Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

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Podium 2017

Von der autoritären Wende in der Türkei bis zu Künstler-Webserien

Die Podium-Reihe der Kurzfilmtage

 

Die Podium-Reihe ergänzt die Filmprogramme der Kurzfilmtage um ein Format, in dem Wissenschaftler, Künstler, Kuratoren und Autoren über aktuelle Fragen rund um den Kurzfilm diskutieren, ob ästhetisch, wirtschaftlich, politisch oder technologisch. In diesem Jahr werden die Diskussionen ergänzt durch ein Extra-Podium zur autoritären Wende in der Türkei am Montag, 15. Mai, 12.30 Uhr

 

Podien:

12. bis 16. Mai jeweils von 10 bis 12 Uhr

Eintritt frei.

 

 

15. Mai, 12.30 Uhr

Extra-Podium

Die autoritäre Wende in der Türkei: Wann fing alles an?

Die in letzter Zeit verschärfte Unterdrückung und die Versuche, die kulturelle Diversität der Türkei auszulöschen, wirken sich besonders gravierend auf die intellektuellen und künstlerischen Szenen aus. Die Situation kann jedoch nicht einfach auf eine „autoritäre Herrschaft“ reduziert werden. Sie ist vielmehr Teil einer universellen Krise des neoliberalen Kapitalismus und hat darüber hinaus einige spezifische historische Wurzeln: In den 1990er-Jahren machte das „Grau“ der neoliberalen Demokratie den Weg frei für die schrillen Töne rechtsgerichteter Politik. Das Podium stellt die Frage, inwieweit sich die Kunst als kritisches Medium zur Analyse der Vorgänge eignet, die auf die Reflexion der gegenwärtigen Politik in der Türkei einwirken.

 

Mit: Cüneyt Cebenoyan, Filmkritiker (Istanbul)

Banu Cennetoğlu, Künstler (Istanbul)

Erol Mintaş, Filmemacher (Istanbul)

Moderation: Turgut Erçetin, Komponist (Istanbul)

In Kooperation mit Interkultur Ruhr, Essen, und der Akademie der Künste der Welt, Köln

 

 

12. Mai

Soziale Medien vor dem Internet

Das Thema-Programm wird ergänzt durch ein Podiumsgespräch mit Aktivisten und Praktikern, die die Entwicklung von Mitmach-Medien vom Videoaktivismus bis zum Web 2.0 begleitet und verfolgt haben. Angesichts der Formen, die der Online-Dialog inzwischen oft annimmt, soll die Frage gestellt werden, was für ein Fortschritt hier erreicht wurde – und inwiefern sich diese Entwicklung möglicherweise schon bei den frühen, hochgestimmten Medienexperimenten andeutete.

 

 

Mit: Gerd Conradt, Regisseur, Autor, Produzent, Kameramann (Berlin)

Benjamin Heidersberger, Künstler, Unternehmer, künstlerischer Leiter des „Produktionskunst“-Festivals (Stuttgart)

Mahide Lein, Feministische Queer Filmvermittlerin (Berlin)

Moderation: Dr. Tilman Baumgärtel, Kurator des Themenprogramms (Berlin)

 

 

 

13. Mai

Architektur-Ikonen und/oder Orte der Kunst?

Die Medien sind voll von Berichten über die neuen Architektur-Ikonen der Kultur. Doch was passiert, wenn der Eröffnungstrubel vorbei ist? Wie arbeitet es sich in den neuen Häusern mit den alten Etats für Personal und Betrieb? Wie entwickelt sich die künstlerische Arbeit in der neuen Architektur? Moderiert von Ulrike Rose, diskutiert das Podium Gründe für das Scheitern oder Gelingen zwischen Investitionen in Hardware (Beton) und Software (Programm).

 

Mit: Jochen Becker, Autor, Kurator (Berlin)

Marc Gegenfurtner, Kulturdezernat München

Stefanie Schulte Strathaus, Kuratorin (Berlin)

Moderation: Ulrike Rose, Kulturmanagerin (Berlin)

 

 

14. Mai

In the expanded field

Museen und Galerien zeigen verstärkt Interesse an flüchtigen und kurzzeitigen Kunstpraktiken. Historische und neue Performancekunst oder Expanded Cinema werden neu bewertet, ausgestellt und gesammelt. Moderiert von Marta Popivoda, fragt das Podium, wie sich das Ausstellen dieser Arbeiten auf verschiedene Räume, deren institutionelle Rahmenbedingungen, Geschichte und Architektur bezieht. Verschiebt sich hier unsere Wahrnehmung und die kulturelle Neuprogrammierung von Kunstinstituten?

 

Mit: Ben Cook, Gründer und Leiter von LUX (London)

Xavier Le Roy, Choreograph (Montpellier)

Kathrin Rhomberg, Kuratorin (Wien)

Ana Vujanovic, Wissenschaftlerin, Autorin, Dramaturgin, Aktivistin (Berlin/Hamburg/Belgrad)

Moderation: Marta Popivoda, Regisseurin (Belgrad)

 

 

15. Mai, 10.00 Uhr

Künstler-Webserien

Das Fernsehen erlebt eine Renaissance, vor allem in Form von Webserien. Ein Sub-Genre sind Künstler-Webserien über Ungleichheit, Kommodifizierung, institutionelle und strukturelle Mängel in der Kunstwelt und die Rolle der Künstler darin. Eine Diskussion über Themen und Kontexte mit Künstlern aus Europa und Amerika, moderiert von der estnischen Kuratorin und Kunstkritikerin Rebeka Põldsam. Beispiele werden vom 12.-15. Mai im Sunset gezeigt.

 

Mit: Casey Jane Ellison, Comedian, Videokünstlerin (Los Angeles)

Jaakko Pallasvuo, Regisseur (Helsinki/Berlin)

Moderation: Rebeka Põldsam, Kuratorin, Kritikerin (Tallinn)

 

Web-Serien: 12.-16. Mai, täglich ab 12.30 im Lichtburg Filmpalast

 

 

16. Mai

Die Politik des Kalten Krieges neu gelesen mit pan-afrikanischen Zeitschriften

Das Forschungsprojekt „Electronic Textures“ der Trondheim Academy of Fine Art untersucht Geschichtsbilder in der Perspektive pan-afrikanischer, trikontinentaler Zeitschriften. In Zusammenarbeit mit Filmemachern, Künstlern und Autoren wird eine elektronische Publikation erarbeitet, die neue Möglichkeiten erforscht, Text, Bild und Ton ins Verhältnis zu setzen. Annett Busch präsentiert erste Ergebnisse in Oberhausen.

 

Mit: Kodwo Eshun, Künstler, Theoretiker (London)

Moderation: Annett Busch, Kuratorin, Autorin (Berlin/Trondheim)

 

 

Akkreditierung:

www.kurzfilmtage.de/festival/professionals/akkreditierung/

 

Oberhausen, 31. März 2017

 

Pressekontakt:

Sabine Niewalda, T +49 (0)208 825-3073, niewalda@kurzfilmtage.de