Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Preisträger

Die Mitglieder der Jury des Internationalen Wettbewerbs 2013

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Steve Holmgren (USA)

Victoria Ilyushkina (Russland)

Daniela Pérez (Mexiko)

Tran Luong (Vietnam)


Großer Preis der Stadt Oberhausen, dotiert mit 8.000 €

Still von "Kirik Beyaz Laleler", Aykan Safoglu

Kirik Beyaz Laleler (Off-White Tulips)

Aykan Safoglu

Deutschland/Türkei 2013, 24', DCP, Farbe

 

 

Begründung

Wer kennt keine Frau, die ihre Haare blond gefärbt hat? Oder die nie – nicht einmal in Träumen – einen imaginären Freund hatte?

Aykan, vielleicht gehört die Geschichte deiner Beziehung zu James Baldwin nicht allein in das Reich der Fiktion. Deine Arbeit, eine Hommage an Baldwin, steht vielmehr auf der subtilen und brüchigen Grenze zwischen zwei Welten – der realen und der kreativen – ebenso wie zwischen den Zeiten/Augenblicken. Indem du Bilder von Baldwin geschickt mit deiner persönlichen Erkundung verknüpfst, stellt Kirik Beyaz Laleler zahlreiche schöne Verbindungen mit den Zuschauern her. Wir freuen uns sehr, dass wir an deinem Porträt eines exilierten Schriftstellers teilhaben können, mit dem du drei Lebensjahre teilst (1984-1987).


Hauptpreis, dotiert mit 4.000 €

Still von "Ziegenort", Tomasz Popakul

Ziegenort

Tomasz Popakul

Polen 2013, 19', DCP, Farbe

 

 

 

 

Begründung

Der Schöpfer dieser Arbeit hat sich entschieden, seinen Film mit dem großzügigen Vorschlag einzuführen, dass wir alle gut zueinander sein sollen. Diese Botschaft wird künstlerisch gestaltet und mit Hilfe einer Reihe animierter Zeichnungen verkündet, die zahlreiche Tiefen und Perspektiven aufweisen. Diese regionale und semi-autobiographische Erzählung bleibt auf die schönste Art und Weise unvergesslich. Tomasz Popakul, Danke, dass du uns ans Meer mitnimmst: durch schwarzweiße Bilder, die komplexe, schwelende Atmosphären schaffen, ohne Schnorchel oder Sauerstofftank.


ARTE-Preis für einen europäischen Kurzfilm, dot. mit 2.500 €

Still von "Dad's Stick", John Smith

Dad's Stick

John Smith

Großbritannien 2012, 5', HDCAM, Farbe

 

 

 

 

Begründung

Mr. John Smith, ein Lineal, eine Tasse (und ziemlich viel Farbe). Es ist uns eine Ehre, Mr. Tony Smith vorgestellt zu werden. Ein fein geknüpftes Netz winziger Details bereichert und ermöglicht das tiefe und farbenfrohe Eintauchen in das persönliche Palimpsest von Erinnerungen, das Dad's Stick so beeindruckend zusammenfasst.


Lobende Erwähnungen der Internationalen Jury

Still von "Rogalik", Pawel Ziemilski

Rogalik

Pawel Ziemilski

Polen 2012, 17'30'', DCP, Farbe

 

 


Still von "Journal", Sirah Foighel Brutman/Eitan Efrat

Journal

Sirah Foighel Brutman, Eitan Efrat

Belgien 2013, 16', Blu-ray, Farbe

 

 


Still von "A onda traz, o vento leva", Gabriel Mascaro

A onda traz, o vento leva

Gabriel Mascaro

Brasilien/Spanien 2012, 28', DCP, Farbe


Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Jana Debus (Köln)

Ruth Schiffer (Düsseldorf)

Georg Elben (Marl)

Maike Mia Höhne (Berlin/Hamburg)

Oliver Baumgarten (Köln)


Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 5.000 €

Still von "Montaña en sombra"; Lois Patiño

Montaña en sombra

Lois Patiño

Spanien 2012, 14', DCP, Farbe

 

 

 

 

Begründung

Wir zeichnen einen Film aus, dessen Narration sich allein aus der Kraft der Bilder entwickelt. Er zeigt uns einen Berg, dem der Mensch tiefe Narben zufügt. Mit herausragendem Handwerk arbeitet die Kamera an der Grenze zu schwarz-weiß den Kontrast zwischen mächtiger Natur und menschlichem Tun als skurrilem Skiballett heraus. Ein Berg in Trauer – "montana en sombra" von Lois Patiño.


Jury der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI)

Jennifer Borrmann (Deutschland)

Aleksander Huser (Norwegen)

Tara Judah (Australien)


Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

Still von "Buffalo Death Mask", Mike Hoolboom

Buffalo Death Mask

Mike Hoolboom

Kanada 2013, 23', File, Farbe und s/w

 

 

 

 

 

 

 

 

Begründung

In einem sehr starken Programm haben wir mehrere beeindruckende Arbeiten gesehen, aber es kann nur einen Gewinner geben. Unser Preisträger wirft ein anrührendes und persönliches Licht auf universelle Themen. Mit ernsten Dialogen und traumartigen Bildern beklagt er Krankheit und Tod und wie der Verlust geliebter Menschen auch der Verlust eines Teils des eigenen Selbst ist. Ein beeindruckender und warmherziger Film.


Ökumenische Jury 2013

Daniel Gassmann (Bern)

Eberhard Streier (Essen)

Irina Grassmann (Frankfurt am Main)

Fr Petr Vacík, SJ (Tschechische Republik)

 


Preis der Ökumenischen Jury, dotiert mit 1.500 €, gestiftet vom Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen und der Katholischen Filmarbeit in Deutschland

Still von "Nation Estate", Larissa Sansour

Nation Estate

Larissa Sansour

Dänemark/Palästinensische Gebiete 2012, 9', DCP, Farbe

 

 

 

Begründung

Der Film packt in Science Fiction-Form ganz Palästina in ein Hochhaus. Im sterilen Inneren bleibt der sehnsüchtige Blick durchs Glas auf die frühere Heimat. In stilisierter Form und mit genauem Blick für Details inszeniert der Film eine Utopie des ungelösten Konflikts.


Lobende Erwähnung der ökumenischen Jury

Still von "Yellow Fever", Ng’endo Mukii

Yellow Fever

Ng'endo Mukii

Großbritannien 2012, 7', DigiBeta, Farbe

 

 

 

Begründung

Helle Haut als Schönheitsideal verführt viele Mädchen und Frauen in Afrika zu schmerzhaften Versuchen, ihr Äußeres zu verändern. Der Film, der auch im Kinder- und Jugendfilmwettbewerb lief, inszeniert die Befindlichkeit des Ungenügens in einem spannenden Mix von Collage, Animation und Tanz. Er thematisiert geschickt die rassistischen Ursachen des Minderwertigkeitsgefühls und deren Verfestigung durch die heutigen Medien.


Zonta-Preis für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb, dotiert mit 1.000 €

Still von "Diary #2", Adina Pintilie

Diary #2

Adina Pintilie

Rumänien 2013, 16' , DCP, Farbe

 

 

 

 

Begründung

Entstanden als experimentelle Versuchsanordnung zwischen Schauspielerin und Regisseurin, tastet sich der Film in die Erinnerung und Körperlichkeit seiner Protagonistin vor. Blicke, Gesten und Gerüche verbinden sich zu einer Erzählung von großer Schönheit. Die Spannung zwischen Begehren und Erfüllung wird gezeichnet über eine Geschichte des Körpers; eine allmähliche Vergewisserung der sinnlichen Gegenwart setzt ein. Diese Setzung einer dokumentarisch-fiktionalen Improvisation wirkt nach. 


Die Jurymitglieder des Deutschen Wettbewerbs 2013

David Steinitz (München)

Alice Koegel (Stuttgart)

Dirk Schaefer (Berlin)


Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs, dotiert mit 5.000 €

Still von "Neununddreißig", Patrick Richter

Neununddreißig

Patrick Richter

Deutschland 2012, 27', DCP, Farbe

 

 

Begründung

Unter all den verschiedenen Genres dieses deutschen Wettbewerbs haben wir uns beim Hauptpreis für einen Film entschieden, der uns mit seiner Herangehensweise besonders berührt hat. Ein Film, der es seinen Zuschauern nicht leicht macht, und ein Film, der es auch seinen Machern nicht leicht gemacht hat. Wie weit kann man gehen, wenn man als Filmemacher das Thema seines Films ausgerechnet im engsten Umfeld findet und wo sind die Grenzen für das Abschalten der Kamera? Ein Heimvideo von schonungsloser Intimität hat der Regisseur dieses Films im Wettbewerb gezeigt. Ein Heimvideo, das die Grenzen des Dokumentarfilms auslotet. Neununddreißig Kilo sind das Traumgewicht des magersüchtigen Mädchens, das der Regisseur in seinem Film aus dem engsten Familienkreis heraus porträtiert hat.


3sat-Förderpreis, dotiert mit 2.500 €

Still von "Beyond Love and Companionship", Lior Shamriz

Beyond Love and Compagnionship

Lior Shamriz

Deutschland 2012, 18', HDCAM, Farbe

 

 

Begründung

Die Aufgabe einer Jury ist immer das Suchen und beim Suchen sind wir auf einen Film gestoßen, der selbst das Suchen zum Thema hat. Identitätssuche ist ja ohnehin eines der großen Urthemen des Kinos und Schauplatz dieser Suche ist in diesem Fall Berlin, eine Stadt, die viele junge Sinnsuchende anzieht. Hier haben wir es mit einer jungen Frau zu tun, die von außen mit ihrem eigenen Ich konfrontiert wird. Außer ihr selbst scheint sie schon jeder durchschaut zu haben. Aber ist das wirklich sie? Was passiert, wenn man sich plötzlich neu entdeckt, das zeigt der Regisseur dieses Films mit dem Gespür des wahren Komikers, der stets am Abgrund balanciert.


Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

Still von "Continuity", Omer Fast

Continuity

Omer Fast

Deutschland 2012, 41', DCP, Farbe

 

 

 

Begründung

Die Jury des deutschen Wettbewerbs vergibt in Oberhausen klassischerweise zwei Preise: den 3Sat Förderpreis und den Preis für den besten Beitrag des deutschen Wettbewerbs. In diesem Jahr möchten wir neben diesen beiden Preisen gerne noch eine lobende Erwähnung an einen Film aussprechen, der bereits andernorts viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Der Film beschäftigt sich mit einem Thema, mit dem sich in den letzten Jahren viele Filmemacher auseinandergesetzt haben, allerdings greift er dafür auf ein außergewöhnlich breitgefächertes Repertoire zurück: In einem komplexen Mash-Up aus Elementen der Film- und Kunstgeschichte spielt er geschickt mit den Erwartungen der Zuschauer. Diese finden sich in einem Loop wieder, dem sie nicht entkommen können. Ein perfektes Labyrinth.


NRW-Jury 2012-2014

Barbara Fischer-Rittmeyer (Dortmund/Köln)

Jens Schneiderheinze (Münster)

Natascha Gikas (Frankfurt am Main)


Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der NRW.BANK

Stills of Krokodile ohne Sattel

Krokodile ohne Sattel

Britta Wandaogo

Deutschland 2012, 15', Blu-ray, Farbe

 

 

 

 

 

Begründung

Erinnerungen folgen keiner Chronologie – der Film von Britta Wandaogo auch nicht. Ihre 12-jährige Tochter Kaddi denkt nach über den Sinn des Lebens und über die Rolle in ihrer deutschen und ihrer afrikanischen Familie. Die Filmemacherin findet dazu in ihrem Familienfilmarchiv Material, das längst vergessene Eigenschaften und Stärken auch für Kaddi wieder sichtbar macht. Der sehr persönliche, fast intime filmische Dialog zwischen den Bildern der Mutter und den Worten der Tochter zeigt, wie Erinnerungen kultiviert werden können und damit das Hier und Jetzt begreifbarer wird.


Förderpreis des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 500 €, gestiftet von der NRW.BANK

Still von "Anfang Juni", Kerstin Neuwirth

Anfang Juni

Kerstin Neuwirth

Deutschland 2012, 11', HDCAM, Farbe

 

 

 

Begründung

Mit starken, tableauartig angelegt Bildern und großer, atmosphärischer Dichte erschafft Kerstin Neuwirth einen mysteriösen Mikrokosmos. Frauen verschiedener Generationen agieren wortlos in einem weitläufigen Garten. Nur die Naturgeräusche sind zu hören. In welchem Verhältnis stehen die Personen zueinander, welche Rolle spielt der sich entziehende Mann? Ist ein Ausbruch möglich? Bewusst hält die Filmemacherin die Zuschauer auf Distanz und schafft dadurch Raum für eigene Interpretationen, Assoziationen und Erinnerungen.


Lobende Erwähnung der Jury des NRW-Wettbewerbs

Still von "Das Tier das lügen kann", David Jansen

Das Tier das lügen kann

David Jansen

Deutschland 2012, 12', HDCAM, Farbe

 

 

 

Begründung

Was ist der Sinn, was der Zusammenhang der meist beängstigenden, animierten Bilder in Das Tier das lügen kann? Die Vertreibung aus dem Paradies wird verhindert und trotzdem kann der Mensch nicht glücklich sein? Fehlt das Wort Gottes? Der Animationsfilm von David Jansen, phasenweise spannend wie ein Krimi, lässt verstört und ratlos zurück. Aber man hört noch lange nach dem Film nicht auf, nach dem Sinn zu suchen, und die befremdlich starken Bilder drängen sich wieder ins Bewusstsein. Das ist eine Qualität.


Jury des Kinderfilmwettbewerbs

Noah, Ole, Pelin, Marie und Lea-Katharina von der Jacobischule, Oberhausen


Preis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der Neue Ruhr Zeitung

Still von "Yim & Yoyo", Anna van Keimpema

Yim & Yoyo

Anna van Keimpema

Niederlande 2012, 25', DCP, Farbe

 

 

 

Begründung

Manche Freunde gibt es wirklich, andere Freunde gibt es nur in deiner Fantasie. Dass diese genauso wichtig sind wie die richtigen, sieht man in unserem Gewinnerfilm Yim & Yoyo von Anna van Keimpema. Es ist unglaublich, wie viel Fantasie Yim besitzt und wie er die in seinen Bildern zum Leben erwecken kann. Sogar seine Angst zu sprechen kann mit einem kleinen Fantasietrick überwunden werden. Das finden wir wirklich bewundernswert und an manchen Stellen muss man auch ziemlich lachen.


evo-Förderpreis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

Still von "I'm Going to Mum's", Lauren Jackson

I'm Going to Mum's

Lauren Jackson

Neuseeland 2012, 12'30'', HDCAM, Colour

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Begründung

Eltern können auch Freunde sein. Was macht man aber, wenn sie sich nicht mehr verstehen? Jacob geht in einen Kleiderstreik. Dick eingepackt kann er sich fast überhaupt nicht mehr bewegen – dafür bewegen sich seine Eltern wieder aufeinander zu. Dieser Film zeigt auf sehr, sehr lustige Art und Weise, dass es wichtig ist, sich für Sachen einzusetzen, die man liebt. Deswegen ist I'm Going to Mum's von Lauren Jackson unser nächster Gewinnerfilm.


Lobende Erwähnung Kinderjury

Still von "Pryg-Skok", Leonid Shmelkov

Pryg-Skok (Springfrosch)

Leonid Shmelkov

Russland 2012, 5', DCP, Farbe

 

 

 

 

Begründung

In unserer lobenden Erwähnung geht es um Fantasie und Freundschaft zugleich. Man braucht Fantasie, um sich die Wesen, die in diesem Film über die Leinwand hüpfen, vorzustellen. Sie hüpfen zusammen und streiten auch mal. Aber das Wichtigste: am Ende ist alles wieder gut. Wie lustig dieser Film ist, lässt sich einfach nicht beschreiben, deshalb hoffen wir, dass Pryg-Skok von Leonid Shmelkov noch auf vielen Festivals läuft.


Jury des Jugendfilmwettbewerbs

Ann-Danielle, Lukas, Luisa, Melwin und Saskia vom Freiherr-von-Stein-Gymnasium, Oberhausen


Preis der Jugendjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €

Yardbird (Im Käfig)

Michael Spiccia

Australien, 2012, 13'30'', 35mm, Farbe

 

 

 

 

Begründung

Unser Gewinnerfilm ähnelt einem Puzzle – erst nach und nach baut sich im Verlauf dieses Films eine Geschichte auf, die uns allen gänzlich neu und unbekannt war. Wir begleiten ein Mädchen, das sich mit besonderen Fähigkeiten einen Weg aus der Tristesse eines Schrottplatzes hinein in ein neues und hoffentlich lebenswerteres Leben bahnt.

Getragen wird diese außergewöhnliche Geschichte hierbei zum einen von Überraschungsmomenten, die uns beim Schauen zum ständigen Nachdenken und Mitfiebern angeregt haben. Zum anderen aber auch von seiner bemerkenswerten Stimmung, die in der gesamten Machart und Gestaltung des Films aufgegriffen wird. Wir möchten deshalb Yardbird von Michael Spiccia als besten Film des Jugendwettbewerbs auszeichnen.


Lobende Erwähnung Jugendjury

Still von "Mila", Kristina Wagenbauer

Mila

Kristina Wagenbauer

Kanada/Schweiz 2012, 17', DCP, Farbe

 

 

 

Begründung

Unsere lobende Erwähnung möchten wir einem Film aussprechen, der uns von vorneherein mit seinem gelungenen Spannungsbogen gefesselt hat. Die Problematik, mit der sich die junge Hauptdarstellerin dieser Geschichte auseinandersetzen muss, sowie ihre damit einhergehende kontrastreiche Gefühlswelt wurden für uns alle nachvollziehbar in Szene gesetzt.

Die professionelle Machtart des Films mitsamt der gut gewählten Drehorte und der harmonischen Farbgestaltung haben uns nachhaltig beeindruckt und begeistert. Hierbei möchten wir vor allem die großartige musikalische Gestaltung hervorheben – da Musik in diesem Film nicht nur ein Gestaltungsmittel unter vielen ist, sondern als Handlungsträger im Mittelpunkt der Geschichte steht.


Ankaufsempfehlung der Ökumenischen Jury

Still von "Quand ils dorment", Maryam Touzani

Quand ils dorment

Maryam Touzani

Marokko 2012, 18', Blu-ray, Farbe

 

 

 

 

 

 

Begründung

Die 8-jährige Sara liebt ihren Großvater. Als er unerwartet stirbt, sucht sie einen Weg, sich trotz religiöser Konventionen von ihm zu verabschieden. Der Film greift ein universelles Thema in einer uns fremden Kultur auf. Er überzeugt durch seine direkte Kamera und unprätentiöse Erzählweise. Ein Film, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen berührt.


Mitglieder der MuVi-Jury 2013

Michel Klöfkorn (Deutschland)

Isabelle Gaudefroy (Frankreich)

Christian Höller (Österreich)


15. MuVi-Preis geht zu gleichen Teilen an drei Videos, jeweils dotiert mit 1.000 €

Still von Moth Race (Kreidler), Heinz Emigholz

Moth Race

Ein Video von Heinz Emigholz

Musik: Kreidler

Produktion: Pym Films

Label: Italic Recordings

Deutschland 2013, 4'

 

 

Begründung

Moth Race von Heinz Emigholz führt uns in die vermeintliche Ferne und zeigt uns in der Uniformität des Transitraums, dass gleich um die Ecke der Moderne das Absurde lauert.


Still von Palimpsest (Smog), Zeljko Vidovic

Palimpsest

A video by Zeljko Vidovic

Musik: Smog

Produktion: Zeljko Vidovic

Label: Domino Records

Deutschland 2012, 6'30''

 

 

 

Begründung

Palimpsest schließlich begibt sich im positiven Sinn auf Abwege und geht das Risiko ein, sich im Grenzbereich von Tod und Wiederbelebung zu verirren. Turiner Leichentuch und verstörende Animation, das alles zu nur spärlich hörbarer Musik.


Still von "Therapeutikon" (The Schwarzenbach), Heike Aumüller

Therapeutikon

Ein Video von Heike Aumüller

Musik: The Schwarzenbach

Produktion: Exquisite Mayhem

Label: ZickZack

Deutschland 2012, 5'30''

 

 

 

Begründung

Therapeutikon trifft den Nerv der Zeit insofern, als das Eingeschlossensein in den Verhältnissen – und zwar nicht nur "der Bekloppten", wie es in dem Stück heißt – darin visuell wie musikalisch auf den Punkt gebracht wird. Beckett und Boy George in der entmöblierten Einfamilienwohnung.


Der MuVi-Online Publikumspreis, dotiert mit 500 €, gestiftet von Schröder Bier

Still aus Musikvideo "Left On A Little Farm (Stan Back)", Andreas Menn

Left on a Little Farm

Ein Video von: Andreas Menn

Samples and Sounds: Stan Back

Produktion Ton: Stefan Römer

Produktion: Andreas Menn

Deutschland 2012, 6'