Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Conditional Cinema

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Teil 3: Der obsolete Mensch


Der dritte und letzte Teil von Conditional Cinema vereint Arbeiten, die sich auf ein Kino konzentrieren, in dem das menschliche Element unnötig oder sogar obsolet geworden ist. In drei Programmen geht es um drei Bedingungen, die in den Vordergrund treten könnten und die alle in ein nicht- anthropozentrisches Kino einfließen – die Leinwand, das Wetter und schließlich nicht-menschliche Akteure.


„The Condition of the Screen“ dreht sich um die im Grunde unmögliche Idee der „Leere“ im Kino, mit historischen Werken wie auch Weltpremieren neuer Arbeiten.

 

„Weather Conditions“ ist der Versuch zu zeigen, dass von Menschen erdachte Dramen Séancen ganz profaner Beobachtungen unseres Alltagswetters oft unterlegen sind.


„The Human Condition“ schließlich präsentiert Werke, bei denen der Part des Menschen von nicht-menschlichen Elementen übernommen wird, wie z. B. bei der Uraufführung von Manuela de Labordes nun abgeschlossenem Dreijahreszyklus Ficciones, einem filmischen Projekt, bei dem Tonskulpturen zu organischen Lebewesen im Film geworden sind.


Das Projekt Conditional Cinema schließt mit einem Artist Talk und einer Bestandsaufnahme dieser Serie, die über drei Jahre hinweg untersucht hat, wie das „Live-Kino“ auf den Niedergang der körperlichen Arbeit und das Problem des obsoleten Menschen reagiert.

 

 

Kontakt: Kristina Henschel


Über das Projekt

 

In Mika Taanilas Projekt für Oberhausen geht es um „live cinema“ als Werkzeug zur Erforschung post-kapitalistischer Utopien in der Kunst. Taanila entwickelt einige der Themen seines erfolgreichen Oberhausener Programms „Memories Can’t Wait – Film Without Film“ von 2014 weiter, untersucht mit „Conditional Cinema“ aber vor allem, wie live-„Filme“ auf den Rückgang manueller Arbeit und das Problem des obsoleten Menschen reagieren. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

 

Unseren Rückblick 2018 finden Sie hier.

 

Und den Rückblick 2019 finden Sie hier.


Der Kurator

 

Mika Taanila ist Filmemacher und Künstler und lebt in Helsinki. Seine Arbeiten wurden unter anderem bei der Biennale Venedig 2017, der Aichi Triennale 2013 und der documenta 2012 gezeigt. Einzelausstellungen unter anderem im Padiglione Esprit Nouveau Bologna (2020), STUK Leuven (2018), Kiasma Helsinki (2013/14), CAM St. Louis (2013) und TENT Rotterdam (2013). Für die Kurzfilmtage kuratierte er 2014 das Thema „Film without Film“.