Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

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Preisträger

Die Mitglieder der Jury des Internationalen Wettbewerbs 2014

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Aleksandra Sekulić (Serbien)

Bjørn Melhus (Deutschland)

John Gianvito (USA)

Shai Heredia (Indien)

Vassily Bourikas (Griechenland)

 

 


Großer Preis der Stadt Oberhausen, dotiert mit 8.000 €

La Estancia

Federico Adorno

Paraguay 2014, 14'

DCP, Farbe

 

 

Begründung

Konstruiert als eine Reihe subtiler Tableaus, ist dieser Film eine fundierte Kritik systematischer Unterdrückung. Ausgehend von einem Massaker in einem Disput um Landrechte in Paraguay, geht diese eindringliche Arbeit weit über den lokalen Kontext hinaus und wird zur Stimme des Kampfes für Grundfreiheiten.


Hauptpreis, dotiert mit 4.000 €

Gangster Backstage

Teboho Edkins

Frankreich/Südafrika 2013, 37'30''

file, Farbe

 

 

 

Begründung

Abwechselnd intensiv und behutsam erforscht dieser Film, der sich um Genres nicht kümmert, die komplexe Realität eines Lebens am Rand, bei dem die unmittelbare Erwartung des Todes Teil der tagtäglichen Realität ist. Als Erkundung privater Geschichten, die zwischen der Bühne und den Kulissen hin- und herwechseln, ist diese einfühlsam gemachte Arbeit ein herausragendes Filmportrait.


ARTE-Preis für einen europäischen Kurzfilm, dot. mit 2.500 €

Epistrofi stin odo ailolu

Maria Kourkouta

Frankreich/Griechenland 2013, 14'

DCP, s/w

 

 

 

 

Begründung

Im Versuch, ein Gefühl des Dazuzugehörens wiederzugewinnen, stellt eine Filmemacherin die kulturelle Erinnerung dar. Mit seinem leidenschaftlichen Einsatz von angeeignetem Material, Gedichten, Texten und Musik ist dies ein vielschichtiges und erinnerungsträchtiges Filmkunstwerk.


Lobende Erwähnung der Internationalen Jury

THRENODY FOR THE VICTIMS OF MARIKANA

Aryan Kaganof

Südafrika 2014, 26'30''

file, Farbe

 

 

Begründung

Ein Zeugnis dafür, wie unsere Wahrnehmung permanenter sozialer Ungerechtigkeit von gesellschaftlichen und medialen Mechanismen geformt wird und ein Vorschlag, wie man diese demontieren könnte.


Lobende Erwähnung der Internationalen Jury

Konrad & Kurfürst

Esther Urlus

Niederlande 2014, 7'

16 mm, Farbe

 

 

 

 

 

Begründung

Für seine alchemistische "Re-Imagination" eines historischen Moments geht eine Lobende Erwähnung an diese handwerklich außergewöhnliche Arbeit.


Lobende Erwähnung der Internationalen Jury

Măt trói đen

(Schwarze Sonne)

Truong Quê Chi

Frankreich/Vietnam, 2013, 13'

file, Farbe

 

 

 

Begründung

Eine minimalistische Auseinandersetzung mit urbaner Angst, ist dieser sorgfältig gedrehte Film eine vollendete Erkundung narrativer Strategien im Film.


Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Oliver Baumgarten (Köln)

Georg Elben (Marl)

Ruth Schiffer (Düsseldorf)

Ulrike Sprenger (Konstanz)

Mareike Wegener (Köln)


Erster Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 5.000 €

River Plate

Josef Dabernig

Österreich 2013, 16'

35 mm, b/w

 

 

 

 

Begründung

Körper und Landschaft, Haut und Beton. Die zentralen Motive des Films kontrastieren in brilliant komponierten Schwarzweißbildern. Der Regisseur zeichnet ein konzentriertes Portrait von Menschen, die sich die Landschaft aneignen — ungeachtet ihrer Unwirtlichkeit. Stoisch sitzen sie da, streichen über ihre Bäuche und trotzen Stein und Regen. Volkstümliches Vergnügen als Metapher für den Zustand der Welt; die Jury des Landes Nordrhein-Westfalen zeichnet River Plate von Josef Dabernig aus als präzises Psychogramm des modernen Menschen.


Zweiter Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 3.000 €

Tremor

Ricardo Alves Jr.

Brasilien 2013, 14'

35 mm, colour

 

 

 

 

Begründung

Der 2. Preis geht an einen Film, in dem es nur abwärts geht. Beim Abstieg durch die Stockwerke streng verwalteter Gebäude folgen wir einer kleinen Erzählung, eingebettet in klare Bilder, die uns Schrecken und Suche als Teil lateinamerikanischer Realität zeigt.


Jury der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI)

 

Pamela Cohn (USA)

Aily Nash (USA)

Antti Selkokari (Finnland)


Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

Just Like Us

Jesse McLean

USA 2013, 15'

file, Farbe

 

 

 

 

Begründung

Der Film offenbart die außergewöhnliche Sensibilität und Zurückhaltung der Filmemacherin, die uns durch eine vollkommen eigene narrative Landschaft führt, die sich aus meisterhaft ineinandergefügten Texten und Bildern, Tönen und Visionen ergibt.


Ökumenische Jury 2014

gestiftet vom Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen und der Katholischen Filmarbeit in Deutschland

 

Mitglieder der Jury

 

Matthias Kuhl (Schweiz)

Théo Péporté (Luxemburg)

Sabine Schröder (Deutschland)

Eberhard Streier (Deutschland)


Preis der Ökumenischen Jury, dotiert mit 1.500 €

Neeuklidinė Geometrija

Škirmanta Jakaitė, Solveiga Masteikaite

Litauen 2013, 11' 30''

DCP, Farbe

 

 

 

Begründung

In bisweilen irritierenden Bildern erzählt der Film auf verschiedenen Ebenen eine Geschichte von Partnerschaft, Trennung und Liebe. Auf diese Weise fordert er dazu heraus, sich mit der Frage nach der (Un-)Endlichkeit der Liebe auseinanderzusetzen und eigene Antworten zu suchen.


Lobende Erwähnung der ökumenischen Jury

Two Films about Loneliness

Christopher Eales,

Will Bishop-Stephens

Großbritannien 2014, 5' 30''

file, Farbe

 

 

Begründung

Der Film erzählt parallel die Geschichten zweier Figuren, die auf je eigene Weise mittels Internet Kontakt suchen und überraschend zueinander finden. Per Split-Screen und im Stop-Motion-Verfahren gelingt den beiden Filmemachern eine Geschichte mit Leichtigkeit und Witz über die Bedeutung von Beziehungen in einer medial geprägten Gesellschaft.


Zonta-Preis für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb, dotiert mit 1.000 €

A Million Miles Away

Jennifer Reeder

USA 2014, 28'

file, Farbe

 

 

 

Begründung

"Today I met some girls who know everything about everything", notiert die Vertretungslehrerin Chrystal Chambers nach einer Schulchorprobe in ihrem Tagebuch. Vor allem scheinen die selbstbewussten Teenagerinnen ihren eigenen Wert zu kennen — ein Wissen, das der Erwachsenen im Laufe ihres Frauenlebens abhanden gekommen ist. Die scharf gezeichnete Konfrontation von junger, unangefochtener Stärke und gesellschaftlich bedingter Gebrochenheit löst sich am Ende auf im gegenseitigen Erkennen und gegenseitiger Solidarität.

In einer dichten, in der Popkultur verwurzelten Skizze aus wenigen konzentrierten Szenen, mit starken Darstellerinnen und präzisen Dialogen öffnet Jennifer Reeder einen weiten Raum und erzählt so sarkastisch wie zärtlich von zwei gegenläufigen biographischen Stadien weiblichen Selbstbewusstseins.


Die Jurymitglieder des Deutschen Wettbewerbs 2014

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Stefan Römer (Berlin)

Isolde Barth (München)

Manfred Hermes (Berlin)


Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs, dotiert mit 5.000 €

Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen

Susann Maria Hempel

Deutschland 2014, 18'

file, Farbe

 

Begründung

Die Wiederaufführung einer speziellen ostdeutschen Erfahrung nach 1989. Der Schrecken und alle Grausamkeiten werden hier mit den Bestandteilen einer explodierten Puppenstube aufgeführt. In einer von einfachen Nylonschnüren angetriebenen Kinetik werden Gegenstände und Puppenteile zu Akteuren in einem Szenario, das von schweren Leiden und sexuellen Schädigungen handelt.

Die Künstlerin und Regisseurin Susann Maria Hempel baut in Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen ein drastisches Tableau thüringischer Fallgeschichten auf. Traumwandlerisch bewegt sie sich zwischen Objektebenen, dialektgeprägter Rede, Schrift und Gesang.

Die sexuelle Aufladung beruht hier aber nicht nur auf der Anklage erlittener Traumatisierungen, sie zeigt sich auch als eine starke Faszination an Transgression. Grauen und Niedlichkeit liegen hier untrennbar beieinander.


3sat-Förderpreis, dotiert mit 2.500 €

Imraan, c/o Carrom Club

Udita Bhargava

Deutschland 2014, 13'30''

DCP, Farbe

 

 

 

Begründung

Die Regisseurin Udita Bhargava gibt uns einen souverän gefassten Einblick in das Milieu eines Carrom-Clubs in Mumbai. In dieser Spielhölle in einem muslimisch geprägten Slum treten Männer mit unterschiedlichsten kleinkriminellen Hintergründen auf, die auf den ersten Blick so kindlich wie machistisch wirken. Um den frühreifen Betreiber Imraan schart sich diese Subkultur, deren Mitglieder sich sowohl als Täter wie auch als Objekte gerieren.

Bhargavas Kamera begeistert durch ihre gleichzeitig stilsichere und sinnliche Darstellung.


Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

L'Amour sauvage

Lior Shamriz

Deutschland 2014, 26'

file, Farbe


Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

Das satanische Dickicht - EINS

Willy Hans

Deutschland 2014, 29'30''

file, Farbe


NRW-Jury 2012-2014

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Natascha Gikas (Frankfurt am Main)

Jens Schneiderheinze (Münster)

Barbara Fischer-Rittmeyer (Dortmund/Köln)


Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der NRW.Bank

El carro azul

Valerie Heine

Kuba, Deutschland, 2014, 20'

DCP, Farbe

 

 

 

 

Begründung

Pulsierende Handkamera-Bilder auf einem Gay Pride Happening, ruhige stringent komponierte Bilder für die Handlung auf Kuba. Stilsicher und unter Vermeidung gängiger Kuba-Klischee-Motive schildert Valerie Heine die Wiederannäherung zweier Brüder nach der Rückkehr des einen aus den USA, reduziert und schnörkellos auch auf der Dialogebene. Ein altes Familienspiel reicht als Katalysator und führt zur Versöhnung. Auch die schauspielerische Leistung der Protagonisten ist ein weiterer Grund, diesen souverän umgesetzten Film mit dem Hauptpreis auszuzeichnen.


Förderpreis des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 500 €, gestiftet von der NRW Bank

Molly und Andy

Ceci Leal

Deutschland 2013, 4'30''

file, Farbe

 

 

 

Begründung

Sowohl die beiden Meerschweinchen als auch die Regisseurin kommen ursprünglich aus Südamerika. Leicht und witzig projiziert Ceci Leal ihre Migrationserfahrungen — falsches Wetter, schweres Essen, Einsamkeit und Heimweh — auf ihre beiden Tierchen mit den großen Knopfaugen. Energievoll und überraschend setzt Radek Vogt die Geschichte in einer Kombination aus Legeanimation und Realfilmbildern spielerisch um.


Lobende Erwähnung der Jury des NRW-Wettbewerbs

Sonntag, Büscherhöfchen 2

Miriam Gossing, Lina Sieckmann

Deutschland, 2014, 11'

file, Farbe

 

 

 

 

Begründung

Erst hört man das Geräusch. Dann sieht man Rollläden in einem Haus im Bergischen Land sich heben. Ein Konzept, das sich durch den Film zieht: der Ton leitet über zum Bild. Die Filmemacherinnen Miriam Gossing und Lina Sieckmann führen uns mit ruhigen, fotografischen Bildern in einen exotisch-schwülen Mikrokosmos, den man hier nicht vermutet. Dabei beweisen sie ein feines Gespür für die Platzierung der Bewohner im Haus und damit in ihren Bildern, ohne sie der Lächerlichkeit preis zu geben.


West ART-Zuschauerjury

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Armin Mossner,  Marianne Sindhoff, Verena Löbbing, Cana Czyrt, Jennifer Hindrichs,  Martin Huhn, Wolfgang Laakmann, Thomas Domröse, Volker Wilde


Preis der West ART-Zuschauerjury, dotiert mit 750 €, gestiftet von West ART

Good Soil

Sebastian Lemke

Deutschland 2013, 8'

file, Farbe

 

 

 

Begründung

Der Dokumentarfilm Good Soil hat ein aktuelles Thema aus der Region, und das Schicksal der Zwillinge/Gärtner berührt sehr. Und die Tragik wird anschaulich, wenn der Bagger vor der Tür steht.


Jury des Kinderfilmwettbewerbs

Kristina, Matha, Talal, Mimoza, Julien von der Brüder-Grimm-Schule


Preis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet vom BERO-Zentrum

Fatima

Naima Mohamud

Finnland 2013, 19' 30''

DCP, Farbe

 

 

 

Begründung

Dass Freundschaft wichtig ist, wissen die meisten. Dass manche Situationen aber ohne eine beste Freundin oder einen besten Freund kaum zu schaffen sind, zeigt unser Gewinnerfilm. Und er greift das Thema Scheidung auf, dass finden wir sehr wichtig. Trotzdem ist er vor allem witzig, spannend und man lernt, dass man zusammenhalten muss. Außerdem sind wir von der Musik und den tollen Ideen begeistert, die die Mädchen in Fatima von Naima Mohamud haben.


evo-Förderpreis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

Alles mag

(Erlaubt ist, was gefällt)

Steven Wouterlood

Niederlande 2014, 23'

DCP, Farbe

 

 

 

Begründung

Unser Gewinnerfilm handelt von Freundschaft, Liebe und Abschied. Und zeigt, dass man einen Dickkopf haben muss, um machen zu können, was einem Spaß macht. Uns hat es viel Spaß gemacht, ihn zu gucken! Die Farben sind toll und die Musik fröhlich: Hauptdarsteller Tygo erzählt von Karneval in Südholland. Außerdem kann man sehr gut verstehen, wie er sich fühlt.


Lobende Erwähnung Kinderjury

Dirty Laundry

Aaron Martinez

USA 2013, 18'

DCP, Farbe

 

 

 

 

Begründung

In unserer lobenden Erwähnung geht es um Mut und darum, seine Ängste zu besiegen. Der Film zeigt, dass Monster wachsen, wenn man Angst hat und zu Freunden werden können, wenn man sich ihnen stellt. Das Wäsche-Monster und die Effekte in Dirty Laundry von Aaron Martinez haben uns überzeugt!


Jury des Jugendfilmwettbewerbs

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Albion, Mirco, Mattes, Theresa, Ari vom Elsa-Brändström-Gymnasium


Preis der Jugendjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs. dotiert mit 1.000 €

Jamey's Gevecht

(Jameys Kampf)

Denise Janzée

Niederlande 2013, 15'

DCP, Farbe

 

 

Begründung

Unser Gewinnerfilm verdeutlicht auf eindrückliche Art und Weise, wie wichtig es ist, dass man an sich glaubt und seine Ziele verfolgt. Obwohl die Geschichte eines jungen Mannes erzählt wird, der mit ganz speziellen Problemen zu kämpfen hat, werden doch Themen beschrieben, die jeden betreffen und Situationen dargestellt, die wir alle kennen. Dieser hohe Identifikationswert beschreibt für uns eine der großen Stärken dieses Films.

Daneben haben wir nicht eine einzige Szene als überflüssig empfunden. Die toll ausgewählten Sequenzen und die stimmige Schnitttechnik haben uns ebenso begeistert wie die beeindruckende Leistung der Hauptperson.

Weil dieser Film die unterschiedlichsten Emotionen in uns angesprochen hat — wir unterhalten, ergriffen und gespannt waren — verleihen wir Jamey's Gevecht von Denise Janzée den diesjährigen Hauptpreis der Jugendjury.


Lobende Erwähnung Jugendjury

Solecito

(Kleine Sonne)

Oscar Ruiz Navia

Kolumbien/Dänemark/Frankreich 2013, 20'

DCP, Farbe

 

Begründung

Unsere lobende Erwähnung möchten wir einem Film aussprechen, dessen wohldurchdachte Symbolik uns nicht nur begeistert, sondern vor allem auch zum Nachdenken angeregt hat. Der Detailreichtum in seinen schön komponierten Bildern, die glaubhaften Dialoge und vor allem seine charmanten Darsteller machen diesen Film für uns zu einem in sich geschlossenen Kunstwerk. Vor allem das faszinierende Spiel mit Realität und Fiktion und die Frage danach, ob es sich um eine Dokumentation oder einen Spielfilm handelt, haben den Film für uns spannend und einzigartig gemacht. Solecito von Oscar Ruiz Navia regt in unseren Augen dazu an, noch einmal darüber nachzudenken, wem man eine zweite Chance geben sollte und ob sich die Liebe so einfach wieder aufladen lässt wie eine Solarlampe.


Ankaufsempfehlung der Ökumenischen Jury

Vloeibaar Staal

(Stählerne Tage)

Flynn von Kleist

Niederlande 2013, 24'

DCP, Farbe

 

 

Begründung

In der tristen Umgebung eines Stahlwerkes kümmert sich Franka sehr um ihren Vater und den Haushalt. Als sie einen jungen Mann kennen lernt, beginnt die Siebzehnjährige, dieses Leben in Frage zu stellen. Auf einfühlsame Weise stellt Vloeibaar Staal die bedrückenden Lebensumstände und die Abhängigkeit der jungen Frau dar. Ebenso gelingt es dem Film mit beeindruckenden Bildern, Frankas Wunsch nach Freiheit und einem selbst bestimmten Leben zu vermitteln.


MuVi Jury 2014

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Taina Ronkainen (Finnland)

Olaf Karnik (Deutschland)

Klaus Walter (Deutschland)


1. Preis des 16. MuVi-Preises für das beste deutsche Musikvideo, dotiert mit 2.000 €

Ted Gaier, Katharina Duve und Timo Schierhorn für Der Investor (Die Goldenen Zitronen), Deutschland 2013

 

 

 

Begründung

Der Bahnsteig als Laufsteg. Der Investor investiert in subkulturelles Kapital, das sich in real money konvertieren lässt. Bohemistische People auf dem Laufsteg produzieren devianten, dissidenten Außenseiterglamour. Die - ehemalige - Subkultur als Attraktion für modernes Stadtmarketing, dagegen und doch dabei, ob sie wollen oder nicht.

 

Der bekannte Maler, der gefragte Theaterregisseur, die Autorin, der Labelchef, die Schauspielerin, der Clubbetreiber, auf dem Catwalk werden sie interessant für den Investor. Der Bahnhof, der Ort des Kommens und Gehens, auch ein Schauplatz sozialer und politischer Auseinandersetzungen, wem gehört die Stadt, wer investiert in die Stadt? Immer wieder reflektieren Die Goldenen Zitronen die widerspruchsreichen Bedingungen ihrer künstlerischen Arbeit und die tiefgreifenden politischen Veränderungen in rund dreißig Jahren Bandgeschichte. Dass sie dabei an einer - bei allen Komplikationen - positiv besetzten Idee des Sozialen festhalten und diese Idee keine Altersgrenze zulässt, das demonstriert die Bahnsteigparade mit dem Hamburger Freundeskreis. Klar, dass schlaue Investoren sich für solche Typen interessieren. Auch wenn man die Akteurinnen und die konkreten Kontexte aus der HH-Szene nicht kennt, strahlt der Clip und die Musik Nowness aus, könnte nicht sieben Jahre älter sein oder sieben Jahre jünger.


2. Preis des 16. MuVi-Preises für das beste deutsche Musikvideo, dotiert mit 1.000 €

Noriyuki Kimura für UNSERHAUS for The New Era (Masahiro Miwa), Deutschland 2014

 

 

 

 

 

Begründung

Der erste Platz repräsentiert maximal sozialen Content, Narration, Gegenwart, UNSERHAUS ist dagegen maximal opak, kryptisch, ohne erkennbare Narration, Figuren, Lichter, Schatten, ein Sound, der sich von weit draußen in die Ohren bohrt, frequencies jumping, wie machen die das?

 

Wir fanden es eine gute Idee, den rätselhaftesten und den erzählerischsten Clip zu preisen, den von Deutschland fernsten und den deutsche Verhältnisse analysierenden zu wählen. Was so auch nicht wirklich stimmt, "Japaner in Düsseldorf" haben Family Five schon in den Achtzigern besungen. Masahiro Miwa, der Komponist von UNSERHAUS ist einer von ihnen, er hat in Düsseldorf studiert.


Der MuVi-Online Publikumspreis, dotiert mit 500 €, gestiftet von AVID

Dietrich Brüggemann für Easy Or Not (Tim Neuhaus ft. Kat Frankie), Deutschland 2013

Kamera: Alexander Sass

Schnitt: Vincent Assmann

Produktion: Paul Ohmert

Label: Grand Hotel van Cleef

 

Der MuVi-Online Publikumspreis wird von allen Internetnutzern, die ihre Stimmen auf www.muvipreis.de abgeben, ausgewählt.