Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Profile

Suchy Pion © Wojiech Bakowski

Stellenbosched © Aryan Kaganof

Burning Palace © Mara Mattuschka

Aplankant Soliari © Deimantas Narkvevicius

Neben dem groß angelegten THEMA präsentieren die Kurzfilmtage immer wieder auch PROFILE von Autoren und Institutionen, die sich z.T. über Jahrzehnte hinweg mit der "kurzen" Form beschäftigt haben. 


Wojciech Bąkowski

 

Filmemacher, Künstler, Dichter und nicht zuletzt Musiker - gehört zu den bedeutendsten Künstlern der jüngeren Generation in Polen. Seine unspektakulären und unterkühlten Arbeiten hinterfragen, wie wir unsere Umgebung und unsere Beziehungen wahrnehmen und verstehen.

 

Zu seinen bekanntesten Werken gehört der Zyklus Filmy mówione, in denen direkt auf den Filmstreifen gemalte Bilder mit Gedankenfetzen, Redensarten hinterlegt sind - einem Strom von Gedanken und Visionen, vom Künstler selbst gesprochen. 2013 zeigten die Kurzfilmtage seinen Film Suchy Pion (2012) im Internationalen Wettbewerb.

 

Das Profil gibt einen Überblick über Bakowski Gesamtwerk und zeigt einige seiner neuesten Arbeiten.


Aryan Kaganof

 

"Aryan Kaganof ist ein Projekt der African Noise Foundation", so lautet Aryan Kaganofs offizielle Biografie. Dabei hat der südafrikanische Filmemacher, Autor, Dichter und Künstler mehr als 200 Filme aufzuweisen sowie überdies eine Reihe von Romanen und Gedichtbänden veröffentlicht. Er gilt als kritischer Provokateur und Unruhestifter, und dazu passen auch seine Themen: Drogen, Apartheid, Fetischismus, Kunst. Was in allen Arbeiten mitschwingt, ist die Reflektion über den Akt des Wahrnehmens.

 

Die Kurzfilmtage haben Kaganofs Filme mehrfach in ihren Programmen gezeigt (zuletzt Stellenbosched im Internationalen Wettbewerb 2013), nun stellen wir die erste umfangreiche Retrospektive seiner Arbeiten in Deutschland vor.


Mara Mattuschka

 
Mara Mattuschka gehört zur österreichischen Avantgardekultur, doch so lustig und lustvoll wie sie unterläuft niemand sonst sämtliche Genrekategorien.

 

Mattuschkas Arbeiten – wie Kugelkopf (1985) oder Unternehmen Arschmaschine (1997, mit Gabriele Szekatsch) – sind verführerische, zutiefst im Surrealismus verwurzelte Mixturen, in denen Bilder und Metaphern aus der (Populär-) Kultur verhackstückt und gegen die intendierte Bedeutung gelesen werden. In ihrer mit Legal Errorist (2005) beginnenden Serie von Tanzfilmen (gemeinsam mit Chris Haring) arbeitet sie häufig mit der kanadischen Tänzerin Stephanie Cumming zusammen.

 

Die Kurzfilmtage präsentierten eine Gesamt-Retrospektive ihres einzigartigen Werks.


Deimantas Narkevicius

 

Seit er Litauen auf der 49. Venedig-Biennale vertreten hat, gehört Deimantas Narkevicius zu den international bekanntesten Künstlern seines Landes. Seine Arbeiten wurden in Museen vom New Yorker MoMA bis zum Centre Pompidou ausgestellt; die Kurzfilmtage haben schon früh seine Filme gezeigt.

 

Narkevicius' großes Thema ist die subjektive Wahrnehmung von Geschichte. Er arbeitet oft mit historischen Archivaufnahmen, die er mit zeitgenössischem Material kombiniert: ob er das Scheitern der sozialistischen Utopien anhand der Elektrifizierung Litauens reflektiert (Energy Lithuania, 2000) oder das Niederreißen einer Lenin-Statue umkehrt, indem er den Film rückwärts laufen lässt (Once in the XX Century, 2004).