Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Thema

Solidarität als Störung


Solidarität stört die Systeme der Ungleichheit und Hierarchie. Als Reaktion auf die Migrationsbewegungen der letzten Jahre führte die Solidarität mit Flüchtenden und Migranten, im Gegensatz zur gewalttätigen Politik der Festung, zu einer Überprüfung der eigentlichen Bedeutung und Möglichkeit von Solidarität. Wie kann man Solidarität als politisches Projekt begreifen und ihre Methoden mit Hilfe des Films re/aktivieren? Wie kann man das historische Erbe als Ressource neu denken und ein zeitgenössisches Register der Solidarität entwickeln?

 

Das Programm spürt den Zusammenhängen zwischen Produktionsweisen und politischer Praxis im Film nach, erforscht die Archive und Kontinuitäten der Emanzipationspolitik, untersucht Solidarität anhand disruptiver filmischer Praktiken: von der De-Elitisierung der Produktion (radikalerAmateurismus) und der Raumpolitik des Alltags zu Kine Politik, einem Kino, das die Bewegungen der Menschen reflektiert, und den ästhetischen Formen und Dokumenten des Lebens von Arbeitenden im Film sowie Filmfronten, die die Zukunft für sich reklamieren. Mit Filmvorführungen, einer Podiumsdiskussion und Vorträgen baut es auf dem Erbe und den zeitgenössischen filmischen und künstlerischen Praktikendes ehemaligen Jugoslawiens seit den 1960ern auf, als internationaler Dialog mit Filmen von Želimir Žilnik, Tomislav Gotovac, Bojana Marjan, Igor Grubic, Vlado Kristl, Krsto Papic, Dušan Makavejev, Doplgenger, Chto Delat, Nika Autor und anderen.


Die Kuratorinnen


Branka Bencić , freie Kuratorin und Kunsthistorikerin, ist Leiterin des Apoteka – Space for Contemporary Art. Sie kuratiert das Artists Cinema Filmprogramm am Museum of Contemporary Art Zagreb und ist Gründerin und Kuratorin des Cinemaniac Think Film Förderprogramms des Pula Film Festivals. 2017 war sie Kuratorin des kroatischen Pavillons bei der 57. Biennale Venedig.

 

Aleksandra Sekulić ist Programmleiterin am Center for Cultural Decontamination (CZKD) in Belgrad. In den 2000er Jahren war sie Kuratorin und Produzentin am Belgrader Academic Film Center und ist Mitglied von Media Archaeology und des Kosmoplovci Kollektivs.

 

Zusammen und einzeln kuratierten sie Ausstellungen und publizierten zum Erbe des experimentellen Films, früher Videoproduktionen und Filmclubs im ehemaligen Jugoslawien.

 

Kontakt: Kristina Henschel


Themen der letzten Jahre waren u.a.

 

Die Sprache der Verlockung:Trailer zwischen Werbung und Avantgarde (2019); Abschied vom Kino – Knokke, Hamburg, Oberhausen (1967–1971) (2018); Soziale Medien vor dem Internet (2017); "El Pueblo - Auf der Suche nach dem neuen Lateinamerika" (2016); "Das Dritte Bild – 3D-Kino als Experiment" (2015); "Memories Can't Wait - Film Without Film" (2014); "Flatness: Kino nach dem Internet" (2013); "Provokation der Wirklichkeit: Mavericks, MouveMents, Manifestos" (2012); "Das Kino der Tiere. Eine kurze Geschichte des Tierfilms" (2011); "Vom Meeresgrund: Das Experiment Film 1898-1918" (2010); "Unreal Asia" (2009); "Wessen Geschichte?" (2008) und "Grenzgänger und Unruhestifter" (2008); "Kinomuseum" (2007) und "Dreh Dich nicht um! Kinder, Kindheit, Kino" (2007); "Radical Closure" (2006); "Der gefallene Vorhang" (2005); "50 Jahre Kurzfilme in Oberhausen" (2004); "re<lokal>isierung" (2003); "Katastrophe" (2002); "Out of Time" (2001); "Pop Unlimited?" (2000); "Sex, Rock'n'Roll and History" (2000); "Städte, Territorien" (1999); "Nützliche Bilder" (1998); "1968/98" (1998); "Hyper Media" (1997); "Instudriefilmfaszination" (1995); "Konfrontation der Kulturen" (1993); "Werbefilm" (1992); "HDTV" (1992); "Das Auge der Bombe" (1991).