Die ersten Wettbewerbe 2021 stehen fest

67. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, 1.-10. Mai 2021

 

Erste Online-Wettbewerbe der Kurzfilmtage stehen fest

Zahlreiche Premieren in einem Kurzfilmjahrgang auf hohem Niveau

 

Der Deutsche Online-Wettbewerb und der Internationale Online-Wettbewerb der Kurzfilmtage stehen fest. Beide werden 2021 erstmals von den Kurzfilmtagen ausgerichtet. 40 internationale und 12 deutsche Kurzfilme, über die Hälfte von Frauen, konkurrieren vom 1. bis 4. Mai 2021 online um Preise im Gesamtwert von 15.500 Euro, darunter der Große Online-Preis der Stadt Oberhausen im Internationalen Online-Wettbewerb. Ausgewählt wurden sie aus über 1.100 internationalen und rund 250 deutschen Einreichungen. Übereinstimmend loben Hilke Doering, Leiterin der Internationalen Wettbewerbe, und Carsten Spicher, Leiter der Deutschen Wettbewerbe, die Qualität der Beiträge. Zudem präsentieren die Kurzfilmtage hier insgesamt 29 Weltpremieren und internationale Premieren. Auch die Auswahl erfolgte Online.

 

„Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen“, so Hilke Doering, „und das gilt nicht nur für die Auswahl, sondern auch für das Niveau der Einreichungen, das durch die Corona-Pandemie nicht gelitten hat. Ganz offensichtlich wird auch ein Online-Wettbewerb aus Oberhausen geschätzt.“ Carsten Spicher ergänzt: „Unser Eindruck ist, dass die Einreichenden sich sehr genau überlegen, wie ihre Arbeiten gesehen werden sollen, ob online oder vor Ort. Genau wie für unsere Wettbewerbe im Kino haben wir hier nach den Arbeiten gesucht, die visuell, ästhetisch oder inhaltlich neue Wege beschreiten – und sind fündig geworden.“ Bestätigt wird dies unter anderem durch die zahlreichen internationalen Premieren, die in beiden Wettbewerben nicht Teilnahmebedingung waren.

 

Der Internationale Online-Wettbewerb

40 Filme aus 30 Ländern wurden für den ersten Internationalen Online-Wettbewerb der Kurzfilmtage ausgewählt, mehr als die Hälfte davon stammen von Frauen. Darunter sind zahlreiche neue Entdeckungen, aber auch Arbeiten von Lynne Sachs, Gewinnerin des Großen Preises der Stadt Oberhausen 2020, Kristian Mercado, Grammy-nominiert für seine Musikvideos und SXSW-Jurypreisträger, oder von Künstlern und Filmemacherinnen wie Eszter Szabó oder Sebastian Buerkner. Der Grenzbereich zwischen Mensch und Maschine gehört zu den Schwerpunktthemen in der Auswahl. Avatare, Roboter, Künstliche Intelligenzen stehen in Filmen wie Sebastian Buerkners Surge (UK), my favorite software is being here von Alison Nguyen(US) oder Ieva von Vytautas Plukas und Domas Petronis (Litauen) im Mittelpunkt, die an den Schnittpunkten zwischen digital und real, zwischen virtueller Welt und Realität, die Frage ausloten, was eigentlich Menschen zu Menschen macht.

Die Online-Auswahlkommission: Hilke Doering (Kurzfilmtage), Christiane Büchner (Filmemacherin, Köln), Greg de Cuir (Kurator, Belgrad), Javier Estrada (Kurator, Madrid).

 

Der Deutsche Online-Wettbewerb

Für den ersten Deutschen Online-Wettbewerb der Kurzfilmtage wurden 12 Filme aus rund 250 Einreichungen ausgewählt. Es ist ein junger Wettbewerb mit zahlreichen Regie-Entdeckungen. Auch hier sind mit acht von den 12 Filmen Filmemacherinnen stark vertreten. Thematisch greifen viele Arbeiten aktuelle gesellschaftliche Diskussionen auf. Gleichzeitig zieht sich die Frage nach den Mechanismen der Erinnerung durch zahlreiche Filme, die auf ganz verschiedene Art mit Archivmaterialien arbeiten. In Safe Space (Mirelle Bora) und Subjecträume (Katharina Voß) beispielsweise geht es um queere Subkulturen in New York und Berlin; in disjointed setzt sich Clara Helbig am Beispiel der Fleischindustrie mit Fragen der Lebensmittelproduktion auseinander. Deborah Jeromin dagegen nutzt in Verwundene Fäden / Mπερδεμένες Κλοστές Found Footage, um anhand von Seidenfallschirmen ein Stück deutsche Geschichte zu erzählen. In der Auswahl sind aber auch Willy Hans, 2014 bei den Kurzfilmtagen ausgezeichnet, oder Michael Fetter-Nathansky, Deutscher Kurzfilmpreisträger 2017 für Gabi.

Die Online-Auswahlkommission: Carsten Spicher (Kurzfilmtage), Madeleine Bernstorff (Kuratorin, Berlin), Brenda Lien (Filmemacherin, Frankfurt a.M.), Helena Wittmann (Filmemacherin, Hamburg)

 

Alle Filme sind vom 1. bis 4. Mai 2021 online auf www.kurzfilmtage.de zu sehen.

 

Druckfähige Stills aus ausgewählten Filmen stehen hier zum Download zur Verfügung.

 

Die Filme:

 

Deutscher Online-Wettbewerb

 

(Steve) Temple, Tanita Olbrich
Annäherung, Sonya Schönberger
Centauress, Deniz Şimşek
disjointed, Clara Helbig
Ewig Gast, Maximilian Karakatsanis
Levantado do Chão (Raised from the Ground), Melissa Dullius/Gustavo Jahn
Safe Space, Mirelle Borra
SALIDAS, Michael Fetter Nathansky
Subjekträume, Katharina Voß
Top Down Memory, Daniel Theiler
Verwundene Fäden / Mπερδεμένες Κλοστές, Deborah Jeromin
Was wahrscheinlich passiert wäre, wäre ich nicht zuhause geblieben., Willy Hans

 

Internationaler Online-Wettbewerb

 

+x+=+, Niyaz Saghari, Iran
3xShapes of Home, Elisabeth Brun, Norwegen
Un très long temps d'exposition (A very long exposure time), Chloé Galibert-Laîné, Frankreich
Azkorri árnyéka alatt (Under the Shadow of Azkorri), Eszter Katalin, Spanien
Belos Carnavais (Beautiful Carnivals), Thiago B. Mendonça, Brasilien
Berlabuh (Anchoring), Haris Yuliyanto, Indonesien
Birthday, Yuka Sato, Japan
Cântec de leagăn (Cradle), Paul Mureșan, Rumänien
copia de la copia (de la copia), Rafal Morusiewicz, Österreich
Dear Aki, Nina Kurtela, Kroatien
Dos hombres atentos (Two Watchful Men), Joserraúl Ortiz, USA
Footnote to a Season, Julia Dogra-Brazell, Frankreich/UK
Girl Is Presence, Lynne Sachs/Anne Lesley Selcer, USA
Hemen. Gaur. Berriz (Here. Today. Again), Aitor Gametxo Zabala, Spanien
Ieva, Vytautas Plukas/Domas Petronis, Litauen
Kalsubai, Yudhajit Basu, Indien
La Cumbre, Felipe Lopez Gomez, Kolumbien
La Promenade sous les arbres (Walk Under the Trees), Nathan Clement, Schweiz
Las Credenciales (The Credentials), Manuel Ferrari, Argentinien
Minnen (Memories), Kristin Johannessen, Schweden
my favorite software is being here, Alison Nguyen, USA
Nuevo Rico, Kristian Mercado, USA
Oasielles, Nathalie Rossetti, Belgien
Only Yesterday, Sione Monu, Neuseeland
Pole Žin (Fields of Žinas), Marie Lukáčová/Anna Remecova, Tschechische Republik
Rumi X Phantasm, Khavn, Philippinen
SON CHANT, Vivian Ostrovsky, USA
Suodji (Shelter), Marja Helander, Finnland/Norwegen
Surge, Sebastian Buerkner, UK
Széphercegnő (Princess Beauty), Szabó Eszter, Ungarn
The Light of Day, Alex Eisenberg/Anne Bean, UK
The Other Garden; Joel’s Garden, Go-Eun Im, Niederlande/Südkorea
The Shadows, Paulo Pécora, Argentinien
The___________World, Peixuan Ouyang, USA/China
Tracing Utopia, Catarina de Sousa/Nick Tyson, Portugal/USA/Australien
Trampa de luz (Light Trap), Pablo Marín, Argentinien
Μεσογειακό Τοπίο (Mediterranean Landscape), Christiana Ioannou, Zypern
Состязательная инфраструктура (Adversarial Infrastructure), Anna Engelhardt, Russland
Wei Qiao (Dangerous Bridge), Aixing Wang, China
伪装起来了就在你面前 (Guising, In front for you), Zhu Changquan, China

 

Oberhausen, 12. Februar 2021

 

Pressekontakt: Sabine Niewalda, T +49 (0)208 825-3073, niewalda(at)kurzfilmtage.de