Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

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Preisträger

Die Mitglieder der Jury des Internationalen Wettbewerbs 2015

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer


Park Chan-Kyong, Filmemacher und Kurator (Mediacity Biennale a.o.), Seoul

Andréa Picard, Autor und Kurator (Wavelengths a.o.), Toronto

Marta Ponsa, Autor und Kurator (Jeu de Paume), Paris

Kati T. Kivinen, Autor und Kurator (KIASMA), Helsinki

George Clark, Autor und Kurator (Tate Modern), London


Großer Preis der Stadt Oberhausen, dotiert mit 8.000 Euro

Still aus Głos mojej duszy, Regie: Wojciech Bąkowski

Głos mojej duszy

(Sound of my soul)

Wojciech Bąkowski

Polen, 2014, 13', DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Wir verleihen den Großen Preis der Stadt Oberhausen an eine Arbeit, die die Beziehung zwischen Sprache und Bild hinterfragt, das Projekt Experimentalfilm und Post-Internet-Kunst erneuert und in scheinbaren Sackgassen Poesie findet. Es ist eine Arbeit von bemerkenswerter Ökonomie, Präzision und Witz, die ihren Reichtum aus einer großen Bandbreite von Bildern, Motiven, Texten und Musik bezieht, belebt durch eine ungewöhnliche Mischung und einzigartige Herangehensweise, die deren Poesie und hintergründigen Humor zeigen. Eine Arbeit über Technologie, der Intelligenz und Flexibilität mehr gelten als Hi-Tech-Ausrüstung und Stil. Eine sich selbst genügende persönliche und idiosynkratische Aussage von überraschender Präzision, von täuschender Bescheidenheit und Erfindungsgeist geprägt. Dieses Video entdeckt Schätze inmitten des Banalen und findet so eine fragmentierte, aber ganz und gar eigenständige Stimme, die sich aus der digitalen Ästhetik speist, die Mittler unseres Alltags und unserer Kommunikation ist.


Hauptpreis, dotiert mit 4.000 €

Still aus 32 + 4, Regie: Chan Hau Chun

32 + 4

(32 and 4)

Chan Hau Chun

China, 2014, 32', DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Die Jury vergibt den Hauptpreis an eine komplexe Familiengeschichte, die von einer jungen und vielversprechenden Filmemacherin drängend, intim und fantasievoll erzählt wird. Hier wird Filmemachen als Mittel der Intervention und Mediation genutzt, um ein Familienleben zu schildern. Dabei werden viele Schichten sichtbar, von dem Preis, der für das Leben inmitten kultureller Verdrängung gezahlt wird bis zu Generationskonflikten und vergessenen Geschichten. Angesichts des Fehlens von Kommunikation erfindet der Film eine diskursive Bildpraxis, um über unausgesprochene Erfahrungen zu sprechen. Ein Film voller enger Räume und enger Leben, der sehr persönlich Generationen von Frustration, Scham und Nicht-Kommunikation enthüllt. Eine Arbeit über das intensive Betrachten von Bildern, deren Selbstreflektion in den Dialogen eine scharfe Intelligenz offenbart, die nach Wegen sucht, sich mit unausgesprochenen und unsichtbaren Traumata auseinanderzusetzen und ihnen zu entrinnen.


e-flux-Preis, dotiert mit 3.000 €

Still aus Tiempo Aire, Regie: Bruno Varela

Tiempo Aire

(Air Time)

Bruno Varela

Mexiko, 2014, 30'30'', DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Wir vergeben den ersten e-flux-Preis an diesen Film in Würdigung seiner komplexen, vielschichtigen Erzählweise, und seiner innovativen Kombination persönlicher, sozialer und politischer Geschichte. Über alltägliche Gewalt und globale Zyklen der Brutalität muss gesprochen werden, aber auch über Geschichten von Familienleben und Durchhaltevermögen. Vor einem Hintergrund von Szenen des Widerstands zeigt der Film durch das Festhalten am Leben und gemeinsamen Aktivitäten, dass das Leben an sich widerstandsfähig und nicht leicht aufzuhalten ist. Diese Arbeit ist eher eine Erfahrung als ein Film, eine Arbeit, die nicht nur mit dem operiert, was gezeigt wird, sondern auch mit dem, was außerhalb des Bildrahmens liegt, und so die neuere Geschichte mit Hilfe von Bildern und Geschichten auslotet, die die Zeichen ihres Austauschs und ihrer Interpretation weitertragen und bloßlegen – ausgedrückt mit den wechselnden Technologien und Strukturen des bewegten Bildes.

 

 

 


Lobende Erwähnung der Internationalen Jury

Still aus The Last Mango Before the Monsoon, Regie: Payal Kapadia

The Last Mango Before the Monsoon

Payal Kapadia

Indien, 2014, 19', DCP, Farbe

 

Begründung:

Eine Lobende Erwähnung geht an Payal Kapadias The Last Mango Before the Monsoon für seine elegante Schilderung einer Verzauberung, die das Kurzfilmformat mit großer Sicherheit nutzt, um eine bleibende, elliptische Geschichte zu erzählen.


Lobende Erwähnung der Internationalen Jury

Still aus Nuvem Negra, Regie: Basil da Cunha

Nuvem Negra

Basil da Cunha

Schweiz, 2014, 18'30'', DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Eine Lobende Erwähnung geht an Basil da Cunhas Nuvem Negra für die Kraft seiner filmischen Schilderung, in der Tatsache und Fiktion verschmelzen und zwischen Mühsal und Hoffnung oszillieren.


Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Fabian Saavedra-Lara (Dortmund)
Maike Mia Höhne
(Berlin/Hamburg)
Ruth Schiffer
(Düsseldorf)
Mareike Wegener
(Köln)
Oliver Baumgarten
(Köln)


Erster Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 5.000 Euro

Still aus Blue and Red, Regie: Zhou Tao

Blue and Red

Zhou Tao

Spanien/Thailand, 25', DCP, Farbe

 

Begründung:

Gebannt schauen die Menschen auf Lichtquellen jenseits der Kadrage. Manche bleiben stehen, zeigend, winkend, andere sitzen auf dem Boden und verfolgen erwartungsvoll das uns Verborgene. Was sehen sie? Ein Konzert? Eine Werbetafel? Worauf warten sie? Was hat sie zusammengeführt?

In Zhou Taos fesselnder Arbeit Blue and Red zeigt sich die Stadt als Bühne, auf der sich die medialen Oberflächen eines Hyperkapitalismus ebenso effektvoll inszenieren wie der Widerstand gegen das herrschende System.

Zhou Tao vertraut ausnahmslos seinen ausdrucksstarken Bildern. Durch ihre kluge Montage erzeugt er ein hohes Maß an filmischer Spannung und analytischer Präzision.


Zweiter Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 3.000 €

Still aus Saigo no Tenshi, Regie: Ito Takashi

Saigo no Tenshi

(Letzter Engel)

Ito Takashi

Japan, 2014, 33', DCP, Farbe

 

Begründung:

Eine enge Wohnung; trostlose Seitenstraßen und Hinterhöfe. Menschen, die unter Einsamkeit und Isolation leiden. Engel, die versuchen, Verbindung aufzunehmen und scheitern.

Ito Takashi gelingt es meisterhaft, diese erzählerischen Motive in ein Bild des japanischen Alltags zu integrieren, der weitab liegt vom gängigen europäischen Darstellungsklischee. Pointierte Genre-Elemente, narrative Ton- und präzise Bildgestaltung: Ito Takashis ist punktgenau inszeniertes und konzentriert erzähltes Kino, das die Leinwand mit filmischer Perfektion und poetischem Zauber ausfüllt.


Jury der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI)

Carolin Weidner (Deutschland)

Martin Kaňuch (Slowakei)

Javier H. Estrada (Spanien)


Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

Still aus The Last Mango Before the Monsoon, Regie: Payal Kapadia

 

The Last Mango Before the Monsoon

Payal Kapadia

Indien, 2014, 19', DCP, Farbe

 

Begründung:

The Last Mango Before the Monsoon benötigt nicht viele Einstellungen, um von einem Kreislauf zu erzählen, der das Wesen des Einzelnen übersteigt. Dennoch ist auch er Teil von ihm. Ein junger Mann, der in den Wald geht – um zu sterben, und als Elefant wiedergeboren zu werden? Die Mutter, die sich an das Leibgericht des verstorbenen Ehemannes erinnert, das sie schon lange nicht mehr zubereitet hat. Der Monsun kommt, Träume und Wirklichkeit verwischen, das Geräusch beim Essen einer reifen Mango, der Wind in den Bäumen. Kapadias Bilder sind präzise und symbolhaft, lassen Raum für Sehsucht, Trauer, und auch ein Augenzwinkern. Sie sind zeitlos und universal, geruhsam und tief.


Ökumenische Jury 2015

gestiftet vom Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen und der Katholischen Filmarbeit in Deutschland

 

Franz Indra (Deutschland)

Théo Péporté (Luxemburg)

Theresia Merz (Österreich)

Eberhard Streier (Deutschland)


Preis der Ökumenischen Jury, dotiert mit 1.500 Euro

Still aus La pasión de Judas, Regie: David Pantaleón

La pasión de Judas

(The Passion of Judas)

David Pantaleón, Spanien, 2014, 10', DCP, Farbe

 

Begründung:

Der Film greift die lokale spanische Tradition auf, zu Ostern eine Judasfigur durch die Straßen zu fahren und zu verbrennen. Eine Gruppe von Menschen mit Handicap spielt dieses Ereignis nach.
Mit seiner Inszenierung wirft der Regisseur einen kritischen Blick auf ein religiöses Brauchtum und regt die Zuschauer dazu an über die ideologische Grundlage dieses Festes nachzudenken.


ZONTA-Preis für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb, dotiert mit 1.000 €

Still aus Das offenbare Geheimnis, Regie: Eva Könnemann

Das offenbare Geheimnis

(An Apparent Secret)

Eva Könnemann

Deutschland, 2015, 29', DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Der ZONTA-Preis 2015 geht an eine Filmemacherin, die aus dem Mangel an Produktionsmitteln eine eigenständige und neuartige künstlerische Form und Arbeitsweise entwickelt hat. Der Entstehungsprozess des Films wird zum fiktionalen Verfahren. Dies entwirft gleichzeitig einen neuen Typus und eine neue Position unabhängigen Filmemachens.


Deutsche Jury

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Frédéric Jaeger, Autor, Berlin

Senta Siewert, Filmwissenschaftlerin, Frankfurt am Main

Carolin Schmitz, Filmemacherin, Köln


Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs, dotiert mit 5.000 €

Still aus Schicht, Regie: Alex Gerbaulet

Schicht

Alex Gerbaulet

Deutschland, 2015, 28'30'', DCP, Farbe und s/w

 

Begründung:

Architektur, persönlicher Wohnraum, persönliche Geschichte, deutsche Geschichte, Geschichte einer Stadt, eine Stadt, die sich aus der Arbeit speist. Ein Herr putzt seinem Hund die Pfoten ab. Eine Frau liebt eine andere. Und der Mutter legt sie keine Blumen aufs Grab. Der Preis des deutschen Wettbewerbs geht an einen Film, der uns einen bewussten Umgang mit Geschichte und Geschichten aufdrängt. Wir waren in Salzgitter. Von Mikro zu Makro entsteht ein schwerer, schöner Klumpen. Er stammt von Alex Gerbaulet und heißt: Schicht. Wir werden ihn nicht mehr los.


3sat-Förderpreis, dotiert mit 2.500 Euro

Still aus An Ton Kaun, Regie: Susanne Steinmaßl

für einen Beitrag, der sich durch eine neue Sichtweise auszeichnet.

Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.

 

 

An Ton Kaun

Susanne Steinmaßl

Deutschland, 2014, 9'30'', DCP, s/w

 

Begründung:

 

Unsere Sinne sind wach, seine Affekte liegen blank. Die Verstärkung der Erfahrung wird zum synästhetischen Erlebnis: zwischen beglückendem Noise, erschreckendem Psychotronic und betörendem Schwarz-Weiß-Film. Das verdient den 3sat-Förderpreis. Er geht an Susanne Steinmaßl für An Ton Kaun.

 

 


Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

Still aus Colophon, Regie: Alexandre Koberidze

Colophon

Alexandre Koberidze

Deutschland, 2015, 22', DCP, Farbe

 

Begründung:

Eine lobende Erwähnung geht an einen Film, der nicht weiß, was verboten ist. Damit er das nicht lernt, loben wir ihn. Es ist: Colophon von Alexandre Koberidze. Sagen Sie es weiter.

 

 


Jury des NRW-Wettbewerbs

 

Andreas Heidenreich (Darmstadt)

Sylke Gottlebe (Dresden)

Florian Deterding (Düsseldorf)


Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der NRW.Bank

Still aus Ruhrurbia, Regie: Rainer Komers

Ruhrurbia

Rainer Komers

Deutschland, 2014, 30', DCP, Farbe

 

Begründung:

Präzise Einstellungen fügen sich fließend zu einem stimmigen Mosaik einer im Umbruch befindlichen Region zusammen. Mit Wärme, Sympathie und Respekt für die Protagonisten entwickelt der Regisseur in unverkennbarer Handschrift einen Heimatfilm der besonderen Art. Der Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs geht an Ruhrurbia von Rainer Komers.

 

 


Förderpreis des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 500 €, gestiftet von der NRW.Bank

Still aus Cachorro Loko, Regie: Igor Shin Moromisato

 

Cachorro Loko

Igor Shin Moromisato

Deutschland, 2014, 5'30'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Phantasievolle Bilder und eine stimmungsvolle Tonspur aus Musik und urbaner Geräuschkulisse machen in nur fünfeinhalb Minuten die sich aufbauende Anspannung von Menschen im Stau emotional nachvollziehbar. Ein energetischer Animationsfilm von großer visueller Kraft. Den NRW-Förderpreis erhält Cachorro Loko von Igor Shin Moromisato.


Lobende Erwähnung der Jury des NRW-Wettbewerbs

Still aus Lucky Speed, Regie: Nina Poppe

 

Lucky Speed

Nina Poppe

Deutschland, 2014, 11', DCP, Farbe

 

Begründung:

Mit beeindruckender Beobachtungsgabe und kontemplativer Ruhe zeigt der Film eine Welt in bedächtiger Routine, die letztlich in der Jagd nach Geschwindigkeit ihren Höhepunkt findet. Eine lobende Erwähnung geht an den Film Lucky Speed von Nina Poppe.


West ART-Zuschauerjury

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Jobst R. Hagedorn, Jörg Becker, Yasemin Utku, Ron Koster, Dirk D. Knickhoff, Petra Fuchs, Vojislav Garic, Celia Geiger, Jenny Krauser, Sarah Simon


Preis der West ART-Zuschauerjury, dotiert mit 750 €, gestiftet von West ART

Still aus Hausen, Regie: Quimu Casalprim

Hausen

Quimu Casalprim

Deutschland, 2014, 9'30'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Dem Film Hausen gelingt es in hervorragender Weise, ein Stimmungsbild zu transportieren, das nachhaltig berührt und innerhalb der Jury ein breitgefächertes Spektrum an Reaktionen hervorgerufen hat.

Der Film überzeugt durch den Spannungsbogen, der von archaischer Symbolik über nachdenkliche Melancholie bis hin zu tiefer Religiosität erzählt. Eine präzise emotionale Sicht auf die Lebenswelt einer Frau, die in ihrem spanischen Heimatdorf auf ihr Leben blickt.


In der Übertragung des zugrunde liegenden Gedichtes von Christoph Wenzel mit dem Titel „Im Nichts Hausen“ ist eine eigenständige Fassung entstanden, die die Grundstimmung überträgt, über eine filmische Gedicht- Interpretation jedoch weit hinausreicht.

 

 


Jury des Kinderfilmwettbewerbs

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Lina, Jessica Marie, Friederika, Leni Franziska, Jan 

 

 


Preis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, gestiftet vom Tiergehege Oberhausen, dotiert mit 1.000 €

Still aus Åka utför, Regie: Jonatan Etzler

Åka utför

(Klassenausflug)

Jonatan Etzler

Schweden, 2014, 14’30’’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Manchmal werden Kinder geärgert oder ausgeschlossen, nur weil ihre Eltern nicht so viel Geld haben und sie sich keine teuren Sachen leisten können. Um dazu zu gehören, macht man dann vielleicht Dinge, die einem danach Leid tun. Unser Gewinnerfilm zeigt, dass es unfair und gemein ist andere auszuschließen und dass man nicht immer die neuesten Sachen haben muss, um im Leben glücklich zu sein. Weil wir die Aussage des Films wichtig finden und er in schönen Bildern erzählt wurde vergeben wir den Preis an Åka utför von Jonatan Etzler.

 

 


evo-Förderpreis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

Still aus Losers - Een film over verlies, Regie: Arianne Hinz

Losers - Een film over verlies

(Losers – Ein Film über Verlust)

Arianne Hinz

Niederlande, 2014, 16’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Wenn man mal traurig ist, hat man das Gefühl, das Leben würde gar nicht weitergehen. Aber das stimmt nicht! Denn man muss immer nach vorne schauen, genau wie die Kinder in unserem Gewinnerfilm. Die drei erzählen in dieser Dokumentation ihre ganz persönlichen Geschichten, was wir sehr mutig finden. Außerdem hat uns gefallen, dass jeder von uns schon einmal etwas Ähnliches erlebt hat und wir uns deswegen gut in die Geschichten hineinversetzen konnten. Und weil er mit jeder der drei Geschichten ernster wird, kann man immer tiefer in den Film abtauchen. Wir vergeben den EVO Förderpreis an Losers von Arianne Hinz.

 

 


Lobende Erwähnung der Kinderjury

Still aus Oma, Regie: Karolien Raeymaekers

Oma

Karolien Raeymaekers

Belgien, 2014, 7’30’’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Unsere Lobende Erwähnung verleihen wir einem Film, den wir beim ersten Schauen richtig erschreckend und deswegen gar nicht so toll fanden. Als wir dann aber darüber nachgedacht und miteinander geredet haben, ist uns klar geworden, dass die Bilder genau richtig sind. Denn der Film erzählt von Trauer und Tod und das sind Themen, die einen beunruhigen können. Weil wir uns noch lange an diesen Film und seine ungewöhnlichen Bilder erinnern werden, verleihen wir unsere Lobende Erwähnung an Oma von Karolien Raeymaekers.

 

 


Jury des Jugendfilmwettbewerbs

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Michelle, Fabienne, David, Jiyan, Christiana Samantha


Preis der Jugendjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, gestiftet vom Aquapark Oberhausen, dotiert mit 1.000 €

Still aus Vestibular, Regie: Toti Loureiro, Ruy Prado

 

Vestibular

(Times of Competition)

Toti Loureiro, Ruy Prado

Brasilien, 2015, 22’, DCP, Farbe und s/w

 

Begründung:

Unsere Gesellschaft und auch das Leben von Jugendlichen sind heutzutage geprägt von Konkurrenzdenken und Leistungsdruck. Unser Gewinnerfilm findet für diese wichtigen Themen eindrucksvolle und intensive Bilder, in denen wir uns direkt wieder gefunden haben. Die tolle Kameraarbeit, die Auswahl der Musik, der gute Hauptdarsteller und die kluge Dramaturgie, durch die Einteilung in verschiedene Kapitel, haben uns sehr beeindruckt. Außerdem ist der Film weder zu lang noch zu kurz, sodass wir uns keine Minute gelangweilt, sondern ihn als sehr intensiv wahrgenommen haben. Weil er uns rundum  überzeugt hat, verleihen wir den Preis der Jugendjury an Vestibular von Toti Loureiro und Ruy Prado.


Lobende Erwähnung der Jugendjury

Still aus AlieNation, Regie: Laura Lehmus

AlieNation

Laura Lehmus

Deutschland, 2014, 6’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Unsere Lobende Erwähnung möchten wir einem Film aussprechen, in dem Jugendliche in ihrer eigenen, unverfälschten Art und Weise zu Wort kommen. Denn wer sollte besser davon erzählen können, dass die Pubertät eine anstrengende und schwierige Zeit ist, als Jugendliche selber? Der Film überrascht mit einer ungewöhnlichen und klugen Machart. Weil sie nicht erkannt werden können, trauen die interviewten Jugendlichen sich, frei zu sprechen. Gleichzeitig sind die Animationen so gut und unterschiedlich gemacht, dass sich jeder von uns in einem der Charaktere wieder erkennen kann. Weil er es auch noch schafft, nicht nur Jugendliche anzusprechen, sondern auch Erwachsene zum Lachen und Nachdenken zu bringen, sprechen wir unsere Lobende Erwähnung AlieNation von Laura Lehmus aus.


Ankaufempfehlung der Ökumenischen Jury

Still aus Tišina Mujo, Regie: Ursula Meier

Tišina Mujo

(Der stille Mujo)

Ursula Meier

Frankreich/Bosnien-Herzegowina/Schweiz, 2014, 11', DCP, Farbe

 

Begründung:

Der zehnjährige Mujo verschießt seinen Strafstoß, der Ball landet auf dem benachbarten Friedhof. Dort begegnet er einer Frau und es beginnt ein Gespräch über die Menschen, die beide in ihrem Leben verloren haben. Der Regisseurin gelingt es auf erstaunlich selbstverständliche Weise Vergangenheit und Gegenwart im heutigen Sarajewo, Religionen und Generationen mit ihren Widersprüchlichkeiten zu verbinden.


MuVi-Jury 2015

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Nathan Budzinski, Großbritannien

Antonin de Bemels, Belgien

Sandra Trostel, Deutschland


1. Preis des 17. MuVi Preises für das beste deutsche Musikvideo, dotiert mit 2.000 €

Klaus Lemke für Lost and Found (Mouse on Mars & Eric D. Clark), Deutschland 2014, 4'

 
Begründung:

Den mit 2.000 Euro dotierten Preis vergeben wir an Lost and Found von Mouse on Mars und Eric D. Clark, Regie Klaus Lemke. Unserer Ansicht nach steuert dieses Video mit Intelligenz und Ironie einen sicheren Kurs durch viele altbekannte und tief verwurzelte Probleme des Formats Musikvideo. Leider kann Klaus Lemke heute den Preis nicht persönlich entgegen nehmen, da er zur Zeit in München dreht für seinen nächsten Film, "Unterwäschelügen".


2. Preis des 17. MuVi-Preises für das beste deutsche Musikvideo, dotiert mit 1.000 €

Lior Shamriz für The Cultural Attaché / Tornado (Kreidler)

Deutschland 2015, 7'

 

Begründung:

Den mit 1.000 Euro dotierten Preis vergeben wir an The Cultural Attaché von Lior Shamriz mit „Tornado“ von Kreidler. Ebenso wie der Gewinner des ersten Preises ist dieses Video unserer Meinung nach ein interessanter Ansatz, ein paar der eher konventionellen bildlichen Ausdrucksformen im Musikvideo zu entkräften.


Der MuVi-Online Publikumspreis

Der MuVi-Online Publikumspreis wird von allen Internetnutzern, die ihre Stimmen auf www.muvipreis.de abgeben, ausgewählt (dotiert mit 500 €).

 

Till Nowak/Timo Schierhorn/UWE für Denken Sie Groß (Deichkind)

Deutschland 2015, 4'