Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Preisträger

Preisträger des großen Preises der Stadt Oberhausen
Deimantas Narkevičius © Kurzfilmtage/Daniel Gasenzer

Großer Preis der Stadt Oberhausen, dotiert mit 8.000 €

 

Dėmės ir įbrėžimai (Flecken und Kratzer)

Deimantas Narkevičius

Litauen 2017, 7 Min. 51 Sek., 3D, s/w

 

Begründung:

Eine stereoskopische und skulpturale Illusion dekonstruiert Ton und Bild, An- und Abwesenheit, und erweitert so die Projektionsfläche. Dieser Film ist eine einzigartige Erkundung dessen, was die Kinoerfahrung sein kann, und ist gleichzeitig eine brillante Antwort auf das Themenprogramm „Abschied vom Kino“ der diesjährigen Kurzfilmtage.

© Deimantas Narkevičius



 

Hauptpreis, dotiert mit 4.000 €

 

Hirografo (Manuskript)

Eva Stefani

Griechenland 2017, 11 Min. 56 Sek., Farbe/sw

 

Begründung:

Eine ziellose Fahrt durch Athen verdichtet sich zu einer einzigartigen und atmosphärischen Vision der Stadt. Diese zeitgenössische Fabel findet einen einzigartigen Weg, Archivmaterial und subtilen poetischen Witz zu verbinden.

Hirografo © Eva Stefani

 

 


 

e-flux-Preis, dotiert mit 3.000 €

 

Gimny Moskovii (Die Hymnen Moskaus)

Dimitri Venkov

Russland 2017, 14 Min. 24 Sek., Farbe

 

Begründung:

Der ästhetische Ansatz dieses Films stellt Geschichte und Raum auf den Kopf, um eine Vision einer Metropole zu schaffen, die visuell und akustisch nicht nur spektakulär, sondern wahrlich intergalaktisch ist.

Gimny Moskovii © Dimitri Venkov



 

Lobende Erwähnungen der Internationalen Jury

 

The Lost Head & The Bird

Sohrab Hura

Indien 2018, 10 Min. 12 Sek., Farbe

 

Begründung:

Ein scharfer Kommentar zu Gesellschaft und Gender-Politik heute, markiert dieser verblüffend kreative Film das Erscheinen eines aufregenden neuen Filmtalents.

 

Creature Companion

Melika Bass

USA 2018, 31 Min., Farbe

 

Begründung:

Der häusliche Raum, seine Intimität wie seine Gewalt, ist zu einem der drängendsten politischen Themen unserer Zeit geworden. Andererseits war er für das Kino in allen Genres schon immer eine Inspirationsquelle. Dieser Film kombiniert Ästhetik und Politik durch eine Choreografie der Disziplinlosigkeit und Auflehnung.

 

mais triste que chuva num recreio de colégio (trauriger als pause an einem regentag)

Lobo Mauro

Brasilien 2018, 14 Min. 2 Sek., Farbe

 

Begründung:

Es ist nicht leicht, Menschen aus anderen Ländern die Komplexität der politischen Situation in Brasilien nach einem Staatsstreich zu erklären. Glücklicherweise haben wir das Kino, wir haben Filme, die mehr sagen können als alle Worte. Manchmal glauben wir, dass wir auf ein besseres Land hoffen können, auf eine bessere Welt mit weniger Ungleichheit, mehr Chancen für alle, aber dann verlieren wir sieben zu eins. So ist das Leben, und es ist schwer, hier ein Happy End zu sehen.

The Lost Head & The Bird © Sohrab Hura

Creature Companion © Melika Bass


Jury des Internationalen Wettbewerbs 2018

 

Katie Davies, Bristol

Kristy Matheson, Melbourne

Petar Milat, Zagreb

Daniel Queiroz, Belo Horizonte

Timo Soppela, Helsinki


 

Erster Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 5.000 €

 

The Lost Head & The Bird

Sohrab Hura

Indien 2018, 10 Min. 12 Sek., Farbe

 

Begründung:

Aus der Erzählung eines obskuren Märchens entwickelt unser Gewinnerfilm einen Schleudergang der Eindrücke. Vom Filmemacher produzierte Bilddokumente und Fundstücke aus der inflationären Bildproduktion der Sozialen Medien erzeugen durch ihre beschleunigende Montage einen Vortex der Widersprüche und Abgründe. Durch die Gleichzeitigkeit von Tradition und Trash, Schönheit und Zerfall gelingt dem Regisseur Sohrab Hura eine faszinierend verdichtete und explosive Zustandsbeschreibung vom heutigen Indien.

The Lost Head & The Bird © Sohrab Hura



 

Zweiter Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 3.000 €

 

Um filme para Ehuana (Ein Film für Ehuana)

Louise Botkay

Brasilien 2018, 26 Min. Farbe

 

Begründung:

Der 2. Preis des Landes NRW geht an die Beschreibung einer Utopie, eines Arkadischen Raums, wo das Leben sorglos ist. An die Schilderung einer intakten Gemeinschaft, in die wir uns romantisierend zurücksehnen. Die filmethnografische Beobachtung der Yanomami ist Projektionsfläche für unsere Sehnsucht nach einer heilen Welt, die vom Verschwinden bedroht ist. A Film for Ehuana der Regisseurin Louise Botkay kratzt am Kokon unserer Moralwellness, in dem wir uns eingesponnen haben

Um filme para Ehuana © Louise Botkay



 

Lobende Erwähnungen der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Saladdin Castique

Anssi Kasitonni

Finnland 2018, 5 Min. 40 Sek., Farbe

 

Begründung:

Nonsense macht Sense! Wenn die Theorie versagt, kommt der Quatsch zu seinem Recht. In diesem Sinne würdigen wir mit einer lobenden Erwähnung ein märchenhaftes Schelmenstück, das ganz im dadaistischen Sinne Spaß macht und sonst nix.

Saladdin Castique © Anssi Kasitonni


 

Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen  

 

Bernd Brehmer, München

Ruth Schiffer, Düsseldorf

Trini Trimpop, Düsseldorf

Mareike Wegener, Köln


 

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

 

Gimny Moskovii

(Die Hymnen Moskaus)

Dimitri Venkov

Russland 2017, 14 Min. 24 Sek., Farbe

 

Begründung:

Manchmal reicht ein Perspektivwechsel, um die Welt auf den Kopf zu stellen. Eine hypnotisierende Filmerfahrung, die ohne Plot, Protagonisten oder Dialoge mehr erzählt, als es zunächst scheint.

Gimny Moskovii © Dimitri Venkov



 

Jury der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI)

 

Ricardo Brunn, Deutschland

Irena Kotelovich, Weißrussland

Paul Landriau, Kanada


 

Preis der Ökumenischen Jury, dotiert mit 1.500 €

 

Magnificent Obsession

Zhong Su

China 2018, 25 Min. 55 Sek., Farbe und s/w

 

Begründung:

Es ist eine der Formulierungen der politischen und gesellschaftlichen Gestaltungsfragen unserer Zeit: jene nach dem Verhältnis des Einzelnen und der Gemeinschaft und Gesellschaft und wie der Einzelne in deren Wirklichkeit leben kann. Das Kunstwerk von Zhong Su erzählt sie anhand des zeitgenössischen China als Suche des Einzelnen nach Erkenntnis und Transzendenz, indem es die ihm vorgegebene Wirklichkeit mit einem Kaleidoskop dreier synoptischer Perspektiven entfaltet. Es beginnt als „Landschaft“ der Gegenwart und der technischen, sozialen, sozialistisch kapitalistischen Wirklichkeit als Unterwasserwelt. Es setz sich fort in den „Leidenschaften“, die von gesellschaftlichen Sehnsüchten, Zielen und Dogmen erzählen, ehe die „Geschichte“ die Gemeinschaft durch die Zeiten und deren Zusammenhang in weitere wirkmächtige Bilder fasst. Verwoben sind beide, Gesellschaft und die einzelne Person, in ihrer inneren Bestimmung durch die großen, großartigen Obsessionen, die sie treiben. Als viertes Kapitel schließt Zhong Su mit der Deutung dieser Wirklichkeit unter dem Titel „Adaption“: formal basiert sie auf dem „Sandbuch“ von J.L. Borges, doch ebenso sehr bezieht sich sein Titel auf das Leben des Einzelnen in der Auseinandersetzung, Anpassung, Umarbeitung der ihm vorgegebenen Wirklichkeit durch die Suche nach deren Übersteigen. So findet er seine Obsession nicht in den überkommenen Schriftensammlungen, sondern in der unendlichen Kostbarkeit ihm neu begegnender Heiliger Schriften. Seine obsessive Suche nach Erfahrung seiner selbst in einer über die vorgegebene hinausweisenden Wirklichkeit wird zur mystischen Versenkung, in der ihm die Selbsterkenntnis begegnet. Doch führt sie ihn nicht über sich hinaus: In der obsessiven Selbsterkenntnis bleibt er sich selbst unentrinnbar. En episches Kurzfilmkunstwerk.

Magnificent Obsession © Zhong Su


 

Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury

 

Erh Hao Chiu Yi

(Auf der Warteliste)

Wu Hung Yi

Taiwan 2017, 26 Min. 35 Sek., Farbe

 

Begründung:

Der nie endende Weg des Erwachsenwerdens bedeutet, sich selbst zu entfalten. Der Warteraum des Lebens ist erfüllt von der Absicht, über sich selbst hinaus zu wachsen und in der Realität, mit den eigenen Limitierungen leben zu lernen – weder zu schaffen noch auszuhalten ohne die Erfahrung der Freundschaft als Vergleich, Stütze oder Quelle des Unglücklichseins. Erh Hao Chiu Yi ist ein intensives und gelungenes Portrait der Herausforderungen von Freundschaft, Zusammenhalt, Miteinander, Vergleich, Ehrgeiz, Mediokritäten und Talenten zweier junger Frauen auf diesem Weg.

 

 

Caterpillarplasty

David Barlow-Krelina

Kanada 2017, 5 Min. 20 Sek., Farbe

 

Begründung:

Die Ver-Äußerung des Menschen meint so sehr den Verlust des Inneren wie billige Preisgabe der Individualität des Menschen. Der Zwang zur Selbstoptimierung unserer Zeit äußert sich deshalb in einem Zwang zur Perfektionierung als Standardisierung eines Schönheitsversprechens. Sie suggerieren sich in der Entpuppung ihrer eigentlichen Schönheit, doch ihre Schönheit verkommt so nur noch zur entpersönlichten glitschigen Glätte einer Selbstpersiflage. Caterpillarplasty ist in seiner meisterhaften Form wie seiner Intention ein düsteres, nasses, so faszinierendes wie glitschiges Hochglanzportrait dieser vorgeblichen Schönheit.

Erh Hao Chiu Yi © Wu Hung Yi

Caterpillarplasty © David Barlow-Krelina


 

Ökumenische Jury

gestiftet vom Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen und der Katholischen Filmarbeit in Deutschland

 

Alexander Bothe, Deutschland

Gudrun Hohenberger ,Österreich

Markus Manzer, Deutschland

Christian Murer, Schweiz

 

 


 

ZONTA-Preis für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb, dotiert mit 1.000 €

 

Tsuchi no hito – 2017 gekijyoban (Lehmmensch – 2017 Film Ver.)

Yamashiro Chikako

Japan 2017, 26 Min., Farbe

 

Begründung:

Die Filmemacherin setzt sich bildgewaltig und sinnlich mit Krieg und seinen traumatischen Auswirkungen auseinander, ernsthaft und humorvoll zugleich. Originell und innovativ und im besten Sinne filmisch erzählt.

Tsuchi no hito – 2017 gekijyoba © Yamashiro Chikako



 

Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs, dotiert mit 5.000 €

 

VALEA JIULUI – NOTES

Alexandra Gulea

Deutschland 2018, 13 Min. 30 Sek., Farbe

 

Begründung:

Der Abstand zwischen Bildebene und Tonspur ist einerseits die Distanz, um die es in dieser filmischen Erzählung geht: die ökonomisch motivierte Kluft zwischen Müttern, die anderswo arbeiten müssen, damit ihre Kinder hier aufwachsen können. Und andererseits schafft der Abstand zwischen den melancholischen Bildern von verfallener Industrielandschaft und den lakonischen Fragmenten der Verzweiflung im Voice-Over einen Raum, in dem sich nachdenken lässt – über die Kosten des binneneuropäischen Wohlstandsgefälles, die in Wirtschaftsbilanzen nicht beziffert werden; die Menschen tragen müssen und die doch mehr sind als individuelles Problem, weshalb es der einfache, aber so wirkungsvolle und klug komponierte Film auch nicht so erzählt.

VALEA JIULUI – NOTES © Alexandra Gulea



 

3sat-Förderpreis, dotiert mit 2.500 Euro

Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.  

 

Bigger Than Life

Adnan Softić

Deutschland/Italien/Mazedonien 2018, 30 Min., Farbe

 

Begründung:

Die Musik macht den Ton dieses Films – einen äußerst humorvollen. Gleich der erste Text wird gesungen – kunstvoll, mit Wissen um Pathos und Sinn für Pausen, weshalb es dauert, bis sich der Satz endlich zum Johann-Joachim-Winckelmann-Zitat vervollständigt. Die Musik stiftet auch die spielerische Struktur dieser Vermessung eines kitschigen Stadtumbauprojekts, das Skopje neben Rom und Athen auf die vordersten Plätze in der europäischen Geschichte katapultieren soll. Dagegen wappnet sich der Film mit Ironie und dekliniert gleichzeitig die Monumentalsucht filmisch originell durch: Bauten und Statuen werden von der aufmerksamen Kamera zu verschiedenen Zeiten, aus verschiedenen Winkel, in verschiedenem Lichte angeschaut. Beredte Details stehen fürs Ganze wie die sich streitenden Tauben auf dem Kopf einer Statue vor dem Zimmer einer Betroffenen, weil Stadtbewohnerin.

 

 

Bigger Than Life © Adnan Softić



 

Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

 

Three Casualties

Jens Pecho

Deutschland 2017, 7 Min. 16 Sek., Farbe

 

Begründung:

Im Film zu zeigen, was der Film nicht zeigt, ist der Reiz dieses Films. Drei Studien zu Bildern, deren Dramatik man übersehen kann in den Filmen, aus denen sie stammen, obwohl sie dramatisch sind: Es geht um waghalsige Stunts. Aber weil das Sterben in der Illusion des Kinos so leicht fällt, braucht es diese Recherche, um den Einbruch des Realen in der Produktion von Trugbildern zu markieren: durch Verlangsamung, Textinformation, Dekontextualisierung. Dadurch braut sich beim Schauen ein genuin filmischer, weil voyeuristischer Suspense zusammen – nämlich ob denn hier gleich das echte Sterben zu sehen sein wird. Dass der Film damit spielt und trotzdem die Form wahrt, spricht für seine Qualität.

 

 

Still Lobende Erwähnung DW 2018

Three Casualties © Jens Pecho


 

Jury des Deutschen Wettbewerbes 2018

 

Matthias Dell, Berlin

Heike Klippel, Braunschweig

Katja Wiederspahn, Wien


 

Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der NRW.Bank

 

Eine Kneipe auf Malle

Marian Mayland

Deutschland 2017, 15 Min., Farbe/sw

 

Begründung:

Die Entwicklung und Projektion eines überlagerten Super 8-Films spiegelt das Ende der Faktizität in der Grobkörnigkeit und Auflösung des Bildkörpers. Dem Schrumpfen der parlamentarischen Rechtsextremen folgen rechts- und linksideologische Strömungen, die in ihrer digitalen Verbreitung für zunehmende Unschärfen sorgen. Essayistisch und vielschichtig reflektiert Marian Maylands Film über die gesellschaftspolitischen und populistischen Umbrüche, die keineswegs so harmlos daherkommen wie der Titel.

Eine Kneipe auf Malle © Marian Mayland

 

 


 

Förderpreis des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 500 €, gestiftet von der NRW.Bank

 

Hallstatt erleben

Julia Weißenberg

Deutschland/China 2018, 8 Min. 55  Sek., Farbe

 

Begründung:

Sattgrüne Palmen vor Geranienkästen, orthografische Ausreißer und österreichische Kfz-Kennzeichen suggerieren die Möglichkeit der Unterscheidung von Original und Kopie. Das Label „Made in China“ klebt auch auf der Reproduktion eines idyllischen, österreichischen Dorfes in der südchinesischen Provinz. Julia Weißenberg gelingt in ihrem Tourismus-Video der anderen Art eine skurrile Klang- und Bildcollage zwischen Tradition und Exotismus, dessen Unwirklichkeit durch einen digital animierten Kirchturm am Ende noch einmal ins Auge sticht.

Hallstatt erleben © Julia Weißenberg



Ehrung durch die NRW.-Jury

 

Kursmeldungen

Rainer Komers

Deutschland 2017, 29 Min. 50 Sek., Farbe

 

Begründung:

Diese Lobende Erwähnung soll vielmehr die Würdigung für eine herausragende Landschaftssymphonie sein. Unvergleichlich in ihrer präzisen Bild- und Tonmontage, fühlen wir uns entrückt durch eine konzentrierte Betrachtung von Mensch, Tier und Region, die den Raum verdichtet und die Zeit aufhebt. Wir danken Rainer Komers für seinen Film Kursmeldungen und damit für eine außergewöhnliche Kino-Erfahrung von unglaublicher Nachhaltigkeit.

Still Lobende Erwähnung NRW 2018

Kursmeldungen © Rainer Komers


 

Jury des NRW-Wettbewerbs 

 

Gunter Deller, Frankfurt/Main

Kathrin Häger, Köln

Marita Quaas, Köln

 

 


 

Preis der West ART-Zuschauerjury, dotiert mit 750 €, gestiftet von West ART

 

Das letzte Haus

Anna Kindermann

Deutschland 2018, 15 Min. 33 Sek., Farbe

 

Drei Männer - wenig Worte.

Authentisch, lebensbejahend, ehrlich, nachdenklich, praktisch und sehr respektvoll.

Dieser Film hat uns als Westart-Zuschauerjury am meisten bewegt.

Das letzte Haus © Anna Kindermann



 

Westart-Zuschauerjury

 

Andrea Brockmann

Marlis Burgschulte

Ulrike Flach

Claudia Frank

Adeline Keil

Alfred Krüner

Wolfgang Neisser

Armin Schipper

Andreas Stephan


 

Preis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO)

 

Lili dans les nuages (Lili in den Wolken)

Toma Leroux

Frankreich 2017, 15 Min., Farbe

 

Begründung:

Unserem Gewinnerfilm hätten wir am liebsten 1.000 Punkte gegeben! Er erzählt eine Geschichte, die uns alle sehr traurig gemacht hat. Trotzdem war es schön den Film zu schauen. Und zwischendurch konnten wir auch laut lachen. Spannend fanden wir, dass man die Geschichte erst am Ende richtig versteht.

Lili dans les nuages @ Toma Leroux



 

evo-Förderpreis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

 

Plody mraků (Die Frucht der Wolken)

Kateřina Karhánková

Tschechien 2017,  10 Min. 20 Sek., Farbe

 

Begründung:

An unserem Gewinnerfilm hat uns besonders gut gefallen, dass er fast wie ein Märchen erzählt ist. Der Held des Films hat eine schlaue Idee und löst damit ein großes Problem. Dafür muss er aber erst einmal über seinen Schatten springen. Das fanden wir gut. Außerdem hat uns gefallen wie der Film animiert ist. Und dass die Figuren so niedlich sind.

Plody mraků © Kateřina Karhánková



 

Lobende Erwähnung der Kinderjury

 

Rammat-Gammat (Die Schuhe meines besten Freundes)

Ajitpal Singh

Indien 2018, 18 Min. 22 Sek., Farbe

 

Begründung:

Unsere lobende Erwähnung verleihen wir einem Film, der davon erzählt, dass es für eine gute Freundschaft ganz egal ist, ob jemand arm oder reich ist. Dass es in dem Film auch um Fußball geht, hat uns auch gut gefallen.

 

Ma Mama (Toto Bona Lokua)

Katy Wang

Großbritannien 2017, 3 Min. 46 Sek., Farbe

 

Begründung:

Die vielen schönen Muster, bunten Farben und die fröhliche Musik haben uns bei diesem Musikvideo sofort richtig gut gefallen. Weil Musik und Bilder so gut zusammenpassen, ist es so, als würde man mit den Figuren auf eine Traumreise gehen.

Rammat-Gammat © Ajitpal Singh

Ma Mama © Katy Wang


 

Jury des Kinderfilmwettbewerbs

 

Fares Abdel Fattah

Helen Hiller

Jolina Marie Jonas

Milan Kramer, Victoria Nenova


 

Preis der Jugendjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet vom Rotary Club Oberhausen

 

Pépé le morse

(Opa Walross)

Lucrèce Andreae

Frankreich 2017, 14 Min. 45 Sek., Farbe

 

Am Ende dieses Films hatten viele von uns Tränen in den Augen. Für uns vereint er alles, was ein guter Film haben muss: Wir haben gelacht, geweint und uns sogar ein wenig gegruselt. Anhand der Darstellung einer Familie thematisiert der Film unterschiedliche Verarbeitungsprozesse von Trauer. Dadurch hat man viele Möglichkeiten Bezüge zu sich selber herzustellen. Schön fanden wir, dass die Geschichte stets die Möglichkeit lässt, weiter zu interpretieren. Besonders beeindruckt hat uns vor allem auch der Animationsstil und dass die unterschiedlichen Charaktere so gut ausgearbeitet sind. Auch hat uns die harmonische Verbindung von Ton und Bild gut gefallen. Wir könnten uns diesen Film immer wieder anschauen!

Pépé le morse © Lucrèce Andreae



 

Lobende Erwähnung der Jugendjury

 

L U I S T E R (H Ö R  Z U)

Astrid Bussink

Niederlande 2017, 15 Min., Farbe

 

Begründung:

Bei Problemen und Sorgen braucht man jemanden, der für einen da ist. Und der einem ein offenes Ohr schenkt. Für uns war es schön, durch diese Dokumentation zu erfahren, dass die Mitarbeiter von Sorgentelefonen immer für Kinder und Jugendliche da sind. Hierbei erzählt der Film von ganz verschiedenen Problemen, mit denen wir uns identifizieren konnten und die aktuell sind. Spannend fanden wir, dass wir uns in der Machart des Films erst einmal zurechtfinden mussten. Als wir dann aber den roten Faden gefunden hatten, hat es Spaß gemacht, sich auf die Art des Erzählens einzulassen. Anhand kleiner Details werden die Worte immer wieder bildlich aufgegriffen. Und es ist sehr berührend, wie sich die Geschichten im Verlauf des Films entwickeln.

L U I S T E R © Astrid Bussink


 

Jury des Jugendfilmwettbewerbs

 

Florian Becker

Laura Dessi

Artion Ejupi

Franka Prinz

Laura Student


 

ECFA Short Film Award

 

L U I S T E R (H Ö R  Z U)

Astrid Bussink

Niederlande 2017, 15 Min., Farbe

 

Begründung:

Ein animierter Experimentalfilm, der ein junges Publikum aus dessen Perspektive anspricht, ist selten. Obwohl wir in den letzten Tagen viele großartige und außergewöhnliche Kurzfilme gesehen haben, war unsere Entscheidung einstimmig. Dieser Dokumentarfilm erzählt die Geschichten von vier Kindern so, dass ein junges Publikum sich damit identifizieren kann. Obwohl er manchmal angesichts der enormen Zahl der angesprochenen Probleme ein bisschen zu dicht schien, bietet er Kindern verschiedene Möglichkeiten, sich in die Protagonisten einzufühlen und zeigt, dass Kommunikation manchmal wirklich helfen kann. Und dass die Rolle der Erwachsenen in diesem Gespräch vielleicht besser die des Zuhörers ist! Trotz des traurigen Inhalts lässt er die Zuschauer nicht ohne Hoffnung zurück und bringt uns sogar ab und zu zum Lachen. Sein visueller Stil gefällt Kindern und nimmt ihre Ästhetik ernst, fordert aber dennoch ihre Sehgewohnheiten heraus. Und die Montage kombiniert diese vier Geschichten mit vier verschiedenen visuellen Ansätzen erfolgreich.

L U I S T E R © Astrid Bussink


Mitglieder der ECFA-Jury:

 

Ivana Jakobović Alpeza, Kroatien

Lina Paulsen, Deutschland

Hilde Steenssens, Belgien


 

Prädikat der Ökumenischen Jury für einen Film im Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerb verbunden mit der Empfehlung an Matthias Film und das Katholische Filmwerk, diesen Film für ihre Filmarbeit anzukaufen

 

Carlotta’s Face

Frédéric Schuld/Valentin Riedl

Deutschland 2018, 5 Min., Farbe

 

Begründung:

Carlottas Welt ist durch eine physische Einschränkung gekennzeichnet: Die animierten Bilder dieses Kurzfilms illustrieren in bezaubernder Weise die eindrucksvolle Geschichte einer gesichtsblinden Frau, ihren Weg durch Schule und Leben, und nimmt dabei ihre Perspektive auf ihre Welt ein. Die Meisterleistung dieses würdevollen und unbefangenen Kurzfilms besteht darin, in dieser kunstvoll animierten Perspektive zugleich deren Unmöglichkeit durch das fehlende physische Selbstbild hervortreten zu lassen und sie dabei eben doch gelungen und liebevoll zu portraitieren, ohne durch bloßes Mitleid zu reduzieren. So lässt der Film seine Protagonistin als starke Frau sichtbar werden, die pragmatische Wege zu sich und den anderen findet und wählt als ihr Bild eine Blume, deren Blüte an ihre Frisur im realen Leben und an ihr Ausgeliefertsein in vielen Lebenssituationen erinnert – wie auch an Schönheit, Zartheit, Verletzbarkeit. Ein berührender Film über die Herausforderungen und scheinbaren Selbstverständlichkeiten der Konstruktion von Identität, Selbstbild, sozialer Begegnungen und Beziehungen. Der Film ist ein Kleinod, als das er die Bedeutung des Gesichts für unsere Kultur über Sprachbildern und Handy-Selfies bis hin zu Bilderverboten und Gottesbildern dekonstruiert, um sie gemeinsam neu aufbauen zu können.

Carlotta’s Face © Frédéric Schuld/Valentin Riedl



1. MuVi Preis dotiert mit 2.000 Euro

 

Oliver Pietsch für Limerence

(Yves Tumor)

Deutschland 2018, 5‘32“

 

Begründung:

Für uns gab es auf dieser abwechslungsreichen und bemerkenswerten Liste von Musikvideos – eine Auswahl, die wir mit Vergnügen gesehen und über die wir gern zusammen nachgedacht und diskutiert haben – zwei klare Gewinner. Oliver Pietschs Video für Yves Tumors Limerence bekam von allen drei Jurymitgliedern die maximale Punktzahl. Das Konzept packt die Zuschauer sofort und die makellose Ausführung hält die Spannung hoch, verzückt und verstört zugleich. Der Zusammenschnitt von Found Footage ist kein neues Genre – Limerence wird manche Zuschauer zum Beispiel an Christian Marclays The Clock erinnern -, aber durch die Struktur des Tryptichons und die Auswahl des Materials wirkt die Arbeit neu und originell. Duschszenen im Film entführen uns ins das fremdartige Herz des Kinos – wie Sexszenen sind sie eine Performance von Intimität, von privaten Momenten, die normalerweise vor den Augen der Öffentlichkeit abgeschirmt sind. Wir erfreuen uns an den Körpern von Stars, diesen vertrauten Fremden. Limerenz ist ein obskurer Begriff für einen Zustand des Verliebtseins, zu dem obsessive Gedanken und Fantasien gehören – das Geschäft (buchstäblich) von Film als System ist es, im Publikum Limerenz zu wecken – was man ebenso von der Mainstream-Popmusik behaupten könnte. Einige der hier benutzten Szenen sind entweder Vorspiele von Gewalt gegen Frauen – wie in Psycho – oder suggerieren die Nachwirkungen weiblicher Traumata, wodurch ein subtiler feministischer Subtext geschaffen wird, der gerade heute hochaktuell ist. Aber in dieser Montage gibt es noch andere Elemente, die idyllisch, amüsant oder ganz einfach geheimnisvoll sind. Die Übersättigung mit diesen Bildern der Verwundbarkeit und des Ausgesetztseins, die wie Wassertropfen aus dem Duschkopf auf uns herunterregnen, schafft einen Effekt, der das Erotische, das Verstörende, das Rührende und das Invasive auf unheimliche Art vermischt. Das Video könnte auch als provozierendes Kunstwerk für sich stehen, doch der traumhafte Bilderfluss ergänzt das Stück von Yves Tumor perfekt.

© Oliver Pietsch für Limerence (Yves Tumor)


2. MuVi Preis dotiert mit 1.000 Euro

 

Ulrike Göken/Jo Zimmermann für Damenbartblick

(Schlammpeitziger)

Deutschland 2017, 4‘50“

 

Begründung:

Damenbartblick von Jo Zimmermann und Ulrike Göken, in Zusammenarbeit mit Kota Utka, ragte heraus durch sein subtiles Spiel mit Stillstand und Bewegung. Wir liebten seine poetische und romantische Atmosphäre, die Zartheit und Feinheit seiner Bilder, die organische Materialien nutzen, und wussten seine visuellen Spielereien zu schätzen, den spielerischen Witz seiner Gegenüberstellungen. Auch die „erste Begegnungs“-Geschichte hinter der Zusammenarbeit der beiden ist für uns sowohl bezaubernd wie auch ein Kommentar zu den Möglichkeiten, die das Internet für künstlerische Begegnungen über große Entfernungen und über Grenzen hinweg öffnet.

© Ulrike Göken/Jo Zimmermann für Damenbartblick (Schlammpeitziger)



 

MuVi-Jury 2018

 

Dj Hell, Berlin

Marisa Olson, New York

Simon Reynolds, Los Angeles


 

MuVi-Online Publikumspreis

ermittelt durch Abstimmung im Internet und dotiert mit 500 €

 

Jakob Grunert für Copyshop

(Romano)

Deutschland 2018, 10‘42“

 

 

Die Kurzfilmtage danken den MuVi-Partnern 2018:

3sat

coolibri

Intro

k.west

netpoint media

© Jakob Grunert für Copyshop (Romano)