Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Profile

Ito Takashi

 

Ito Takashi ist einer der wichtigsten Experimentalfilmer Japans. Seit seinem Debütfilm Noh (1977) hat Ito ein Œuvre von knapp 30 Filmen geschaffen, das visuell seinesgleichen sucht. Er arbeitet häufig mit Fotosequenzen, am berühmtesten wohl in dem legendären Spacy von 1981, einer Schwindel erregenden Achterbahnfahrt durch eine leere Turnhalle, die sich aus 700 Fotos zusammensetzt. Wie viele Filme Itos ist sie untermalt von einem Soundtrack von Inagaki Takashi. Ito Takashi erzählt keine Geschichten, sondern „verändert Alltagsszenen und zieht das Publikum (mich selbst) durch die Magie des Films in einen Strudel übernatürlicher Illusionen“. Mit seiner Ästhetik hat Ito insbesondere den japanischen Horrorfilm der 1990er Jahre stark beeinflusst. Wir präsentieren die erste europäische Werkschau Ito Takashis seit mehr als zehn Jahren.

 

1., 2. + 3. Mai


Erkka Nissinen

 

Der Filmemacher und Künstler Erkka Nissinen hat in wenig mehr als einer Dekade ein Œuvre geschaffen, dem nichts im Kino dieser Jahre gleicht: absurd, grotesk, bizarr, satirisch. Ob The Social Construction of Reality (2005) oder Material Conditions of Inner Spaces (2014; 2014 in Oberhausen), Nissinen tritt meist selbst in seinen Arbeiten auf und agiert den ganzen Wahnsinn einer Welt aus, die allzu sehr auf Konzepte und Formate vertraut.

 

3. Mai


William Raban

 

1975 wurde William Rabans Dreifachprojektion Diagonal (1973) erstmals in Oberhausen gezeigt. Nun kehrt sie als Teil eines dreiteiligen Programms zurück, das einen der führenden britischen Experimentalfilmemacher der Nachkriegszeit feiert. Rabans Arbeit reicht von Expanded Cinema und Dokumentarfilm bis zu Performances und Installationen und ist immer Ausdruck seines Strebens nach einem "reflexiven Kino" – einem Kino, das auf die Eigenwahrnehmung wirkt, das, in seinen Worten, "die Wahrnehmungs- und Denkfähigkeit herausfordert". Dieses Programm ist eine seltene Gelegenheit, wenig gezeigte frühe Zeitrafferfilme und neuere Dokumentarfilme zu sehen.

 

3., 4. + 5. Mai


Jennifer Reeder

 

Die in Chicago lebende Jennifer Reeder ist Filmemacherin, Künstlerin und feministische Provokateurin. Das Programm zeichnet ihre einzigartige Karriere nach, von der derb-respektlosen Serie White Trash Girl (1996–97) bis zu den intimen Untersuchungen von Identitäten und Beziehungen in ihren narrativen Arbeiten. Reeders Geschichten von Verletzungen und Widerstandskraft sind immer durchzogen von Popkultur-Verweisen. In ihren fremdartigen und doch vertrauten Welten erfasst und verschmilzt Reeder die Ängste und Unsicherheiten Jugendlicher und Erwachsener. Die Kurzfilmtage haben ihre Arbeiten oft gezeigt, zuletzt A Million Miles Away (2014).

 

1. + 2. Mai


Vipin Vijay

 

Das Kino des Inders Vipin Vijay entzieht sich gängigen Genrezuschreibungen – Experimentalfilm, Dokumentation, Essay, Fiktion werden in seinen Werken eins. Um Ströme von Bildern wie Gedankenflüssen, um Übergänge und Wandlungen geht es in seinen Filmen; um Tempelorakel (Kshurasyadhara, 2001) oder Toxikologie und Philosophie (Vishaparvam, 2012; 2013 in Oberhausen). Die Kurzfilmtage präsentieren die erste umfassende Schau seines Schaffens in Europa.

 

2. + 4. Mai