Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Presse-
stimmen

Oberhausen ist ein dichtes, manchmal auch nach allen Seiten offenes Festival, man könnte es als visuellen Gedichtband beschreiben, rätselhaft und erhellend, sperrig und beglückend zugleich. Hans Schifferle, epd film, Juni 2012

 

"Oberhausen zeigt sehr erfolgreich, dass es durchaus möglich ist, sich den vor 50 Jahren eingeforderten 'neuen Sprachen des Films' zu widmen, ohne dabei sein Publikum zu verlieren." Matthias Müller in einem Interview in Film und Medien NRW, Nr. 1/2012

 

Kurze Filme mit einer Botschaft – was da alles möglich ist, war in Oberhausen 2012 paradigmatisch zu sehen. Und die Wiederentdeckung der 'Unterzeichner' [des Oberhausener Manifests] wird uns dieses Jahr noch eine Weile beschäftigen. Bert Rebhandl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Mai 2012

 

Dass man mit kurzen Filmen auch schwerste politische Konflikte in allgemein-menschliche Dimensionen rücken kann, gehört zu Oberhausen, seit es dieses Festival gibt. Fünfzig Jahre nach Unterzeichnung des berühmten Manifestes wurde das noch einmal besonders deutlich. Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau, 2. Mai 2012

 

Oberhausens Spezialität sind konzentrierte, elektrisierende Dosen reinen Adrenalins, und in dieser Ausgabe erlebte man sie in rauen Mengen. Kieron Corless, Sight & Sound, Juli 2012

 

Die Neuaufführung der Kurzfilme der 'Oberhausener' brachte teilweise überraschende Einsichten. Stärker als erwartet waren einige Aufrührer der Tradition des Kulturfilms verhaftet […]. Avantgardistische Konzepte wie Jürgen Pohland in seiner Schwarz-Weiß-Etüde 'Schatten' (1960) verfolgte nur eine Minderheit. Reinhard Kleber, filmecho/filmwoche Nr. 18/2012

 

… bei den 58. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen […] war sechs Tage lang eine Erinnerung, Neubewertung und stille Feier der während und nach der Erklärung von 1962 entstandenen Filme zu sehen, zur Freude der Cinephilen, Kritiker und Kuratoren, die sich dort versammelt hatten. Kong Rithdee, The Bangkok Post, Thailand, 21. Mai 2012

 

Fraglos stand die Komplexität der Abbildung von Realität im Film – und ganz besonders einer von einer noch fast unmittelbar präsenten historischen Vergangenheit durchtränkten Realität – im Mittelpunkt der Mavericks, Mouvements, Manifestos-Retrospektive. Ihr Programm schwankte zwischen einfachen Grundbeispielen […] und weitaus komplizierteren Arbeiten, die Haken schlugen zwischen Registern, Formen, Historien und Realitäten. Daniel Kasman, mubi.com Notebook, 9. Mai 2012

 

Aber die Kurzfilmtage wären nicht jenes streitbare Festival, für das es damals wie heute international verehrt wird, wenn es seine eigenen Götzen nicht infrage stellte. Eine ganze Reihe von Kurzfilmen der Unterzeichner hatte man aufgestöbert, restauriert und dem Publikum in Programmblöcken präsentiert. Deutlich geworden ist bei dieser ausnehmend spannenden Auswahl vor allem eins: Den Oberhausenern war die Auseinandersetzung mit der Gegenwart wichtig sowie die absolute Freiheit der filmischen Form. Oliver Baumgarten, Kölner Stadtanzeiger, 3. Mai 2012

 

Was die Mehrheit der Filme gemeinsam hat ist eine spezielle Sicht der Realität […], eine Realität, die alle im Blick haben, die aber nie selbstverständlich ist für das Kino, dessen Aufgabe es ist, sie in die Enge zu treiben. […] Die Oberhausener Retrospektive hat meisterlich gezeigt, dass die Geschichte des Kurzfilms immer Aufmerksamkeit verdient. Florence Maillard, Cahiers du Cinéma, Juli/August 2012

 

Der unglaublich originelle Film [Das magische Band, Ferdinand Khittl] ist so etwas wie das Nonplusultra aller Kurzfilme der Manifest-Unterzeichner, denn so viele verschiedene Elemente und Genres in 21 Minuten unterzubringen hat niemand sonst geschafft. Andrea Dittgen, Die Rheinpfalz, 18. Mai 2012

 

Es [Mavericks, Mouvements, Manifestos] ist kein Rückblick, wie notwendigerweise die meisten Retrospektiven, sondern die belebende Erkundung einer historischen und zeitgenössischen Realität, die sich für unser Verständnis der Welt des Films immer noch als absolut zentral erweist. Daniel Kasman, mubi.com Notebook, 9. Mai 2012

 

Der revolutionäre Geist des Manifests war auf dieser 58. Ausgabe der Kurzfilmtage allgegenwärtig. Oliver Baumgarten, Kölner Stadtanzeiger, 3. Mai 2012

 

Zwischen 1950 und 1970 gab es zwischen Japan, Europa und den USA eine Flut filmischer Gegenbewegungen und Kollektivbildungen, die die Kuratoren Ralph Eue und Olaf Möller in zehn Programmen versammelten. Gemeinsam war den Filmen der unbedingte Wille zum Neuen. Interessant war, wie sich das Alte dann doch nicht immer so leicht verabschieden ließ. Dietmar Kammerer, taz, 2. Mai 2012

 

Flankiert wurde der deutsche Kern der Retrospektive von den Neo-Avantgarden aus Frankreich, den USA, Japan, Ungarn und Schweden; (toll)kühn kuratierte Programme, aus denen große Spitzen herausragten. Barbara Wurm, ray-magazin.at, Österreich, Mai 2012

 

Was uns Manifeste jedoch wirklich lehren ist, dass die echte Avantgarde anscheinend ihre Breitseiten und Zielvereinbarungen braucht, einfach, um im öffentlichen Bewusstsein zu bleiben. In diesem Sinne sollte man besser nicht einfach glauben, was geschrieben steht, sondern Manifeste eher als Nachrichten aus dem kollektiven Unterbewussten sehen, Symptome des generellen Krankheits- oder Gesundheitszustands der Filmkultur. Nick James, 'Revolte zum Stil', Sight & Sound, Mai 2012

 

 

Mochte dort [in den fünf Wettbewerben] auch von Revolte kaum eine Spur gewesen sein, so präsentierte sich die Selektion doch wieder einmal als gewohnt anspruchsvolle Mischung aus formalem Narrationsexperiment und gesellschaftspolitisch motivierter Videokunst. Oliver Baumgarten, Blickpunkt:Film, Nr. 19/2012

 

Das Experimentelle steht im Oberhausener Deutschen Wettbewerbsjahrgang 2012 hoch im Kurs und ist auf bestechendem Niveau. Andreas Wilink, K.West, April 2012

 

An die alten und neuen Grenzen zu rühren, die Klischees der Filmhistorie und den Index-Wahn des digitalen Zeitalters, dazu lädt Oberhausen ein. Waren die deutschen Filme der Fünfziger wirklich so schlecht, wie die Unterzeichner des Manifests behaupteten? Und sind Experimentalfilme wie 'Meteor' [Matthias Müller und Christoph Girardet] für das Kino verloren, weil sie hauptsächlich in Galerien und Museen vorgeführt werden? Oberhausen sieht die Kinovorführung als Pflicht und als Chance und als Vergnügen. Hans Schifferle, Süddeutsche Zeitung, 3. Mai 2012

 

Einer der schönsten Filme gelang Eli Cortiñas mit Confessions with an Open Curtain. Eine Meditation über weibliche Identität und Repräsentationsmuster, die Rückenansichten von Frauen aus amerikanischen Spielfilmen mit Bildern von Vorhängen verbindet. Die Zeit kollektiver Erklärungen mag vorbei sein, die Auseinandersetzungen um den Film sind es nicht. Hans-Christoph Zimmermann, der Freitag, 3. Mai 2012

 

Wie sich Kinderträume von der Reise zum Mond in ein emotional packendes Werk voller Science-Fiction-Filmzitate stecken lassen, mit einer Puccini-Arie als verbindendem wie zugleich verfremdendem Element, das demonstriert das Kurzfilmduo Matthias Müller und Christoph Girardet (deutscher Wettbewerb) mit seinem Film 'Meteor'. Andrea Dittgen, film-dienst, Nr. 11/2012

 

Gegen Roee Rosen sind unsere Satiregipfel Bodensenken des Humors, und im Vergleich wäre jemand wie der legendäre New Yorker bad boy Lenny Bruce kaum weniger brav als der intellektuelle Schlehmihl Woody Allen. Andreas Wilink, K.West, April 2012

 

Rosen, blasphemischer Heiliger und kultiviertes Monstrum, […] kreiert ein raffiniert gebrochenes obszönes Werk, das die Perversion als engagiertes Engagement betreibt. Andreas Wilink, K.West, April 2012

 

Das Tryptichon Out (TSE, 2010) des israelischen Künstlers Roee Rosen ist wie ein Funkenregen. Es beginnt im vertrauten Dokumentarland der sprechenden Köpfe, schleudert einen dann in einen extrem politisierten, Hardcore-Sadomasochismus-Exorzismus mit denselben zwei Frauen und endet schließlich mit dem wundervollen Live-Vortrag eines wehmütigen Klagelieds. Kieron Corless, Sight & Sound, Juli 2012