Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Seminar

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Zur zeitgenössischen künstlerischen Praxis bewegter Bilder

 

 

Ein neues Programmsegment der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen zusammen mit LUX (London) und dem Robert Flaherty Film Seminar (New York), das erstmalig während der 60. Internationalen Kurzfilmtage (1. bis 6. Mai 2014) stattfand.

 

Bei dem Seminar handelt es sich um einen experimentellen Kurs zur Untersuchung des bewegten Bildes in der zeitgenössischen Kunst im Rahmen eines renommierten internationalen Filmfestivals. Das von einem Kurator geleitete Seminar ist als Plattform für den Austausch zwischen Kunst und Kino gedacht. Leiter der ersten Ausgabe wird der Kurator, Filmemacher und Historiker Federico Windhausen sein. Das Seminar behandelt Themen, Fragen und kuratorische Voraussetzungen bei der Präsentation von Filmen und Video von Künstlern; den Mittelpunkt der einzelnen Veranstaltungen bilden jeweils die Vorführungen und Events eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals für das künstlerische Bewegtbild.

 

Bei jeder Veranstaltung werden internationale Akteure aus verschiedenen Bereichen – Künstler und Filmemacher, Kuratoren und Wissenschaftler, die mit bewegten Bildern arbeiten – über verschiedene Aspekte ihrer Arbeit sprechen, auch auf technischer und konzeptioneller Ebene. Darüber hinaus wird das Seminar den Teilnehmern reichlich Gelegenheit bieten, vom Austausch untereinander sowie mit den unterschiedlichsten internationalen Fachleuten zu profitieren. Das Seminar befasst sich auch mit Fragen der Filmprogrammierung, unter anderem mit den Möglichkeiten, durch die kuratorische Nebeneinanderstellung Verbindungen zwischen unterschiedlichen Stilen sichtbar zu machen. Umfassenderes Ziel ist die Betrachtung der beiden vitalen Arbeitsbereiche Filmemachen und Programmierung und ein besseres Verständnis der zahlreichen dynamischen Faktoren, die ein Festival ausmachen.

 

Das Seminar richtet sich an internationale Künstler und Filmemacher, Kuratoren und Wissenschaftler, die sich mit Bewegtbildern und insbesondere mit Film und Video von Künstlern als Teil ihrer aktuellen Praxis beschäftigen. Von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird eine aktive Beteiligung am Studienverlauf in Form offener Kritik und der Hinterfragung eigener Ideen und Ansätze erwartet. Bewerben können sich alle, die sich von dieser Kurzdarstellung angesprochen fühlen und gerne an dem Seminar teilnehmen möchten.

 

Die Seminargebühren beinhalten alle Seminarveranstaltungen sowie einen Festivalausweis, der zum freien Eintritt aller Filmvorführungen, Veranstaltungen und Diskussionen berechtigt, sowie Erfrischungen und Mittagessen an allen sechs Festivaltagen. Alle Veranstaltungen des Seminars finden auf Englisch statt. Es werden nur 30 Bewerber ausgewählt.

 

Das erste Seminar wird geleitet von dem Kurator, Filmemacher und Historiker Federico Windhausen. Er ist derzeit Assistant Professor für Film, Visual Studies, and Fine Arts am California College of the Arts. Er war Gastkurator am UnionDocs Center for Documentary Art, New York City, bei The Free Screen, beim Toronto International Film Festival und beim Pacific Film Archive, Berkeley, Kalifornien. Außerdem war er kuratorischer Berater für das Animasivo Animation Festival, Mexico City, und Semana del Filmexperimental, Buenos Aires. Zu seinen Forschungsgebieten gehören experimentelle Filmpraktiken in Film, Video und digitaler Kunst und der lateinamerikanische Film.

 

Das Oberhausen Seminar 2014 soll eine gründlichere Untersuchung zu einem thematischen Schwerpunkt einleiten: dem Fragment. Der Kurzfilm als Format wird häufig mit Widerstand gegen Vorstellungen textlicher Integrität und der Illusion nahtloser Kontinuität assoziiert, doch zeigt eine Untersuchung der fragmentierten Form auch eine Vielzahl von Zielsetzungen und Motivationen auf. In unseren Gesprächen mit Filmemachern, Kuratoren und Seminarteilnehmern werden wir der Frage nachgehen, wie sich unterschiedliche Arten der Fragmentierung innerhalb des Festivalprogramms manifestieren und wie ihre kulturellen Bedeutungen voneinander abweichen können. Das Seminar wird auch auf historische Entwicklungen eingehen, aus denen zeitgenössische Trends und Tendenzen hervorgegangen sind.

 

Das Thema des Seminars ist als Leitmotiv gedacht und zieht sich durch eine Reihe von Veranstaltungen, die dynamisch und flexibel auf Entwicklungen innerhalb des Festivals und auf die Interessen der Seminarteilnehmer eingehen. Eine zentrale Rolle im Seminar spielen Diskussionen über die jeweiligen Filme, häufig mit eingeladenen Filmemachern, ebenso wie die Untersuchung der Struktur des Festivals und seiner Programmierung.

 

Die Organisatoren

 

Die 1954 gegründeten Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen gehören zu den ältesten Kurzfilmfestivals der Welt und den wichtigsten internationalen Plattformen für den Kurzfilm. Oberhausen ist bekannt für seine hoch angesehenen Wettbewerbssektionen und seine umfassenden thematischen Programme. Darüber hinaus bietet das Festival seinem Publikum eine gut ausgestattete Video Library, betreibt einen nicht kommerziellen Kurzfilmverleih und besitzt ein Kurzfilmarchiv aus 60 Jahren Filmgeschichte.

 

LUX ist eine öffentliche Kunstagentur mit Sitz in London, die sich der Unterstützung und Förderung von Video- und Filmkunst durch Verleih, Ausstellung, Bildungsarbeit, Publikationen und Forschung verschrieben hat. LUX konzentriert sich vor allem auf das Bewegtbild in der bildenden Kunst – eine Definition, die Experimentalfilme, Videokunst, Installationen, Performances, autobiografische Dokumentarfilme, Essayfilme und Animationen einschließt sowie deren Kontext und kritischen Diskurs.

 

Das 1955 gegründete, jährlich stattfindende Robert Flaherty Film Seminar bietet Medienmachern, -nutzern, Lehrenden und Studierenden die Möglichkeit, sich mit dem Kern kreativen Schaffens auseinanderzusetzen und die Freiheit des unabhängigen Künstlers zu bestätigen sowie bekannte Grenzen zu überwinden und sich wieder der Herausforderung des Entdeckens zu stellen.

 

 

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum sowie dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main.