Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Preisträger

Preisträger des großen Preises der Stadt Oberhausen
Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo © Kurzfilmtage/Daniel Gasenzer

Großer Preis der Stadt Oberhausen, dotiert mit 8.000 €

 

I Got My Things and Left

Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo

Ruanda/Schweiz, 22 Min. 23 Sek., Farbe

 

Begründung:

Im Geiste der Kurzfilmtage - innovative, unkonventionelle Arbeiten zu fördern, die die Grenzen des Kinos als Medium in Frage stellen - haben wir uns entschieden, den Großen Preis der Stadt Oberhausen an einen Film von beeindruckender konzeptioneller wie emotionaler Freiheit und Kraft zu verleihen.

Inspiriert von dem Freigeist Dambudzo Marechera - eine ikonoklastische, grenzüberschreitende Schlüsselfigur der afrikanischen Literatur - wird ein Trauerprozess zum Auslöser von Selbstreflexion und Wandlung. Elegant zwischen den Sprachregistern wechselnd - von Poesie zu Performance, von Musik zum Tagebuch, von Realität zu deren cineastischer Interpretation -, wird diese profunde Meditation über Verlust und Vergänglichkeit zu einer Feier innerer Freiheit, auf menschlicher Ebene ebenso wie auf der Ebene der Kinosprache.

I Got My Things and Left © Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo

 

 


 

Hauptpreis, dotiert mit 4.000 €

 

ZOMBIES

Baloji

Belgien/DR Kongo 2019, 14 Min. 50 Sek., Farbe

 

Begründung:

Ein 14-minütiger Musik-Thriller über die digitale Zombifizierung in Kinshasa, Kongo, der sich mit den emotionalen und sozialen Kosten von Social Media beschäftigt und gleichzeitig in prachtvollen Bildern die pulsierende Subkultur der Stadt mit Tanzmusik und extravaganten, surrealen Kostümen feiert. Der Wechsel vom Nachtclub zum Friseursalon zum mit Plastik zugemüllten Fluss wird zu einer atemberaubenden Reise der Metamorphose, zum Soundtrack von Balojis futuristischen Afro-Beats. Ein aus Schwierigkeiten geborener Triumph.

ZOMBIES © Baloji

 

 


 

e-flux-Preis, dotiert mit 3.000 €

Für eine herausragende Film- oder Videoarbeit, die eine neue Form für das poetische und elektrische Potenzial des bewegten Bildes im Zeitalter globaler Informationsflüsse findet.

 

 

L'Étoile de mer

Maya Schweizer

Deutschland 2019, 11 Min., Farbe und s/w

 

Begründung:

Eine geschickte Collage aus Clips und Sounds aus anderen Filmen, Texten und Wasseraufnahmen, hinterfragt dieser Film über Film die Glätte der Bilder, die sowohl vertraut als auch rätselhaft sein können.

L’Étoile de mer © Maya Schweizer

 

 


 

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury

 

IO

Art Union Marmelade

Russland 2018, 20 Min. 10 Sek., Farbe

 

Begründung:

Für seine außergewöhnliche Energie, sein ehrliches und scharfes Porträt der Komplexität junger Liebe und seinen herausragenden und ideenreichen Umgang mit der filmischen Sprache.

IO © Art Union Marmelade


Jury des Internationalen Wettbewerbs 2019

 

 

Clarissa Chikiamco, Singapur

Javier H. Estrada, Spanien

Jörg Heiser, Deutschland

Adina Pintilie, Rumänien

Salla Tykkä, Finnland


 

Erster Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 5.000 €

 

 

Elvis: Strung Out

Mark Oliver

Kanada 2018, 4 Min. 33 Sek., Farbe

 

 

Begründung:

Wir sehen den sich auf der Bühne verausgabenden Sänger, wir hören dazu den Tonmitschnitt der gesprochenen, müden Selbstrechtfertigung eines ständig unter Beobachtung und Drogen Stehenden - der hypnotisierende Basslauf von Mark Oliver treibt musikalisch weg vom Absturz hin zur Ekstase. Der Film lässt Elvis gegen Elvis antreten, mit minimalen Mitteln gelingt es ihm, die Lust des Publikums an Erniedrigung und Vergöttlichung aufeinander prallen zu lassen und so die popkulturellen Klischees um den King zu dekonstruieren. Der Mythos aber bleibt.

Elvis: Strung Out © Mark Oliver

 

 


 

Zweiter Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 3.000 €

 

IO

Art Union Marmelade

Russland 2018, 20 Min. 10 Sek., Farbe

 

Begründung:

Drei Regisseure erzählen von drei Figuren in Sankt Petersburg, von ihrem Leben voller Intensität und Aggressivität. Die Kamera fragmentiert Figuren und Räume, drängt die Körper ins Off, begrenzt ihre Handlungsmöglichkeiten. Einzig die Gewalt scheint von einem Raum in den anderen zu führen, scheint die Räume verbinden zu können, zuletzt sogar die Filmfiktion selbst in Frage zu stellen. Dem Film gelingt eine genaue Zustandsbeschreibung, er ist Syndrom einer Gegenwart.

IO © Art Union Marmelade

 

 


 

Lobende Erwähnungen der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

 

THE SOUND DRIFTS

Stefano Canapa

Frankreich 2019, 8 Min. 20 Sek., s/w

 

Begründung:

In einer kongenialen Zusammenarbeit überträgt Stefano Canapa die sonischen Magnetbandbearbeitungen des Avantgarde-Komponisten Jerôme Noetinger auf analoges Filmmaterial. Dadurch macht er das Nicht-Sichtbare sichtbar und beschenkt uns mit einer kinematographischen Erfahrung.

THE SOUND DRIFTS © Stefano Canapa


 

Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen  

 

 

Otaigo Beryl Magoko, Kenia

Werner Ružička, Deutschland

Bernd Schoch, Deutschland

Ulrike Sprenger, Deutschland

Mareike Wegener, Deutschland

 

 


 

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

 

Student Bodies

Ho Rui An

Singapur 2019, 26 Min. 30 Sek., Farbe

 

Begründung:

Ein intellektuell sorgfältig ausgearbeiteter Kurzfilm über die historischen Beziehungen Ostasiens zur westlichen Welt, in dem der Filmemacher Architektur, Denkmäler und Filmfragmente neu ausrichtet, so dass sie sein Thema visualisieren und sie uns gleichzeitig mit neuen Augen sehen lassen.

Student Bodies © Ho Rui An

 

 


 

Jury der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI)

 

Marco Grosoli, Italien

Françoise Ricard, Frankreich

Irina Trocan, Rumänien


 

Preis der Ökumenischen Jury, dotiert mit 1.500 €

 

NoirBLUE - Deslocamentos de uma dança

Ana Pi

Frankreich/Brasilien 2018, 27 Min., Farbe

 

Begründung:

Von der Strahlkraft des alle Grenzen übersteigenden Himmels, der Sehnsucht und Melancholie des Raums von Nacht und Tag und allem dazwischen erzählt das leuchtende Blau, von der physischen Herausforderung, Schönheit, Eleganz und Verdrängung der Transformationen der blaue Tanz, von Identität, Zuhause, Heimat und Tränen die Stimme aus der blauen Tiefe des Herzens. Der Film NoirBLUE - Deslocamentos de uma dança variiert die poetische Auseinandersetzung mit Unterschieden und Variabilitäten deshalb um den Satz "I'm from all these places", niemals moralisierend, immer Brücken überschreitend und verbindend: Lass Schmerz und Verletzung der Vorfahren zurück, erhoffe den Segen derer, die nach dir kommen; die Blauheit der Liebe wird alle Grenzen übersteigen, wenn wir sind, was wir sein werden.

NoirBLUE © Ana Pi


 

Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury

 

amelina

Rubén Guzmán

Argentinien 2018, 25 Min. 32 Sek., Farbe

 

Begründung:

Je tiefer Amelina "Coca" San Martín auf ihrem Lebenswegblick unterwegs ist, desto mehr Licht und Dunkel und Berge und Erbe und Sanftheit entdeckt sie. Doch Deuten wäre Eingrenzen, Erklären wäre Verwischen, statt zu bewahren, was geschenkt ist: "What it means? We will never know." Der Film amelina lässt sich voller Würde und Ruhe ein auf jahrtausendealte und jahresreiche Geschichte, auf die Vergangenheit in der Gegenwart, auf die Würde des Menschen im Blick auf eine Frau, auf die Würde eines Lebens im Blick auf die Kunst der Ahnen. Ein Film darüber, wie wir entstanden sind, wie klein unser Leben ist - und dadurch so groß. .

amelina © Rubén Guzmán


 

Ökumenische Jury

gestiftet vom Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen und der Katholischen Filmarbeit in Deutschland

 

Alexander Bothe, Deutschland

Friedrich Brandi, Deutschland

Dénes Nagy, Ungarn

Christine Ris, Schweiz

 

 


 

ZONTA-Preis für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb, dotiert mit 1.000 €

 

ALGO-RHYTHM

Manu Luksch

UK/Senegal 2018, 13 Min. 56 Sek., Farbe

 

Begründung:

Unsere anfälligsten Affekte werden über bequeme Smartphone-Apps abgefragt und ausgeforscht. Und für automatisierte Propaganda-Kampagnen und algorythmic electioneering wie im Zuge der Wahlen in den USA, Kenya und Nigeria und dem "Brexit"-Referendum nutzbar gemacht, um autoritäre, antidemokratische Politiken durchzusetzen.

ALGO-RHYTHM © Manu Luksch

 

 


 

Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs, dotiert mit 5.000 €

 

ma nouvelle vie européenne

Abou Bakar Sidibé/Moritz Siebert

Deutschland 2019, 22 Min. 19 Sek., Farbe

 

Begründung:

Abou flüchtet aus Mali und kommt nach Deutschland. Über die Welten, die zwischen Kommen und Ankommen liegen, und davon, dass ein Heim noch lange nicht neue Heimat ist, berichtet ma nouvelle vie européenne. Ein Film, der sich und uns nicht zu viel verspricht: an Nähe und Empathie und an Gewissheit, dass alles gut ausgehen wird. Wie er aber aus der existenziellen Notisituation heraus die Kamera zum Medium der Reflexion wie auch der Selbstbehauptung macht, ist nicht nur ein politisch, sondern auch und vor allem ein filmisch bewundernswerter Akt.

ma nouvelle vie européenne © Abou Bakar Sidibé/Moritz Siebert

 

 


 

3sat-Förderpreis, dotiert mit 2.500 Euro

Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.  

 

Which Way to the West

Kristina Kilian

Deutschland 2019, 36 Min. 17 Sek., Farbe

 

Begründung:

Eine Film über eine Filmemacherin, die einen Film über ihre Auseinandersetzung mit Godards "Allemagne Neuf Zero" dreht: Das klingt ganz schön "meta, meta, meta" (um es mit Which Way to the West selbst zu formulieren). Ist es auch, ziemlich meta, aber als Verschränkung von Hommage, Selbstzweifel, Film- und Deutschlandrecherche erweist sich der Film auch als ganz schön komisch und als Suche, die wirklich ins Offene führt. Es ist eine große Stärke von Which Way to the West, dass der Film, dem Meta zum Trotz, nicht vor allem smart sein will. Erst das macht ihn klug.

Which Way to the West © Kristina Kilian

 

 


 

Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

 

A Return

James Edmonds

Deutschland 2018, 6 Min., Farbe

 

Begründung:

Auf der Tonspur Brandung, aber auch die 16-mm-Bilder branden: rasch, mal geisterhaft, mal in Überlagerungen, dann auch einfach und klar. Fenster, Pflanzen, ein brandender Strom der Formen, dessen Rhythmen uns mitgerissen haben.

 

 

Ada Kaleh

Helena Wittmann

Deutschland 2018, 14 Min. 23 Sek., Farbe

 

Begründung:

Wer hier wovon träumt, und warum auf Chinesisch, wird vielleicht nicht klar: Aber die Präzision der Tagträume in geschlossenen Räumen und die Sinne öffnenden Kameraschwenks, mit Bildern von drinnen und Tönen von draußen, erzeugt die schönsten Schwebezustände.

 

 

A Return © James Edmonds

Ada Kaleh © Helena Wittmann


 

Jury des Deutschen Wettbewerbes 2019

 

Kathrin Becker, Deutschland

Stefan Butzmühlen, Deutschland

Ekkehard Knörer, Deutschland


 

Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der NRW.Bank

 

RIAFN

Hannes Lang

Deutschland 2019, 30 Min., Farbe

 

Begründung:

Welch ein Prolog, den die anfängliche Engführung der Kamera in eine dunkle Unterführung bereithält. Wie von einer Mundhöhle verschluckt, werden wir von den prächtigen Cinemascope-Bildern in die grüne Weite der Alpen wieder ausgespuckt. Dieser Raumerfahrung wird ein vokaler und klanglicher Resonanzraum gegenüberstellt, in dem sich die vereinzelten Lockrufe der Hirten und das Läuten der Kuhglocken zu einer fantastischen Konversation zwischen Mensch, Natur und Vieh verdichten. Mit beeindruckender Präzision und Rhythmik macht Hannes Lang in RIAFN das Unfassbare mit dem Auge greifbar - in Bildern, die tatsächlich selbst nach der großen Leinwand "rufen".

RIAFN © Hannes Lang

 

 


 

Förderpreis des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 500 €, gestiftet von der NRW.Bank

 

O Catador sem Cabeça

Igor Shin Moromisato

Deutschland 2018, 14 Min. 30 Sek., Farbe

 

Begründung:

Dieser filmische Erzähler pflegt einen Traum, der sich aus Wünschen, Reue und Sehnsucht speist. Traumwandlerisch, erst blass, dann immer konturierter wird die Animation vom "Straßensammler ohne Kopf" auf nächtliche Stadtlandschaften, ihre Passanten und Schattenseiten projiziert. Dabei überspringen die autobiografischen Metropol-Erfahrungen die Zeit- und Bildebenen mit einer Leichtigkeit, die von der Raffinesse und Vielschichtigkeit ihrer Fusion zeugen. Igor Shin Moromisato schickt seinen aus brasilianischen und japanischen Kultur-Mythen zusammengesetzten O Catador sem Cabeça in ein prächtig farbintensives Kolorit der Nacht, von dem wir in Zukunft gerne noch mehr sehen wollen.

O Catador sem Cabeça © Igor Shin Moromisato

 

 


Lobende Erwähnung der NRW-Jury

 

 

El Peso del Oro

Yves-Maurice Itzek, Milosz Zmiejewski, Oscar Diaz

Deutschland 2019, 30 Min. 50 Sek., Farbe

 

 

Begründung:

Unsere Lobende Erwähnung geht an eine internationale Team-Produktion, die unter lebensgefährlichen Dreh-Bedingungen eine physische Erfahrung bereithält. Für eine Handvoll Goldstaub leisten die kolumbianischen Arbeiter untertage Schwerstarbeit. Dröhnende Bohrer, Schweiß und die klaustrophobische Enge der Schächte: El Peso del Oro folgt der Spur des Goldes und gräbt sich dabei tief in die Ausbeutung von Körper und Natur. Yves-Maurice Itzek, Milosz Zmiejewski und Oscar Diaz begeben sich auch räumlich ans unterste Ende der kapitalistischen Profit-Kette, und damit an die Wurzel eines globalen Problems. Das Gewicht des Goldes - es ist in Unzen gar nicht zu bemessen.

Still Lobende Erwähnung NRW 2018

El Peso del Oro © Yves-Maurice Itzek/Milosz Zmiejewski/Oscar Diaz


 

Jury des NRW-Wettbewerbs 

 

Gunter Deller, Frankfurt/Main

Kathrin Häger, Köln

Marita Quaas, Köln

 

 


 

Preis der West ART-Zuschauerjury, dotiert mit 750 €, gestiftet von West ART

 

 

MIDAS oder die schwarze Leinwand

Hannah Dörr

Deutschland 2019, 15 Min., Farbe

 

Begründung:

Neben seiner inhaltlichen Aktualität und Relevanz besticht der Kurzfilm vor allem durch die außergewöhnlichen Szenenbilder. Schauspieler agieren zwischen zweidimensionalen Papierkulissen wie auf einer surrealen Bühne. Tableauhafte Szenen, die mit unseren digitalen Sehgewohnheiten brechen. Eine kluge, humorvolle und künstlerisch-skurrile Umsetzung eines Theaterstücks von Friedrich Dürrenmatt: Tolle Ausstattung, hervorragende Schauspieler und eine Story, die aktueller nicht sein könnte.

MIDAS oder die schwarze Leinwand © Hannah Dörr

 

 


 

Preis der Kinderjury des Internationalen Kinderfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO)

 

Aarambh (Der Anfang)

Sandeep Kumar Verma

Indien 2018, 20 Min., Farbe

 

Begründung:

In unserem Gewinnerfilm geht es um eine Frage, die wir uns auch alle schon gefragt haben. Nämlich was nach dem Tod passiert. Darüber erzählt der Film ganz viel und ist dabei immer spannend. Obwohl die Geschichte nicht immer fröhlich ist, hat der Film auch viele lustige Stellen. Und er ist gut gespielt. Weil wir das Thema des Films zwar sehr traurig, aber auch total wichtig finden, bekommt unseren Hauptpreis Aarambh von Sandeep Kumar Verma.

Arambh © Sandeep Kumar Verma

 

 


 

evo-Förderpreis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

 

De Jonge Jagers (Junge Jäger)

Iris Grob

Niederlande 2018, 17 Min. 6 Sek., Farbe

 

Begründung:

Unseren Gewinnerfilm fanden wir besonders gut, weil er uns so viel erklärt hat. Wir haben in dem Film gelernt, wo unser Essen herkommt. Wir essen alle gerne Fleisch, aber die Tiere werden in Käfigen gehalten und das ist eigentlich nicht richtig. Manche Szenen in dem Film waren zwar ein bisschen eklig, aber auch super spannend. Außerdem war es interessant die Familie im Film zu sehen.

De Jonge Jagers © Iris Grob

 

 


 

Lobende Erwähnung der Kinderjury

 

Kosh bol (Der Abschied)

Karash Janyshov

Kirgisistan 2018, 15 Min., s/w

 

Begründung:

Unsere lobende Erwähnung bekommt ein Film, den wir erst einmal ziemlich traurig fanden. Es geht um zwei Jungen, denen es eigentlich gar nicht gut geht. Deswegen fanden wir es so toll, dass die beiden am Ende Freunde werden und sogar zusammen wegrennen. Außerdem hat uns gut gefallen, dass der Film schwarz weiß ist. Denn das passt gut zu der Geschichte.

Kosh bol © Karash Janyshov


 

Jury des Kinderfilmwettbewerbs

 

Sabi Etemovski

Joel Hellwig

Leon Jason Reuschenbach

Collin Schindler

Gina-Marie Wieczorek


 

Preis der Jugendjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet vom Rotary Club Oberhausen

 

 

Dunk

Sophie Martin

Frankreich 2018, 22 Min. 48 Sek., Farbe

 

Begründung:

Die Entscheidung, welchem Film wir unseren Preis verleihen, fiel uns überhaupt nicht leicht, denn uns haben alle Filme, die wir gesehen haben, beeindruckt. Entschieden haben wir uns letztlich für einen Film, bei dem einfach alles gestimmt hat und dem wir auch noch viel, viel länger hätten zuschauen können. Dass der Film es aber schafft, eine Geschichte, die auch eineinhalb Stunden füllen würde, in 20 Minuten zu erzählen, hat uns sehr beeindruckt.

Der Film vereint viele Themen: Fake friends, Diskriminierung und Vorurteile, sich in einer Gruppe beweisen zu müssen und vor allem Trauer. Dass man nach einem Verlust stark sein und sich mit seiner Trauer auseinandersetzen muss, erzählt der Film in Szenen, von denen viele bei uns hängen geblieben sind. Der tollen Hauptdarstellerin haben wir ihre Emotionen absolut abgenommen und konnten uns dadurch noch besser in die Geschichte hineinversetzen.

Außerdem finden wir es genau das richtige Zeichen, einen Film zu prämieren, in dem Mädchen die Heldinnen sind! Weil wir ihn beeindruckend, bewegend und fast schon magisch fanden, verleihen wir den Preis des Internationalen Jugendfilmwettbewerbs an Dunk von Sophie Martin.

 

Dunk © Sophie Martin

 

 


 

Lobende Erwähnung der Jugendjury

 

Récit de soi

Géraldine Charpentier

Belgien 2018, 4 Min. 53 Sek., Farbe

 

Begründung:

Unsere lobende Erwähnung sprechen wir einem Film aus, der eine sehr persönliche Geschichte erzählt, aber dafür eine Form findet, die auch uns die Gefühle der Hauptfigur nachempfinden lässt. Dass es in dem Film um ein sehr komplexes Thema geht, wird im Animationsstil perfekt widergespiegelt. Der Film erzählt davon, wieviel Mut es kostet anders zu sein und behandelt damit eine internationale Thematik, was uns gut gefallen hat. Sich weder als Frau noch als Mann zu fühlen sollte als Normalität anerkannt sein, aber das ist es leider nicht. Weil er uns sehr berührt hat und wir hoffen, dass wir mit dieser lobenden Erwähnung zur Akzeptanz von Transgender beitragen können, verleihen wir sie an Récit de soi von Géraldine Charpentier.

Récit de soi © Géraldine Charpentier


 

Jury des Jugendfilmwettbewerbs

 

Sophie Ducrot

Sara Kovać

Maurice Turnbach

Antonia Reinecke

Hannah Marlene Spriesterbach


 

ECFA Short Film Award

 

Bloeistraat 11

Nienke Deutz

Belgien/Niederlande 2018, 9 Min. 41 Sek., Farbe

 

Begründung:

Für das sensible Porträtieren einer Fragilität, die sich selbst in den engsten Banden der Kindheit zeigt, für ihre Reflexion in einer brillanten Kombination aus Animationsstilen, einem einfallsreichen Set Design und einer fesselnden Erzählung, für die klar und einfach umrissene, beinahe transparente Figurenzeichnung und die Illustration innigster Gefühle und komplexer Beziehungen, die vor scharfen, schmerzvollen und verstörenden Details bei einer Reifungserfahrung nicht zurückschreckt.

Bloeistraat 11 © Nienke Deutz


Mitglieder der ECFA-Jury:

 

Christian Exner, Deutschland

Elisa Giovanelli, Italien

Christoffer Olofsson, Schweden


1. MuVi Preis dotiert mit 2.000 Euro

 

Aérea Negrot, Simon*e Paetau für Trying to Forget You

(Aérea Negrot)

Deutschland 2019, 7'56'', Farbe

 

Begründung:

 

Was uns sofort ins Auge fiel, war die Gegenüberstellung einer Proklamation, dass "wir uns nicht auslöschen lassen", mit dem Ausdruck "versuch einfach zu vergessen". Beides drückt eine Autonomie der Erinnerung aus, die mit dem allgemeinen Gefühl der Ermächtigung in dem Video zusammenspielt, wobei all das mit dem gleichen Maß an konfrontativer Energie und Schönheit dargestellt wird.

 

 

© Aérea Negrot/Simon*e Paetau für Trying to Forget You (Aérea Negrot)


2. MuVi Preis dotiert mit 1.000 Euro

 

Nützliche Katastrophen (Die Goldenen Zitronen)

Schorsch Kamerun, Mense Reents, Timo Schierhorn

Deutschland 2018, 3 Min. 45 Sek., Farbe

 

Begründung:

Was wir ebenfalls an Trying to Forget You schätzten, war die Tatsache, dass es sowohl instinktiv als auch humorvoll ist, beides Eigenschaften, die man im heutigen politischen Klima braucht. Zudem sind es Eigenschaften, die auch unser für den zweiten Preis ausgewähltes Video hat - ein Video, das uns durch die Dringlichkeit ansprach, mit der es institutionelle und politische Macht hinterfragt, geschildert in einem visuellen Narrativ, das ebenso kraftvoll wie spielerisch ist.

© Schorsch Kamerun/Mense Reents/Timo Schierhorn for Nützliche Katastrophen (Die Goldenen Zitronen)

 

 


 

MuVi-Jury 2019

 

 

Eric D. Clark, Musiker und Produzent, USA

Jan Ehlen, Künstler, Deutschland

Liz Pelly, Journalistin, USA

 


 

MuVi-Online Publikumspreis

ermittelt durch Abstimmung im Internet und dotiert mit 500 €

 

Blitze (Donna Regina)

Céline Keller

Deutschland 2019, 2'57", Farbe und s/w

 

 

© Céline Keller für Blitze (Donna Regina)

Die Kurzfilmtage danken den MuVi-Partnern 2019:

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