Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

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Preisträger

Die Mitglieder der Jury des Internationalen Wettbewerbs 2016

© Kurzfilmtage / D. Gasenzer


Andrés Denegri, Künstler und Kurator, Buenos Aires

Stella Händler, Produzentin und Filmemacherin, Basel

Marta Kuzma, Kuratorin und Autorin, Stockholm

Joanna Raczyńska, Filmemacherin und Kuratorin, Washington

Mika Taanila, Künstler und Filmemacher, Helsinki


Großer Preis der Stadt Oberhausen, dotiert mit 8.000 €

Venusia © Louise Carrin

Venusia

Louise Carrin

Schweiz, 2015, 34'11'', DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Ein Film, der durch einfache Mittel in einem einzigen Raum ein ganzes Universum schafft. Ein statisches Doppelporträt entfaltet sich zu einer dynamischen Landschaft der menschlichen Verfassung.


Hauptpreis, dotiert mit 4.000 €

Ang araw bago ang wakas © Lav Diaz

Ang araw bago ang wakas

(The day before the end)

Lav Diaz

Philippinen 2015, 16'18'', DCP, s/w

 

Begründung:

Der Hauptpreis geht an eine Arbeit von politischer Dringlichkeit. Das Werk eines Künstlers, der für seine mehrstündigen Arbeiten bekannt ist, ist dieser Kurzfilm gleichzeitig sorgfältig ausgearbeitet und kurz und bündig. In anderen Kontexten kanonische Texte erreichen uns in drängender Umgangssprache, als Ort der letzten Zuflucht.


e-flux-Preis, dotiert mit 3.000 €

Mains Propres © Louise Botkay

Mains propres

(Washed Hands)

Louise Botkay

Brasilien 2015, 8'33'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Ein formal einfacher, aber komplexer Film über das Filmen und Gefilmtwerden, der einen sehr verstörenden Effekt hat. Diese Arbeit bezieht ihre Kraft aus einem der grundlegenden Instrumente des Kinos: dem Bildrahmen.


Lobende Erwähnungen der Internationalen Jury

Centre of the Cyclone © Heather Trawick

20 July.2015 © Deimantas Narkevičius

Centre of the Cyclone

Heather Trawick

Kanada/USA 2015, 18'20'', 16 mm, Farbe

 

20 July.2015

Deimantas Narkevičius

Litauen 2016, 15'08'', 3D DCP, Farbe


Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

© Kurzfilmtage / D. Gasenzer

 

Peter Braatz (Ljubljana)

Christiane Heuwinkel (Wolfsburg/Bielefeld)

Maike Mia Höhne (Berlin/Hamburg)

Markus Lenz (Köln)

Ulrike Sprenger (Konstanz)


Erster Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 5.000 €

489 Years © Hayoun Kwon

489 Years

Hayoun Kwon

Frankreich 2016, 11'17'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Der Film 489 Years betritt die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea und führt den Zuschauer in einen Wald des Lebens und des Todes zugleich. Begleitet von der authentischen Erinnerung eines Grenzsoldaten öffnet der Film mittels fantastisch realisierter Bilder den Blick auf eine wahre, jedoch verborgene Realität unserer Welt. Sowohl von der Grausamkeit als auch von der Schönheit dieser Todeszone sehen wir nur Andeutungen. Dennoch macht der Film das Gefühl existentieller Ohnmacht und Angst in einem ständig verminten Raum körperlich greifbar. Die Perfektion in der Wiedergabe dieses Raumes wird durch die Vision der Zerstörung dieses Grenzgebietes noch überhöht! Falls Waffen Waffen zerstören und nicht Menschen löst sich die Angst in Hoffnung. Ein Film von großer Tiefe, brillanter Schönheit und gesellschaftlicher Bedeutung. Für heute und erst Recht für Morgen.


Zweiter Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 3.000 €

If It Was © Laure Prouvost

If It Was

Laure Prouvost

Großbritannien 2015, 8'52'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Den heiligen Hallen der Kunst assoziiert Prouvost eine durchweg vom Ort selbst und seiner Geschichte inspirierte Utopie. Der Zuschauer wird, gleich den Wellenreitern auf der Isar, mitgerissen in einen ganz persönlichen orgiastischen Raum. If It Was formuliert ein radikales Plädoyer für mehr Natürlichkeit und Relevanz in einer von Historie und Kommerz eingemauerten Kunstwelt.


Jury der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI)

 

Peter Kremski, Deutschland
Tina Poglajen, Slowenien
Shy K. Segev, Israel


Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

If It Was © Laure Prouvost

If It Was

Laure Prouvost

Großbritannien 2015, 8'52'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Die FIPRESCI-Jury verleiht den Internationalen Kritikerpreis an den britischen Film If It Was von Laure Prouvost für die beeindruckende kinematographische Adaption einer gegenwärtig populären Gestaltungsweise im Internet für die große Leinwand, wobei er diese vergleichsweise profane Gestaltungsweise ins Poetische überhöht und mit einer in die Tiefe gehenden essayistischen Reflexion über die Freiheit der Kunst verbindet. In einem gewagten Spiel mit Bildern und Sprache und mit einem verführerischen subversiven Charme zeigt Laure Prouvosts multi-medial inspirierter Film in ästhetisch komplexer Weise auf, dass Kunst keine Grenzen kennt. Mit unverkennbar eigenem Stil und einer erstaunlichen Leichthändigkeit gelingt es Laure Prouvost dabei, das Publikum intellektuell und emotional für sich zu gewinnen.


Ökumenische Jury 2016

gestiftet vom Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen und der Katholischen Filmarbeit in Deutschland
 

 

Christian Murer (Urdorf)

Dagmar Petrick (Halle/Saale)

Thomas Schüpbach (Zürich)

Eberhard Streier (Essen)


Preis der Ökumenischen Jury, dotiert mit 1.500 €

489 Years © Hayoun Kwon

489 Years

Hayoun Kwon

Frankreich 2016, 11'17'', DCP, Farbe

 

Begründung:

In seinen Erinnerungen nimmt uns ein Soldat mit auf eine Exkursion in das demilitarisierte Grenzgebiet zwischen Süd- und Nordkorea. Aus seiner Perspektive erleben wir in fesselnden computeranimierten Bildfolgen den gefährlichen Weg durch ein vermintes Paradies. Hier liegen Schönheit und Schrecken nahe beieinander, was uns die Ambivalenz äußerer sowie innerer Grenzen neu bewusst werden lässt.


ZONTA-Preis für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb, dotiert mit 1.000 €

Eleganssi © Virpi Suutari

Eleganssi (Elegance)

Virpi Suutari

Finnland 2015, 25'42'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Die Filmemacherin portraitiert eine geschlossene Gesellschaft von Männern mit alten Traditionen, raffinierten Gebräuchen und strengen Wertvorstellungen. Die Eleganz des Films erlaubt ungesehene Einblicke in die patriarchale Welt der Wirtschaftselite.


Deutsche Jury

© Kurzfilmtage / D. Gasenzer

 

Athanasios Karanikolas (Berlin)

Doris Kuhn (München)

Florian Keller (Winterthur)


Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs, dotiert mit 5.000 €

SHE WHOSE BLOOD IS CLOTTING IN MY UNDERWEAR © Vika Kirchenbauer

SHE WHOSE BLOOD IS CLOTTING IN MY UNDERWEAR

Vika Kirchenbauer

Germany, 2016, 3'24'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Dieser Film ist laut und intim. Er ist brutal und zärtlich. Ein theoretisch durchdachtes, ungemein sinnliches Konzeptvideo. Wir zeichnen einen Film aus, der die Gewalt der Lust nicht einfach vorführt, sondern gerade in der experimentellen Verfremdung fömlich auf das Publikum überträgt - eine Auseinandersetung über Identität, die uns ganz unmittelbar in ihrer Körperlichkeit getroffen hat.

 

 


3sat-Förderpreis, dotiert mit 2.500 Euro

Telefon Santrali © Sarah Drath

Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.  

 

Telefon Santrali

Sarah Drath

Germany, 2016, 7'38'', DCP, Farbe  

 

Begründung:

Ein Raum, der wie eine Schaltstelle funktioniert: zwischen früher und jetzt, zwischen Fortschritt und Rückschritt. Wir zeichnen einen Film aus, der mit sparsamen Mitteln glamouröse Bilder schafft. Und eine Regisseurin, die das ihr fremde Land nicht aus einer bequemen Aussensicht beleuchtet, sondern aus seiner Geschichte. Frei von Exotismus, doppelbödig im politischen Kommentar. Und sogar das Internet schaut für einen Witz vorbei.   


Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

Sites © Volker Schreiner

 

Sites

Volker Schreiner

Germany, 2015, 8'26", DCP, Farbe

 

Begründung:  

Ein toller Film, weil er uns zeigt, dass man die Orientierung im Dunkeln finden kann, in Kunst und Natur und zwischen verrutschten Perspektiven. Selbst wenn er vorbei ist, hat er noch eine Überraschung parat: Er besteht aus Found Footage.    


© Kurzfilmtage / D. Gasenzer

Jury des NRW-Wettbewerbs 

 

Andreas Heidenreich, Kurator, Darmstadt

Sylke Gottlebe, Kuratorin, Dresden

Florian Deterding, Kinobetreiber, Düsseldorf


Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der NRW.Bank

Ocean Hill Drive © Miriam Gossing/Lina Sieckmann

 

Ocean Hill Drive

Miriam Gossing/Lina Sieckmann

Deutschland 2016, 20'49"

 

Begründung:

Atmosphärisch dicht entwickelt der Film einen Sog, der die Spannung zwischen Surrealistischem und Dokumentarischem hält. Die Filmemacherinnen vertrauen dabei der Aussagekraft ihrer Bilder, die eine feinsinnige Verbindung mit der Tonebene eingehen. Beeindruckt von der Konsequenz, mir der Miriam Gossing und Lina Sieckmann ihre künstlerische Handschrift weiterentwickelt haben, vergibt die Juryden Preis für den besten Beitrag im NRW-Wettbewerb an den Film Ocean Hill Drive.

 

 


Förderpreis des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 500 €, gestiftet von der NRW.Bank

Das Leben ist hart © Simon Schnellmann

 

Das Leben ist hart

(Live Is Rugged)

Simon Schnellmann

Germany 2015, 3', DCP, s/w 

 

Begründung:

Kein Strich zu viel, keine Pointe zu wenig - minimalistisch und voller Ideenreichtum inszeniert der Filmemacher auf den Punkt.


West ART-Zuschauerjury

© Kurzfilmtage / D. Gasenzer

Barbara Döpp, Birte Flötgen, Veronika Kracke, Sandra Anni Lang, Philipp Peißen, Britta Schrimpf, Robert Seiffert, Ulrich Spamer


Preis der West ART-Zuschauerjury, dotiert mit 750 €, gestiftet von West ART

Ein Aus Weg © Simon Steinhorst/Hannah Lotte Stragholz

 

Ein Aus Weg

Simon Steinhorst/Hannah Lotte Stragholz

Germany 2016, 16'39, DCP, Farbe

 

Begründung:

Er langweilt nie. Er ist spannend. Er ist lebensnah. Er ist echt. Und er ist vielfältig in seinen filmischen Mitteln. Damit erfüllt er alle Ansprüche, die wir an einen Film legen, damit er uns fesselt und hineinzieht und abtauchen lässt in eine uns unbekannte, neue Welt.

Der animierte Dokumentarfilm Ein Aus Weg von Simon Steinhorst und Hannah Lotte Stragholz bringt uns in 20 Minuten den jungen Inhaftierten Alex K. ganz nah, der sich in Interviewsden Fragen des Autoren und Seelsorgers Max Prosts über den Sinn des Lebens stellt. Wir hören gebannt seinen Erzählungen zu - über ein kleinkriminelles Leben zwischen Strafgefangenschaft und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Normalität und Diebstahl, Liebe und Drogen. Während Alex K. dezent hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, berichtet der um Dialog bemühte Kriminalhauptkommissar Werner B. nüchtern über die Justiz in Deutschland und seinen polizeilichen Alltag. Seine Prognose für Alex' Zukunft: in spätestens neun Monaten wird er wieder straffällig. Darauf wettet er ein Eis.

Von Hand animierte, farbige Bilder, Montage, Sounddesign, Musik, Drehbuch und die authentische Geschichte des Alex K. - wir, die West ART-Zuschauerjury, loben die stimmige, gelungene und fesselnde Komposition der unterschiedlichen Spielebenen und vergeben des West ART-Preis an Ein Aus Weg. Und wir freuen uns, dass Kriminalhauptkommissar Werner B. seine Wette mittlerweile verloren hat.


Jury des Kinderfilmwettbewerbs

© Kurzfilmtage / D. Gasenzer

Aleyna Aydin, Allan Burfeind, Emre Gökulu, Nailany Weimer, Henrike Wilhelm


Preis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, gestiftet von beckerfrance, dotiert mit 1.000 €

Hugo Bumfeldt © Éva Katinka Bognár

Hugo Bumfeldt

Éva Katinka Bognár

Ungarn, 2015, 12'02'', DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Zu entscheiden, wer den  Preis des 39. internationalen Kinderfilmwettbewerbs bekommt, fiel uns zwar schwer – aber doch waren wir von einem Film von Anfang an überzeugt. Er erzählt von Freundschaft, Heimweh und Trauer. Und von Aliens, die Taucher statt Goldfischen hüten.

Die Figuren sind bunt und ungewöhnlich, die Geschichte spannend, witzig und berührend zugleich, auch Ton und Musik werden super eingesetzt. Außerdem denkt man durch den Film darüber nach, wie man mit anderen Lebewesen umgeht. Ausgezeichnet wird der Film Hugo Bumfeldt von Éva Katinka Bognár.

 

 


evo-Förderpreis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

Novembre © Marjolaine Perreten

Novembre (November)

Marjolaine Perreten

Frankreich/Schweitz, 2015, 4', DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Den EVO-Förderpreis vergeben wir an einen Film, der bestimmt jedem Zuschauer ein kleines oder größeres Lächeln ins Gesicht zaubert. Er ist schlicht, aber sehr schön animiert. Die Farben und Formen machen eine ganz besondere Stimmung, die grauen Himmel und Regen so wirken lassen, als ginge er ja doch wieder vorbei. Und das stimmt ja auch – und bis dahin muss man sich gegenseitig helfen und die dicken Tropfen nicht so schwer nehmen.


Lobende Erwähnung der Kinderjury

Boy-Razor © Peter Pontikis

Boy-Razor

Peter Pontikis

Schweden, 2015, 11'27", DCP, Farbe

 

Begründung:

Die lobende Erwähnung sprechen wir einem Film aus, der uns von der ersten Sekunde an gefesselt hat. Die spannende Geschichte und die jungen Schauspieler sind einfach toll. Besonderen Spaß haben uns die Farben und die actionreiche Kameraführung gemacht. Auch wenn es am Ende alles gut geht, zeigt dieser Film, dass wütende Entscheidungen aus dem Bauch heraus selten die sind, die sich gut anfühlen.


Gast-Kinderjury des International Children's Film Festival Filem'On in Brussels

© Kurzfilmtage / D. Gasenzer

Nicholas Biernath, Marie Møller, Franziska Stierle, Samuel Zickgraf


Preis der Gast-Kinderjury des International Children's Film Festival Filem‘On in Brussels

Bounce © Rory Lowe/ D.C. Barclay

Bounce

Rory Lowe / D.C. Barclay

Great Britain, 2015, 10'19", DCP, Farbe


Jury des Jugendfilmwettbewerbs

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

Michelle Schlottmann, Fabienne Poerschke, David Heckeley, Jiyan Aycicek, Christiana Samantha Golombek


Preis der Jugendjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, gestiftet vom Aquapark Oberhausen, dotiert mit 1.000 €

Viaduc © Patrice Laliberté

 

Viaduc (Overpass)

Patrice Laliberté

Kanada 2016, 18’48’’, DCP, Farbe

 

Begründung:

 

Der Preis des internationalen Jugendfilmwettbewerbs geht an einen Film, der gleichermaßen spannend und tiefgründig ist. Der Einsatz der Musik sowie die Kameraarbeit haben uns beeindruckt, da sie packende Szenen zu echten Höhepunkten steigern. Der Film regt dazu an, hinter die Fassade von Handlungen und Haltungen zu blicken und Vorverurteilungen zu hinterfragen. Besonders hervorheben wollen wir die Bandbreite an Themen, die der Film aufgreift: Familie und Verlust, Sprachlosigkeit. Jeder Bruch kann als Möglichkeit verstanden werden eine Brücke zu schlagen scheint eine der Botschaften zu sein. Intime familiäre Beziehungen werden in Kontext gesetzt zu politischen Aspekten wie Krieg und Patriotismus.


Lobende Erwähnung der Jugendjury

Pieniä kömpelöitä hellyydenosoituksia © Miia Tervo

Pieniä kömpelöitä hellyydenosoituksia

(Clumsy Little Acts of Tenderness)

Miia Tervo

Finnland 2015, 8’56’’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Die lobende Erwähnung des internationalen Jugendfilmwettbewerbs wollen wir einem Film aussprechen, der uns mit seinem Charme und Witz überzeugt hat. Peinlichkeiten und Missverständnisse, die in einer Tochter-Vater-Beziehung vorkommen, werden mit einer solchen Ironie und Überspitzung dargestellt, dass sie alle Altersklassen in den Bann ziehen, ohne den Ernst dieses Geschlechter- und Generationenverhältnisses zu vernachlässigen.


Ankaufempfehlung der Ökumenischen Jury

Viaduc © Patrice Laliberté

 

Viaduc (Overpass)

Patrice Laliberté

Kanada 2016, 18’48’’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Der 17jährige Mathieu unternimmt eines nachts eine waghalsige Aktion, um ein Graffiti an eine Autobahnbrücke zu sprayen. Erst am Schluss eines spannungsgeladenen Films, der auf vielfältige Art und Weise Lebenswelten von Jugendlichen aufzeigt, erschließt sich die Motivation seines Handelns. Dadurch regt Viaduc an, eigene Vorurteile und oberflächliche Betrachtungsweisen zu hinterfragen. 


MuVi-Jury 2016

@ Kurzfilmtage / D. Gasenzer

Frank Dommert, Deutschland

Michael Fakesch, Deutschland

Hannah Pilarczyk, Deutschland


1. Preis dotiert mit 2.000 €

All Day (Drunken Masters feat. Tropkillaz) © Andreas Hofstetter

 

Andreas Hofstetter für All Day (Drunken Masters feat. Tropkillaz)

Deutschland 2015, 4'01''

 

Begründung:

Das Video, das wir mit dem ersten Preis auszeichnen möchten, haben wir als Jury mittlerweile ein halbes Dutzend Mal gesehen – und würden es mit Vergnügen noch ein weiteres Dutzend Mal sehen, so viele Ideen und Details sind enthalten in All Day von Andreas Hofstetter für Drunken Masters feat. Tropkillaz.

 

Mit der tollen Protagonistin träumen wir uns in eine Bilderwelt hinein, die sowohl überfordert und abstößt als auch rasend Spaß macht (also ziemlich genau wie das Internet selbst ist). Technisch ist das auf höchstem Niveau – auch in seiner Genauigkeit, mit der Impulse aus der Musik aufgenommen und visuell umgesetzt werden. Eine Qualität, die wir übrigens bei vielen anderen Videos vermisst haben. Bei All Day türmen sich Musik und Bilder aufeinander und münden in einem Overkill, der uns riesigen Spaß gemacht hat.


2. Preis dotiert mit 1.000 Euro

Organ Movement (Elmer Kussiac) © Guillaume Cailleau

 

 

Guillaume Cailleau für Organ Movement (Elmer Kussiac)

Deutschland 2016, 11'35''

 

 

Begründung:

Den zweiten Preis möchten wir einer Arbeit verleihen, die uns musikalisch umstandslos überzeugt hat und gleichzeitig wunderbar in den künstlerischen Rahmen passt, den die Kurzfilmtage jedes Jahr aufs Neue abstecken. Guillaume Cailleaus Video zu Organ Movement von Elmer Kussiac nimmt das Spiel der Band mit den Übergängen vom Analogen zum Digitalen auf und findet mit seiner Manipulation von Filmmaterial verblüffende Parallelen zwischen akustischer und visueller Stofflichkeit.


Lobende Erwähnungen

Perry (Aloa Input) © Susanne Steinmaßl

If I Were a Sneaker (Die Goldenen Zitronen) © Katharina Duve, Ted Gaier, Schorsch Kamerun, Timo Schierhorn

 

Susanne Steinmaßl für Perry (Aloa Input)

Deutschland 2016, 3 Min. 25 Sek.  

 

Katharina Duve, Ted Gaier, Schorsch Kamerun und Timo Schierhorn für If I Were a Sneaker (Die Goldenen Zitronen)

Deutschland 2015, 5 Min. 23 Sek.

 

Wir möchten zwei Videos lobend erwähnen, die für uns die qualitative Vielfalt des Wettbewerbs verdeutlichen:

Da wäre zum einen Susanne Steinmaßl, die mit ihrer Arbeit zum Song Perry von Aloa Input eine visuell grandiose Marschroute einschlägt, auf der wir ihr sehr gern gefolgt sind.

Nicht in die eine Richtung geht es bei Katharina Duve, Ted Gaier, Schorsch Kamerun und Timo Schierhorn. Im Gegenteil: In If I Were a Sneaker mischen sie die Bilderwelten zur Flüchtlingsfrage kräftig auf – das Video, über das wir am meisten diskutiert haben.

 


Der MuVi-Online Publikumspreis

Boogieman (Olli Schulz) © Jan Bonny

ermittelt durch Abstimmung im Internet und dotiert mit 500 Euro, gesponsert von fayteq. 

 

Jan Bonny für Boogieman (Olli Schulz)

Deutschland 2015, 7'40''