Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Expanded Cinema

La Scala © Aglaia Konrad

 

 

Donnerstag, 02.05., 23 Uhr

Festival Bar

 

La Scala, Aglaia Konrad, split-screen, 2016, 11'40", color, silent (ARGOS Centre for Art and Media)

Das Thema von Aglaia Konrads 16mm-Film ist modernistische Architektur, doch es geht weder um eine Form von Architektur im Film oder einen Film über Architektur - sondern darüber hinaus. In ihrem Film versucht sie sich an einer Untersuchung des Potenzials von Film, die Erfahrung von Architektur als Skulptur zu verkörpern.

 

Im Gedenken an den Toningenieur Gilles Laurent, der am Sound Design arbeitete und bei dem Anschlag in Brüssel ums Leben kam, zeigt Konrad den Film stumm. Aber die Stille ist besonders passend, da sie die Betonung ganz auf dem Raum liegen lässt: dem gefilmten Raum, dem Raum der Leinwand, dem Raum zwischen den Leinwänden.


To Live is to Tremble © Gunilla Sköld Feiler & Dror Feiler

 

 

Freitag, 03.05., 23 Uhr

Festival Bar

 

To Live is to Tremble, Gunilla Sköld Feiler & Dror Feiler, 2017, 2'40''color, sound (FILMFORM - The Art Film & Video Archive)

"Leben heißt zittern. Der Körper bebt und zuckt in pausenlosen Krämpfen. Eine vibrierende, oszillierende Welle geht durch seine Nervenenden und lässt das gesamte Lebewesen beben."

Emanuel Swedenborg

 

Die Zuschauer brauchen einen Moment um zu verstehen, was sie sehen, eine Glocke sieht man selten von unten. An diesem Blick von unten - unter den Rock - ist etwas Erotisches, irgendwie Unpassendes, auf die hängenden, vibrierenden Klöppel, die an Blütenknospen im Frühling kurz vor dem Aufblühen erinnern. Nie ganz reglos, denn leben heißt zittern. Nur der Tod zittert nicht.


cinesexual © Ursula Mayer

 

 

Samstag, 04.05., 23 Uhr

Festival Bar

 

cinesexual, Ursula Mayer, 2-projection-single screen installation, 2013, 3'44', color, silent (LUX)

Mayer bezieht sich in "Cinesexual" auf "Two Sides to Every Story" (1974) des Experimentalfilmers Michael Snow. Hauptdarsteller in Mayers Film, ursprünglich als zwei Projektionen auf beide Seiten einer hängenden Leinwand konzipiert, sind das Transgender-Model Valentijn de Hingh und der Musiker JD Samson, die auch in ihren Filmen "Medea" und "Gonda" gespielt haben. "Cinesexual" ist der dritte und letzte Teil einer Trilogie mit diesen beiden Filmen und bringt de Hingh und Samson im gleichen filmischen Raum zusammen. Ein Raum, wo der Apparat des Films sich die Leinwand mit der gleichzeitig von ihm erzeugten Fiktion teilt. Diese Koexistenz filmischer Fakten und Fiktion erzeugt eine hybride Form, in der die beiden formal getrennten Realitäten austauschbar werden und sich gegenseitig stören.


Aturquesada © SoJin Chun

 

 

Sonntag, 05.05., 23 Uhr

Festival Bar

 

Aturquesada, SoJin Chun, 2015, 2'40'', color, sound (Canadian Filmmakers Distribution Centre)

Diese Performance findet in einer schneebedeckten, für den kanadischen Winter typischen Landschaft statt. Dieser Film wurde durch die emotional gewalttätige Natur kalten Wetters inspiriert, und die Verbindung der Künstlerin, einer Immigrantin, mit der winterlichen Landschaft Kanadas.