Wettbewerbe

Preisträger 2021

Großer Preis der Stadt Oberhausen

dotiert mit 7.000 €

透明な私
Yuri Muraoka

2020, 11'36"

Begründung der Jury
Wir sehen das Meer, Bilder vom Himmel im Gegenlicht, und hören die Erzählerin von einem erfolglosen Selbstmordversuch berichten. Es folgt eine persönliche Geschichte über das Leben, seine Schwierigkeiten und Schönheit. Eine Geschichte, die alle filmischen Register zieht, mit verschiedenen Animationstechniken, Found Footage und Standbildern. So schafft die Filmemacherin eine non-lineare Erzählung, die den Zuschauer*innen Raum gibt für eigene Interpretationen und Fantasien. Sie taucht visuell und erzählerisch tief in ihre eigene Geschichte ein. Es fühlt sich an wie ein Moment der Reflektion, die Erklärung einer bildenden Künstlerin, die sich nach innen wendet. Der Film feiert das Leben und den Film und das Resultat ist überwältigend und – wie das Leben – unglaublich reich.

Hauptpreis

dotiert mit 3.000 €

8'28''
Su Zhong

2021, 8'28"

Begründung der Jury
Eine einzige lange Einstellung ohne Ende oder Anfang, die uns in einem scheinbar zufälligen Moment erwischt. Sie zeigt uns, in 8 Minuten und 28 Sekunden, die Verbindungen zwischen Gewalt, Maschinen, Technologie und Arbeit. Mit einem immer dicht an Verzweiflung grenzenden Humor mischt der Filmemacher westliche und östliche Mythologien und zeichnet sie als zukünftige Führer einer Welt ohne Menschen, in der es nur industrialisierte, mechanische Bewegung gibt. Einen solchen Film zu machen, aus dem Bauch heraus, direkt auf die Leinwand nach langer und geduldiger digitaler Bearbeitung, ist eine enorme Leistung. Danke, Su Zhong, für die Erinnerung daran, dass wir auch schon vor der Pandemie Filme über eine Welt voller Gewalt und Verzweiflung machen konnten.

Lobende Erwähnungen der Jury des Internationalen Wettbewerbs

More Woman, More Cry
Anne Haugsgjerd

2021, 24'3"

Begründung der Jury
More Woman, More Cry
von Anne Haugsgjerd ist ein atemberaubender Film, der die Schönheit und Zerbrechlichkeit des Lebens einfängt. Voll lebendiger Klarheit, enormer Fantasie und hintersinnigem Humor, legt Haugsgjerd humorvoll und poetisch nachdenklich stimmende Reflektionen über Familie, Kunst, Altern und die Fluidität der Zeit vor. Ohne Peinlichkeit, aber voller Zweifel, zeigt der Film eine emanzipierte Filmemacherin, die auf ihr Leben blickt und fragt: Was kommt als nächstes?

Sensory Overload
Ganza Moise

2020, 6'57"

Begründung der Jury
Am anderen Ende dieses Spektrums steht nach Meinung der Jury Sensory Overload, ein poetischer Film von Ganza Moise, der sich von einem Gedicht von Natacha Muzira leiten lässt. Ein scheinbar federleichter Film mit einem existenziellen Grundton, in dem Zeit, Form und Raum ineinanderfließen auf der Suche nach einem Weg aus der Realität heraus, nicht durch Zerstörung, sondern durch die Poesie des Lebens.

Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

dotiert mit 5.000 €

A terra de não retorno
Patrick Mendes

2020, 19'59"

Begründung der Jury
In einer unbestimmten Zeit waschen Frauen Kleidung am Fluss, ein steinernes Ohr wird porös. Aus heiterem Himmel fällt ein regloser Körper kopfüber ins Flussbett. Die Schreie der arbeitenden Untoten durchdringen eine rätselhafte Stille. Im Stil des Magischen Realismus positioniert diese Arbeit „Film als Ritual“. Das lodernde Feuer schmiedet neue Augen, die uns die Schönheit eines analogen Mysteriums aus Tränen, Erde, Licht und Schatten sehen lassen. Die beunruhigende Absenz von Dialog schärft unsere Sinne zu höchster Wachsamkeit, um uns dann mit „heavy metal“ aus der irdischen Hölle zu fegen. You are invited to join the order of cinema.

Lobende Erwähnungen der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Divided by Law
Katie Davies, Emma Agusita

2021, 26'11"

Begründung der Jury
„I miss you“. In analogen Schwarz-Weiß-Bildern erscheinen Chatverläufe anonymer Liebender, die der britischen Regierung als Zeugnis einer validen Partnerschaft dienen sollen. „Hostile Environment Policy“ nennt sich der Versuch des UK Home Office, den Einwanderungsprozess nach Großbritannien so unerträglich wie nur möglich zu gestalten. Die Auswirkungen dieser drastischen Maßnahmen auf binationale Familien und Partnerschaften lässt uns dieser Film in persönlichen Berichten nachempfinden, die in einer unprätentiösen Montage mit 16mm-Film, Google Street-View und Found Footage kombiniert werden.

Before the fall there was no fall. Episode 02: surfaces
Anna Dasović

2020, 20'13"

Begründung der Jury
Wie sich historische Spuren manifestieren an Orten, die grausame Zeitgeschichte schrieben, wie die allmählich verblassenden Graffiti des Terrors ein Wandgemälde der Zeugenschaft des Genozids evozieren und wie selbst kleine Geschäftemacher vom Krieg profitieren, davon erzählt Anna Dasović in ihrem eindringlichen Film Before the fall there was no fall. Episode 02: surfaces, der zudem souverän Archivmaterial und authentisches Found Footage kombiniert, um die Frage zu stellen: Was bleibt?

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

{if your bait can sing the wild one will come} Like Shadows Through Leaves
Lucy Davis

2021, 27'57"

Begründung der Jury
Dieser Film ist eine künstlerische und investigative Erkundung, die uns eine faszinierende Wahrnehmungserfahrung bietet. Er schafft eine filmische Atmosphäre und reflektiert gleichzeitig urbane und ökosoziale Transformationen menschlicher und mehr-als-menschlicher Beziehungen. So eröffnet uns {if your bait can sing the wild one will come} Like Shadows Through Leaves ein Verständnis von Film als ästhetischem Instrument, das hinterfragt, Widerstand leistet und die Beziehungen zwischen Kultur und Klimawandel neu denkt.

Preis der Ökumenischen Jury

dotiert mit 1.500 €

Zoom sur le cirque
Dominique Margot

2020, 14'26"

Begründung der Jury
Ein Clown, der in seinem Wohnzimmer Faxen macht; eine Seiltänzerin, die auf ihrem Balkon im Training bleiben will, ein Zirkusdirektor, der in seinem Wohnwagen friert, weil er sich die Heizkosten nicht mehr leisten kann: Zoom sur le cirque bringt soziale, politische und ästhetische Aspekte der Corona-Pandemie so treffend wie herzzerreißend zusammen: den menschlichen Wunsch, ja, die Notwendigkeit, auch in der Krise zu lachen; die Not von Kulturschaffenden und Künstlern, die davon bedroht sind, ihre Existenzgrundlage zu verlieren; die Improvisationskunst, die Zirkus wie Zoom und Co. gleichermaßen von uns verlangen und damit die technische und menschliche Möglichkeit, Distanz durch Humor zu verringern.

Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury

ངའི ནང
Ngima Gelu Sherpa

2020, 20'11"

Begründung der Jury
nga’i nang
ist ein Film über einen Sohn, der zu seiner Familie nach Nepal zurückkehrt, um sich von seinem sterbenden Vater zu verabschieden. Der Sohn filmt diese letzten Tage, das Sterben und den Tod seines Vaters, die im Alltag dieser armen Bauernfamilie genauso einfach und natürlich erscheinen wie die kleinen Dinge, die gewöhnlich passieren. Obwohl das alles traurig ist, ist dies die Ordnung ihres Lebens. Während der Film sehr bescheiden ist, erzählt er distanziert, aber sehr persönlich und emotional. Ähnlich wie die Mutter, die sich ihren religiösen Ritualen zuwendet, innerlich und in Stille trauert, und ähnlich wie der Sohn, der, nachdem er sein Zuhause und seine einsame Mutter wieder verlassen hat, einsam trauert. Später, allein am Strand des Ozeans auf einem anderen Kontinent, wird er sich erinnern. Obwohl das alles traurig ist, ist dies die Ordnung seines Lebens.

ZONTA-Preis für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb

dotiert mit 1.000 €

OCTAVIA’S VISIONS
Zara Zandieh

2021, 17'36"

Begründung der Jury
Am Anfang war das Werk einer großen, futuristischen Autorin, das in dieser Arbeit in eine vielschichtige, poetische und zukunftsweisende Filmerfahrung überführt wird, die lange nachhallt.

Großer Online-Preis der Stadt Oberhausen

dotiert mit 5.000 €

Kalsubai
Yudhajit Basu

2020, 19'54"

Begründung der Jury
Für den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, den der Film durch seine lyrische Ethnografie herstellt, und für das Ausloten, aus sanfter Distanz, einer außergewöhnlichen Mythologie, die Frauen zu nicht-traditionellen Lebensweisen ermächtigt.

Online-Hauptpreis

dotiert mit 2.000 €

Trampa de luz
Pablo Marín

2021, 8'30"

Begründung der Jury
Wie eine frische Brise lässt uns dieser Film die Natur wiederentdecken; und er zeigt uns sein Licht und seine Wunder durch die photochemische Materialität von Zelluloid und treibt damit die Erkundung der Möglichkeiten des Analogen voran.

e-flux-Preis

dotiert mit 3.000 €
Für eine herausragende Film- oder Videoarbeit, die eine neue Form für das poetische und elektrische Potenzial des bewegten Bildes im Zeitalter globaler Informationsflüsse findet.

Un très long temps d'exposition
Chloé Galibert-Laîné

2020, 7'0"

Begründung der Jury
Eine intelligente und poetische Untersuchung von Zeit, Aufnahmetechnologien und dem Auslöschen von Arbeiter- und indigenen Identitäten aus ebenso persönlicher wie kritischer Perspektive, findet dieser Film kompakte und unaufwändige Wege, diese ausdrucksstarken Themen zu verbinden.

Preis der Online-Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

dotiert mit 3.000 €

Un très long temps d'exposition
Chloé Galibert-Laîné

2020, 7'0"

Begründung der Jury
Konsequenterweise verzichtet der von uns ausgezeichnet Film auf eine Tonebene, handelt es sich doch um eine Beschäftigung mit Sichtbarkeitsverhältnissen. Un très long temps d'exposition entdeckt, schichtet und verbindet Bilder und Narrative der Welt- und Privatgeschichte. Mit ihrer zugleich analytischen wie persönlichen Komposition von Bildmotivketten macht Chloé Galibert-Laîné die politisch-ideologische Dimension bildgebender technologischer Verfahren sichtbar und hinterfragt mediale Sichtbarkeit als ultimative Legitimation und letztgültigen Existenzbeweis.

Lobende Erwähnung der Online-Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

The___________World
Peixuan Ouyang

2020, 17'56"

Begründung der Jury
Die grenzenlose Verfügbarkeit der Welt, just a click away – und dennoch sind es die schäbigen Pappmaché-Modelle berühmter Monumente in einem kleinen Vergnügungspark, die ganz eigene Vorstellungen von Freiheit und Zukunft entzünden. Unsere lobende Erwähnung geht an einen Film, der uns den vergänglichen Stoff zeigt, aus dem Träume sind, und jene Fremdheiten, die auch von globaler digitaler Kommunikation nicht aufgehoben werden können.

Preis der Ökumenischen Online-Jury

Minnen
Kristin Johannessen

2020, 13'32"

Begründung der Jury
Wie erinnern wir uns daran, wie wir einmal waren? Minnen ist eine authentische Dokumentation, in welcher wir gemeinsam mit der Filmemacherin, auf ihre von Kontrollzwängen geprägte Vergangenheit zurückschauen. Animierte Sequenzen zeichnen ihre Gedanken der vergangenen Zeit einfühlsam nach. Mit originalem Bildmaterial aus ihrer Jugend und einem aktuellen Interview ihrer Eltern zeigt uns Kristin Johannessen durch diese wiederbelebten Erinnerungen die Herausforderung des Anders-Seins und wie es ist, ein Kind groß zu ziehen, das du nie ganz verstehen kannst, aber dennoch niemals aufgeben willst. Minnen ist das Festhalten an der Hoffnung, dass alles anders werden kann, selbst bei schwersten psychischen Leiden.

Lobende Erwähnungen der Ökumenischen Online-Jury

Kalsubai
Yudhajit Basu

2020, 19'54"

Begründung der Jury
Kalsubai erforscht die Geschichte der Göttin Kalsu und ihre Bedeutung für die Frauen von Bari. Der Film setzt dabei auf starke visuelle und akustische Bilder, die weder erklären noch szenisch verfälschen. Die schon fast fotografisch anmutenden Bildkompositionen und ihre ausdrucksstarke Einfachheit machen den Film allen Menschen zugänglich und laden ein, über eigene kulturelle Prägungen nachzudenken und sie zu hinterfragen.

Cântec de leagăn
Paul Mureșan

2020, 4'0"

Begründung der Jury
Leider verstecken viele Familien auch heute noch dunkle Geheimnisse. Der animierte Kurzfilm Cântec de leagăn untersucht die innersten Tiefen einer Familie, die von häuslicher Gewalt und Alkoholismus gebeutelt ist. In diesem Klima des Terrors sehen wir eine Mutter, die sich um ihr Neugeborenes kümmert und versucht, ihn und seinen großen Bruder zu schützen. Die Animationstechnik stellt die unterschiedlichen Geisteszustände der Charaktere perfekt dar und macht uns auf die Schwierigkeiten aufmerksam, mit denen jede Familie zu kämpfen haben könnte. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie das Lied „Cântec de leagăn“ – ein traditionelles rumänisches Schlaflied von Maria Tanase – mit den Animationen verwoben wird.

Preis des Deutschen Wettbewerbs

dotiert mit 4.000 €

Proll!
Adrian Figueroa

2021, 30'0"

Begründung der Jury
Ein Film über die da unten. Die Schlechtbezahlten, die Gestressten, die Übersehenen. Die herausragende Kamera folgt ihnen dicht, oft intim, wir spüren den Druck, sehen den Schweiß und die Angst. Und dennoch bleiben die Figuren auf Distanz zu den Betrachtenden, der Film stellt keine sentimentale Gemeinsamkeit her, wo es keine Gemeinsamkeit gibt. Ein Film über die Einsamkeit unserer Zeit.

3satNachwuchspreis

dotiert mit 2.500 €
Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.

Genosse Tito, ich erbe
Olga Kosanović

2021, 26'34"

Begründung der Jury
Sommer auf dem Land, ein Wechselspiel von alltäglicher Arbeit an Haus und Garten und beiläufigen Überlegungen über die passende Inszenierung der Idylle. Vor und hinter der Kamera sucht die Filmemacherin nach Antworten, wie wir mit unserem politischen und materiellen Erbe umgehen sollen. Doch weder die Gespräche mit der Familie noch im Internet wiedergefundene Erinnerungen, abendliche Erzählungen oder die unbeantworteten Briefe an den Über-Vater helfen dabei. Eine Ortsbegehung mit Gegenwartsanalyse.

Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

Shine and Frustration
Shira Orion

2020, 4'10"

Begründung der Jury
Überforderung, Loslassen, alles gleichzeitig erleben und immer wieder alles neu lernen müssen, ein unbarmherziges Nebeneinander, kein Muster erkennbar – das Leben in seinen offenen Enden als filmisches Prinzip.

Preis des Deutschen Online-Wettbewerbs

dotiert mit 2.500 €

(Steve) Temple
Tanita Olbrich

2020, 6'0"

Begründung der Jury
Komm mit auf eine Tour durch eine rätselhafte Welt, angesiedelt zwischen den Achtzigern und einer utopischen Idee, zwischen Industrieschornsteinen und Jurassic Parks. Spielerisch, aufrichtig und sinnlich lädt dich die Regisseurin in ihren bewundernswert persönlichen Kosmos voller Musik und Freiheit ein.

Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Online-Wettbewerbs

Levantado do Chão
Melissa Dullius, Gustavo Jahn

2020, 11'11"

Begründung der Jury
In einer Situation, in der wir alle gezwungenermaßen zu Flaneuren werden, tröstet die Schönheit dieses analog fotografierten traumwandlerischen Spaziergangs, jenseits von Zeit und Zwängen.

Preis des NRW-Wettbewerbs

dotiert mit 1.000 €
gestiftet vom SAE Institute Köln und Bochum

LYDIA
Christian Becker

2021, 21'10"

Begründung der Jury
Erliegen wir dem Charme des Materials oder ist es die facettenreiche Geschichte einer Klasse, eines Lebens oder einer Beziehung – die uns in Teilen auch noch bekannt vorkommt? Eine Geschichte, in der wir uns selbst finden? Dazwischen der Mut zum Schwarzbild. Wir erleben ein feines filmisches Gespür für das Wort- und das Bilderzählen. Wir erfahren etwas über den Wert von erfüllender Arbeit im menschlichen Leben – auch das kommt uns bekannt vor. Immer wieder bricht das Außen in das Private: Dokumentarische Fernsehbilder vom Jugoslawien Krieg und von den brennenden Häusern – fast hätten wir vergessen, wie lange es die rechte Gewalt in unserer deutschen Republik schon wieder gibt. Am Anfang hören wir den Puls des Lebens, darauf schnell und hart geschnitten Porträtbilder von einem Mann und einer Frau in der Ästhetik der 70er Jahre.  Das Paar wird älter und wir nehmen Anteil an ihrem linksliberalen bürgerlichen Leben, aber auch an den Prozessen der Veränderung. Dazwischen Rotlicht Bestrahlungen und Introspektionen, Selbstbefragungen auf Grund einer schweren Krankheit. Ein narrativer Film über das Leben wird hier ausgezeichnet, ein berührend entblößendes Porträt, gezeichnet so intim, so spannend, als existentielle Geschichte, wie sie zu jeder Zeit passiert, die am Ende für uns, die Zuschauer, viele Fragen offenlässt und damit in unseren Köpfen weiter geht.

Förderpreis des NRW-Wettbewerbs

dotiert mit 500 €
​​​​​​​gestiftet vom SAE Institute Köln und Bochum

Trübes Wasser
Elena Wiener

2020, 9'54"

Begründung der Jury
Die Protagonistin im preisgekrönten Film leidet – ihr Leiden ist individuell und persönlich. Es wäre aber für andere sichtbar, dieses Leiden, und darum meidet sie die öffentliche Gemeinschaft. Es zwingt sie in Quarantäne (Quarantäne; die Erwähnung dieses Wortes zeigt schon, dass der Film durchaus aktuelle Zustände beschreibt und ganz gegenwärtige Assoziationen hervorruft). In dieser Quarantäne, dieser Isolation verbreitert sich das Leiden von außen nach innen – und wird furchtbare Angst – und die kann einen bekanntlich ja nicht nur sprichwörtlich auffressen. Wir als Zuschauende können den Schmerz buchstäblich spüren. Der preisgekrönte Film ist – ein Animationsfilm. Ein Animationsfilm, in dem der einfache Strich in eine sinnhafte Farbdramaturgie verpackt wird. Ein Animationsfilm in den sich motivische Realfilm-Schnipseln einmischen. Ein Animationsfilm, der in Kombination mit einem atmosphärischen Ton-Musik-Konzept psychologischen Thrill und Emotionalität kreiert. Ein Animationsfilm, der narrativ-dramaturgisch wie formal ästhetisch überzeugt.

Lobende Erwähnung der Jury des NRW-Wettbewerbs

Hoch Sitzen
Oliver Gather

2021, 24'37"

Begründung der Jury
Lobend erwähnen wollen wir einen Film, der auf der Schnittstelle von Forschung und Dokumentation operiert. Direkt zu Beginn schon wird Ausgangspunkt und Blickwinkel der Beobachtung offengelegt. Streng geordnet erleben wir dann nach und nach einen ganzen kulturellen Kosmos: Traditionen, Geschlechterrollen, Lieder. Wir erfahren von einer eigenen Sprache: die versachlicht, legitimiert und überhöht. Und wir begreifen die zugehörige Blickperspektive. In dem Film geht es um nichts weniger als um den Akt des Tötens. Um die Entscheidung über Leben und Tod, bei der Jagd – ganz ohne Not. Ausgangs- und Endpunkt der erhellenden dichten Beschreibung ist eine Skulptur: zwei Hochsitze, die sich gegenüberstehen.

Preis der WDR Westart-Zuschauerjury

dotiert mit 750 Euro
gestiftet von der WDR Westart

Bis zum letzten Tropfen
Simon Schnellmann

2020, 5'46"

Begründung der Jury
Ein schwarzhumoriger Blick auf den bitteren Kampf gegen eine tödliche Krankheit. Es geht um Leben und Tod, um Zerrissenheit. Es geht um Schwäche, Kraft, Mut und das Einstecken von Rückschlägen. Und: es geht um Hoffnung. Schwarzweiße Linien, ohne Worte. Ein drängendes Thema, leicht verpackt. Wie der Filmemacher Existenzielles wie Krebskrankheit, Chemotherapie und Überlebenskampf mit Witz und Intensität erzählt, finden wir absolut preiswürdig.

Preis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

dotiert mit 1.000 €
gestiftet von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO)

Kiki la plume
Julie Rembauville, Nicolas Bianco-Levrin

2020, 5'47"

Begründung der Kinderjury
Wir fanden die Animation von dem Film sehr schön. Außerdem mochten wir die Musik. Das Ende fanden wir ein bisschen traurig, weil der Vogel nicht zu der Frau zurückgeflogen ist. Trotzdem war es für den Vogel ein glückliches Ende.

Förderpreis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

dotiert mit 1.000 €
gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

찾아라 달팽이!
Dayoon Kim

2020, 19'57"

Begründung der Kinderjury
Wir fanden gut, dass es in dem Film um Freundschaft ging. Die Idee, dass das Mädchen eine Schnecke gefunden und sich mit ihr angefreundet hat, war sehr gut. Es war witzig, dass die Mädchen Äpfel ausgelegt haben, damit die Schnecke wiederkommt. Wir fanden gut, dass sie die Schnecken am Ende freigelassen haben, sodass sie bei ihren Freunden bleiben konnten.

Lobende Erwähnung der Kinderjury

Alyaska
Oxana Kuvaldina

2020, 7'6"

Begründung der Kinderjury
Wir mochten die Musik von dem Film sehr gerne. Uns haben die Polarlichter, die sich verwandeln konnten, gut gefallen. Außerdem fanden wir es schön, dass der Husky am Ende einen Freund gefunden hat.

Preis der Jugendjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

dotiert mit 1.000 €
gestiftet vom Rotary Club Oberhausen

Dọlápọ̀ Is Fine
Ethosheia Hylton

2020, 15'0"

Begründung der Jugendjury
Unser Gewinnerfilm hat mit großer Stärke ausgedrückt, dass man sich nicht verbiegen muss und eigene Entscheidungen treffen kann. Er macht aber klar: Das gilt nicht für alle unter gleichen Voraussetzungen. Rassismus steckt auch in den gut gemeinten Ratschlägen – die junge Frau im Film hat uns gezeigt, dass Assimilation nicht um jeden Preis geschehen muss. Der Kurzfilm spitzt diese für von Rassismus betroffenen Personen alltägliche Situation so gekonnt zu, dass sie uns als Publikum wirklich trifft.

Lobende Erwähnung der Jugendjury

Material Bodies
Dorothy Allen-Pickard

2020, 4'22"

Begründung der Jugendjury
Hervorheben wollen wir einen außergewöhnlichen Film mit einer wichtigen Message: Normal kann vieles sein! Wir brauchen kein Mitleid! Die Choreografien haben uns sehr gefallen – in wenigen Minuten geben sie uns ein Verständnis davon, dass eine Prothese mehr ist als nur ein Ersatz und ein Mangel.

ECFA Short Film Award

Der Preis besteht aus einer Nominierung für den ECFA Short Film Award 2022.

Shower Boys
Christian Zetterberg

2021, 9'20"

Begründung der Jury
Die ECFA Kurzfilmjury vergibt ihren Preis an einen Film mit einer mutigen Geschichte über unterschiedliche Aspekte von Maskulinität. Durch sein nuanciertes Drehbuch, herausragende Schauspieler und Montage zeigt der Film die Komplexität des Heranwachsens als Junge und des freien Auslebens seiner Gefühle und Wünsche auf. Den Hauptfiguren wird beigebracht, dass sie „Mann oder Maus“ sein müssen, aber die Geschichte des Films zerstört diese Stereotypen Schritt für Schritt.

Prädikate der Ökumenischen Jury

verbunden mit der Empfehlung an Matthias Film und das Katholische Filmwerk, diese Filme für ihre Filmarbeit anzukaufen

Nova
Luca Meisters

2020, 10'39"

Begründung der Jury
Vom Suchen und Finden der Liebe und der Schwierigkeit, mit ihr umzugehen. Die 14-jährige Nova übernimmt Verantwortung für ihre kleine Schwester und gerät dabei auf eine Entdeckungsreise zu ihren Gefühlen. Nova ist ein Film, der perfekt in Szene gesetzt und wunderbar fotografiert wurde. Das Drehbuch kommt ohne Pathos und inhaltliche Schwere aus und bleibt dennoch nicht an der Oberfläche. Ein stimmiger und tiefgründiger Film zugleich.

Dalía
Brúsi Ólason

2020, 16'11"

Begründung der Jury
Eine Atmosphäre der Unsicherheit bestimmt den Wochenendbesuch eines Jungen bei seinem Vater. Ein steiniger Weg der gegenseitigen Annäherung auf einem entlegenen Bauernhof in der kargen und beeindruckenden Landschaft Islands beginnt. Die Verletzung des Pferdes Dalía löst eine entscheidende Veränderung in der Beziehung der beiden aus. Ein Film, der die Thematik des Abschiednehmens aus verschiedenen Perspektiven ruhig und eindrücklich zeigt.

Deutscher MuVi-Preis: 1. Preis

dotiert mit 2.000 €
gestiftet vom SAE Institute Köln und Bochum

Junge Milliardäre (UWE)
UWE

2020, 4'42"

Begründung der Jury
Junge Milliardäre
von UWE ist eine elegante Arbeit, die mit vollem Gewicht in unsere sicher geglaubten Routinen der Wahrnehmung und Einordnung einschlägt. Wir bekommen einen wackeligen Deepfake von Elon Musk gezeigt, der auf einer Art Bühne und vor einem Spiegel mit Lässigkeit und Routine verführerisch vor allem sich selbst ansingt, ein vielfaches Spiel mit Eitelkeit, Identität, Sehnsucht und dadurch natürlich Pop par excellence. In Verbindung mit Musik und Lied ergeben sich vielfache Risse und Verschiebung der Bedeutung der Bilder und die Frage stellt sich, wer hier überhaupt Autor und wer Sänger ist. Die offensichtliche Fehlerhaftigkeit, die Brüchigkeit des Deepfakes macht die Sache noch schöner, der Blick des Zuschauers ist erst fasziniert und wird zunehmend unsicher. Und mit großer Cleverness, im Gewand technischen Könnens, scheinen alle anderen Mittel in dieser zauberhaften filmischen Arbeit auf, Collage, Suspense, der liebende Blick, Witz und vielleicht ein wenig Horror. Eine brillante Arbeit, die genau so sehr in der Geschichte von Film und Welt fußt, wie sie in die Zukunft weist.

Deutscher MuVi-Preis: 2. Preis

dotiert mit 1.000 €
gestiftet vom SAE Institute Köln und Bochum

The Source of the Absolute Knowledge (Jaakko Eino Kalevi)
Christine Gensheimer

2021, 4'52"

Begründung der Jury
The Source of the Absolute Knowledge
von Christine Gensheimer hat uns mit seinem spielerischen und feinsinnigen Animationsstil überzeugt, mit dem einprägsame Bilder hervorgebracht wurden. Mithilfe von Metaphern aus Popkultur, Internetkultur und Kunstgeschichte treffen im Video Analoges auf Digitales, Pixel auf Farbkleckse, Dalí auf Emojis. Durch collagierte, wechselnde und ineinander übergehende Settings bringt das Video Form und Inhalt virtuos zusammen: Die Ressource des Wissens im Computerzeitalter besteht aus fragmentarischen Informationen, die eine Komposition durch eine Benutzerin erfordern. Mit Leichtigkeit bringt Gensheimer Bild und Ton zusammen. Ungewohnt spielerisch lässt sie Mensch auf Maschine treffen, und nur noch die Retroästhetik erinnert daran, dass das Verhältnis einst weniger unbeschwert war.

Deutscher MuVi-Publikumspreis

ermittelt durch Abstimmung im Internet und dotiert mit 500 €
gestiftet vom SAE Institute Köln und Bochum

NOAH (Christian Löffler)
Mishka Kornai

2020, 3'47"

Lobende Erwähnung der MuVi-Jury

Rasenmäher in E-Moll (beißpony)
Stephanie Müller, Klaus Erika Dietl

2021, 14'59"

Begründung der Jury
Eine lobende Erwähnung geht an Rasenmäher in E-Moll von Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl, weil nicht nur das Musizieren, sondern auch das Filmemachen ein offener Prozess sein kann, bei dem man tastend voran geht, mal ein bisschen leiert, ein wenig umsteuert, mal mutig vorweg läuft, um dann amüsiert der eigenen Arbeit dabei zuzuschauen, wie sie einem davonläuft. Den Dreh offen anzugehen, das Ergebnis nicht abzusichern, vielleicht noch ein paar Versionen des vorläufigen Ergebnisses in petto zu haben, das ist was vergnügliches und lebendiges und geht vor lauter Sorge um Perfektion und Sicherheit schnell verloren. Diese lobende Erwähnung ist auch ausdrücklich als Aufmunterung zu verstehen, auf diesem unklaren, lustigen Weg noch ein paar Meter weiter zu gehen.

Internationaler MuVi-Preis: 1. Preis

dotiert mit 2.000 €

Hungry Baby (Kim Gordon)
Clara Balzary

2021, 5'41"

Begründung der Jury
Für uns ist Hungry Baby die Quintessenz eines Musikvideos. Die Inszenierung der Regisseurin Clara Balzary für den rauen und pulsierenden Song von Kim Gordon ist meisterhaft. Die Kühnheit dieses Videos liegt in der Einfachheit der Inszenierung, und wie Verwundbarkeit durch den Tanz der großartigen Schauspielerin Coco Gordon-Moore ausgedrückt wird; es zeigt uns sowohl Wut wie auch Lust an und Trost durch die Musik als befreiende Kraft. Balzary drehte auf einem menschenleeren Parkplatz, der eindrücklich das Gefühl von Angst zu Beginn der Pandemie und ihrer Kommodifizierung von Alltagserfahrungen vermittelt. Das narrative Konstrukt eines männlichen Aggressors zu Beginn erweitert sich zum Gegenpart des Überlebens, in dem die Frau die Kontrolle übernimmt und uns am Ende mit einem lebensbejahenden Gefühl entlässt, während die Musik uns aus der restriktiven Realität heraussprengt.

Internationaler MuVi-Preis: 2. Preis

dotiert mit 1.000 €

Traitors (Benefits)
Kingsley Hall

2020, 4'27"

Begründung der Jury
Traitors
von Kingsley Hall ist einer der politischsten Filme in dieser Rubrik, der uns in seiner Einfachheit und Evidenz überzeugt hat. Wenige Mittel genügen der Produktion, auf die Betrachter das Gefühl von Beklemmung und Ohnmacht zu übertragen. Mit dem Stilmittel der Affirmation greift Kingsley Hall die (oftmals rechte) Kritik an Brexit-Gegnern, an den sogenannten "Snowflakes" auf: Während inhaltlich die Kritikpunkte passiv-aggressiv angenommen werden, werden sie formal zurückgewiesen. Als Wutrede vorgetragen, zunächst im O-Ton und unter Begleitung einer immer düster werdenden Mimik des Protagonisten, mündet sie schließlich in einem schmerzhaften Schrei in Slow Motion. Kingsley Hall hat für eine gesellschaftliche Stimmung eine pointierte Form gefunden. Effektvoll wird in Traitors zum Ausdruck gebracht, was nicht nur in politischen Diskussionen um den Brexit eine Rolle spielt, sondern in der politisierten und emotional aufgeladenen Debattenkultur im Netz allgemein: die Verzweiflung angesichts einer scheinbaren Unauflösbarkeit vorherrschender Polarisierungen.

Internationaler MuVi-Publikumspreis

ermittelt durch Abstimmung im Internet und dotiert mit 500 €

Portadoras queer: el doble y la repetición (Ascii.Disko)
Ana Laura Aláez

2020, 15'39"

Lobende Erwähnung der MuVi-Jury

Station Three (Quartet Diminished)
Pooya Razi

2021, 2'45"

Begründung der Jury
Als Jury waren uns der kreative Blick und persönliche Prozess unabhängiger Filmemacher, die etwas wagen, wichtiger als technische Highlights. Unsere Lobende Erwähnung geht an Station Three (Quartet Diminished) des iranischen Regisseurs Pooya Razi. Für seinen Versuch, das Funktionieren von Systemen gegen Individuen zu beleuchten, nutzt er Stop Motion-Techniken mit selbstgemachten Konstruktionen aus Farbstiften und 3D Zoetrope-Effekten. Wir ehren hier, wie sich Kreativität trotz kollektiver soziopolitischer Umstände entfaltet, ebenso wie die herausragende Qualität des kreativen Inputs durch die Musik von Quartet Diminished.

Internationaler Wettbewerb

Der weltweit älteste Kurzfilmwettbewerb ist Forum für Experimente, ungewöhnliche Inhalte und Formate und der Ort für filmische Entdeckungen, unabhängig von Genre und Produktionsland. Hier stellen sich jedes Jahr Filmemacher aus über 40 Ländern vor. Zugelassen zu diesem Wettbewerb sind ausschließlich internationale Festivalpremieren. Das Fachpublikum recherchiert hier neue Filme, und eine in diesem Wettbewerb gezeigte Premiere ist oft Sprungbrett für die Auswahl anderer Festivals – nicht zuletzt auch für den Oscar.

Filmemacher*innen aus der ganzen Welt werden eingeladen, ihre Arbeiten persönlich vorzustellen. Die Kurzfilmtage berufen eine eigene Auswahlkommission und Jurys für diesen Wettbewerb, in dem der traditionsreiche Große Preis der Stadt Oberhausen verliehen wird.

2021 führten die Kurzfilmtage mit dem Internationalen Online-Wettbewerb einen zweiten internationalen Wettbewerb ein, der ausschließlich online gezeigt wird. Internationale Produktionen können ab 2021 entweder für den Internationalen Wettbewerb oder den Internationalen Online-Wettbewerb, jedoch nicht für beide eingereicht werden.

Zeitlich wird der Internationale Online-Wettbewerb von den Wettbewerben im Kino getrennt: Vom 30. April bis 3. Mai 2022 präsentieren die Kurzfilmtage die Online-Wettbewerbe vor, ab dem 4. Mai planen die Kurzfilmtage, die traditionellen Wettbewerbsprogramme im Kino zu zeigen. Die Preisverleihung findet dann gemeinsam am 8. Mai statt.

Weiterführende Links
Einreichung
Reglement (Download-PDF)
Internationaler Online-Wettbewerb

Frühere Beiträge

Unter den internationalen Beiträgen waren Arbeiten von: Eija-Liisa Ahtila, Santiago Álvarez, Lindsay Anderson, Roy Andersson, Kenneth Anger, Andrea Arnold, Yael Bartana, Neil Beloufa, Jürgen Böttcher, Walerian Borowczyk, Stan Brakhage, Vera Chytilová, Jem Cohen, Terence Davies, Khavn De La Cruz, Valie Export, Milos Forman, Robert Frank, Karpo Godina, James Herbert, Takashi Ito, Joris Ivens, Ken Jacobs, Jean-Pierre Jeunet, Isaac Julien, Miranda July, William Kentridge, Jan Lenica, George Lucas, Dusan Makavejev, Jonas Mekas, Mike Mills, Kornel Mundruczo, Robert Nelson, Yoko Ono, Adina Pintilie, Roman Polanski, Laure Prouvost, Alain Resnais, Pipilotti Rist, Martin Scorsese, Cate Shortland, John Smith, Michael Snow, Alexander Sokurov, Jan Svankmajer, Eva Stefani, István Szabó, Matsumoto Toshio, François Truffaut, Gus Van Sant, Agnès Varda, Bill Viola, Apitchatpong Weerasethakul, Jia Zhang-Ke, Zelimir Zilinik

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Internationaler Online-Wettbewerb

2021 führten die Kurzfilmtage den Internationalen Online-Wettbewerb ein, der einem internationalen Publikum ortsunabhängig die Möglichkeit gibt, in die ganze Vielfalt des Kurzfilms einzutauchen. Er wird mit eigenem Reglement getrennt vom Internationalen Wettbewerb durchgeführt. Eine eigene Auswahlkommission wählt für diesen Wettbewerb rund 40 Filme aus aller Welt aus. Zugelassen zu diesem Wettbewerb sind ausschließlich deutsche Festivalpremieren. Internationale Produktionen und Koproduktionen mit Deutschland können entweder für den Internationalen Wettbewerb oder den Internationalen Online-Wettbewerb, jedoch nicht für beide, eingereicht werden und konkurrieren um jeweils eigene Preise, die von unterschiedlichen Jurys vergeben werden.

Zeitlich wird der Internationale Online-Wettbewerb von den Wettbewerben im Kino getrennt: Vom 30. April bis 3. Mai 2022 stellen die Kurzfilmtage die Online-Wettbewerbe vor, ab dem 4. Mai planen die Kurzfilmtage, die Wettbewerbe vor Ort im Kino zu zeigen. Die Preisverleihung findet dann gemeinsam am 8. Mai statt.

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Deutscher Wettbewerb

Mit überraschender Vielfalt, Aktualität und kritischem Blick überzeugt der älteste deutsche Kurzfilmwettbewerb sein Publikum jedes Jahr aufs Neue. Hier konkurrieren innovative Kurzfilme von etablierten Filmemachern und neu entdeckten Talenten, produziert in Deutschland, aber mit Themen aus aller Welt. Der Deutsche Wettbewerb versammelt eigenständige künstlerische Positionen aller Genres und wird gerade vom internationalen Publikum als Showcase des deutschen Kurzfilms geschätzt. Eine hier gezeigte Premiere wird aufmerksam wahrgenommen und ist oft Türöffner für andere Festivals. Zudem nehmen einige der hier eingereichten Beiträge zusätzlich am Internationalen Wettbewerb teil.

2021 führten die Kurzfilmtage mit dem Deutschen Online-Wettbewerb einen zweiten deutschen Wettbewerb ein, der ausschließlich online gezeigt wird. Zeitlich wird der Deutsche Online-Wettbewerb von den Wettbewerben im Kino getrennt: Vom 1. bis 3. Mai 2022 stellen die Kurzfilmtage die neuen Online-Wettbewerbe vor, ab dem 4. Mai planen die Kurzfilmtage, die traditionellen Wettbewerbsprogramme im Kino zu zeigen. Die Preisverleihung findet dann gemeinsam am 8. Mai statt.

Frühere Beiträge

Unter den deutschen Beiträgen waren Arbeiten von: Jürgen Böttcher, Detlev Buck, Phil Collins, Hellmuth Costard, Doris Dörrie, Andreas Dresen, Valie Export, Harun Farocki, Jeanne Faust, Werner Herzog, Romuald Karmakar, Alexander Kluge, Volker Koepp, Korpys/Löffler, Jan Krüger, Matthias Müller, Bjørn Melhus, Werner Nekes, Peter Schamoni, Ulrich Schamoni, Angela Schanelec, Christoph Schlingensief, Rudolf Thome, Adolf Winkelmann und Sönke Wortmann

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Deutscher Online-Wettbewerb

2021 führten die Kurzfilmtage einen Deutschen Online-Wettbewerb ein, der mit eigenem Reglement getrennt vom Deutschen Wettbewerb durchgeführt wird. Deutsche Produktionen können seitdem entweder für den Deutschen Wettbewerb oder den Deutschen Online-Wettbewerb eingereicht werden, jedoch nicht für beide, und konkurrieren um jeweils eigene Preise. Beiträge im Deutschen Online-Wettbewerb müssen keine Festivalpremieren sein.

Auch hier konkurrieren innovative Kurzfilme von etablierten Filmemachern und neu entdeckten Talenten, produziert in Deutschland, aber mit Themen aus aller Welt. Der Deutsche Online-Wettbewerb versammelt eigenständige künstlerische Positionen aller Genres.

Zeitlich wird der Deutsche Online-Wettbewerb von den Wettbewerben im Kino getrennt: Vom 30. April bis 3. Mai 2022 stellen die Kurzfilmtage die Online-Wettbewerbe vor, ab dem 4. Mai planen die Kurzfilmtage, die traditionellen Wettbewerbsprogramme im Kino zu zeigen. Die Preisverleihung findet dann gemeinsam am 8. Mai statt.

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NRW-Wettbewerb

Im jüngsten Wettbewerb der Kurzfilmtage treffen die Filmemacher und Filmemacherinnen der Region auf ihr Publikum. Das abwechslungsreiche Programm präsentiert freie Produktionen sowie die interessantesten Hochschulfilme des aktuellen Jahrgangs. Hier treffen langjährige Festivalbekannte auf neu zu entdeckende Talente – eine Mischung, die sowohl vom regionalen als auch vom Fachpublikum sehr geschätzt wird.

Nordrhein-Westfalen ist nicht nur Heimat der Kurzfilmtage, sondern auch einer der wichtigsten und kreativsten Filmproduktionsstandorte in Deutschland. Und so vielfältig der Filmstandort Nordrhein-Westfalen ist, so offen ist auch der NRW-Wettbewerb für alle Genres, Macharten und Themen.

Die hier eingereichten Kurzfilme haben eine dreifache Chance, bei den Kurzfilmtagen gezeigt zu werden, denn neben dem NRW-Wettbewerb können sie sich auch für den Deutschen oder Internationalen Wettbewerb qualifizieren. Ausgewählt werden die Filme von einer unabhängigen Kommission.

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Kinder- und Jugendfilmwettbewerb

Der Kinder- und Jugendfilmwettbewerb wurde 1978 etabliert und gehört zu den beliebtesten Sektionen der Kurzfilmtage. Er eröffnet nicht nur jungen Zuschauerinnen und Zuschauern ungewohnte Perspektiven auf die Welt. Ob Animation oder Dokumentation, Experimental- oder Spielfilm, der Vielfalt der filmischen Formen sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Jedes Jahr werden rund 45 Filme und Videos aus mehr als 25 Ländern von einer unabhängigen Kommission aus den Einreichungen für den Deutschen und den Internationalen Wettbewerb ausgewählt und für die verschiedenen Altersgruppen, beginnend ab drei Jahren, aufbereitet. Die Filmemacher*innen werden nach Oberhausen eingeladen, ihre Filme persönlich vorzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren – ein Ereignis, das regelmäßig auf beiden Seiten viel Beifall findet.

Die Preise werden von Jurys aus Kindern und Jugendlichen vergeben. Zusätzlich nominiert eine eigene Jury aus Fachleuten einen Film für den von den Kurzfilmtagen initiierten ECFA Short Film Award. Begleitet wird der Kinder- und Jugendfilmwettbewerb von einer Reihe von Projekten für Filmbildung für Kinder, Jugendliche und Pädagog*innen.

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Franziska Ferdinand
kiju(at)kurzfilmtage.de

Deutscher MuVi-Preis

Mit dem MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo führten die Kurzfilmtage 1999 den weltweit ersten Festivalpreis für Musikvideos ein. In den Jahren seines Bestehens ist der MuVi-Preis Treffpunkt und Forum für Filmemacher*innen, Fachpresse und die Kurzfilmszene geworden – ein Ort, um Entdeckungen zu machen und entdeckt zu werden. Vor allem hat er sich zum echten Publikumsliebling entwickelt. Auch hier plädieren die Kurzfilmtage für die außergewöhnliche visuelle Form. Nominiert werden ausschließlich aktuelle Musikvideos, deren Regie oder Produktion in Deutschland ansässig sind.

Eine unabhängige Kommission wählt aus den Einreichungen zehn bis zwölf Arbeiten aus, die eingeladen und auf dem Festival gezeigt werden. Eine international besetzte MuVi-Jury prämiert die Preisträger. Zudem wird ein Publikumspreis vergeben, der über Abstimmung im Internet ermittelt wird. Alle Preise werden auf der MuVi-Preisverleihung am 7. Mai vergeben.

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Jessica Manstetten
muvi(at)kurzfilmtage.de