungsformen von Film im privaten Raum? Wie stehen diese Entwicklungen mit dem Zustand politischer Öffentlichkeit in Zusammenhang? Wie verändert sich die Wahrnehmung von Film und die Gestalt der Filme selber?
Gäste:
Matt Hanson, Autor und Filmemacher, Brighton
Prof. Dr. Dr. h.c. Oskar Negt, Autor und Soziologe, Hannover
Jonathan Rosenbaum, Filmkritiker, Chicago
Gertjan Zuilhof, International Film Festival Rotterdam
Moderation:
Olaf Möller, Autor und Filmjournalist, Köln

Montag 7. Mai: Versagt das Museum?
Kino und Museum geraten mit ihren Antworten auf Filme und Videos von Künstlern in eine Krise. Dennoch wenden sich immer mehr Künstler Film und Video zu. Kann das Museum tatsächlich Kunstwerke sammeln oder zeigen, deren Bedeutung auf den Prinzipien und der besonderen Funktionsweise des Kinos beruht - auf aktivem Verleih und allseitiger Zugänglichkeit statt auf passivem Ankauf und künstlicher Verknappung? Und das Kino? Seine derzeitige Infrastruktur ist für die Darstellung und Unterstützung von Künstlerfilmen und -videos ebenso unzulänglich wie die des Museums. Die Veranstaltung ist Teil des Themas "Kinomuseum".
Gäste:
Chrissie Iles, Whitney Museum of American Art, New York
Alexander Horwath, Österreichisches Filmmuseum, Wien
Marysia Lewandowska, Künstlerin, London
Philippe-Alain Michaud, Centre Pompidou, Paris
Vanessa Joan Müller, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
Moderation:
Ian White, Kurator und Kunstkritiker, London

Dienstag, 8. Mai: Welche Förderung braucht der Kurzfilm?
Die Filmfördergesetzgebung wird teilweise von den technologischen Entwicklungen und der damit einhergehenden Veränderung des Marktes überholt. Das Kino als Abspielort hat für den Kurzfilm kaum noch eine Rolle. Auch das Angebot im Fernsehen wird immer weiter eingeschränkt. Die neuen wichtigen Auswertungsformen sind neben den Festivals zunehmend andere Plattformen wie Galerien und Museen oder natürlich das Internet. Welche Anforderungen stellen diese Entwicklungen an eine Neujustierung der Förderinstrumente? Muss man sich etwa von der Vorstellung der Kinoauswertung lösen? Ist DVD heute eine eigenständige Distributionsform? - Ein inoffizielles Hearing zur Evaluierung der Filmförderung. Die Veranstaltung wird präsentiert von der AG Kurzfilm und dem Filmbüro NW.
Gäste:
Frank Becher, CINEMANIAX! Filmproduktion, Nürnberg
Klaus W. Becker, Filmbüro Bremen
Ute Dilger, Kunsthochschule für Medien Köln (KHM)
Peter Dinges, Vorstand Filmförderungsanstalt (FFA), Berlin
Werner Dütsch, Dozent (u.a. KHM), Köln
Astrid Kühl, Geschäftsführerin KurzFilmAgentur (KFA), Hamburg
Ulrike Schauz, Referatsleiterin Film und Videowirtschaft BKM, Berlin
Volker Schreiner, Videokünstler, Hannover
Sandra Thomas, imai - inter media art institute, Düsseldorf
Stephan Winkler, Regisseur und Filmverleiher W-film, Köln
Reinhard W. Wolf, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen
Moderation:
Elfriede Schmitt, Büro Schmitt & Teigler, Köln
Dr. Lars Henrik Gass, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen