Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Conditional
Cinema

 

Conditional Cinema

 

Die 64. Kurzfilmtage starten ein dreijähriges „live cinema“-Projekt, zusammengestellt von dem finnischen Künstler, Filmemacher und Kurator Mika Taanila.

 

Man will uns weismachen, die Zukunft des Kinos liege in möglichst realistischer virtueller Erfahrung, im Internet, in 3D-Spektakeln oder Virtual Reality. Nichts hat weniger mit Kino zu tun. In seinem Projekt „Conditional Cinema“ begreift der finnische Künstler, Filmemacher und Kurator Mika Taanila den Kinoraum als eine post-industrielle Realität und nutzt „live cinema“ als Werkzeug, um die Rolle des Kinos und des Bewegtbilds im digitalen Zeitalter zu untersuchen. Was kann uns Kino noch beibringen? Was drohen wir zu verlernen ohne Kino?

 

Die Kurzfilmtage beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit der Frage einer postkinematographischen Realität bzw. der Frage, wie die spezifische Wahrnehmungsform der Kulturtechnik Kino sich nicht nur bewahren, sondern auch weiterentwickeln lässt. Die auf drei Jahre angelegte Untersuchung wird sich in drei Stufen entwickeln. Im ersten Jahr zeigt Taanila 2018 drei Programme mit Arbeiten, die zwar im klassischen Kinosaal angesiedelt sind, das Bewegtbild aber nicht als final begreifen, sondern als fließend, sich entwickelnd, improvisiert oder interaktiv.

 

Ein Programm ist den Arbeiten von Peter Miller gewidmet. Millers Thema ist die Projektion als Performance: Stained Glass beispielsweise beginnt mit einer projizierten Anweisung an den Filmvorführer, die Linse des Projektors zu entfernen und so das Innenleben des Projektors freizulegen. Die Kurzfilmtage zeigen außerdem die Weltpremiere seiner neuen Arbeit ST*R, in der das Publikum mit der Projektion interagiert sowie weitere Arbeiten des Künstlers.

 

Im zweiten Programm steht Owen O’Tooles The Filmers‘ Almanac im Mittelpunkt. Zum 30. Geburtstag dieses Werkes zeigen die Kurzfilmtage die Kompilation von Super 8-Filmen, zu der über 130 Filmemacher 1988 Episoden beigetragen haben, live begleitet von Mika Taanila und Caspar Stracke.

 

Im dritten Programm sind zwei Arbeiten zu sehen, Ficciones der mexikanischen Künstlerin Manuela de Laborde, mit einer Performance von Manuela de Laborde und Sound von David Goldberg. Die Weltpremiere von Literal Translations des finnischen Sound-Künstlers Anton Nikkilä, eine Kombination projizierter Texte und live eingespielter Soundlandschaften, komplettiert das Programm.

 

"Conditional Cinema" ist eine von vier neuen Sektionen bei den 64. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen.

 

Termine siehe Programm

 

 

Mika Taanila:

Der Künstler, Filmemacher und Kurator Mika Taanila ist einer der sechs Künstler, die den Nordischen Pavillon der Biennale Venedig 2017 bespielten. Er nahm unter anderem an der documenta 13 und der Manifesta 4 teil und stellte im Kiasma Museum of Contemporary Art in Helsinki, im Contemporary Art Museum St. Louis, im Migrosmuseum Zürich und im Badischen Kunstverein, Karlsruhe aus.

 

Oberhausen, 13. März 2018

 

Pressekontakt: Sabine Niewalda, T +49 (0)208 825-3073, niewalda@kurzfilmtage.de