Andere Programme
Thema
based on true events?
In „based on true events?” untersuchen die Kurzfilmtage das Verhältnis von Realität und Fiktion im (dokumentarischen) Film, vom Beginn der Filmgeschichte bis zu heutigen, mit generativer KI hergestellten Bildern. Dass Bilder/Töne/Texte/Montagen lügen, ist nicht neu: Propaganda ist untrennbar mit der Geschichte des Films selbst verbunden. Mit KI-Fakes nimmt diese Entwicklung eine neue Dimension an. Doch ist diese nun algorithmisch „durchlöcherte Realität“ wirklich neu oder haben sich (Film-)Künstler*innen nicht schon immer mit komplexen und prekären Weltverhältnissen auseinandergesetzt und Formen und Strategien gefunden, um Behauptungen und Zweifel an Realitätseffekten methodisch oder spekulativ mit den jeweils neuen Werkzeugen zu bearbeiten?
Von Filmen aus der Frühzeit des Kinos um 1900 aus der Mitchell & Kenyon-Sammlung über Werner Herzogs Konzept der „ekstatischen Wahrheit“, reicht das Programm bis zu einer von Clemens von Wedemeyer kuratierten Filmauswahl zu Entstehung und Effekten von „Künstlicher Intelligenz“ in der Bildproduktion, vom massiven Rohstoff- und Energiebedarf der Hardware und den daraus entstehenden sozialen Bruchstellen bis zu der durch die immer perfekter simulierenden Bilder hervorgerufenen Krise der Wahrheit.
Thema – Hintergrund
Ebenso bedeutsam wie die Wettbewerbe und seit den 1990er Jahren ein zentraler und erfolgreicher Teil des Profils der Kurzfilmtage ist das Thema, ein umfangreiches Programm zu jährlich wechselnden Fragestellungen. Die Kurzfilmtage stellen hier die enorme Ausdifferenzierung der kurzen Form, ob Avantgarde-, Werbe- oder Wissenschaftsfilm, ob erweitertes Kino oder lineare Installations-Auskoppelung, innerhalb thematischer Kontexte dar. So schaffen sie ein Forum für filmische und gesellschaftliche Diskussionen, die sich, ausgehend vom Kurzfilm, weit über filmbezogene Fragestellungen hinaus erstrecken und einen übergreifenden Dialog über Bildproduktion in den Künsten, den neuen Technologien und Wissenschaften führen.
Themen der letzten Jahre
U.a. „Das Auge der Bombe“ (1991), „Werbefilm“ (1992), „HDTV“ (1992), „Konfrontation der Kulturen“ (1993), „Instudriefilmfaszination“ (1995), „Hyper Media“ (1997), „Nützliche Bilder“ (1998), „1968/98“ (1998), „Städte, Territorien“ (1999), „Pop Unlimited?“ (2000), „Sex, Rock'n'Roll and History“ (2000), „Out of Time“ (2001), „Katastrophe“ (2002), „re<lokal>isierung“ (2003), „50 Jahre Kurzfilme in Oberhausen“ (2004), „Der gefallene Vorhang“ (2005), „Radical Closure“ (2006), „Kinomuseum“ (2007), „Dreh Dich nicht um! Kinder, Kindheit, Kino“ (2007), „Wessen Geschichte?“ (2008) und „Grenzgänger und Unruhestifter“ (2008) „Unreal Asia“ (2009), „Vom Meeresgrund: Das Experiment Film 1898-1918“ (2010), „Das Kino der Tiere. Eine kurze Geschichte des Tierfilms“ (2011), „Provokation der Wirklichkeit: Mavericks, MouveMents, Manifestos“ (2012), „Flatness: Kino nach dem Internet“ (2013), „Memories Can't Wait - Film without Film“ (2014), „Das Dritte Bild – 3D-Kino als Experiment“ (2015), „El pueblo – Auf der Suche nach dem neuen Lateinamerika“ (2016), „Soziale Medien vor dem Internet“ (2017), „Abschied vom Kino – Knokke, Hamburg, Oberhausen“ (1967–1971) (2018), „Die Sprache der Verlockung: Trailer zwischen Werbung und Avantgarde“ (2019), „Solidarität als Störung“ (2021), „Solidarität als Störung – Epilog“ (2022), „Synchronisieren! Pan-afrikanische Filmnetzwerke“ (2022), "Against Gravity. The Art of Machinima - Kunst, Animation, Gaming" (2023), "Sport im Film: Historische Sportfilme im Fokus" (2024), Umwege zum Nachbarn – Der Film der DDR in Oberhausen (2025)
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Kristina Jurkowski
thema(at)kurzfilmtage.de
Profile
In den Profilen stellen die Kurzfilmtage traditionell herausragende Filmemacherinnen und Filmemacher vor, die sich zum Teil über Jahrzehnte hinweg mit der kurzen Form in allen ihren Facetten beschäftigt haben. Die Programme werden stets persönlich von den Künstlerinnen oder Filmemachern vorgestellt.
Linda Bilda
Linda Bilda (1963-2019) war Künstlerin, Verlegerin, Unternehmerin, Ausstellungsmacherin, Performerin, Comiczeichnerin, Aktivistin und Lehrende – und Filmemacherin. Bekannt wurde sie mit ihren Comiczeichnungen und als Herausgeberin (mit Ariane Müller) mehrerer Zines und Zeitschriften, unter anderem Artfan. Ihrem Werk lag immer der Anspruch an eine emanzipatorische Kunstproduktion zugrunde; sie organisierte Gruppen, schrieb Manifeste, intervenierte in den öffentlichen Raum.
In ihrem Nachlass fand sich eine bislang nicht beachtete Seite ihres Schaffens: Filme, die Linda Bilda sowohl alleine als auch in Zusammenarbeit mit anderen gemacht hat. Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen präsentieren den weltweit ersten Einblick in Bildas filmisches Werk, kuratiert von Olaf Möller und in Anwesenheit ihrer langjährigen künstlerischen Partnerin Ariane Müller.
Charlotte Pryce
Seit 1986 arbeitet die gebürtige Londonerin Charlotte Pryce mit Film und optischen Objekten, ihre experimentellen Arbeiten werden weltweit auf Filmfestivals ebenso wie in Museen gezeigt. In ihrem Werk erkundet sie proto-kinematografische Strukturen des Träumens, stellt das Reale und Imaginäre nebeneinander, das Spielerische und das Paradoxe. Dabei ist ihre Arbeit in biologischen Prozessen verankert und regt uns an, die Geheimnisse der natürlichen Welt neu zu denken – eine Wunderkammer des Kinos. Die Kurzfilmtage zeigen Pryces Arbeiten auf 16 mm, am Ende jedes Programms steht eine Laterna Magica-Vorführung aus ihrer „Illuminated Fiction“-Serie.
Gernot Wieland
Der 1968 in Österreich geborene Gernot Wieland ist ein Geschichtenerzähler, der mit Film, Zeichnung, Animation und Lecture Performances arbeitet. Seine Filme sind Collagen aus Knetanimation, Super-8-Schnipseln, Fotos, Kinderzeichnungen, Scherenschnitten, Diagrammen und Skizzen: komplexe Narrative, in denen Dokumentation und Fiktion ineinanderfließen. Er verknüpft persönliche Erinnerungen mit historischen Berichten und öffnet Autobiografisches hin zu universellen Themen, oft mit absurden oder tragisch-komischen Elementen. 2023 gewann er für Turtleneck Phantasies den Preis des Deutschen Wettbewerbs, nun widmen die Kurzfilmtage dem Künstler und Filmemacher eine umfangreiche Werkschau.
Les Films de la Maison
Seit fast zehn Jahren arbeiten Elie Maissin und Mieriën Coppens unter dem Namen Les Films de la Maison in Brüssel mit dem Kollektiv La Voix des Sans Papiers Bruxelles zusammen und erarbeiten Kurzfilme, die sie Versuche, „essais“, nennen, immer gemeinsam mit ihren Protagonist*innen. Sie dokumentieren Vollversammlungen, Umzüge und Räumungen, Anhörungen vor Gericht und Proteste vor der Ausländerbehörde, aber auch Alltag beim Verteilen der Post, beim Weitermachen, beim Schlafen. Die Kurzfilmtage präsentieren eine Auswahl dieser Arbeiten in Anwesenheit der Filmemacher und von Vertreter*innen der Sans Papiers.
Bisherige Profile
Sandor Aguilar (2017), Eija-Lisa Ahtila (2000), Victor Alimpiev/Olga Stolpovskaya (2006), Wojciech Bakowski (2014), Craig Baldwin (2000), Baloji (2021), Melika Bass (2021), Guy Ben-Ner (2007), Majoleine Boonstra (2007), Louise Botkay (2018), Marcel Broodthaers (2023), Yamashiro Chikako (2023), Linda Christanell (2012), Raquel Chalfi (2016), Jem Cohen (2001), Josef Dabernig (2016), Kiri Dalena (2019), Amit Dutta (2010), Nicolás Echevarría (2009), Teboho Edkins (2023), Heinz Emigholz (2001), Factory of Found Clothes (2009), Helga Fanderl (2013), Jeanne Faust (2016), Morgan Fisher (2022), Herbert Fritsch (2009), Susannah Gent (2020), Karpo Godina/Želimir Žilnik (2002), Marina Grižnić/Aina Šmid (2003), Alexandra Gulea (2023), Bert Haanstra (1998), Anne Haugsgjerd (2016), Stefan Hayn (2005), James Herbert (1999), Sohrab Hura (2022), Yamada Isao (2004), Ito Takashi (2015), Ken Jacobs (1996), Jim Jennings (1998), William E. Jones (2011), Larry Jordan (2001), Aryan Kaganof (2014), Kanai Katsu (2007), Patrice Kirchhofer (2008), Ken Kobland (2007), Rainer Komers (2022), Eva Könnemann (2018), Andrew Kötting (2008), Petar Krelja, Krsto Papić und Zoran Tadic (2013), Grzegorz Królikiewicz (2011), Mark Lewis (2005), Salomé Lamas (2018), Marie Lukáčová (2021), Dušan Makavejev (2003), Mox Mäkelä (2024), Davorin Marc (2024), Mara Mattuschka (2014), Dóra Maurer (2025), John Maybury (2002), Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo (2020), Bjørn Melhus (2017), Deimantas Narkevicius (2014), Erkka Nissinen (2015), Matsumotu Toshio (2009), Münchner Gruppe: Klaus Lemke/Rudolf Thome/Max Zihlmann (2003), Gunvor Nelson (2010), Robert Nelson (2006), Vera Neubauer (2012), Ho Tzu Nyen (2013), No Wave (2010), Jayne Parker (2004), Kayako Oki (2019), Miranda Pennell (2006), Ilppo Pohjola (2012), Shalimar Preuss (2022), Luther Price (2013), Laure Prouvost (2013), William Raban (2015), Abraham Ravett (2024), Jennifer Reeder (2015), Lis Rhodes (2008), Jósef Robakowski (2005), Roee Rosen (2012), Roter Hahn 1907 (2011), Lynne Sachs (2023), Larissa Sansour (2017), Sarajevo Documentary School (2009), Boris Schafgans (2006), Sylvia Schedelbauer (2022), Maya Schweizer (2020), Dietrich Schubert (2025), John Smith (2002), Alexander Sokurov (2019), Eva Stefani (2019), Barbara Sternberg (2017), Sun Xun (2016), Eszter Szabó (2022), Jaan Toomik (2017), John Torres (2024), Salla Tykkä (2021), Robert Van Ackeren (2001), Mona Vătămanu & Florin Tudor (2018), Vipin Vijay (2015), Laura Waddington (2005), Susanna Wallin (2025), Orson Welles (2000), Joyce Wieland (2002), Charles Wilp (2001), John Wood & Paul Harrison (1999), Fred Worden (2010), Nina Yuen (2017) und Akram Zaatari (2008).
Profile im Rückblick
Die Profile aus dem letzten Jahr finden Sie hier.
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Kristina Henschel
berezovskaya(at)kurzfilmtage.de
Podium
2025 diskutieren die Kurzfilmtage in der Reihe Podium unter anderem über Ideologiemaschinen (in Zusammenarbeit mit dem ESFN), DDR-Filme und Globalismus.
Podium
30.4.-4.5. täglich 10 h im Festival Space
30. April
Who Goes Fascist? – Wer wird Faschist?
Gibt es psychologische und neurologische Prädispositionen, die Menschen zur extremen Rechten treiben – und welche könnten das sein?
Mit Prof. Emilie A. Caspar, Dozentin für soziale und kognitive Neurologie, Universität Ghent; Dr. Agnieszka Golec de Zavala, Dozentin für Psychologie, Goldsmiths, London; Artur Zmiejewski, Künstler, Warschau; Rod Dickinson, Künstler, Bristol.
Moderiert von Galit Eilat.
1. Mai
Umwege zum Nachbarn. Der Film der DDR in Oberhausen
Dieses Podium erörtert die starke Präsenz des DDR-Filmschaffens bei den Kurzfilmtagen: nie selbstverständlich, nie konfliktlos!
Mit Helke Misselwitz, Filmemacherin und Professorin, Filmuniversität Babelsberg; Wolfgang J. Ruf, Leiter Kurzfilmtage 1975-1984; Felix Mende, Kurator des Themenprogramms.
Moderiert von Cornelia Klauß.
2. Mai
Ideologiemaschinen. Die Konformismus-Falle in der Kultur und ihren Institutionen
Ein Gespräch mit dem Autor Harry Lehmann über sein Buch „Ideologiemaschinen“ und die Frage, wie sich Kulturinstitutionen inmitten digitaler Empörung, politischer Skandale und innerer Konformitätszwänge als unabhängig behaupten können.
Mit Gertrud Koch, Professorin der Filmwissenschaft i.R., Berlin; Harry Lehmann, Autor / Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Luxemburg, Berlin.
Moderiert von Jonathan Guggenberger.
In Kooperation mit dem European Short Film Network (ESFN).
3. Mai
Ästhetik des Widerstands: Wirklich jetzt?! Ästhetische Strategien zwischen Immunität und Resilienz
Podiumsdiskussion mit Filmemacher*innen zur Frage, wie es um die politische Ästhetik der Gegenwart steht. Wo ihre Formen noch widerständig sind und wo sie zur Geste wird – zum leeren Versprechen auf Radikalität, Fortschritt und Heilung in einer Welt voller Krisen.
Mit Elena Kulesh, Director (Мякиш (Crumb), Internationaler Wettbewerb); Roee Rosen, Künstler und Filmemacher, Tel Aviv; Franz Wanner, Künstler, Berlin.
Moderiert von Michel Wagenschütz und Jonathan Guggenberger.
4. Mai
Kritische Nähe, produktive Distanz: Filme des Festivals und ihre Verhältnisse
Das Festival durchleuchtet sich selbst im Gespräch mit Filmemacher*innen, Juror*innen und Mitgliedern der Auswahlkommission. Im Zentrum steht die Frage: Wie setzt man den eigenen Blick ins Verhältnis? Und umgekehrt: Was machen die Verhältnisse mit dem eigenen Blick?
Mit Philipp Gufler, Künstler, Amsterdam/München; Silke Schönfeld, Filmemacherin, Amsterdam/Dortmund; Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo, Filmemacher, Kigali.
Moderiert von Michel Wagenschütz und Jonathan Guggenberger.
Podiumsthemen der letzten Jahre
Diese 2006 eingeführte Diskussionsreihe hat sich als ein Ort der Auseinandersetzung mit Film schnell etabliert. Wissenschaftlerinnen, Kuratoren, Künstlerinnen und Autoren diskutieren hier aktuelle ästhetische, technologische, kulturpolitische und wirtschaftliche Fragen rund um den Kurzfilm. Das stetig wachsende Publikum ist eingeladen, sich zu beteiligen. Unter anderem waren bislang in Oberhausen: Catherine David, Chris Dercon, Diedrich Diederichsen, Adrienne Goehler, Alexander Horwath, Oskar Negt, Jonathan Rosenbaum, Martha Rosler und Akram Zaatari.
Podium & Tagung 2024
Tagung
Sehnsucht nach Widerspruchsfreiheit. Kultur und Öffentlichkeit 1
Auseinandersetzungen mit Sexismus, Rassismus und anderen Formen von Menschenfeindlichkeit haben in den vergangenen Jahren zur kritischen Überprüfung von Programmatik und Haltung von Kulturinstitutionen geführt. Mittlerweile scheinen die entstandenen Ansprüche jedoch in eine Falle zu laufen. Immer häufiger ist von dem ursprünglich durch rechte Akteure eingeführten Begriff „Cancel Culture“ die Rede, Boykottaufrufe und Proteste entstehen gegen die Zusammenarbeit mit Personen oder Institutionen ihrer Positionierung wegen, die Idee von Kritik droht in Konformismus umzuschlagen. Ausgehend von einer Kampagne gegen die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen diskutieren Befürworter, Gegner und Beobachter dieser und ähnlicher Kampagnen die Frage: Kommt die größte Gefahr für kritische Diskussionen über den Umgang mit politischen Themen innerhalb des Kulturbetriebs aus dem Kulturbetrieb selbst?
Keynote Bazon Brock
Podium Kulturtheorie
Bazon Brock, Kunsttheoretiker
Sara Rukaj, Autorin
Lea Wohl von Haselberg, Filmwissenschaftlerin und Festivalleiterin
Moderation: Ute Cohen, Schriftstellerin und Journalistin
Podium Kulturbetrieb
Sergio Edelsztein, Kurator
Ruth Herzberg, Autorin
Andreas Hoffmann, Geschäftsführer documenta
Ronya Othmann, Schriftstellerin und Journalistin
Moderation: Ute Cohen, Schriftstellerin und Journalistin
Podium im Rahmen der Festivaleröffnung
Lars Henrik Gass, Festivalleiter
Alexandra Schauer, Soziologin
Rüdiger Suchsland, Filmkritiker
Podium
Wozu Festivals? Kultur und Öffentlichkeit 2
Mit dem Wandel der Filmkultur und des Kinofilms in den letzten beiden Jahrzehnten, bedingt durch die Durchsetzung des Internets als Massenmedium und die Digitalisierung und Ökonomisierung aller Lebensbereiche, sind Filmfestivals mit zahlreichen neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert. Das Kino als Schauplatz von Filmfestivals und öffentlichem Diskurs ist ins gesellschaftliche Abseits geraten; nach der großen Pandemie und mit kriegerischen Auseinandersetzungen verschlechtern sich zudem die ökonomischen Rahmenbedingungen rasant. Angesichts dessen stellt sich die Frage, was vom ursprünglichen universalistischen Selbstverständnis von Filmfestivals noch geblieben ist und ob und wie sie ihren Auftrag noch werden erfüllen können. Dieser Frage gehen die Kurzfilmtage in vier Podiumsdiskussionen nach.
Sind Festivals noch ein universalistisches Projekt?
Harald Kimpel, Kunstwissenschaftler
Andreas Kilb, Filmkritiker (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Ariel Schweitzer, Filmkritiker (Cahiers du cinéma)
Lea Wohl von Haselberg, Filmwissenschaftlerin und Festivalleiterin
Moderation: Dunja Bialas, Filmkritikerin und Filmkuratorin
Was legitimiert Festivals?
Martina Genetti, Filmkuratorin
Daniel Hadenius-Ebner, Vienna Shorts
Keiko Okamura, Filmkuratorin
Heinz Peter Schwerfel. Kunstkritiker und Festivalleiter
Moderation: Dunja Bialas, Filmkritikerin und Filmkuratorin
International Style
Moritz Baßler, Literaturwissenschaftler
Susanne Heinrich, Autorin und Filmemacherin
Marco Müller, Filmkurator und Festivalleiter
Moderation: Ulrike Sprenger, Literaturwissenschaftlerin
Politisierung der Kultur
Lars Henrik Gass, Autor und Festivalleiter
Alexander Karschnia, Theatermacher, Texter und Theoretiker
Benjamin Moldenhauer, Filmkritiker
Shahrzad Eden Osterer, Journalistin (Bayerischer Rundfunk)
Moderation: Dunja Bialas, Filmkritikerin und Filmkuratorin
Podium & Talks 2023
The Soul of the Festival
Wie funktionieren Filmfestivals heute; wer ist drin und wer ist draußen? Was ist die Verantwortung von Filmfestivals angesichts zurückgehender Besucherzahlen nach Corona, sinkender Förderung und eine Teuerungskrise, und wie bewahren sie ihre Relevanz und Integrität? Zusammen denken wir laut über den aktuellen Stand der Dinge nach und darüber, wer sich um die Seele des Festivals kümmert.
Moderiert von Ben Cook (LUX)
25 Jahre MuVi-Preis: Zur Rettung der Popkultur
Eine Bestandsaufnahme und ein Ausblick auf das zukünftige Potenzial des Musikvideos: Videomacher*innen, Publizisten, Labels und Musiker*innen diskutieren aus Anlass des 25. MuVi-Preises.
Moderiert von: Liz Remter, ByteFM
Hosted by ByteFM
Zwischen Kino und Videospiel: Das schillernde Medium Machinima
Eine Diskussion über die Beziehung zwischen Videospielen und Kino, insbesondere über die Ursprünge, Herausforderungen und Chancen, aber auch die Einzigartigkeit einer im wesentlichen interdisziplinären Kunstform.
Mit: Alice Bucknell (Künstlerin und Autorin, London), Ip Yuk-Yiu (Filmemacher, Medienkünstler, Kunstlehrer und Kurator, Hongkong), Gemma Fantacci (Kuratorin, Milan Machinima Festival), Tracy Harwood (Professor of Digital Culture, De Montfort University, Leicester).
Moderiert von den Kuratoren Vladimir Nadein and Dmitry Frolov
Podium 2022
Westlicher Kanon und Lokales Erbe. Fließen unsere Ozeane ineinander?
Größer als die Leinwand. Die vielen afrikanischen Kinos, die Sie nur zu kennen glauben
Sammlung und Archivierung analoger Filme heute
20. Jahrestag der AG Kurzfilm: Filmbildung und Kurzfilm
Podium 2019
Zwischen Werbung und Kunst: Das Kino der Verheißungen
Video-on-Demand: Neue Chancen für Filmemacher und Festivals?
Neustart für Zelluloid?
Sind Filmfestivals der Ort für 360° und Virtual Reality?
Podium 2018
Kooperation unter Filmfestivals - der neue Schlüssel zum Erfolg
Abschied vom Kino und die Folgen
after youtube - Musikvideo nach dem Internet
Ausstellen fürs Kino
Kontakt
Amelie Große-Lüger
orga@kurzfilmtage.de
Expanded
Expanded: Zeitbasierte Experimentalkultur mit Shiny Toys
Die Kurzfilmtage setzen ihre Serie Expanded fort mit Shiny Toys, dem Festival für zeitbasierte Experimentalkultur. Positionen lokaler und internationaler Künstler*innen, kuratiert von dem Medienkünstler Jan Ehlen, erweitern die Leinwand mit Performances, Installationen oder audiovisuellen Konzepten. Die Grenzen des Mediums werden hier neu gedacht, erforscht – und über den Haufen geworfen. Es geht um das, was Werner Nekes, der Shiny Toys bis zu seinem Tod 2017 begleitet hat, „Cinema as an optical toy“ genannt hat.
Experimentelle Musik, Performance und Lichtkunst, autonome Maschinen und elektrochemische Maschinenperformances erweitern die Filmprojektion; Projektoren werden zu Musikinstrumenten, Akkuschrauber treiben ein Praxinoskop an: spielerische Projekte, die vertraute Seh- und Hörgewohnheiten zur Disposition stellen.
Die Reihe beginnt bei den Kurzfilmtagen und wird im Juni und September im Theater an der Ruhr und im soziokulturellen Kunsthaus Makroscope Mülheim sowie im Künstlerhaus Dortmund fortgesetzt.
Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Programm Neue Künste Ruhr.
Der Kurator
Jan Ehlen springt hier und da ein, wenn jemand ausfällt und konnte seine Leidenschaft für audiovisuelle Medien durch die langjährige Arbeit für die Sammlung Nekes füttern. Seit über 10 Jahren arbeitet er als Teil der RaumZeitPiraten und ist als professioneller Dilettant dauerhaft überfordert.
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Einar Fehrholz
fehrholz(at)kurzfilmtage.de
Reisegefährten
Omnibusfilme in der Filmgeschichte, Teil 2
Mehrere Kurzfilme verschiedener Regisseur*innen, zusammengefasst zu einem „Langfilm“ – als Genre fristet der Omnibusfilm ein Schattendasein, obwohl es ihn seit den 1930er Jahren gibt. Mit „Reisegefährten“ rücken die Kurzfilmtage dieses hybride Format zwischen Lang- und Kurzfilm in den Mittelpunkt. Im zweiten Teil unserer Reihe machen wir einen Sprung in dieses Jahrtausend: Die Sektion widmet sich dieses Jahr Filmen mit multipler Autor*innenschaft, die in unserer erweiterten Gegenwart entstanden sind. Die sechs zwischen 2005 und 2026 entstandenen Filme bieten ein breites Panorama des Kinos der Gegenwart: Spielfilme, Dokumentarfilme, Essayfilme und Experimentalfilme aus fünf Produktionsländern eröffnen einen besonderen Blick auf die verschiedenen Strukturen episodisch organisierter Filme – von einer Variation über eine René Pollesch-Inszenierung über Filme chinesischer Dorfbewohner bis hin zu surrealer Fetischpornografie. Die Filme: Stadt als Beute, Deutschland 2005; Villagers Documentary Project, China 2006; Luminous Void: Docudrama, Irland 2019; World at Stake, Österreich 2025; The Valley Where LOAB Lives, Österreich 2026; Final Flesh, USA 2009.
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Wiebke Jung
jung@kurzfilmtage.de
What’s Left?
Maulwürfe des Archivs, Teil 2
Was liegt in unserem Archiv, was war und ist links? Im zweiten Teil dieser Reihe mit Entdeckungen aus dem Archiv präsentiert Kurator Simon Petri-Lukács Filme, die sich mit (internationaler) Solidarität befassen: der Mission, mit filmischen Mitteln eine internationale Gemeinschaft zu bilden. Psalm 18, Walter Heynowski/Gerhard Scheumann (1974), und Nah beim Schah, Wolfgang Landgräber (1978), illustrieren verschiedene politische Ikonografien aus Deutschland. Im zweiten Block beziehen sich die drei westdeutsche Produktionen aus den 1970er bis 1990er Jahren auf türkische Arbeiter*innen in Deutschland, in produktiver Spannung zu Üç Bölümlü Kisa Film (Kurzfilm in drei Teilen, Özcan Arca, Türkei 1978), entstanden kurz vor dem Militärputsch 1980. Begleitet vom Medienwissenschaftler Dr. Ömer Alkin.
The Making of Claude Lanzmann’s „Shoah”
Teil 2
Das 2025 begonnene Seminar beschäftigt sich mit ausgewählten Outtakes von Claude Lanzmanns Shoah: insgesamt 220 Stunden Material, das seit 2015 in der „Claude Lanzmann Shoah Collection“ des United States Holocaust Memorial Museum online steht. Den Schwerpunkt legt Kurator Christoph Hesse in diesem Jahr auf Formen des Widerstands: an erster Stelle der historisch dokumentierte Widerstand jüdischer Partisanen gegen die Nazis und ihre Helfer, darunter Abba Kovner, Hersh Smolar, Malka Goldberg und der polnische Apotheker Tadeusz Pankiewic. Im weiteren Sinne geht es jedoch auch um den Widerstand, den die vor der Kamera Befragten Lanzmann selbst entgegensetzen. Exemplarisch werden auch einige der auf Tonband aufgezeichneten Gespräche vorgestellt, die Lanzmann und seine Mitarbeiterinnen damals mit Zeugen geführt haben.
Für Filmemacher*innen aus NRW
Individuelle Beratung durch das Filmbüro NW
Ein kostenfreies Angebot an alle Filmemacher*innen aus NRW, die sich in Oberhausen von Vertreter*innen des Filmbüro NW zu Fragen rund um Produktion, Förderung und Festivalplatzierung von Kurzfilmen beraten lassen können. Nur mit Anmeldung!
Anmeldung: dw@kurzfilmtage.de
Mehr
Distributors‘ Collection
Dieses neue Format tritt die Nachfolge unserer Distributors‘ Screenings an. Internationale Verleihe von experimentellen Kurzfilmen präsentieren nach wie vor Arbeiten aus ihren Katalogen. Neu ist, dass der Schwerpunkt nicht mehr ausschließlich auf Neuerwerbungen liegt, sondern dass die Verleihe auch ältere Arbeiten aus ihren Katalogen oder Archiven zeigen. Zum Auftakt sind dabei: Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. (Deutschland), EYE Experimental (Niederlande), Filmform (Schweden) und sixpackfilm (Österreich).
ESFAA Shorts
Neun Publikumspreisträger von anderen europäischen Kurzfilmfestivals demonstrieren die kreative Vielfalt des europäischen Kinos in zwei Programmen.
European Short Film Network (ESFN)
Als European Short Film Network (ESFN) betreibt Oberhausen gemeinsam mit fünf weiteren europäischen Kurzfilmfestivals die Streaming-Plattform THIS IS SHORT. Zur Abwechslung zeigt das Netzwerk ein Programm zu den Ursprüngen des digitalen Films im Kino. Die Auswahl wird im Laufe des Jahres 2025 auf allen Netzwerkfestivals zu sehen sein.
Das Programm präsentiert eine vielfältige Auswahl an experimentellen audiovisuellen Arbeiten, die die Komplexität der digitalen Bildverarbeitung erkunden. Durch die Kombination einer breiten Palette von Techniken und Konzepten bietet das Programm einen Einblick in die laufende Entwicklung digitaler Bildverarbeitungstechniken und in die Art und Weise, wie Künstler sie in den letzten Jahrzehnten erforscht haben.
Filmgeflacker
Das Oberhausener Kunstkollektiv Filmgeflacker präsentiert Filme aus den Wettbewerben und lädt Filmemacher*innen zum Gespräch.
Lieblingsfilme des Festivalteams 2026
Teamfavoriten: Zum Abschluss stellen die Mitarbeiter*innen der Kurzfilmtage ihre Lieblingsfilme aus den diesjährigen Wettbewerben persönlich vor.
MuVi International
Seit 1998 zeigen die Kurzfilmtage jedes Jahr eine Auswahl an richtungsweisenden internationalen Musikvideos und formal außergewöhnlichen Arbeiten – ein Schaufenster aktueller Entwicklungen im Bereich des Genres Musikvideo.
Kontakt
Jessica Manstetten
muvi(at)kurzfilmtage.de
MuVi 14+
Ein internationales Musikvideoprogramm für Jugendliche ab 14 Jahren. MuVi 14+ ist ein facettenreicher Streifzug durch die aktuelle Clipproduktion, von handgemacht bis computergeneriert.
Kontakt
Jessica Manstetten
muvi(at)kurzfilmtage.de
NRW persönlich: Christine Gensheimer
Seit 2019 geben die Kurzfilmtage jedes Jahr einer*m Filmemacher*in aus NRW Carte blanche für ein ganz persönliches Filmprogramm. In diesem Jahr zeigt die Filmemacherin, Künstlerin und Buchillustratorin Christine Gensheimer eigene Arbeiten sowie Werke, die ihren Weg als Filmemacherin geformt haben. Seit 2007 ist sie mit ihren Kurzfilmen und Musikvideos regelmäßig in den Wettbewerben der Kurzfilmtage vertreten, 2021 gewann sie mit The Source of the Absolute Knowledge, einem Musikvideo für Jaakko Eino Kalevi, den 2. MuVi-Preis.
Preisträger 2026
Am Tag nach der Preisverleihung zeigen wir die wichtigsten Preisträger der fünf Wettbewerbe der Kurzfilmtage 2026 in einem Programm.
Preisträger anderer Festivals
Am ersten Festivaltag zeigen die Kurzfilmtage traditionell aktuelle Kurzfilme, die bei anderen Festivals ausgezeichnet wurden. Ein Querschnitt durch die vergangene Festivalsaison.
The One Minutes
In Kooperation mit der The One Minutes Foundation zeigen die Kurzfilmtage hier seit einigen Jahren Einminüter, eigens kuratiert für die Kurzfilmtage.
Kontakt
Susannah Pollheim
pollheim(at)kurzfilmtage.de
Kinemathek im Ruhrgebiet
Seit über 40 Jahren sammelt und restauriert die Kinemathek im Ruhrgebiet historisches Filmmaterial des Reviers. Auf den Kurzfilmtagen zeigt die Initiative erneut Highlights aus den eigenen Beständen, unter anderem mit Arbeiten von den namhaften Ruhrgebietsautoren Rainald Schnell und Lucas Maria Böhmer, die beide in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiern. Präsentation und Einführung durch Leiter Paul Hofmann.
Die Oberhausen Auswahl
Das Besondere an diesem Programm: Die Auswahl der Filme übernehmen Oberhausener Bürgerinnen und Bürger zwischen 65 und 90 Jahren. Traditionell feiert die Oberhausen Auswahl, die 2015 gestartet wurde, ihre Premiere während des Festivals, ab Herbst geht sie dann auf Tournee.
Kontakt
Susannah Pollheim
pollheim@kurzfilmtage.de
Aus dem Filmverleih des Festivals
Der Verleih der Kurzfilmtage beruht auf einer der ältesten und bedeutendsten Kurzfilm-Sammlungen weltweit. Jedes Jahr kaufen die Kurzfilmtage ca. 50 neue Arbeiten aus dem aktuellen Festivalprogramm neu an. Hier zeigen wir ein Auswahlprogramm mit fünf Filmen aus dem Internationalen Wettbewerb 2024, in denen das Verhältnis des Menschen zu Natur und Tieren eine zentrale Rolle einnimmt.