Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Profile 2008

Patrice Kirchhofer

 

Der französische Filmemacher Patrice Kirchhofer führt den Film zurück auf seine leuchtende, physische Materialität. Seine radikalen Untersuchungen haben ihren Ursprung in der Kino-Maschine selbst, in der dialektischen Beziehung zwischen Bewegung und Stillstand, Erscheinen und Verschwinden. Seit den 70er Jahren experimentiert er mit seinen optischen und philosophischen Spielzeugen. Kirchhofer ist geprägt von moderner serieller Musik, seine Filme sind gewaltig, ohne auf Überwältigung zu zielen. Die Versuchsreihen Chromaticité, Densité optique, Anorexie ebenso wie seine unvollendeten Filme und sein Engagement für die Selbstorganisation des anderen Kinos sind Ausdruck einer radikalen Abkehr von allem Medien- und Markt-Geschehen.

 

5. Mai 2008


Andrew K�tting

Andrew Kötting

 

Andrew Kötting ist einer der faszinierendsten britischen Künstler, mit der visionären Neugier und hybriden Kreativität eines Derek Jarman. In 25 Jahren hat er sich von frühen, oft absurden "Live Art"-Stücken voll schräger Mythologien über düster-komische Kurzfilme, die den melancholischen Surrealismus des englischen Charakters freilegen, bis zu zwei unabhängigen Spielfilmen entwickelt. Er ist Autor, Performer, arbeitet für digitale Plattformen und Galerien. Anregend und wichtig wird sein Werk durch die Ablehnung konventioneller Konzepte vom abgeschlossenen Kunstwerk, seinen gesetzlosen Verstand und derben Witz. Oberhausen zeigt zwei Kurzfilmprogramme, vom frühen, Keaton-artigen Klipperty Klopp (1984)über die Possen in Jaunt (1995) bis zur verstörenden Intensität von Invalids (2000).

 

2. Mai 2008


Lis Rhodes

 

Die Arbeiten der britischen Künstlerin Lis Rhodes stellen die kulturellen, sozialen und politischen Hierarchien, mit denen wir leben und deren Teil wir sind - als politische Individuen und als Konsumenten , radikal in Frage. Ihre Filme und Videos reichen formal von handgemachten Abstraktionen über Meditationen zu Wahrnehmung und Gender bis zum Essayfilm und Expanded Cinema. Ihre scharfsinnigen, rigoros durchstrukturierten Arbeiten waren bislang selten zu sehen. Das Programm zeigt u.a. ihre beiden wichtigsten Arbeiten: Light Reading (1979) und A Cold Draft (1988). Neben ihrer künstlerischen Arbeit spielte Rhodes auch eine prägende Rolle in der frühen London Filmmakers' Co-op. Sie war Gründungsmitglied von Circles Women's Film and Video Distribution (1979) und ist auch bei Cinenova, wie der Verleih heute heißt, aktiv.

 

4. Mai 2008


Akram Zaatari

Akram Zaatari

 

Der Videokünstler Akram Zaatari kuratierte 2006 für Oberhausen Radical Closure, nun kehrt er mit einer Auswahl seiner eigenen Arbeiten zurück. Zaatari Videos kreisen um komplexe Phänomene, sie sind sinnlich und abstrakt, impressionistisch und streng durchkomponiert und entwickeln gerade durch diese Gegensätze und Brüche eine unwiderstehliche Kraft. Mitbegründer der Arab Image Foundation, ist Zaatari ein Archivist, der seine Bilder immer hinterfragt. Zwei Programme schlagen den Bogen von seiner ersten unvollendeten Arbeit Wassat Bayrout (1992), ein Dokument Beiruts nach dem Krieg, bis zur Hommage an Bewegung im Kino, Video in 5 Movements (2006), die er aus Super 8-Filmen eines Standfotografen (im Vorkriegs-Libanon) montierte.

 

5. + 6. Mai 2008