Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Der Kurzfilmtage-Blog

66. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen Online, 13.-18. Mai 2020

 

Kurzfilmtage starten Blog

 

Herbert Fritsch im Gespräch zur Frage „Kann man Theater aufzeichnen?“, Jörg Heiser zur Frage „Was ist so schlimm an Corona-Kunst?“, die Leiter der österreichischen Diagonale und des Stuttgarter Filmwinters über Festivalabsagen, die Schweizer Medienwissenschaftlerin Laura Walde führt eine Gesprächsreihe über Klima und Kultur – seit 3. April 2020 steht der Blog der Kurzfilmtage online.

 

Mit dem Blog starten die Kurzfilmtage ein Experiment, mit dem sie zeitnah auf die aktuelle Krise reagieren, ein Forum, in dem viele Leute zu Wort und viele Themen zur Sprache kommen, in dem Beiträge zu ganz unterschiedlichen Themen erscheinen, mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Der Blog macht somit den Prozess der Krise ebenso sichtbar wie diejenigen, die von ihr betroffen sind. Nicht zuletzt aber soll der Blog Vorlauf und Rahmen des Online-Festivals Mitte Mai bilden, in dem voraussichtlich rund 350 Filme zu sehen sein werden. Bis Ende Mai sind täglich ein bis zwei Beiträge geplant. Die Kurzfilmtage kooperieren mit zahlreichen Institutionen, vom Theater Oberhausen bis zur New Yorker Kunstplattform e-flux, die alle zum Blog beisteuern werden.

 

Lars Henrik Gass, Leiter der Kurzfilmtage: „Es ist unsere Aufgabe, auch unter stark veränderten Bedingungen und unter massiver Belastung, Kultur und Künstler und vor allem das Nachdenken über Gesellschaft unüberhörbar zu halten. Freilich stellt der Blog auch die Frage, ob und wie Kultur unter diesen Umständen überhaupt möglich ist.“

 

Filmreihen und Kooperationen

 

Von meinem Fenster aus

Unter dem Titel „From my window / From your window“ veröffentlichen die Kurzfilmtage gemeinsam mit der Kunstplattform e-flux eine Serie, für die Künstler und Filmemacher eingeladen sind, einen kurzen Videobrief oder ein Video-Statement beizusteuern, ein kleines Fenster zu ihrer aktuellen Situation und dazu, wie sie diese Zeit durchleben. Sie wird begleitet von einem Programm von Filmen, die für die aktuelle Situation relevant sind und aus frei zugänglichem Internetmaterial zusammengestellt werden. Die Serie ist inspiriert von Józef Robakowski legendärem Kurzfilm „Z mojego okna“ („Aus meinem Fenster“), Polen 1978-1999.

e-flux ist ein Kunst-Informationsdienst, Archiv, Kunstprojekt und eine kuratierte Plattform, die 1998 gegründet wurde.

 

Kann und muss man jetzt Filme machen?

Überdies steuern deutsche Filmemacherinnen und Filmemacher Beiträge zu einer Serie mit dem Titel „Kann und muss man jetzt Filme machen?“ bei. Die Bedingung: Die Erstellung ihrer Filme darf nicht mehr als eine Stunde Zeit beanspruchen. Zugesagt haben bislang Kurzfilmtage-Preisträgerinnen und -Preisträger wie Max Linz, Brenda Lien, Alexandra Gerbaulet (die beiden letzteren außerdem Trägerinnen des Deutschen Kurzfilmpreises), Franz Müller, Dietrich Brüggemann und viele andere.

 

Jetzt ist nicht die Zeit für Kritik

Unter diesem Titel richtet das Theater Oberhausen den Blick auf gesellschaftliche Bereiche, die durch Corona ganz besonders brennen, und stellt Fragen, die in der aktuellen Berichterstattung zu kurz kommen. In der Serie wird in jeder Folge eine Expertin oder ein Experte zu einem ausgewählten Thema zu Wort kommen. In welcher Verfassung ist das deutsche Gesundheitssystem? Was bedeutet die Krise für Menschen, die in Armut leben? Welche Folgen hat Social Distancing für Frauen* in gewalttätigen Beziehungen? Diesen und weiteren Fragen soll von nun an wöchentlich nachgegangen werden.

 

The One Minute Healing Tool

Täglich bis zum Festival präsentieren die Kurzfilmtage in Kooperation mit der holländischen The One Minutes Foundation einen einminütigen Film.

 

 

Der Blog wird mit freundlicher Unterstützung von ARTE ermöglicht

 

 

Das Team

 

Initiator und Chefredakteur des Blogs ist Lars Henrik Gass (Leiter der Kurzfilmtage).

Regelmäßige Redaktionsmitglieder:

 

Marina Fokidis ist Kuratorin und Autorin und lebt in Athen. Sie war Leiterin des Künstlerischen Büros der documenta 14 in Athen und ist Gründerin und künstlerische Leiterin der Kunsthalle Athena sowie Gründerin und Redaktionsleiterin der Zeitschrift South.

 

Dana Linssen ist eine Philosophin, Kuratorin (Critics' Choice, IFFR) und Filmkritikerin aus den Niederlanden und Gründerin des Slow Criticism Project. Als Filmkritikerin arbeitet sie seit langem für NRC Handelsblad. Von 1998 bis 2019  war sie Chefredakteurin des niederländischen Filmmagazins "de Filmkrant".

 

Petar Milat ist Chefkoordinator des Multimedijalni Institut/Klub MaMa in Zagreb, wo er für Publikationen, Experimentalmusik und Filmprogramme verantwortlich ist. Seit 2008 ist er Leiter des Human Rights Film Festival in Zagreb, einem Festival des cinéma d’auteur engagé.

 

Rüdiger Suchsland studierte Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft. Heute arbeitet er als Autor, Kurator und Filmemacher. Seine neueste Arbeit ist "Hitlers Hollywood. Das deutsche Kino im Zeitalter der Propaganda 1933-1945". Seit langem Redakteur von artechock (www.artechock.de) - er bezeichnet sich selbst als "cultural activist"

 

 

Oberhausen, 9. April 2020

 

Pressekontakt: Sabine Niewalda, T +49 (0)208 825-3073, niewalda@kurzfilmtage.de