Andere Programme

Thema

Kunst, Animation, Gaming

Als Machinima bezeichnet man die Kunst, animierte Filme in einer virtuellen Echtzeit-3D-Umgebung zu machen, zum Beispiel in Computerspielen. Die Arbeiten nutzen eine Reihe von Medien – Film, Dokumentation, Videospiel, Performance, Theater, Marionetten –, basieren jedoch immer auf einem Spiel-Engine oder einer Live-3D-Animations-Software. Als erstes großes Filmfestival zeigen die Kurzfilmtage einen umfangreichen Überblick über ein sich konstant weiterentwickelndes Format, kuratiert von Vladimir Nadein und Dmitry Frolov. In acht Filmprogrammen und einer Podiumsdiskussion wirft „Against Gravity“ einen genauen Blick auf das ästhetische und künstlerische Potenzial von Machinima.

Machinima ist aus der Spiele-Community heraus entstanden und hat sich im Lauf der Zeit zu einem immer attraktiveren Medium für zeitgenössische Künstler*innen und Experimentalfilmer*innen entwickelt. Gerade in der heutigen Zeit, in der so viele Menschen ständig von allgegenwärtigen Bildschirmen absorbiert werden, wird Machinima als fruchtbares Instrument zur Darstellung der virtuellen Erfahrung gesehen. Die 2002 gegründete Academy of Machinima Arts & Sciences organisierte zwischen 2002 und 2008 mehrere Festivals, spezialisierte Festivals wie das Mailänder Machinima Festival folgten.

Gezeigt werden Filme von Alice Bucknell (UK), IP Yuk-Yiu (Hong Kong), Jamie Janković (UK), Federica Di Pietrantonio (Italien), Total Refusal (Austria), Harun Farocki (Germany), Phil Solomon (USA), Jacky Connoly (USA) und vielen anderen Künstler*innen, die heute in diesem Feld arbeiten. Zum Programm gehören aber auch Arbeiten von Chris Marker (Frankreich) und Harun Farocki (Deutschland) sowie ein Auswahlprogramm von fünf Filmen von Phil Solomon (USA). Eine Podiumsdiskussion über Ursprung und Zukunft des Formats ergänzt die Filmprogramme.

Die Kuratoren

Vladimir Nadein (geb. 1993, Moskau) ist ein in Taipei, Taiwan, lebender Kurator, Künstler und Filmproduzent. Seine Arbeiten wurden in der Einzelausstellung Deep Play, im VT Artsalon und auf der Greater Taipei Biennale gezeigt. Er produzierte den preisgekrönten Film Detours, gefördert vom Hubert Bals Fund, der beim Les Arcs Filmfestival mit dem Eurimages Lab Project Award ausgezeichnet wurde und unter anderem bei der Woche der Kritik in Venedig, der Viennale, beim Thessaloniki Filmfestival, der Woche der Kritik in Berlin, FICUNAM, Jeonju Filmfestival, IndieLisboa, Beldocs, FILMADRID, Camden Filmfestival, TFAI und im Barbican Centre gezeigt wurde. 2016 war Nadein Mitbegründer des Moscow International Experimental Film Festival, das er fünf Ausgaben lang leitete. Er kuratierte unter anderem Filmprogramme für die 17. Architekturbiennale Venedig, das Hamburger Kurzfilmfestival, die Moscow International Biennale for Young Art, das Garage Museum und die University of California. Nadein lehrte an der Moscow School of New Cinema und ist Teil eines Regieduos mit Dina Karaman.

Dmitry Frolov (geb. 1988, Kaliningrad) ist ein in Izmir, Türkei, lebender Kunst- und Filmkurator und –wissenschaftler. Er hat einen BA in Cultural Studies der Russian State University for the Humanities und einen MA in Film Programming and Curating der Birkbeck, University of London. Er kuratierte eine Reihe von Filmprogrammen, Diskussionen, Performances und Ausstellungen zu Künstler*innen wie Maya Deren, Chris Marker, Tony Conrad, Vladimir Kobrin, Yoko Ono, Michael Snow, Annabel Nicholson, James Benning, Alain Cavalier, Aura Satz, Cao Fei, Ana Vaz, Cyprien Gallard und anderen. Seine Texte sind unter anderem in Iskusstvo Kino, Spectate, Colta-ru, Syg.ma erschienen. Seit 2017 arbeitet er als Kurator für das Moscow International Experimental Film Festival (MIEFF), außerdem ist er aktuell Filmkurator des Pushkin House in London.

Thema – Hintergrund

Ebenso bedeutsam wie die Wettbewerbe und seit den 1990er Jahren ein zentraler und erfolgreicher Teil des Profils der Kurzfilmtage ist das Thema, ein umfangreiches Programm zu jährlich wechselnden Fragestellungen. Die Kurzfilmtage stellen hier die enorme Ausdifferenzierung der kurzen Form, ob Avantgarde-, Werbe- oder Wissenschaftsfilm, ob erweitertes Kino oder lineare Installations-Auskoppelung, innerhalb thematischer Kontexte dar. So schaffen sie ein Forum für filmische und gesellschaftliche Diskussionen, die sich, ausgehend vom Kurzfilm, weit über filmbezogene Fragestellungen hinaus erstrecken und einen übergreifenden Dialog über Bildproduktion in den Künsten, den neuen Technologien und Wissenschaften führen.

Themen der letzten Jahre

U.a. „Das Auge der Bombe“ (1991), „Werbefilm“ (1992), „HDTV“ (1992), „Konfrontation der Kulturen“ (1993), „Instudriefilmfaszination“ (1995), „Hyper Media“ (1997), „Nützliche Bilder“ (1998), „1968/98“ (1998), „Städte, Territorien“ (1999), „Pop Unlimited?“ (2000), „Sex, Rock'n'Roll and History“ (2000), „Out of Time“ (2001), „Katastrophe“ (2002), „re<lokal>isierung“ (2003), „50 Jahre Kurzfilme in Oberhausen“ (2004), „Der gefallene Vorhang“ (2005), „Radical Closure“ (2006), „Kinomuseum“ (2007), „Dreh Dich nicht um! Kinder, Kindheit, Kino“ (2007),  „Wessen Geschichte?“ (2008) und „Grenzgänger und Unruhestifter“ (2008) „Unreal Asia“ (2009), „Vom Meeresgrund: Das Experiment Film 1898-1918“ (2010), „Das Kino der Tiere. Eine kurze Geschichte des Tierfilms“ (2011), „Provokation der Wirklichkeit: Mavericks, MouveMents, Manifestos“ (2012), „Flatness: Kino nach dem Internet“ (2013), „Memories Can't Wait - Film without Film“ (2014), „Das Dritte Bild – 3D-Kino als Experiment“ (2015), „El pueblo – Auf der Suche nach dem neuen Lateinamerika“ (2016), „Soziale Medien vor dem Internet“ (2017), „Abschied vom Kino – Knokke, Hamburg, Oberhausen“ (1967–1971) (2018), „Die Sprache der Verlockung: Trailer zwischen Werbung und Avantgarde“ (2019), „Solidarität als Störung“ (2021), „Solidarität als Störung – Epilog“ (2022), „Synchronisieren! Pan-afrikanische Filmnetzwerke“ (2022)

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Katharina Schröder
schroeder(at)kurzfilmtage.de

Profile

In den Profilen stellen die Kurzfilmtage traditionell herausragende Filmemacherinnen und Filmemacher vor, die sich zum Teil über Jahrzehnte hinweg mit der kurzen Form in allen ihren Facetten beschäftigt haben. Die Programme werden stets persönlich von den Künstlerinnen oder Filmemachern vorgestellt.

Marcel Broodthaers

Marcel Broodthaers (1924-1976) gilt als einer der wegweisenden Künstler der 1980er und 90er Jahre. Als einer der Ersten beschäftigte er sich, oft subversiv, in seinen Installationen und Kunstwerken mit den institutionellen und ökonomischen Kontexten der Kunst. Film gehörte für ihn dabei zu den grundlegenden künstlerischen Ausdrucksmitteln. Er hinterließ ein filmisches Werk von rund 50 Kurzfilmen, in denen er auch die Geschichte, Technik und Konventionen des Kinos aufgriff. 2008 zeigten die Kurzfilmtage seine Arbeit Figures of Wax in ihrem Themenprogramm „Wessen Geschichte?“. Nun präsentiert das Festival in einem umfangreichen Profil eine Auswahl von Broodthaers‘ Kurzfilmen.

Teboho Edkins

Geboren 1980 in den USA und aufgewachsen in Lesotho und Südafrika, ist sein großes Thema das Leben in Südafrika nach dem Ende der Apartheid. Er macht seit 2004 Filme, 2008 zeigten die Kurzfilmtage erstmals mit Kinshasa 2.0 eine seiner Arbeiten im Internationalen Wettbewerb. Seine Filme wurden weltweit bei Filmfestivals und in Kunstkontexten gezeigt, in Oberhausen gewann er 2013 für Gangster Backstage den Hauptpreis der Internationalen Jury, 2020 für Shepherds den Ersten Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW und den Preis der Ökumenischen Jury. Nun präsentieren die Kurzfilmtage einen Überblick über seine Kurzfilmarbeiten.

Alexandra Gulea

Eine seltene Gelegenheit, das Kurzfilmwerk Alexandra Guleas zu entdecken: In Rumänien geboren, studierte Gulea Kunst in Bukarest und Paris sowie Film in München. Sie macht seit 2000 Kurz- und Langfilme – dokumentarische und experimentelle Arbeiten über ihr Geburtsland, über Erinnerung und Geschichte, bildgewaltig und komplex. 2001 zeigten die Kurzfilmtage ihren ersten Film Anonym, zweimal gewann sie den Preis des Deutschen Wettbewerbs: 2018 für VALEA JIULUI – NOTES, 2022 für ŃEALE AZBUIRĂTOARE (FLYING SHEEP). Die Kurzfilmtage präsentieren alle Kurzfilme der Künstlerin.

Lynne Sachs

Die New Yorker Experimentalfilmemacherin und Dichterin macht seit fast 40 Jahren Filme. Ihre Arbeiten sind feministisch, subjektiv, politisch und sozial engagiert, sie verwebt Archivmaterial, Fotos, Poesie und Musik, Bild und Ton zu komplexen und poetischen Filmen. Die Kurzfilmtage haben ihre Filme wiederholt gezeigt, 2020 gewann sie mit A Month of Single Frames den Großen Preis der Stadt Oberhausen. Nun präsentieren die Kurzfilmtage einen Überblick über Sachs‘ Gesamtwerk.

Chikako Yamashiro

2018 gewann sie für ihren Film Tsuchi no hito – 2017 gekijyoban (Lehmmensch – 2017 Film Ver.) den Zonta-Preis der Kurzfilmtage, 2020 zeigten die Kurzfilmtage Chinbin Western im Internationalen Wettbewerb. Thema der japanischen Künstlerin und Filmemacherin sind Geschichte, Politik und Kultur ihrer Heimat Okinawa, mit einem besonderen Fokus auf den Folgen des zweiten Weltkriegs. Sie hatte eine Reihe von Ausstellungen in ihrer Heimat und gewann 2017 den Asian Art Award, in Europa bleibt Yamashiros Werk jedoch noch zu entdecken. Die Kurzfilmtage präsentieren eine Auswahl ihrer Arbeiten.

Bisherige Profile

Sandor Aguilar (2017), Eija-Lisa Ahtila (2000), Victor Alimpiev/Olga Stolpovskaya (2006), Wojciech Bakowski (2014), Craig Baldwin (2000), Baloji (2021), Melika Bass (2021), Guy Ben-Ner (2007), Majoleine Boonstra (2007), Louise Botkay (2018), Linda Christanell (2012), Raquel Chalfi (2016), Jem Cohen (2001), Josef Dabernig (2016), Kiri Dalena (2019), Amit Dutta (2010), Nicolás Echevarría (2009), Heinz Emigholz (2001), Factory of Found Clothes (2009), Helga Fanderl (2013), Jeanne Faust (2016), Morgan Fisher (2022), Herbert Fritsch (2009), Susannah Gent (2020), Karpo Godina/Želimir Žilnik (2002), Marina Grižnić/Aina Šmid (2003), Bert Haanstra (1998), Anne Haugsgjerd (2016), Stefan Hayn (2005), James Herbert (1999), Sohrab Hura (2022), Yamada Isao (2004), Ito Takashi (2015), Ken Jacobs (1996), Jim Jennings (1998), William E. Jones (2011), Larry Jordan (2001), Aryan Kaganof (2014), Kanai Katsu (2007), Patrice Kirchhofer (2008), Ken Kobland (2007), Rainer Komers (2022), Eva Könnemann (2018), Andrew Kötting (2008), Petar Krelja, Krsto Papić und Zoran Tadic (2013), Grzegorz Królikiewicz (2011), Mark Lewis (2005), Salomé Lamas (2018), Marie Lukáčová (2021), Dušan Makavejev (2003), Mara Mattuschka (2014), John Maybury (2002), Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo (2020), Bjørn Melhus (2017), Deimantas Narkevicius (2014), Erkka Nissinen (2015), Matsumotu Toshio (2009), Münchner Gruppe: Klaus Lemke/Rudolf Thome/Max Zihlmann (2003), Gunvor Nelson (2010), Robert Nelson (2006), Vera Neubauer (2012), Ho Tzu Nyen (2013), No Wave (2010), Jayne Parker (2004), Kayako Oki (2019), Miranda Pennell (2006), Ilppo Pohjola (2012), Shalimar Preuss (2022), Luther Price (2013), Laure Prouvost (2013), William Raban (2015), Jennifer Reeder (2015), Lis Rhodes  (2008), Jósef Robakowski (2005), Roee Rosen (2012), Roter Hahn 1907 (2011), Larissa Sansour (2017), Sarajevo Documentary School (2009), Boris Schafgans (2006), Sylvia Schedelbauer (2022), Maya Schweizer (2020), John Smith (2002), Alexander Sokurov (2019), Eva Stefani (2019), Barbara Sternberg (2017), Sun Xun (2016), Eszter Szabó (2022), Jaan Toomik (2017), Salla Tykkä (2021), Robert Van Ackeren (2001), Mona Vătămanu & Florin Tudor (2018), Vipin Vijay (2015), Laura Waddington (2005), Orson Welles (2000), Joyce Wieland (2002), Charles Wilp (2001), John Wood & Paul Harrison (1999), Fred Worden (2010), Nina Yuen (2017) und Akram Zaatari (2008).

Profile im Rückblick

Die Profile aus dem letzten Jahr finden Sie hier.

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Katharina Schröder
schroeder(at)kurzfilmtage.de

Podium

Diese 2006 eingeführte Diskussionsreihe hat sich als ein Ort der Auseinandersetzung mit Film schnell etabliert. Wissenschaftlerinnen, Kuratoren, Künstlerinnen und Autoren diskutieren hier aktuelle ästhetische, technologische, kulturpolitische und wirtschaftliche Fragen rund um den Kurzfilm. Das stetig wachsende Publikum ist eingeladen, sich zu beteiligen. Unter anderem waren bislang in Oberhausen: Catherine David, Chris Dercon, Diedrich Diederichsen, Adrienne Goehler, Alexander Horwath, Oskar Negt, Jonathan Rosenbaum, Martha Rosler und Akram Zaatari.

Podiumsthemen der letzten Jahre

Podium 2022

Westlicher Kanon und Lokales Erbe. Fließen unsere Ozeane ineinander?
Größer als die Leinwand. Die vielen afrikanischen Kinos, die Sie nur zu kennen glauben
Sammlung und Archivierung analoger Filme heute
20. Jahrestag der AG Kurzfilm: Filmbildung und Kurzfilm

Podium 2019

Zwischen Werbung und Kunst: Das Kino der Verheißungen
Video-on-Demand: Neue Chancen für Filmemacher und Festivals?
Neustart für Zelluloid?
Sind Filmfestivals der Ort für 360° und Virtual Reality?

Podium 2018

Kooperation unter Filmfestivals - der neue Schlüssel zum Erfolg
Abschied vom Kino und die Folgen
after youtube - Musikvideo nach dem Internet
Ausstellen fürs Kino

Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Rückblick

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Verleihe

2006 erweiterten die Kurzfilmtage ihren Markt durch Screenings aus den Katalogen ausgewählter internationaler Verleihe experimenteller und künstlerischer Kurzfilme. Der Erfolg war überwältigend: Vom ersten Tag an waren die Säle voll besetzt und das Interesse des Publikums groß.

Hintergrund

2006 führten die Kurzfilmtage diese Sektion ein und schlossen damit eine Lücke: Eine internationale Plattform für Screenings, Begegnungen und Fachdiskussionen, spezifisch zugeschnitten auf Verleihe von Avantgarde- und Experimentalfilmen, gab es damals nicht. Die Sektion entwickelte sich sehr schnell zum weltweit größten Showcase für Verleihe von künstlerischen Filmen und ist heute eine feste Größe im Terminkalender des an Kurzfilm interessierten Fachpublikums. Vertreter*innen aller Verleihe sind in Oberhausen. Damit ist diese Programmreihe nicht nur Schaufenster aktueller internationaler künstlerischer Bewegtbilder, sondern auch eine lebendige Plattform für Kontaktpflege und Austausch.

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Jessi Manstetten
muvi(at)kurzfilmtage.de

Labs

Kollektive Unternehmungen auf Zelluloid
2018 eingeführt, widmet sich „Labs“ den zahlreichen Künstlerlaboren, die ein Netzwerk gebildet haben und mit eigenen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit treten (filmlabs.org). Damit setzt die Sektion die Beschäftigung der Kurzfilmtage mit Alternativen zur Herrschaft des Digitalen fort. Hier geht es um die Interaktion zwischen Zelluloid und fotochemischen Verfahren, ebenso wie um kollektive, unabhängige Produktions- und Distributionsmodelle. Die kommerzielle Auswertung des analogen Films geht ihrem Ende entgegen. Welche Perspektiven können der analoge künstlerische Film und kollektive Arbeitsweisen in unserer postkinematografischen Wirklichkeit haben? So wird ein Diskurs über Fragen der Produktion, des Verleihs, der Aufführung sowie der Ästhetik vertieft.

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re-selected

Das Projekt „re-selected“ untersucht Filmgeschichte als Geschichte individueller Filmkopien und widmet sich ausgewählten Filmen aus dem Bestand des Archivs der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen.

Über re-selected: Filmgeschichte als Kopiengeschichte

Das 2018 gestartete Projekt re-selected nimmt sich drei Jahre Zeit, um sich am designierten „Ende des analogen Zeitalters“ ausgewählten Filmen aus dem analogen Bestand des Archivs der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen zu widmen und Filmgeschichte als Geschichte individueller Filmkopien zu untersuchen.

Anstatt die digitale „Rettung“ eines filmischen Werkes als Ideal zu propagieren, interessiert sich das Projekt gerade für die Eigenheiten einer Kopie, die bei der Digitalisierung in der Regel getilgt werden. Sie können Aufschluss geben über einen konkreten Werdegang, lokale Öffentlichkeiten und zeitgeschichtliche Konstellationen. Wo und wann wurde ein Film überhaupt gezeigt, wer hat ihn gesehen, in welcher Fassung, in welcher Verfasstheit? Jede Kopie ist ein Original – und das nicht erst, wenn sich erweist, dass sie die einzige verbliebene Kopie eines Films ist.

re-selected, unter der Leitung von Tobias Hering, ist ein gemeinsames Projekt der Kurzfilmtage mit dem Arsenal - Institut für Film und Videokunst im Rahmen von „Archive außer sich“ in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt, gefördert im Rahmen von „Das Neue Alphabet“ durch die BKM auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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Katharina Schröder
schroeder(at)kurzfilmtage.de

Expanded Cinema: SPECTRAL, Teil 1

Gegen die Tyrannei der Streams und für die gemeinsame Kinoerfahrung: Oberhausen setzt seine Beschäftigung mit Expanded Cinema und analogem Kino auch 2023 fort. Nach den außerordentlich erfolgreichen Celluloid Expanded Performances 2022 beginnen wir 2023 mit den SPECTRAL Labs eine neue dreiteilige Serie. SPECTRAL steht für Spatial Performative & Expanded Cinematics – Transnational Research at Artist-run Labs und ist eine Partnerschaft von sechs europäischen Künstler-geführten Filmlaboren – Baltic Analog Lab (Riga), Laia/Torre (Porto), Crater-Lab (Barcelona), Mire (Nantes), Filmwerkplaats (Rotterdam) und LaborBerlin (Berlin) –, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Schaffung und Präsentation neuer Expanded Cinema-Arbeiten zu fördern. Jedes Jahr werden zwei SPECTRAL Labs in Oberhausen Expanded Cinema-Arbeiten auswählen und präsentieren; den Anfang machen 2023 LaborBerlin und Filmwerkplaats.

SPECTRAL wird vom Creative Europe Programm der Europäischen Kommission mitfinanziert.

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Neu bei den Kurzfilmtagen: to be continued

Ein neues Angebot für alle, die konstant auf der Suche nach interessanten neuen Arbeiten sind, ob Kurator*innen, Festival-Programmmacher*innen oder Einkäufer*innen: In „to be continued“ stellen Filmemacher*innen, die im Vorjahr mit Arbeiten im Deutschen oder Internationalen Wettbewerb vertreten waren, neue Filmprojekte vor, die kurz vor der Fertigstellung stehen. So entsteht die Möglichkeit, bereits vor dem Abschluss einer Arbeit Impulse aufzunehmen sowie Arbeiten, die in Kürze abgeschlossen sein werden, kennenzulernen.

Länderfokus

Im Länderfokus präsentieren die Kurzfilmtage jedes Jahr die neuere Kurzfilmproduktion eines europäischen Landes, zusammengestellt von einem Kurator aus dem jeweiligen Land.

Vorherige Länder

Litauen (2021) und Portugal (2020).

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Mehr

MuVi International

Seit 1998 zeigen die Kurzfilmtage jedes Jahr eine Auswahl an richtungsweisenden internationalen Musikvideos und formal außergewöhnlichen Arbeiten – ein Schaufenster aktueller Entwicklungen im Bereich des Genres Musikvideo.

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Jessica Manstetten
muvi(at)kurzfilmtage.de

MuVi 14+

Ein internationales Musikvideoprogramm für Jugendliche ab 14 Jahren. MuVi 14+ ist ein facettenreicher Streifzug durch die aktuelle Clipproduktion, von handgemacht bis computergeneriert.

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Jessica Manstetten
muvi(at)kurzfilmtage.de

Preisträger anderer Festivals

Am ersten Festivaltag zeigen die Kurzfilmtage traditionell aktuelle Kurzfilme, die bei anderen Festivals ausgezeichnet wurden. Ein Querschnitt durch die vergangene Festivalsaison.

Festival-Highlights

Das Beste vom Besten: Zum Abschluss zeigen die Mitarbeiter der Kurzfilmtage noch einmal ihre Lieblingsfilme aus den Wettbewerben des Festivals.

Filmgeflacker

Das Oberhausener Kunstkollektiv Filmgeflacker präsentiert seit über zehn Jahren jährlich ausgewählte Filme aus den Wettbewerben und lädt Filmemacher*innen zum Gespräch.

The One Minutes

In Kooperation mit der The One Minutes Foundation zeigen die Kurzfilmtage hier seit einigen Jahren Einminüter, eigens kuratiert für die Kurzfilmtage.

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Susannah Pollheim
pollheim(at)kurzfilmtage.de

EFA Shorts

Drei Programme mit interessanten europäischen Kurzfilmen, allesamt nominiert für den Europäischen Kurzfilmpreis des Vorjahres.

Open Screening

Erstmals zeigten die Kurzfilmtage 2009 ein Programm, das nur von den Kurzfilmern und Kurzfilmerinnen selbst gemacht wird: das Open Screening. Hier haben alle, die eine Arbeit für die Wettbewerbe eingereicht haben, aber nicht ausgewählt wurden, und deren Film eine Länge von 15 Minuten nicht überschreiten, die Chance, ihre Arbeit doch noch auf dem Festival zu präsentieren.

Für die Teilnahme am Open Screening ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich: Die begrenzten Programmplätze werden streng nach Reihenfolge der Anmeldung vergeben und sind gewöhnlich in weniger als einer Minute gefüllt.

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Jessica Manstetten
openscreening(at)kurzfilmtage.de

Four Perspectives: Movement

Die Mitgliedsfestivals des Europäischen Kurzfilmnetzwerks stellen vier Programme zum Thema Bewegung vor: Kurzfilmtage (Deutschland), Go Short (Niederlande), Vienna Shorts (Österreich) und Short Waves (Polen).