Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Thema: Solidarität als Störung

66. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, 13.-18. Mai 2020

 

Themenprogramm “Solidarität als Störung”

 

Um „Solidarität als Störung“ geht es im diesjährigen Themenprogramm der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Das Programm fragt, wie Solidarität, ein Konzept, das mit den neueren Migrationsbewegungen wieder aktuell geworden ist, mit filmischen Mitteln als politisches Projekt neu definiert und re/aktiviert werden kann. Ausgehend von einem Schwerpunkt auf Filmen aus dem ehemaligen Jugoslawien seit den 1960er Jahren, untersuchen die Kuratorinnen Branka Benčić (Kroatien) und Aleksandra Sekulić (Serbien) das Konzept und seine Geschichte in einem breiteren Kontext, von kollektiven Filmbewegungen über die Ästhetik der Arbeiter als politische Subjekte, von Kinepolitik bis zu performativen Gesten.

 

Solidarität stört Systeme der Ungleichheit. Der Ruf nach Solidarität erklingt täglich, besonders im Hinblick auf Flüchtende und die neuen globalen Migrationsbewegungen. Diese Migrationen bringen eine Neubewertung der Bedeutung und Möglichkeit der Solidarität mit sich. Die Kurzfilmtage beleuchten das Konzept nun durch das Prisma von Filmen aus dem ehemaligen Jugoslawien in ihrem Themenprogramm „Solidarität als Störung“.

 

In den einzelnen Kapiteln geht es um die „Geografie der Solidarität“, das „Kollektiv“, repräsentiert durch Filmgruppen, -clubs, -gemeinden und –bewegungen, um „Filmfronten“ interventionistischen und partizipativen Filmemachens, die ästhetische Behandlung von „Arbeitern“ als politische Subjekte, um „Kinepolitik“, die sich auf Bewegungen von Subjekten konzentriert, und um „Performative Gesten“. In acht Filmprogrammen zeigt das Programm historische Ansätze ebenso wie aktuelle partizipative Modelle und Infrastrukturen filmischer Solidarität und Intervention. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Kooperation, Dissens und Solidarität“ stellt die Frage, wie die Filmerfahrung von abweichenden, emanzipatorischen und aktivistischen Gruppen beeinflusst wurde und wird.

 

Das Programm deckt einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren ab, von 1950 bis 2015. Geplant sind Filme von Nika Autor, dem Chto Delat Kollektiv, Vlatko Gilić, William E. Jones, Vlado Kristl, Low Fi Video, Dušan Makavejev, Chris Marker, Krsto Papić, Katarina Zdjelar, Joyce Wieland, Želimir Žilnik und vielen anderen.

 

Daten:

 

Donnerstag, 14. Mai, 12.30 Uhr

Einführung in „Solidarität als Störung“

Branka Benčić und Aleksandra Sekulić

 

 

Donnerstag, 14. Mai, 17 Uhr

Die Geografie der Solidarität

Filmprogramm

 

 

Freitag, 15. Mai, 17 Uhr

Arbeiter – die ästhetische Form politischer Subjekte

Filmprogramm

 

 

Samstag, 16. Mai, 17 Uhr

Museum Songspiel: The Netherlands 20XX

Filmvorführung und Vortrag des Chto Delat Kollektivs

 

 

Sonntag, 17. Mai, 10.30 Uhr

Performative Gesten – (Ent)Lernen von …

Filmprogramm

 

 

Sonntag, 17. Mai, 17 Uhr

Kinepolitik

Filmprogramm

Gäste: Nika Autor, Doplgenger (Isidora Ilić und Boško Prostran), Mate Ugrin und Želimir Žilnik

 

Sonntag, 17. Mai, 22 Uhr

Performative Gesten – Geteilter Raum

Filmprogramm

Gäste: Igor Grubić, Dejan Vasić

 

 

Montag, 18. Mai, 10 Uhr

Kooperation, Dissens und Solidarität

Podiumsdiskussion

Teilnehmer: Igor Đorđević (Kosmoplovci collective, Belgrad), Sunčica Fradelić (Cine Club Split), Marko Milićević (Kino pleme, Belgrad) und Diana Nenadić (Croatian Film Clubs’ Association)

 

 

Montag, 18. Mai, 12.30 Uhr

Kollektiv: Gruppe, Gemeinde, Club, Bewegung

Filmprogramm

Gäste: Igor Đorđević, Diana Nenadić

 

 

Montag, 18. Mai, 17 Uhr

Filmfronten

Filmprogramm

Gast: Tanja Vrvilo

 

(Änderungen vorbehalten)

 

Oberhausen, 3. März 2020

 

Pressekontakt: Sabine Niewalda, T +49 (0)208 825-3073, niewalda@kurzfilmtage.de