Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Profile 2009

Matsumoto Toshio

 

Eine überfällige Würdigung Matsumoto Toshios, als Theoretiker wie Regisseur eine Schlüsselfigur des japanischen Films, in drei Programmen. Seit seinem Debüt 1956 realisierte er über 50 Werke verschiedenster Längen wie Formate: Sein Schaffen reicht von politisch-poetischen Essays wie Ishi no uta (1963) über spektakuläre Beispiele für das Expanded Cinema wie Tsuburekatta migime no tame ni (1969), strukturalistische Exerzitien wie Âtman (1975) bis hin zu Höhepunkten der Videokunst wie Trauma (1989).


Sarajevo Documentary School

 

Eine Wiederentdeckung: Nach Programmen zu Žilnik, Godina und Makavejev führen wir unsere Auseinandersetzung mit dem jugoslawischen Dokumentarfilm der 1960er und 70er Jahre fort. Zeitgleich zur "schwarzen Welle" entstanden bei Sutjeska Film in Sarajevo leisere, sensible Arbeiten wie Dva Zakona (1968) oder Fasade (1971) - ebenso engagiert und kritisch, aber durch ihre Poesie und Ironie immer wieder überraschend. Ein Programm mit Filmen, die teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr außerhalb Sarajevos zu sehen waren.


Nicolás Echevarrí­a

 

Nicolás Echevarrí­a begann nach dem Massaker von Tlatelolco 1968 mit dem Filmemachen. Einer der wichtigsten Filmemacher Mexikos, verbindet Echevarría einen postkolonialen Blick und einen sehr bewussten Umgang mit Musik, Kamera und Montage. Vom Performance-Super8-Film über einen Schlangenmenschen bis zu involvierten Dokumentationen indianischer Schöpfungsmythen, seine Haltung zu seinen Sujets ist immer von Empathie geprägt und definiert so Innen und Außen neu.


Factory of Found Clothes

 

"Factory of Found Clothes" das sind die russischen Künstlerinnen Natalia Pershina-Yakimanskaya und Olga Egorova, die seit Mitte der 1990er Jahre in St. Petersburg zusammen arbeiten. In der Kunstszene wurden sie bekannt durch Installationen und Performances, in denen immer wieder die "abgelegte Haut" getragener Kleider eine Rolle spielte. Die Kurzfilmtage zeigen erstmals eine umfassende Retrospektive ihrer Videoarbeiten, ergänzt durch eine eigens für Oberhausen entwickelte Performance.


Herbert Fritsch

 

Seit mehr als 20 Jahren ist der Ausnahmeschauspieler Herbert Fritsch auch als Filmemacher und Medienkünstler tätig, die Kurzfilmtage zeigen nun erstmals sein filmisches Gesamtwerk. Seit seinen ersten Arbeiten rüttelt Fritsch an filmischen Dogmen, experimentiert mit Bildsprachen ebenso wie mit digitalen Techniken. In Oberhausen werden frühe Werke wie Die Suppe (1984) oder Der Ohrenwurm (1986) zu sehen sein und parallel dazu die 55 Kurzfilme, die bislang im Kontext des wuchernden und zu einem eigenen Kosmos werdenden Vorhabens hamlet_X entstanden sind. - In Kooperation mit dem Theater Oberhausen.