Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Profile
2010

Amit Dutta

 

Zwischen indischer Mythologie und persönlicher Symbolik oszillieren die Werke Amit Duttas, dessen einzigartige Bildsprache oft mit Sergej Paradshanov verglichen wird. Obwohl erst 1977 geboren, gilt der Absolvent des Film and Television Institute of India schon jetzt als einer der wichtigsten experimentellen Filmemacher des Subkontinents. Mit Keshkambli (2003) machten ihn die Kurzfilmtage auch in Europa bekannt, 2007 erhielt er in Oberhausen den FIPRESCI-Preis für Kramasha (2007).


Gunvor Nelson

 

Die schwedisch-amerikanische Künstlerin Gunvor Nelson gehört zu den bedeutendsten Experimentalfilmerinnen ihrer Generation. Geprägt von der San Francisco Bay Area der 1950er und 60er Jahre hatte sie seit ihrem Debüt 1965 einen enormen Einfluss auf den amerikanischen Avantgardefilm. Zu ihrem Werk gehören legendäre Arbeiten wie Schmeerguntz (1965) oder die berühmte Striptease-Satire Take-Off (1972). 1992 zog Nelson zurück nach Schweden, arbeitete aber weiter auf Film und später auf Video, das seit 1998 ihr bevorzugtes Medium ist.


No Wave

 

Die Produktionen waren billig, die DarstellerInnen rotzfrech, Film orientierte sich am Musik-Underground. New York in den Jahren 1978 bis 1982: Während die Stadt einem Trümmerhaufen glich, machte sich eine junge Generation unter dem Banner "No Wave" an den Ausbruch aus diesem Verfallsklima. Das Programm versammelt die wichtigsten Super 8- und Video-Arbeiten dieser Zeit. Mit Filmen von Vivienne Dick, Beth & Scott B sowie Europapremieren von u.a. John Lurie. In Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum, Wien.


Fred Worden

 

Fred Worden, einer der ironiemächtigsten Meister der US-Avantgarde, realisierte seit den frühen 1970ern über zwei Dutzend kürzere Arbeiten, zuerst auf 16mm, ab 2004 dann auf DV. Im Zentrum seines Schaffens steht das Experimentieren mit der Trägheit der menschlichen Wahrnehmung: Gesucht wird in Werken wie Throbs (1973), Here, There, Now, Later (1983) oder When Worlds Collude (2008) eine Poesie des reinen Fließen - dass man am Ende dann doch stets einen Sinn findet in Wordens radikalen Verknappungen, hat etwas Tröstliches.