Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Profile

Green © Luther Price

Specijalni Vlakovi © Krsto Papić

Gletscher © Helga Fanderl

The Bohemian Rhaspsody Project © HoTzu Nyen

The Artist © Laure Prouvost

 

Luther Price

 

Der Amerikaner Luther Price hat eines der ungewöhnlichsten Gesamtwerke im Experimentalfilm geschaffen. Price, ein ausgebildeter Bildhauer, wurde in den 1980er und 90er Jahren für seine emotional intensiven Super 8-Filme bekannt, in denen er Performance und Autobiographie mischte. Später arbeitete er mit 16 mm, schnitt vorhandenes Material neu, bemalte, zerkratzte oder löschte es, ließ die Kopien verrotten oder schliff die optische Tonspur ab, um nervenaufreibende Tonmuster zu erzeugen. Er zeigt darüber hinaus Dias, in denen er Schmutz, Insekten oder Film zwischen zwei Glasplatten presst und so komplexe Bildkompositionen schafft. Die Kurzfilmtage präsentieren die erste europäische Retrospektive von Price' Werk, kuratiert von Ed Halter.

 

 


Petar Krelja, Krsto Papić und Zoran Tadić

 

Nach Programmen mit Filmen von Žilnik, Godina, Makavejev und der Sarajevo Documentary School eine neue Wiederentdeckung aus der jugoslawischen Dokumentarfilmproduktion der 1960er und 70er Jahre: Zeitgleich zur "Schwarzen Welle" in Serbien entstanden auch in Kroatien engagierte, sensible und sehr moderne Arbeiten, die sich überraschend kritisch mit Sozialismus und Bürokratie auseinandersetzen, aber auch die einsetzende Migration der "Gastarbeiter" nach Deutschland thematisieren. Im Mittelpunkt des Programms stehen die Autoren Petar Krelja, Krsto Papic und Zoran Tadic, deren Filme teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr außerhalb Kroatiens zu sehen waren. Die Kurzfilmtage zeigen zum größten Teil neue Filmkopien. 


Helga Fanderl

 

Unter dem Titel "Konstellationen" zeigt Helga Fanderl eine Auswahl aus ihrem Hunderte von Super-8-Filmen umfassen-den Werk, das sich durch große Sinnlichkeit und Rigorosität zugleich auszeichnet. Ihre Programme sind höchst eigenwillige Konstruktionen und rücken die Werke in neue, ungesehene Zusammenhänge. Entscheidend ist das Zusam-menspiel von Wahrnehmung und Empfinden im Moment des Filmens, die Gestaltung einer originären Zeitform.


Ho Tzu Nyen

 

Ho Tzu Nyen (Singapur) ist einer der international angesehensten jungen Künstler Südostasiens; er arbeitet im Schnittfeld von klassischer Kinoerzählung und Installation. Die Kurzfilmtage präsentieren zum ersten Mal in Europa eine umfangreiche Schau seines außerordentlichen Werks, das vom kulturkritischen Videoessay wie Utama – Every Name in History is I bis zum minimalistischen Loop von Newton reicht. 


Laure Prouvost

 

Laure Prouvost unterläuft in ihren Arbeiten konstant narrative filmische Traditionen. Sie lockt die Zuschauer in scheinbar private Geschichten, noch unterstrichen durch Handkamera und geflüsterte Off-Kommentare, untergräbt deren Wahrheitsanspruch jedoch durch surrealistische Bild- und Text-Interventionen, die unsere Fähigkeit, eine Erzählung zu konstruieren, hartnäckig in Frage stellen. Prouvost hat in Oberhausen mehrere Preise gewonnen.