Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Pressestimmen

Es war der erfreulichste Festivaljahrgang seit langem, erfüllt von einer einzigartigen Spielfreude und jenem so wunderbaren Aufeinandertreffen der Generationen, das sich nur hier erleben lässt. Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau, 7. Mai 2014

 

Ein widerspenstiges Festival, das seine Hipsterzuschauer, die immer mehr aus der Kunstszene als aus dem cinephilen Milieu kommen, stets aufs Neue herausfordert. Klaus Lemke, der letzte Rocker des deutschen Kinos [...], hat es in einer Geburtstagsbotschaft auf den Punkt gebracht: "Fuck you, Oberhausen. And good luck!" Hans Schifferle, Süddeutsche Zeitung, 15. Mai 2014

 

Die Tatsache, dass Oberhausens langes Leben geprägt war von Kontroversen, grimmiger Unabhängigkeit und grundsätzlicher Nicht-Kommerzialität, trägt nur zu seinem Ruf bei. John Beagles, Sight & Sound, Großbritannien, August 2014

 

Ein Festival mit einer klaren Identität und einer starken kuratorischen Stimme. Obwohl viele Menschen an den Programmen arbeiten, ist das Gesamtbild stimmig und überzeugend. Oberhausen versteht, dass das Gespräch größer ist als der Raum, in dem es stattfindet. Das Festival ist anpassungsfähig und beugt sich den Bedürfnissen des Films, ohne ihn je in eine Schublade zu zwingen. Tara Judah, Senses of Cinema, Australien, Juni 2014

 

Oberhausens hat sich mit seinen aufwändigen kuratierten Nebenreihen sehr erfolgreich eine bedeutende Nische in der Festivalwelt erobert. Das Festival konzentriert sich weiter auf seinen Kern – Kurzfilme aller Genres –, hat dabei aber die Fußangeln des Alles-zeigen-Ansatzes großer Festivals vermieden oder verringert, indem es einer breiter angelegten Untersuchung der Filmkunst Raum und Öffentlichkeit gibt. Andréa Picard, Cinema-Scope, Kanada, Nr. 54, Sommer 2014

 

Ästhetische, formalistische, intellektuelle Positionen erscheinen in den vielen kurzen Filmen von Oberhausen in großartiger Vielfalt. Das Festival gibt sich dazwischen dezent, zügig, sympathisch, unkompliziert. Dennis Vetter, negativ-film.de, 12. Mai 2014

 

Bei den Internationalen Kurzfilmtagen von Oberhausen konnte man das Staunen wieder lernen. Zwischen Lemke und Ruttmann erweist sich Oberhausen auch mit 60 Jahren als das jüngste, frischeste, wachste deutsche Filmfestival – in Stärken wie Schwächen ein Spiegel der Geschichte der Bundesrepublik und ein Seismograph unseres Zeitalters. Rüdiger Suchsland, artechock.de, 8. Mai 2014

 

Das flackernde Licht in einem dunklen Raum ist nur die halbe Geschichte: Das Publikum kam miteinander redend aus den Kinos, und das ist an sich schon ein kleiner Sieg, der sich jedes Jahr in Oberhausen wiederholt. Adam Pugh, Art Monthly, Großbritannien, Juni 2014

 

Und so sieht man im nordrhein-westfälischen Oberhausen das Aufeinandertreffen, Überschneiden, Verschmelzen und Auseinanderdriften einer sehr allgemeinen Kunstform — dem Film -, die vielen "Kino" und manchen "Videokunst" bedeutet. Ein seltener Ort, wie es aussieht, denn diejenigen, die sich den gerade erwähnten deterministischen Perspektiven und Definitionen dieser Kunst verschrieben haben, treffen oft nur ganz zufällig am gleichen Ort aufeinander. Daniel Kasman, mubi.com, USA, 9. Mai 2014

 

Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die ihren 60. Geburtstag feierten, sind ein echtes Fest für Augen, Ohren und Verstand. Tara Judah, fandor.com, USA, 7. Mai 2014

 

Was die Kurzfilmtage auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie ziemlich abseits des Marktes stattfinden, was den Filmern hier traditionell einiges an Erprobung von Sujets und Tehniken erlaubt. Bei diesem Festival werden in "Open Screenings" sogar die von der Auswahlkommission abgelehnten Arbeiten gezeigt. Es liegt aber auch am Kurzfilm an sich, das Spiel zwischen Fragmentarisierung und Verdichtung, das hier im besten Fall die Erforschung der Form vorangetrieben wird. Christof Meueler, Junge Welt, 9. Mai 2014

 

So sollte Kino sein. Ungewöhnlich und überraschend. Dieses Jahr hat Oberhausen gezeigt, dass Inspiration, Vorstellungskraft und Illusion ein post-cinematographisches Kinoerlebnis werden kann, in dem filmsprachliche Grenzen und Kategorien erneuert und entwickelt werden dürfen. Jennifer Borrmann, kino-zeit.de, 12. Mai 2014

 

Die Kurzfilmtage sind ein unbezahlbares Aushängeschild für die Stadt. Weltweit wird Oberhausen mit ihnen in Verbindung gebracht.  […]  Keine noch so teure Werbekampagne wäre annähernd so erfolgreich wie dieses Festival, das einmal im Jahr internationale Besucher in die City spült. Gudrun Mattern, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 3. Mai 2014

 

Neben dem Internationalen Forum der Berlinale sind die Oberhausener Kurzfilmtage heute das wichtigste deutsche Festival für den Film als Kunst. Anstatt sich selbst zu feiern, führt sich das Kino hier freiwillig an seine Grenzen. Daniel Kothenschulte, Kölner Stadt-Anzeiger, 3. Mai 2014

 

60 Jahre sind diesem Festival nicht anzumerken: ein Multiplexkino mit Atmosphäre, perfekte Projektionstechniken, experimentelle Filmkunst, Musikvideos, Erzählformen, DJ-Profile in der Festival-Bar, Diskussionsrunden, Poetry Clip-Wettbewerb, Open Air, Kinder- und Jugendfilme, Preise. Die Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen feiern ihren runden Geburtstag und strahlen in die Filmwelt. Achim Lettmann, Westfälischer Anzeiger, 3. Mai 2014

 

Während andere A-Festivals sich mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, zu wenig Regisseurinnen eine Chance zu geben, kann davon in Oberhausen keine Rede sein.   […] Wenn Frauen in Oberhausen eine Chance bekommen, können sie diese aber auch nutzen. So gingen von den neun großen Hauptpreisen fünf an Regisseurinnen. Georg Immich, Film & TV Kameramann, Juni 2014

 

Bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen liegt der Inhalt jener Tradition jedoch gerade in einer neugierigen Experimentierfreudigkeit begründet. Es ist der beständige Versuch, Seherfahrung, kollektives Kinoerlebnis und festgefahrene ästhetische und kulturpolitische Wege in Frage zu stellen. Jennifer Borrmann, ray-magazin.at, Österreich, Mai 2014

 

"Film ohne Film" war das Thema einer mitunter sensationellen Themenreihe, die an die künstlerische Eroberung der Leinwand durch das "Expanded Cinema" der sechziger Jahre erinnerte. Und mit einer erstaunlichen Lebendigkeit ihre Ideale bei jungen Filmkünstlern bekannt machte. Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau, 7. Mai 2014

 

Das wagemutigste Schwerpunktprogramm in der 17-jährigen Amtszeit des Festivaldirektors Lars Henrik Gass. Reinhard Kleber, Filmecho/Filmwoche, 16. Mai 2014

 

Das diesjährige Thema “Memories Can’t Wait – Film without Film” war zeitgemäß, hochgradig provokativ und illustrierte aufs Schönste die Verbindungen zwischen vergangenen, heutigen und zukünftigen Überlegungen dazu, was Film ausmacht, wer ihn herstellt, was der Kinoraum symbolisiert und die unterschiedlichen Arten, in denen wir in diesem Raum mit dem Ding, das wir als Film bezeichnen, koexistieren. Tara Judah, Senses of Cinema, Australien, Juni 2014

 

Dass allerdings […] ganz viel geschehen ist bei den diesjährigen Kurzfilmtagen, das konnte sehen, wer da war, und die Themen-„filme“ gehörten auf jeden Fall mit zum Besten davon. Ann-Katrin Günzel, Kunstforum International, Juni-Juli 2014

 

Die Frage nach dem Kino ist hier umso klüger gestellt, weil sie nicht explizit aufscheint, sondern sich hinter der vordergründigen Lust versteckt, die Grenzen auszutesten, dem Kino den Film wegzunehmen, um zu sehen, was dann noch bleibt. Frédéric Jaeger, critic.de, 7. Mai 2014

 

[...) Das Zelluloid ist längst aus den Vorführräumen verbannt zugunsten einer digitalen Projektion. Das Kino von heute ist bereits ein Kino ohne Film. Eine heimliche Kritik an der Illusionsmaschinerie eines oft seelenlosen digitalen Kinos stellten die neueren Arbeiten in der "Film ohne Film"-Reihe dar. Hans Schifferle, epd film, Juni 2014

 

Ein faszinierendes Programm von "unmöglichen Filmen", das den Zuschauern in einer Zeit audiovisueller Exzesse beglückende Momente schenkte, in denen sie einfach nur verharren, staunen oder Mitspielen durften. Gabrielle Schultz, Die Welt, 7. Mai 2014

 

Das wäre dann die wahrhaft interaktive Tätigkeit: sich durch den Wust wühlen, in dem nicht alles, aber vieles Platz hat, in dem Halbstünder neben Zweiminütern, kolumbianische Marionetten neben animierten Aborigines-Fabeln stehen. […] Oberhausen, schöner Wust. Elena Meilicke, der Freitag, 8. Mai 2014

 

Angesichts der überreichlichen Auswahl (mein einziger echter Einwand) war die Hauptattraktion für mich dieses Jahr das Profil-Programm zu Mara Mattuschka. In 17 Arbeiten, chronologisch nach den1980er, 90er und 2000er Jahren geordnet und auf drei Programme verteilt, explodierte Mattuschkas Alter Ego Mimi Minus auf der Leinwand wie es nur ein wahrer Avantgarde-Star kann. Tara Judah, fandor.com, 7. Mai 2014

 

[Mattuschkas] lebensbejahende, wilde Filme haben Oberhausen schon oft beglückt — mit ihrer zauberhaft-versponnenen Präsenz bei der Präsentation der Filme und auf der Leinwand selbst. Hans Schifferle, Süddeutsche Zeitung, 15. Mai 2014

 

Im Deutschen Wettbewerb gewann der Beitrag von Susann Maria Hempel Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen (2014). Der Film bebildert Interviews von Opfern unfassbaren Leids. Phantastisch, ungeheuer beklemmend und gleichzeitig kindlich-naiv. Wo sonst, wenn nicht hier, könnte man derart außergewöhnliche Kurzfilme sehen? Jennifer Borrmann, kino-zeit.de, 12. Mai 2014

 

Oberhausens Tradition als Festival der Dialektik und Verfechter genauer intellektueller Befragungen von Prozess, Ästhetik und Politik in seinen Programmdiskussionen und der Podium-Serie wurde in diesem Jahr mit der Einführung des Oberhausen Seminars auf eine neue Ebene gehoben. Aily Nash, The Brooklyn Rail, USA, 5. Juni 2014

 

Die so ironisch reflektierte Deterritorialisierung des kinematografischen Raums lässt sich leicht zurückbeziehen auf die immer schon über jede räumliche Trennungslinie erhabenen Dramaturgien der Filme selbst; umso mehr, wenn, wie in den Oberhausener Programmen, dokumentarische und fiktionale Absichten aufeinandertreffen, ebenso wie digitale und analoge Herstellungsweisen. Rainer Bellenbaum, camera austria, Österreich, Nr. 126, 2014