Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Wir sehen uns
im nächsten Jahr!

Rückblick 2026

Die 72. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen fanden vom 28. April bis 3. Mai 2026 statt.

Festivalimpressionen

Preisträger

28. MuVi-Preis

1. Preis der 28. MuVi-Jury
dotiert mit 2.000 Euro

Rentrer à la maison (Anadol & Marie Klock)
(Returning Home)
Timo Schierhorn, Uwe
Deutschland 2026, 3‘35‘‘, Farbe

Begründung:
Man kommt nach Hause, an einen Ort, wo man sicher ist. Aber etwas stimmt nicht. Da ist etwas Unheimliches, das man kaum in Wort fassen kann. Die Dinge sind irgendwie anders, als man sie in Erinnerung hat.

Und dieses Gefühl wird von diesem Musikvideo perfekt vermittelt. Das Material wurde mit einer alten Kamera gedreht, teilweise sind es echte Familienfilme des Künstlers, und mit der Macht einer einfachen, aber klugen Montage vermittelt es den Zuschauer*innen trotz der Sprachbarriere das Unwohlsein bei der Heimkehr nach Hause, das wir alle kennen.

2. Preis der 28. MuVi-Jury
dotiert mit 1.000 Euro

IDLU (TEII A ViSiON)
Lars Zimmermann, Paulina Wetzel
Deutschland 2026, 3‘19‘‘, Farbe

Begründung:
Einfach, aber wirkungsvoll. Obwohl es nur einen Drehort gibt – ein weißer Raum mit weißen Wänden – fühlt sich dieses Musikvideo nie beengt an. Die Energie ist explosiv, das Gitarrenspiel wunderbar fake, und das ganze Musikvideo wurde in einer einzigen Einstellung gedreht. Manchmal ist weniger mehr, besonders, wenn man es richtig macht.

Lobende Erwähnung der 28. MuVi-Jury

All Glock No Cock (ildikó)
Olga Ringleb, Paula Kiermaier
Deutschland 2025, 3‘25‘‘, Farbe

Begründung:
Mit dem Vibe eines älteren YouTube-Videos macht All Glock, No Cock Spaß, ist sich dessen bewusst, und überträgt den Spaß auf uns alle. Der Stilwechsel funktioniert perfekt, das Musikvideo nimmt sich nie zu ernst, und manchmal ist das genau der richtige Weg.

MuVi Online-Publikumspreis
ermittelt durch Abstimmung auf www.muvipreis.de und dotiert mit 500 Euro

All Glock No Cock (ildikó)
Olga Ringleb, Paula Kiermaier
Deutschland 2025, 3‘25‘‘, Farbe

Die MuVi-Partner 2026
3sat, 3sat.de
Byte.FM, www.byte.fm
kaput – Magazin für Insolvenz & Pop, kaput-mag.com
kultur.west, www.kulturwest.de
netpoint media, www.netpoint-media.de

Preise der Internationalen Jury

Großer Preis der Stadt Oberhausen
dotiert mit 8.000 Euro

Opera
Igor Zelić
Kroatien 2026, 19‘39‘‘, Farbe

Begründung:
Für die Inszenierung von Licht und Dunkelheit, Raum und Zeit als Ode an das Kino und das Drama des Lebens.

Hauptpreis der Internationalen Jury
dotiert mit 4.000 Euro

黑洞洞
(Dark Channel)
Yu Zhe
China 2025, 11‘35‘‘, Farbe

Begründung:
Für die Verwandlung eines alltäglichen Raums in ein Kunstwerk durch die Macht filmischer Beobachtung.

Förderpreis des Internationalen Wettbewerbs
dotiert mit 1.500 Euro

Daylight
Anna Heisterkamp
Irland/USA 2025, 21‘53‘‘, Farbe

Begründung:
Für die künstlerisch vollendete Untersuchung eines Architekturprojekts, das mitten in der Stadt liegt, den Augen der Öffentlichkeit aber allmählich entgleitet.

Kurzfilmkandidat für die 39. European Film Awards

August och kriget
(August and the War)
Leandro Netzell Cerón, Samori Tovatt
Schweden 2026, 14‘24‘‘, Farbe

Begründung:
Für seine kritische und humorvolle Auseinandersetzung mit der zunehmenden Militarisierung.

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury

TEÊMBA!
(FLOW!)
Kagoma Ya Twahirwa
Ruanda 2025, 22‘15‘‘, Farbe

Begründung:
Dafür, dass der Film die Sprache des Films herausfordert, um das auszudrücken, was jenseits von Erzählungen und Bildern liegt.

Preise der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Erster Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
dotiert mit 5.000 Euro

Opera
Igor Zelić
Kroatien 2026, 19‘39‘‘, Farbe

Begründung:
Aus statischer Perspektive sehen wir nächtliches Dorfleben in seinen zeitlichen Zyklen aufleuchten. Bei Tagesanbruch verschwinden die Lichter der Geisterwelt in eine unwiederbringliche Vergangenheit. Das Erschrecken über die Unbarmherzigkeit der Geschichte bleibt.

Zweiter Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
dotiert mit 3.000 Euro

Gei3 Yik1 Jo6 Biu1
(Map of Traces)
Chan Hau Chun
Hongkong 2025, 29‘S27‘‘, Farbe, schwarzweiß

Begründung:
In Streetview-Bildern, die grenzenlose Orientierung und Kontrolle versprechen, sucht der Film vergeblich nach verblassenden Erinnerungen. Er findet sie in eigenwilligen, geheimen Zeichen und flüchtigen Begegnungen. Sehnsucht, staatliche Gewalt, Widerstand - der städtische Raum wird auf seine Zeug*innenschaft hin befragt.

Lobende Erwähnung der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

黑洞洞
(Dark Channel)
Yu Zhe
China 2025, 11‘35‘‘, Farbe

Begründung:
Ein unscheinbarer Zwischenraum, ein Ort, den man leicht übersieht, wird zum Aufzeichnungskanal. Wie ein fernes Echo spiegeln sich die Bewegungen einer Millionenstadt auf der Wasseroberfläche eines Mikrokosmos. Yu Zhe entfaltet durch seine konzentrierte Beobachtung die Poesie des Peripheren.

Preis der Internationalen Filmkritik

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis):

Opera
Igor Zelić
Kroatien 2026, 19‘39‘‘, Farbe

Begründung:
Nächtliche Dunkelheit liegt über einer Landstraße. Nach und nach kommen Lichter hinzu, die die Dunkelheit mit hellen Flecken durchbrechen und so die Tiefen des Raumes offenbaren. Über die gesamte Länge des Films hinweg fügt eine sorgfältig choreografierte Bewegung der Lichter sichtbare Elemente hinzu oder nimmt sie wieder weg und enthüllt Einblicke in den geheimnisvollen Raum am Rande der Straße. Das blasse Leuchten der Farben verleiht dem Bild die Schönheit eines Gemäldes aus Licht, das Erscheinen und Verschwinden von Menschen verwandelt die Straße in eine nächtliche Theaterbühne, bis das Tageslicht die Magie der Nacht vorzeitig beendet. Igor Zelićs Opera ist ein erstaunliches Stück Filmkunst, dessen Kreativität und raffiniertes Spiel mit den Grundelementen des Films (Licht, Ton und Raum) uns tief beeindruckt hat.

Preise der Ökumenischen Jury

Preis der Ökumenischen Jury
dotiert mit 2.000 Euro, gestiftet von der Katholischen Filmarbeit in Deutschland und dem Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen

黑洞洞
(Dark Channel)
Yu Zhe
China 2025, 11'35‘‘, Farbe

Begründung:
Der Filmtheoretiker Siegfried Kracauer formulierte einst, dass der Film es vermag „gewöhnliche unsichtbare Dinge" zu zeigen, um Aspekte der Wirklichkeit zu beschreiben, die technisch gesehen sichtbar sind, im Alltag aber meist unbemerkt bleiben. Das Kino zeigt in seinen besten Momenten genau diese flüchtigen, alltäglichen, scheinbar banalen Augenblicke, die wir gewöhnlich übersehen oder ignorieren. Die Ökumenische Jury möchte ihren Preis an einen Film verleihen, der zugleich schlicht und ungemein poetisch, vielschichtig und emotional berührend ist. Der Filmemacher schafft einen filmischen Raum, nutzt das Licht, um über Licht nachzudenken, und macht es zu einer Lebenslinie oder – wenn man es so sehen möchte – zur spirituellen Gegenwart des Lebensflusses.

Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury

wolno, szybko, wolno
(slow, fast, slow)
Jagoda Czarnek
Polen 2025, 1'02‘‘, Farbe

Begründung:
Darüber hinaus möchten wir einen weiteren Film mit einer besonderen Erwähnung auszeichnen. A propos Unterlaufen von Erwartungen: Es ist sehr selten, eine junge Filmemacherin zu finden, die ein solches Gespür für Timing und schwarzen Humor hat, dass sie sowohl Memento Mori als auch Carpe Diem in nur vier Einstellungen und einer Minute zeigen kann.

ZONTA-Preis

ZONTA-Preis
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet vom Zonta Club Oberhausen Rheinland
für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb

Cold Call
Stefanie Schroeder
Deutschland 2025, 16‘, Farbe

Begründung:
Stefanie Schroeders Film Cold Call lässt uns in Beziehung treten, wo wir es am wenigsten erwarten würden: Im Call Center-Gespräch mit einem anonymen Scam-Anrufer. Dabei ist es Stefanie Schroeders unkonventionelle, im Film sicht- und hörbare Haltung, mit der sie den Zwängen dieses Gesprächs – seien es rassistische Stereotype, das steile soziale Gefälle oder die Telefon-Betrugsmasche selbst – für einen Moment begegnet, um dahinter Schönheit, absurden Witz und vor allem einen anderen Menschen zu entdecken. Eine im besten Sinne humanisierende Kinoerfahrung.

Preise des Deutschen Wettbewerbs

Preis des Deutschen Wettbewerbs
dotiert mit 5.000 Euro

Audry Lornacle or 14 Days in DJ’s House
Dagie Brundert
Deutschland 2025, 08‘16‘‘, Farbe

Begründung:
Verspielt und eigenwillig findet die Regisseurin in ihrer Umwelt Zeichen und Bilder aus denen sie eine vergnügte Traumnovelle entwickelt. Dabei ergänzen sich Text und die Bild zu einem mal lustigen, mal nachdenklichen Poem, dessen filmische Gestalt getragen wird von ihrer persönlichen Erzählung und von ihrem einmalig kreativen Umgang mit dem Filmmaterial. 

Förderpreis des Deutschen Wettbewerbs
dotiert mit 1.500 Euro

Ein Meter Neunzig
(One Meter Ninety)
Gregor Bartsch
Deutschland 2026, 30‘, Farbe

Begründung:
Ein ehemaliges sozialistisches Rechenzentrum in Potsdam wurde zum Künstleratelierhaus umgewidmet und steht nun dem Nachbau einer barocken preußischen Militärkirche im Weg, denn die ungleichen Gebäude beanspruchen den gleichen Baugrund. Die Einweihung des halbfertigen Kirchturms nimmt der Film zum Anlass Schichten deutscher Historie bis heute freizulegen und die Geschichtsvergessenheit der gegenwärtigen Erinnerungskultur sichtbar zu machen.

3satNachwuchspreis
dotiert mit 2.500 Euro, gestiftet von 3sat
Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.

Catacombs سراديب
Shehab Fatoum
Deutschland 2026, 28‘48‘‘, Farbe

Begründung:
Ein Film, der Perspektiven verschiebt, weil sein Standpunkt wackelt. Er sucht nach Form in Kapiteln und in der griechischen Mythologie. Der in Syrien geborene Filmemacher erzählt von der Unmöglichkeit einer Rückkehr in ein Davor – und erweitert damit nicht nur den Deutschen Wettbewerb, sondern auch den Blick auf Deutschland selbst.

Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

Berlin, Europacity
Leonard Geisler
Deutschland 2025, 13‘39‘, schwarzweiß

Begründung:
Irgendwie kann man es schon verstehen. Wer hat sich noch nicht über seinen Vermieter geärgert. Trotzdem hat uns die Leichtigkeit überrascht und begeistert, mit der der Regisseur hier sein Krimiplot entwirft und noch unbekannte Bilder aus dem Zentrum Berlins findet. Wenn dann die Geschichte aus den Aufnahmen einer blinden Fotografin nochmal neu gelesen wird, merkt man plötzlich, dass wir nicht nur wunderbar unterhalten, sondern mitten in die großen Fragen der Semiotik entführt wurden.  

Preise des 18. NRW-Wettbewerbs

Preis des NRW-Wettbewerbs
dotiert mit 1.000 Euro

Garden Of Edie
Miri Klischat
Deutschland, 2026, Jahr, 20‘, Farbe

Begründung:
Die Vertreibung aus dem Paradies als Befreiungsakt. Der mutige Bruch mit Konventionen und normierten Lebensmodellen führt zur Entdeckung der eigenen Sexualität und der eigenen Stimme. „Sie" wird zum „Ich", während die Kamera in präzisen Bildern den neuen Garten der Versuchung erkundet. Wie durch die Geschichten aus den unsichtbaren Welten, die sie als Kind den Freundinnen beschrieb, leitet uns die Protagonistin mit ihrer Sprache auf dem erkenntnisreichen Weg zur Selbstermächtigung.
 

Förderpreis des NRW-Wettbewerbs
dotiert mit 500 Euro

Ku Yenza
(Trajectories)
Simon Rittmeier
Frankreich/ Deutschland, 2026, 16'30‘‘, schwarzweiß

Begründung:
Ein kollaboratives Porträt, so spielerisch, wie die Jonglierbälle in der Luft. Auf den atemlosen Reisen zur nächsten Performance, in den ruhigen Momenten der Reflektion, beim Üben und Wiederholen, entwickelt der Film einen eigenen Rhythmus, der uns mitnimmt in die Welt des Protagonisten. Zwischen Kontinenten und Sprachen sind es weniger die Worte, als die Töne, Beats und Repetitionen, die den Protagonisten charakterisieren und auf grobkörnigen 8mm-Material einfangen.
 

Lobende Erwähnung der Jury des NRW-Wettbewerbs

Hope Road
Susann Maria Hempel
Deutschland 2025, 12‘30‘‘, schwarzweiß

Begründung:
Der Film beginnt in einer Verzweiflung, eine Krise mit sich, mit dem eigenen Schaffen, mit der Welt. Wie Filme machen, wenn die Zukunft hoffnungslos scheint und neue und alte familiäre Verantwortungen der Kunst im Wege stehen. So arbeitet sich die Filmemacherin durch die eigenen Gefühle und Gedanken und nimmt uns zugleich auf einen filmästhetischen Diskurs über die Erzeugung von Bilder mit.

Preis der WDR Westart-Zuschauerjury

Preis der WDR Westart-Zuschauerjury
dotiert mit 750 Euro, gestiftet von der WDR Westart

Hope Road
Susann Maria Hempel
Germany 2025, 12'30‘‘, Farbe

Begründung:
Ein pausenloser Monolog über Krisen und das eigene künstlerische Selbstverständnis: intensiv, anstrengend, vereinnahmend, keine leichte Kost. Von Muttersein und Künstlersein, von Dystopie bis Utopie, von Verzweiflung bis Zuversicht. Die Welt als eine sich ständig erneuernde Möglichkeit.

Die Vielfältigkeit der Themen spiegelt sich in der Umsetzung wider: von bewusst fehlerhaft belassenen KI-Sequenzen über Stop-Motion bis hin zu Experimentellem. Neuschöpfung ist möglich! Ein filmisches Triptychon, das uns inhaltlich wie formal überwältigt hat. Ein Kurzfilm mit Sogwirkung.

Preise des 49. Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

Preis der Kinderjury
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO)

Under The Wave off Little Dragon
Luo Jian
Vereinigtes Königreich 2025, 14‘25‘‘, Farbe

Begründung:
An unserem Gewinnerfilm hat uns gefallen, dass das Mädchen sehr mutig war und sich nichts gefallen lassen hat. Sie hat sich getraut alleine raus zu gehen, um ihren Fisch zu finden, obwohl sie erst 5 ist. Außerdem war sie sehr klug. Das Ende am Strand fanden wir sehr schön, weil der ganze Sand geleuchtet hat.

Förderpreis der Kinderjury
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

הצל שלי ואני
(My Shadow and Me)
Yali Herbet
Israel 2025, 3‘52‘‘, Farbe

Begründung:
Am Anfang des Films war der Junge traurig, weil seine Mutter nicht mit ihm spielen konnte. Aber dann hat er einen Freund gefunden. Uns haben die schönen Schattenspiele gefallen, vor allem als der Junge auf dem Hasen geritten ist. Der Film war schön und man hat sich gewünscht, dass er noch länger gewesen wäre!

Lobende Erwähnung der Kinderjury

Just Jools
Ezra Verbist
Belgien 2025, 16‘40‘‘, Farbe

Begründung:
Uns hat gefallen, dass man beim Film etwas gelernt hat. Das Mädchen war sehr mutig und hat nicht aufgehört obwohl andere gemein zu ihr waren. Sie hatte einen Lehrer der ihr mit dem Tanzen geholfen hat. Die Tanzbewegungen waren besonders schön und man wollte gleich mittanzen.

Preis der Jugendjury
dotiert mit1.000 Euro, gestiftet vom Rotary Club Oberhausen

BEI KUN ZHU DE GOU
(A Trapped Dog)
Xinying Lao
USA 2025, 12‘12‘‘, Farbe

Begründung:
Unseren Gewinnerfilm haben wir ausgewählt, weil er zeigt wie man von einem System unterdrückt wird und wieso man sich gerade deswegen, als Jugendliche Person, auch davon befreien will. Im ausgewählten Kurzfilm schafft der Protagonist schließlich auch genau das und hat uns damit überzeugt. Der Gewinner des Jugendfilmwettbewerbs des 49. Kinder und Jugendkinos in Oberhausen ist „A Trapped Dog“.

SURPRISE. Preis für den überraschendsten Film
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von Methode Film

மாப்பிள்ளை
(Mappillai)
Padakathai Illaka Collective
Indien, Deutschland 2026, 16‘50‘‘, Farbe

Begründung:
Das Schöne an Überraschungen ist, dass sie uns dort treffen, wo wir es am wenigsten erwarten. Unser Gewinnerfilm hat uns von Anfang an gefesselt. Wir dachten, wir kennen die Richtung der Geschichte, doch genau in diesem Moment hat uns der Film überrascht und alles auf den Kopf gestellt. Diese starke Wendung, hat unser Interesse geweckt. Wir haben uns für einen Film entschieden, der uns einen Einblick in viele kulturelle und historische Hintergründe gibt, was wir auch ziemlich interessant fanden. Besonders beeindruckt hat uns außerdem das Mitwirken des gesamten Dorfes und der authentische Einblick in eine Kultur die den Film so lebendig gemacht hat. Aus diesen Gründen geht der Surprise Preis an The Groom.

Lobende Erwähnung der Jugendjury

Des Gens Vivent Ici
(People Live Here)
Gabrielle Côté
Kanada 2025, 12‘12‘‘, Farbe

Begründung:

Der ausgewählte Kurzfilm erzählt von einer lebendigen, warmen Nachbarschaft, in der Menschen zusammenkommen, sich gegenseitig unterstützen und das Leben blüht. Doch diese Idylle wird brutal zerstört, als sie großen Hochhäusern weichen muss – eine anonyme, seelenlose Architektur, die das Leben verdrängt. Doch am Ende kehrt das Leben wieder zurück: Die Nachbarschaft wird wiederaufgebaut. Wir haben diesen Film ausgewählt, weil er es schafft, unsere Sehnsucht nach Identität und Gemeinschaft zu zeigen, und uns daran erinnert, wie wichtig es ist, unsere Städte mit Leben zu füllen.

Preis der Ökumenischen Jury des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

Preis der Ökumenischen Jury des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs
dotiert mit 1.500 Euro

Just Jools
Ezra Verbist
Belgien 2025, 16‘40‘‘, Farbe

Begründung:
Eine gelungene Dokumentation, die ein schwieriges Thema auf sehr einfühlsame Weise aufgreift und es schafft, eine besondere Problematik universell zu machen.

Die Hauptfigur findet ihre Stärke darin, in sich selbst zu ruhen und den Tanz zu spüren – anstatt sich vom Blick und dem Urteil anderer leiten zu lassen. Der Film schildert diese Bewegung durch authentische Charaktere und eine Handlung, die der Dokumentation beinahe das Gefühl eines fiktiven Dramas verleiht.

Der fürsorgliche Blick der Regisseurin sorgt dafür, dass der Film persönlich bleibt, ohne das Private bloßzustellen. Der Tanz entsteht nicht nur durch die Musik, sondern in der Zusammenarbeit mit dem Tanzlehrer, in der Natur und in ihrer Fantasie.

Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

Jésus Marie Joseph
(Jésus Marie and Joseph)
Patxi Meerman
Frankreich 2025, 03‘27‘‘, Farbe

Begründung:
Zugleich ein zutiefst liebevoller, handgeführter Film und messerscharf in seiner Erkundung des grundlegenden „Warum" des Lebens — eine Frage, die für einen dreijährigen Jungen, der durch ein griechisches Dorf läuft, ebenso gültig ist wie für einen alten Mann. Es gelingt ihm, seine volle Geschichte zu erzählen, in 3 Minuten, ohne zu übererklären oder zu vereinfachen.

Der Film ist organisch und folgt dem Jungen in einem spielerischen Tempo, das dem Film die Energie des Jungen verleiht… Die Bilder schildern die griechische Stadt durch Kinderaugen als weißes Licht und Konturen – mit der Kirchenglocke als fernem Ziel.

Preis der ECFA-Jury

ECFA Short Film Award Nomination
(Der Preis besteht aus einer Nominierung für den ECFA Short Film Award 2027)

LE JOUR OÙ J'AI LÉCHÉ UN CAILLOU
(THE DAY I LICKED A PEBBLE)
Flavie Eliézer, Chloé Bernuchon, Goli Atefi, Maud Kolasa, Nathan Jauze, Marie Pijollet
Frankreich 2025, 06‘35‘‘, Farbe

Begründung:
Nicht nur wegen der besonderen filmischen Reise der drei Geschwister zur Bäckerei konnten wir – als Jurymitglieder hier in Oberhausen – uns stark mit unserem preisgekrönten Film identifizieren. Immer wieder verirrten wir uns zwischen den Festivalorten, aber stets voller Freude und mit großartigen Dialogen, genau wie die Protagonisten.

Wir haben den Film wegen seiner überraschenden Form ausgewählt: Es ist ein Animationsfilm, der wie ein Heimvideo oder Found Footage gestaltet ist und mit beeindruckender Präzision realisiert wurde.

Und für die Liebe zu Film und Video, die er vermittelt, zeichnen wir THE DAY I LICKED A PEBBLE aus.

Pressestimmen

Das diesjährige Programm, wie immer außerordentlich vielfältig, zeigte einmal mehr, wie inspirierend diese Veranstaltung auch in ihrem 72. Jahr noch ist. Und dass der Kurzfilm putzmunter ist.
https://shomingekionline.org/aktuelles/blog/

Die faszinierende Komplexität aller Realismen (auch der an Datenmengen geschulten) zeigt sich im Format der allein nicht abendfüllenden Filme häufig noch radikaler.
FAZ, 6. Mai 2026

Ganz im Geiste [Alexander] Kluges spielt der konventionelle narrative Film beim Festival eher eine untergeordnete Rolle, stattdessen prägen essayistische und experimentelle Formate das Programm.
Stadtrevue Köln, Mai 2026

 […] In Oberhausen [führten] die scheinbar so selbstreferenziellen Fragen über die Verfasstheit filmischer Bilder immer wieder zu wichtigen politischen Fragen.
taz, 4. Mai 2026
https://taz.de/Kurzfilmtage-Oberhausen/!6176078&s=kurzfilmtage/

Für knapp eine Woche verwandelt sich die Innenstadt rund um die Lichtburg in einen lebendigen Treffpunkt der internationale Filmszene – erfüllt von kreativer Energie, inspirierenden Begegnungen und einer ganz besonderen Atmosphäre.
WAZ Oberhausen, 25. März 2026

Die Oberhausen-Ausgabe 2026 […] zeugte von einer makellos organisierten Infrastruktur, die ein tiefes Eintauchen in die Kunst der Kürze möglich machte.
https://fipresci.org/report/the-persistence-of-vision-in-the-short-form/

War das Kino früher auch ein Raum der Flucht und der Phantasmagorie, wurde er dieses Jahr in den oftmals ganz persönlich-politischen Beiträgen der Kurzfilmtage auch zu einem Raum, in dem sich in der Rückschau über ganz persönliche Erinnerung reflektieren ließ.
Filmdienst, 11. Mai 2026
https://www.filmdienst.de/artikel/79383/kurzfilmtage-oberhausen-der-deutsche-wettbewerb

Dass abstrakte Filmideen ein Comeback erleben, ist gerade ein Phänomen in Oberhausen, einem Festival, das lange von politisch-essayistischen Formen dominiert war, dann aber lange von politischen Themensetzungen geprägt war. Die Tendenz geht zurück zur Form, vielfach wird auch der Zelluloidfilm selbst zum Thema.
Frankfurter Rundschau, 6. Mai 2026

Abseits der diversen Wettbewerbe (zeitgenössische Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme und Musikvideos) boten die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen auch in diesem Jahr wieder viel Interessantes aus den weniger beleuchteten Arealen der Filmgeschichte.
critic.de, Mai 2026
https://www.critic.de/special/scheiss-drauf-das-sind-gute-filme-oberhausen-2026-4861/

Kaum ein anderes Festival schafft es, experimentelle Ansätze und angenehme Bescheidenheit auf so elegante Weise zusammenzubringen. Zwischen radikalen Wagnissen, humorvollen Überraschungen und emotionaler Tiefe wirkte selbst der kleinste Film wie ein wertvolles Statement.
kaput – Magazin für Insolvenz und Pop, 8. Mai 2026
https://kaput-mag.com/rainbow_de/oberhausen_int-kurzfilmtage_diese-arroganz-im-sinne-von/

In der Festivallandschaft gehören die 72. Kurzfilmtage Oberhausen (28.4.-3.5.) zu den bedeutendsten, die sich ganz dem kurzen Filmformat gewidmet haben.
Filmdienst, 15. Mai 2026
https://www.filmdienst.de/artikel/79484/kurzfilmtage-oberhausen-was-ist-ein-kurzfilm

„Politisch auseinandersetzen tun wir uns sowieso: Wir leben in dieser Welt, in der wir leben. Wir würden uns nie einseitig positionieren, das machen wir nicht. Wir sind als Erstes ein Filmfestival. Und in den Filmen ist viel mehr Raum für Widersprüchliches und für Komplexeres.“
Madeleine Bernstorff im Interview, WAZ, 25. April 2026

Bei den Kurzfilmtagen öffnet sich mir eine neue Welt.
WAZ Oberhausen, 2. Mai 2026

Über „based on true events?”

Das Thema „Based on true events?” wurde bei den Kurzfilmtagen sowohl historisch wie systematisch und auch ein wenig anarchisch behandelt.
FAZ, 6. Mai 2026

Mithilfe von Rückblicken auf die Filmgeschichte – etwa das Kino der britischen Filmpioniere James Mitchell und Sagar Kenyon und die frühen Kurzfilme von Werner Herzog – wurde in Oberhausen aber klar gemacht, dass das Kino natürlich nie einfach nur eine Abbildung der Realität war, und zugleich wurde die Virtualität der KI-Bilder mit Blick auf die materiellen Bedingungen ihrer Entstehung relativiert.
taz, 4. Mai 2026
https://taz.de/Kurzfilmtage-Oberhausen/!6176078&s=kurzfilmtage/

„Der größte Coup der KI-Industrie ist es, diese monströsen Rechenleistungen unter dem Label ‚Intelligenz‘ laufen zu lassen.“
Madeleine Bernstorff im Interview mit der jungle world, 23. April 2026

Über die Filme von Tom Chomont

Zehn Jahre an künstlerischer Arbeit verschmelzen in diesem hervorragenden Programm, sprechen aus der Dunkelheit zum Zuseher. Es sind erotische Filme, gerade die frühen ergötzen sich an nackten, schönen Männerkörpern, die durch schnelle Schnitte und exzessive Doppelbelichtungen entfremdet werden. Eine sinnliche, außerweltliche Psychedelik.
Artechock, 7. Mai 2026
https://www.artechock.de/film/text/artikel/2026/05_07_oberhausen_guntental.html

Über die Filme von Gernot Wieland

Gernot Wielands Bilder sind vertraut und fremd zugleich, als habe die Zeit sie ebenso konserviert wie mutiert. Ein Verwandlungsvorgang. Insofern wohnt Kindheit mit ihrer Märchenwelt darin, nimmt sich die Imagination weiten Spielraum und ist Zeuge der Ruinen des Einst, ruft das Schlimme und Schrecken Auslösende nach Hilfe.
kultur.west, April 2026

Trailer

von Christian Schön, mit Bild- und Tonausschnitten von:

Heavenly Dream @ José Ángel Tomasis Briseño
The Groom @ Padakathai Illaka Collective
All Glock No Cock @ Olga Ringleb, Paula Kiermaier
Cold Call @ Stefanie Schroeder
A Trapped Dog @ Xinying Lao
Escape Will Get You Tonight @ Noa Simhayof Shahaf
Hope Road @ Susann Maria Hempel
Leaks In The Line @ Adebukola Bodunrin
Slow Dissolve @ Benjamin Tiven, Andreas Bunte, Erik Wysocan
Hulum @ Miguel Miceli
Knockout Dreams @ Andreas Birkenheier
People Live Here @ Gabrielle Côté
I’d Love To See You @ Sébastien Segers, Zaïde Bil, Petronella Van der Hallen
Em Busca De S @ Gustavo de Mattos Jahn
El Salto @ Jerónimo Rincón Diaz
Chirp Chirp @ Wenting Song
Habitare @ Tanatat Khuttapan
In The Valley @ Han Loong Lim
Jésus Marie Joseph @ Patxi Meerman
Forming En Route @ James Edmonds, Petra Graf
The Birds Are Silent @ Leo Dzhyshyashvili
Je Croyais Que La Vie Etait Un Poeme @ Felix Herrmann
Only Making Out @ Marlon Weber
Tristesse @ Yuri Muraoka
The Day's Mother, the Night's End @ Anna Zalevskaya
Tea Powder @ Bhavya Karthikeyan
Floating @ Nikolas Müller
The Way Through The Woods @ Toby Cornish
Kosmogonia @ Karolina Chabiert
POLLY POCKET @ Mariola Brillowska
We Will Be Who We Are @ Priscillia Kounkou Hoveyda
The Observation @ Gurgen Aloian
Prayer For All Simple Things @ Diego Rojas
Song Will Not Die @ Mox Mäkelä
Opera @ Igor Zelić
The Walnut Of Knowledge Temba @ Niyaz Saghari
an open field @ Teboho Edkins
I’m on the way to you @ Yung Shiuan Yang
Daylight @ Anna Heisterkamp
Homecoming @ Roman Khimei, Yarema Malashchuk
Borderland @ Gavois Klöfkorn
Dogs And Dust @ Ece Era
Map Of Traces @ Chan Hau Chun
August Och Kriget @ Leandro Netzell Cerón, Samori Tovatt
How Do You Spell This Word? @ Yulia Lokshina
Ein Neues Wort  @ Cana Bilir-Meier
Kommunist Kar Kommando @ Markus Mischkowski, Christos Dassios
Kamogawa @ Rainer Komers
Garden Of Edie @ Miri Klischat
Catacombs @ Shehab Fatoum
A Gentle Breeze @ Lin Htet Aung
An Underground Bird @ Eero Tammi
The Story Of Wood @ Rainer Knepperges
Dark Channel @ Yu Zhe

Wettbewerbsfilme

Nach Ländern

Armenia
The observation
, Gurgen Aloian, 2025, 4' 07", Children’s and Youth Film Competition

Austria
Letters from home
, Maryam Zuhuri, 2025, 6' 58", International Competition
Das Höhenphänomen (Call of the Void), Angelika Reitzer, 2025, 25' 44", International Competition

Austria/ France/ Germany
Dressing Up Together, Elly Jarvis, Lilli Strakerjahn, Célia Caroubi, 2025, 39' 44", German Competition

Belgium
Ik Zou Je Graag Zien (I'd Love To See You), Sébastien Segers, Zaïde Bil, Petronella Van der Hallen, 2025, 11' 44", Children’s and Youth Film Competition
Just Jools, Ezra Verbist, 2025, 16' 40", Children’s and Youth Film Competition

Belgium/ France
Poisson Nuage
(Cloud Fish), Noe Garcia, 2025, 5' 47", Children’s and Youth Film Competition

Belgium/ Hungary/ Kazakhstan/ Portugal
Let Me Circle Around You
, Aiya Akilzhanova, 2025, 11' 58", International Competition

Belgium/ Netherlands/ United Kingdom
20 Hz – 384,400 km
, Graham Kelly, 2026, 10' 33", International Competition

Belgium/ Turkey
Dogs and Dust
, Ece Era, 2025, 14' 49", International Competition

Brazil
Batata Frita na Chuva
(French Fries in the Rain), Ninah Nogino, 2025, 09' 47", International Competition

Brazil/ China/ Germany
三只海豹
(Three Seals), Dou Dou, 2025, 8' 24", Children’s and Youth Film Competition

Brazil/ France/ Germany
Em Busca de S
(In Search of S.), Gustavo de Mattos Jahn, 2025, 17' 17", International Competition

Brazil/ Portugal
Memórias Encontradas Numa Banheira
(Memoirs Found in a Bathtub), Leonardo Pirondi, 2025, 4' 19", International Competition

Bulgaria
Голишар
(Nestling), Georgi Martev, 2026, 10' 56", Children’s and Youth Film Competition

Canada
Custom Trailer Series: Austin Powers
, Kelly Egan, 2025, 04' 34", International Competition
Prayer for All Simple Things, Diego Rojas, 2026, 14' 18", International Competition
Des Gens Vivent Ici (People Live Here), Gabrielle Côté, 2025, 12' 12", Children’s and Youth Film Competition

Canada/ France
Autobiography of My Diabetes
, Matthew Lancit, 2025, 30' 39", International Competition

Canada/ USA
Leaks in the Lines
, Adebukola Bodunrin, 2025, 04' 32", International Competition

Cambodia/ China
Jiu Jiu
(Chirp Chirp), Wenting Song, 2026, 7' 35", International Competition

China
啤酒的滋味
(A Taste of Beer), Xie Li, 2025, 5' 30", International Competition
黑洞洞 (Dark Channel), Yu Zhe, 2025, 11' 35", International Competition
西藏游客 (Tourist to Tibet), Wu Han, 2025, 8' 24", Children’s and Youth Film Competition
时代在召唤 (The Times Are Calling), Chutian Shu, 2026, 4' 21", Children’s and Youth Film Competition

Colombia
Niña Chilapa
(Chilapa Girl), Juana Lotero López, 2025, 17', Children’s and Youth Film Competition
El Mandado (The Favour), Ingrid Paola Bonilla Rodriguez, 2025, 19' 54", Children’s and Youth Film Competition
El Salto (The Fall), Jerónimo Rincón Diaz, 2025, 12' 02", International Competition

Croatia
Töst
, Nela Gluhak, 2025, 2' 32", International Competition
Opera, Igor Zelić, 2026, 19' 31", International Competition

Finland
Laulu ei kuole
(Song Will Not Die), Mox Mäkelä, 2026, 9' 25", International Competition
Maanalainen lintu (An Underground Bird), Eero Tammi, 2026, 10' 44", International Competition

France
Au gré de l'iode
(To the rhythm of the Sea), Léa Deprez, Pierre-Luis Bordes, Elliot Desmarets, Jeanne Finet, 2025, 7' 40", Children’s and Youth Film Competition
Hulum, Miguel Miceli, 2025, 22' 15", International Competition
Jésus Marie Joseph (Jésus Marie and Joseph), Patxi Meerman, 2025, 3' 27", Children’s and Youth Film Competition
Kosmogonia, Karolina Chabiert, 2025, 15' 33", Children’s and Youth Film Competition
La Mort Du Poisson (The Death of the Fish), Eva Lusbaronian, 2025, 13' 50", Children’s and Youth Film Competition
LE JOUR OÙ J'AI LÉCHÉ UN CAILLOU (THE DAY I LICKED A PEBBLE), Flavie Eliézer, Chloé Bernuchon, Goli Atefi, Maud Kolasa, Nathan Jauze, Marie Pijollet, 2025, 6' 35", Children’s and Youth Film Competition
Les femmes en feu (Women on fire), Alina Titorenko, 2025, 20' 17", International Competition
Precious Fantasy, Nino Bouhnik, 2025, 13' 16", Children’s and Youth Film Competition
Qui a tué Narin G****? (Who Killed Narin G****?), Ayçe Kartal, 2025, 4' 42", International Competition

France/ Germany
Ku Yendza (Trajectories)
, Simon Rittmeier, 2026, 17', NRW Competition

France/ Germany/ South Africa
an open field
, Teboho Edkins, 2025, 38' 06", International Competition

France/ Switzerland
Piccolo Piccolo
, Marta Gennari, 2025, 8' 30", Children’s and Youth Film Competition

Germany
All Glock No Cock
, Olga Ringleb, Paula Kiermaier, 2025, 3' 23", MuVi Award
Audry Lornacle or 14 Days in DJ's House, Dagie Brundert, 2025, 8' 16", German Competition
Beneath the Night, Maximilian Karakatsanis, 2026, 13' 33", NRW Competition
Berlin, Europacity, Leonard Geisler, 2025, 13' 39", German Competition
Borderland, Gavois Klöfkorn, 2025, 11' 02", NRW Competition
Catacombs, Shehab Fatoum, 2026,  29', German Competition
Cold Call, Stefanie Schroeder, 2025, 16', German Competition
Eine Tochter und zehn Söhne (A Daughter and Ten Sons), Paula Milena Weise, Finn Ole Weigt, 2026, 20' 30", NRW Competition
Ein Meter Neunzig (One Meter Ninety), Gregor Bartsch, 2026, 30', German Competition
Ein neues Wort (A New Word), Cana Bilir-Meier, 2025, 24' 56", German Competition
Erst zahlen, dann malen!, DJ Babyoil, 2026, 4' 04", MuVi Award
Everybody (A 21 Years Later Video Edit), Stefan Lampadius, 2026, 6' 14", MuVi Award
Floating, Nikolas Müller, 2025, 5' 12", MuVi Award
Forming en Route, James Edmonds, Petra Graf, 2026, 35', German Competition
Garden of Edie, Miri Klischat, 2026, 20', NRW Competition
Holz! (The Story of Wood), Rainer Knepperges, 2025, 2' 44", German Competition
Hope Road, Susann Maria Hempel, 2025, 12' 30", NRW Competition
How Do You Spell This Word?, Yulia Lokshina, 2026, 26' 10", German Competition
IDLU, Lars Zimmermann, Paulina Wetzel, 2026, 3' 19", MuVi Award
Je croyais que la vie était un poème (I Thought Life Was a Poem), Felix Herrmann, 2026, 11' 35", German Competition
Kamogawa, Rainer Komers, 2025, 16' 47", NRW Competition
Kenger, Irfan Akcadag, 2026, 14' 59", NRW Competition
Knockout Dreams, Andreas Birkenheier, 2026, 26' 59", German Competition
KOMMUNIST KAR KOMMANDOS, Markus Mischkowski, Christos Dassios, 2026, 3' 30", NRW Competition
Liquor, Yi-Chen Huang, 2025, 4' 37", German Competition
No Lube So Rude, Matt Lambert, 2026, 5' 02", MuVi Award
No More Roses, Graw Böckler, 2025, 3' 53", MuVi Award
Only Making Out, Marlon Weber, 2025, 15' 45", German Competition
POLLY POCKET, Mariola Brillowska, 2026, 4' 40", German Competition
Rentrer à la maison (Returning Home), Timo Schierhorn, Uwe, 2026, 3' 35", MuVi Award
Rote Süden, Max Hilsamer, 2026, 3' 25", MuVi Award
Sailing Away, Christina Romano, 2026, 2' 07", MuVi Award
The Way Through The Woods, Toby Cornish, 2025, 2' 30", MuVi Award
Until It's Hard To Tell, Ceren Oykut, 2025, 5' 03", German Competition

Germany/ Colombia
El Paraíso de Ainara
(Ainara's Paradise), Esther Niemeier, Laura Espinel, 2025, 14' 05", Children’s and Youth Film Competition

Germany/ India
மாப்பிள்ளை
(The Groom), Padakathai Illaka Collective, 2026, 16' 50", Children’s and Youth Film Competition

Germany/ Ukraine
Movchat' Ptakhy
(The Birds Are Silent), Leo Dzhyshyashvili, 2025, 7' 47", German Competition

Germany/ USA
Slow Dissolve
, Library Stack, Andreas Bunte, 2026, 27' 15", International Competition

Hong Kong
記憶座標
(Map of Traces), Chan Hau Chun, 2025, 29' 27", International Competition

India
ചായപ്പൊടി
(tea powder), Bhavya Karthikeyan, 2026, 23' 56", International Competition

Iran/ United Kingdom
The Walnut of Knowledge
, Niyaz Saghari, 2025, 27', International Competition

Ireland/ Ukraine
Я не зникаю
(Self-Preserving Nudity), Nelly Shylova, 2025, 7' 03", International Competition

Ireland/ USA
Daylight
, Anna Heisterkamp, 2025, 21' 53", International Competition

Israel
Escape Will Get You Tonight
, Noa Simhayof Shahaf, 2025, 14' 46", International Competition
הצל שלי ואנ (My Shadow and Me), Yali Herbet, 2025, 3' 52", Children’s and Youth Film Competition

Japan
dipolar bipolar, Quankai Li, 2025, 8' 50", Children’s and Youth Film Competition
Tristesse, Yuri Muraoka, 2026, 11' 14", Japan​​​​​​​
TOKERUBON (Floating lanterns), Shiori Watanabe, 2025, 2' 04", Children’s and Youth Film Competition

Kosovo
Prej 6-ve në 5
(From 6 to 5), Erlisë Beqiri, 2026, 9' 47", International Competition

Latvia
žļurga
(Slush), Aivars Šaicāns, Jēkabs Okonovs, 2026, 19' 59", International Competition

Lithuania
Parkas. Po pamokų
(After Classes), Simona Jurkuvėnaitė, 2025, 14' 16", International Competition

Malaysia
鳥,飛行中
(In the Valley), Han Loong Lim, 2025, 21' 13", Children’s and Youth Film Competition

Mexico
Ilhuícatl Nextli (Heavenly Dream), José Ángel Tomasis Briseño, 2025, 7' 45", Children’s and Youth Film Competition

Mexico/ Uruguay
5-6-7-8
, Emilio Bianchic, 2025, 9' 07", International Competition

Morocco
تُرَى
(You are seen), Zakaria Dinia, 2025, 9' 44", International Competition

Myanmar
အတိုးဆုံးလေညှင်း
(A Gentle Breeze), Lin Htet Aung, 2026, 23' 54", International Competition

Nepal
Taste of Water
, Aayan Pariyar, 2025, 12' 48", Children’s and Youth Film Competition

Pakistan
Attock
, Awais Gohar, 2025, 15' 47", Children’s and Youth Film Competition

Peru
América
, Javier Arias-Stella, 2025, 15' 33", Children’s and Youth Film Competition

Poland
wolno, szybko, wolno
(slow, fast, slow), Jagoda Czarnek, 2025, 1' 02", International Competition

Rwanda
TEÊMBA!
(FLOW!), Kagoma Ya Twahirwa, 2025, 22' 15", International Competition

Sierra leone
We will be who we are
, Priscillia Kounkou Hoveyda, 2025, 16', Children’s and Youth Film Competition

Spain
La Pegaso
, María Martos, 2025, 18' 39", International Competition
Secretos a voces (Open Secrets), Gorka Carcedo Labayen, 2026, 4' 25", International Competition

Sri Lanka
A Flower Falling Back Into the Earth
, Rajee Samarasinghe, 2025, 7' 39", International Competition

Sweden
Green Noise
, Ewa Einhorn, Jeuno Kim, 2026, 8' 30", International Competition
August och kriget (August and the War), Leandro Netzell Cerón, Samori Tovatt, 2026, 14' 24", International Competition
Liminal Beings, Sonja Nilsson, 2026, 18' 49", International Competition

Switzerland
Astral
, Judith Ordonneau, 2025, 3' 42", Children’s and Youth Film Competition

Taiwan
我在去找你的路上
(I'm on the Way to You), Yung Shiuan Yang, 2026, 10' 27", International Competition

Thailand
แสม
(Habitare), Tanatat Khuttapan, 2025, 29' 55", International Competition

Ukraine
Відкритий світ
(Homecoming), Roman Khimei, Yarema Malashchuk, 2026, 19' 08", International Competition

United Kingdom
Our Kingdom
, Chris Ross, 2025, 8' 38", Children’s and Youth Film Competition
Under The Wave off Little Dragon, Luo Jian, 2025, 14' 25", Children’s and Youth Film Competition

USA
BEI KUN ZHU DE GOU
(A Trapped Dog), Xinying Lao, 2025, 12' 12", Children’s and Youth Film Competition
daylight, Andrea Walter, 2025, 14' 49", Children’s and Youth Film Competition
The Day's Mother, the Night's End, Anna Zalevskaya, 2025, 5' 52", International Competition

Nach Sektionen

Internationaler Wettbewerb / International Competition

20 Hz – 384,400 km, Graham Kelly, 2026, 10' 33", Belgium, United Kingdom, Netherlands
5-6-7-8, Emilio Bianchic, 2025, 9' 07", Uruguay, Mexico
A Flower Falling Back Into the Earth, Rajee Samarasinghe, 2025, 7' 39", Sri Lanka
an open field, Teboho Edkins, 2025, 38' 06", South Africa, France, Germany
August och kriget (August and the War), Leandro Netzell Cerón, Samori Tovatt, 2026, 14' 24", Sweden
Autobiography of My Diabetes, Matthew Lancit, 2025, 30' 39", France, Canada
Batata Frita na Chuva (French Fries in the Rain), Ninah Nogino, 2025, 09' 47", Brazil
Custom Trailer Series: Austin Powers, Kelly Egan, 2025, 04' 34", Canada
Das Höhenphänomen (Call of the Void), Angelika Reitzer, 2025, 25' 44", Austria
Daylight, Anna Heisterkamp, 2025, 21' 53", Ireland, USA
Dogs and Dust, Ece Era, 2025, 14' 49", Belgium, Turkey
El Salto (The Fall), Jerónimo Rincón Diaz, 2025, 12' 02", Colombia
Em Busca de S (In Search of S.), Gustavo de Mattos Jahn, 2025, 17' 17", Brazil, Germany, France
Escape Will Get You Tonight, Noa Simhayof Shahaf, 2025, 14' 46", Israel
Green Noise, Ewa Einhorn, Jeuno Kim, 2026, 8' 30", Sweden
Hulum, Miguel Miceli, 2025, 22' 15", France
Jiu Jiu (Chirp Chirp), Wenting Song, 2026, 7' 35", China, Cambodia
La Pegaso, María Martos, 2025, 18' 39", Spain
Laulu ei kuole (Song Will Not Die), Mox Mäkelä, 2026, 9' 25", Finland
Leaks in the Lines, Adebukola Bodunrin, 2025, 04' 32", Canada, USA
Les femmes en feu (Women on fire), Alina Titorenko, 2025, 20' 17", France
Let Me Circle Around You, Aiya Akilzhanova, 2025, 11' 58", Belgium, Kazakhstan, Portugal, Hungary
Letters from home, Maryam Zuhuri, 2025, 6' 58", Austria
Liminal Beings, Sonja Nilsson, 2026, 18' 49", Sweden
Maanalainen lintu (An Underground Bird), Eero Tammi, 2026, 10' 44", Finland
Memórias Encontradas Numa Banheira (Memoirs Found in a Bathtub), Leonardo Pirondi, 2025, 4' 19", Brazil, Portugal
Opera, Igor Zelić, 2026, 19' 31", Croatia
Parkas. Po pamokų (After Classes), Simona Jurkuvėnaitė, 2025, 14' 16", Lithuania
Prayer for All Simple Things, Diego Rojas, 2026, 14' 18", Canada
Prej 6-ve në 5 (From 6 to 5), Erlisë Beqiri, 2026, 9' 47", Kosovo
Qui a tué Narin G****? (Who Killed Narin G****?), Ayçe Kartal, 2025, 4' 42", France
Secretos a voces (Open Secrets), Gorka Carcedo Labayen, 2026, 4' 25", Spain
Slow Dissolve, Library Stack, Andreas Bunte, 2026, 27' 15", Germany, USA
TEÊMBA! (FLOW!), Kagoma Ya Twahirwa, 2025, 22' 15", Rwanda
The Day's Mother, the Night's End, Anna Zalevskaya, 2025, 5' 52", USA
The Walnut of Knowledge, Niyaz Saghari, 2025, 27', Iran, United Kingdom
Töst, Nela Gluhak, 2025, 2' 32", Croatia
Tristesse, Yuri Muraoka, 2026, 11' 14", Japan
wolno, szybko, wolno (slow, fast, slow), Jagoda Czarnek, 2025, 1' 02", Poland
žļurga (Slush), Aivars Šaicāns, Jēkabs Okonovs, 2026, 19' 59", Latvia
Відкритий світ (Homecoming), Roman Khimei, Yarema Malashchuk, 2026, 19' 08", Ukraine
Я не зникаю (Self-Preserving Nudity), Nelly Shylova, 2025, 7' 03", Ukraine, Ireland
تُرَى (You are seen), Zakaria Dinia, 2025, 9' 44", Morocco
ചായപ്പൊടി (tea powder), Bhavya Karthikeyan, 2026, 23' 56", India
แสม (Habitare), Tanatat Khuttapan, 2025, 29' 55", Thailand
အတိုးဆုံးလေညှင်း (A Gentle Breeze), Lin Htet Aung, 2026, 23' 54", Myanmar
啤酒的滋味 (A Taste of Beer), Xie Li, 2025, 5' 30", China
我在去找你的路上 (I'm on the Way to You), Yung Shiuan Yang, 2026, 10' 27", Taiwan
記憶座標 (Map of Traces), Chan Hau Chun, 2025, 29' 27", Hong Kong
黑洞洞 (Dark Channel), Yu Zhe, 2025, 11' 35", China

Deutscher Wettbewerb / German Competition

Audry Lornacle or 14 Days in DJ's House, Dagie Brundert, 2025, 8' 16", Germany
Berlin, Europacity, Leonard Geisler, 2025, 13' 39", Germany
Catacombs, Shehab Fatoum, 2026,  29', Germany
Cold Call, Stefanie Schroeder, 2025, 16', Germany
Dressing Up Together, Elly Jarvis, Lilli Strakerjahn, Célia Caroubi, 2025, 39' 44", Austria, France, Germany
Ein Meter Neunzig  (One Meter Ninety), Gregor Bartsch, 2026, 30', Germany
Ein neues Wort (A New Word), Cana Bilir-Meier, 2025, 24' 56", Germany
Forming en Route, James Edmonds, Petra Graf, 2026, 35', Germany
Holz! (The Story of Wood), Rainer Knepperges, 2025, 2' 44", Germany
How Do You Spell This Word?, Yulia Lokshina, 2026, 26' 10", Germany
Je croyais que la vie était un poème (I Thought Life Was a Poem), Felix Herrmann, 2026, 11' 35", Germany
Knockout Dreams, Andreas Birkenheier, 2026, 26' 59", Germany
Liquor, Yi-Chen Huang, 2025, 4' 37", Germany
Movchat' Ptakhy (The Birds Are Silent), Leo Dzhyshyashvili, 2025, 7' 47", Ukraine, Germany
Only Making Out, Marlon Weber, 2025, 15' 45", Germany
POLLY POCKET, Mariola Brillowska, 2026, 4' 40", Germany
Until It's Hard To Tell, Ceren Oykut, 2025, 5' 03", Germany

NRW-Wettbewerb / NRW Competition

Beneath the Night, Maximilian Karakatsanis, 2026, 13' 33", Germany
Borderland, Gavois Klöfkorn, 2025, 11' 02", Germany
Eine Tochter und zehn Söhne (A Daughter and Ten Sons), Paula Milena Weise, Finn Ole Weigt, 2026, 20' 30", Germany
Garden of Edie, Miri Klischat, 2026, 20', Germany
Hope Road, Susann Maria Hempel, 2025, 12' 30", Germany
Kamogawa, Rainer Komers, 2025, 16' 47", Germany
Kenger, Irfan Akcadag, 2026, 14' 59", Germany
KOMMUNIST KAR KOMMANDOS, Markus Mischkowski, Christos Dassios, 2026, 3' 30", Germany
Ku Yendza (Trajectories), Simon Rittmeier, 2026, 17', France, Germany

Kinder- und Jugendwettbewerb / Children’s and Youth Film Competition

América, Javier Arias-Stella, 2025, 15' 33", Peru
Astral, Judith Ordonneau, 2025, 3' 42", Switzerland
Attock, Awais Gohar, 2025, 15' 47", Pakistan
Au gré de l'iode (To the rhythm of the Sea), Léa Deprez, Pierre-Luis Bordes, Elliot Desmarets, Jeanne Finet, 2025, 7' 40", France
BEI KUN ZHU DE GOU (A Trapped Dog), Xinying Lao, 2025, 12' 12", USA
daylight, Andrea Walter, 2025, 14' 49", USA
Des Gens Vivent Ici (People Live Here), Gabrielle Côté, 2025, 12' 12", Canada
dipolar bipolar, Quankai Li, 2025, 8' 50", Japan
El Mandado (The Favour), Ingrid Paola Bonilla Rodriguez, 2025, 19' 54", Colombia
El Paraíso de Ainara (Ainara's Paradise), Esther Niemeier, Laura Espinel, 2025, 14' 05", Colombia, Germany
Ik Zou Je Graag Zien (I'd Love To See You), Sébastien Segers, Zaïde Bil, Petronella Van der Hallen, 2025, 11' 44", Belgium
Ilhuícatl Nextli (Heavenly Dream), José Ángel Tomasis Briseño, 2025, 7' 45", Mexico
Jésus Marie Joseph (Jésus Marie and Joseph), Patxi Meerman, 2025, 3' 27", France
Just Jools, Ezra Verbist, 2025, 16' 40", Belgium
Kosmogonia, Karolina Chabiert, 2025, 15' 33", France
La Mort Du Poisson (The Death of the Fish), Eva Lusbaronian, 2025, 13' 50", France
LE JOUR OÙ J'AI LÉCHÉ UN CAILLOU (THE DAY I LICKED A PEBBLE), Flavie Eliézer, Chloé Bernuchon, Goli Atefi, Maud Kolasa, Nathan Jauze, Marie Pijollet, 2025, 6' 35", France
Niña Chilapa (Chilapa Girl), Juana Lotero López, 2025, 17', Colombia
Our Kingdom, Chris Ross, 2025, 8' 38", United Kingdom
Piccolo Piccolo, Marta Gennari, 2025, 8' 30", France, Switzerland
Poisson Nuage (Cloud Fish), Noe Garcia, 2025, 5' 47", France, Belgium
Precious Fantasy, Nino Bouhnik, 2025, 13' 16", France
Taste of Water, Aayan Pariyar, 2025, 12' 48", Nepal
The observation, Gurgen Aloian, 2025, 4' 07", Armenia
TOKERUBON (Floating lanterns), Shiori Watanabe, 2025, 2' 04", Japan
Under The Wave off Little Dragon, Luo Jian, 2025, 14' 25", United Kingdom
We will be who we are, Priscillia Kounkou Hoveyda, 2025, 16', Sierra Leone
Голишар (Nestling), Georgi Martev, 2026, 10' 56", Bulgaria
הצל שלי ואנ (My Shadow and Me), Yali Herbet, 2025, 3' 52", Israel
மாப்பிள்ளை (The Groom), Padakathai Illaka Collective, 2026, 16' 50", Germany, India
三只海豹 (Three Seals), Dou Dou, 2025, 8' 24", Brazil, China, Germany
时代在召唤 (The Times Are Calling), Chutian Shu, 2026, 4' 21", China
西藏游客 (Tourist to Tibet), Wu Han, 2025, 8' 24", China
鳥,飛行中 (In the Valley), Han Loong Lim, 2025, 21' 13", Malaysia

MuVi-Preis / MuVi Award

All Glock No Cock, Olga Ringleb, Paula Kiermaier, 2025, 3' 23", Germany
Erst zahlen, dann malen!, DJ Babyoil, 2026, 4' 04", Germany
Everybody (A 21 Years Later Video Edit), Stefan Lampadius, 2026, 6' 14", Germany
Floating, Nikolas Müller, 2025, 5' 12", Germany
IDLU, Lars Zimmermann, Paulina Wetzel, 2026, 3' 19", Germany
No Lube So Rude, Matt Lambert, 2026, 5' 02", Germany
No More Roses, Graw Böckler, 2025, 3' 53", Germany
Rentrer à la maison (Returning Home), Timo Schierhorn, Uwe, 2026, 3' 35", Germany
Rote Süden, Max Hilsamer, 2026, 3' 25", Germany
Sailing Away, Christina Romano, 2026, 2' 07", Germany
The Way Through The Woods, Toby Cornish, 2025, 2' 30", Germany

Andere Programme

Thema

based on true events?

In „based on true events?” untersuchen die Kurzfilmtage das Verhältnis von Realität und Fiktion im (dokumentarischen) Film, vom Beginn der Filmgeschichte bis zu heutigen, mit generativer KI hergestellten Bildern. Dass Bilder/Töne/Texte/Montagen lügen, ist nicht neu: Propaganda ist untrennbar mit der Geschichte des Films selbst verbunden. Mit KI-Fakes nimmt diese Entwicklung eine neue Dimension an. Doch ist diese nun algorithmisch „durchlöcherte Realität“ wirklich neu oder haben sich (Film-)Künstler*innen nicht schon immer mit komplexen und prekären Weltverhältnissen auseinandergesetzt und Formen und Strategien gefunden, um Behauptungen und Zweifel an Realitätseffekten methodisch oder spekulativ mit den jeweils neuen Werkzeugen zu bearbeiten?

Von Filmen aus der Frühzeit des Kinos um 1900 aus der Mitchell & Kenyon-Sammlung über Werner Herzogs Konzept der „ekstatischen Wahrheit“, reicht das Programm bis zu einer von Clemens von Wedemeyer kuratierten Filmauswahl zu Entstehung und Effekten von „Künstlicher Intelligenz“ in der Bildproduktion, vom massiven Rohstoff- und Energiebedarf der Hardware und den daraus entstehenden sozialen Bruchstellen bis zu der durch die immer perfekter simulierenden Bilder hervorgerufenen Krise der Wahrheit.

Thema – Hintergrund
Ebenso bedeutsam wie die Wettbewerbe und seit den 1990er Jahren ein zentraler und erfolgreicher Teil des Profils der Kurzfilmtage ist das Thema, ein umfangreiches Programm zu jährlich wechselnden Fragestellungen.

Umwege zum Nachbarn – Der Film der DDR in Oberhausen

1954 wurden die Kurzfilmtage gegründet, bereits 1955 zeigten sie erste Filme aus der DDR. Dies markierte den Beginn einer komplexen Beziehung: Bis 1990 liefen über 150 DDR-Filme in Oberhausen, nirgendwo sonst war das ostdeutsche Filmschaffen der westlichen Öffentlichkeit in vergleichbarer Kontinuität und Breite zugänglich. Dennoch wurde dieses Kapitel der Festivalgeschichte bislang kaum aufgearbeitet.

Der „Weg zum Nachbarn“ – so das langjährige Motto des Festivals – war zur DDR ein ganz besonderer, denn darin spiegelte sich stets auch das Selbstverständnis beider deutscher Staaten. Die Zusammenarbeit verlief selten konfliktfrei, war in vielerlei Hinsicht ein Politikum. Lange musste das Ringen der DDR um diplomatische Anerkennung mit Widerstand aus der bundesrepublikanischen Politik austariert werden, immer wieder machte der diffizile Prozess der Filmauswahl ästhetische und ideologische Bruchlinien sichtbar.

Kuratiert von Felix Mende umfasst das große Themenprogramm der 71. Kurzfilmtage in zehn Programmblöcken, darunter ein Programm für Jugendliche, zahlreiche Arbeiten aus der DDR, die für Oberhausen von besonderer Bedeutung waren. Die Auswahl reicht von den ebenso einfallsreichen wie ethisch höchst ambivalenten Agitationsfilmen aus dem Studio Heynowski & Scheumann über die essayistischen ersten Hochschulübungen von Helke Misselwitz bis hin zu experimentellen Arbeiten Jürgen Böttchers oder Lutz Dammbecks, die vom Festival zwar eingeladen wurden, seitens der DDR jedoch keine Freigabe erhielten. So zeichnet das Programm, zu dem zahlreiche Gäste erwartet werden, ein klareres Bild davon, wie diese deutsch-deutsche Beziehung die Filmgeschichte mitgeprägt hat.

Die Filmprogramme werden durch eine Podiumsdiskussion ergänzt.

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Der Kurator

Felix Mende, geboren 1994, lebt in Köln und ist freischaffender Kurator historischer Filmprogramme. Seit 2012 ist er Mitglied und Programmgestalter im Filmclub 813 e.V., daneben inhaltliche und organisatorische Mitarbeit bei zahlreichen Filmfestivals, häufig mit Schwerpunkt auf marginalisiertem deutschem Kino. 2022 verantwortete er zusammen mit Carolin Weidner die Retrospektive des DOK Leipzig zu den „Dokumentaristinnen der DDR“.

Ein Interview mit Wolfgang Ruf

Im Gespräch mit Benjamin Moldenhauer spricht Wolfgang Ruf über politische Einflussnahme, Deals und feinstoffliche Festivaldiplomatie. Hier geht es zum Interview

Profile

In den Profilen stellen die Kurzfilmtage traditionell herausragende Filmemacherinnen und Filmemacher vor, die sich z.T. über Jahrzehnte hinweg mit der kurzen Form beschäftigt haben.

Linda Bilda

Linda Bilda (1963-2019) war Künstlerin, Verlegerin, Unternehmerin, Ausstellungsmacherin, Performerin, Comiczeichnerin, Aktivistin und Lehrende – und Filmemacherin. Bekannt wurde sie mit ihren Comiczeichnungen und als Herausgeberin (mit Ariane Müller) mehrerer Zines und Zeitschriften, unter anderem Artfan. Ihrem Werk lag immer der Anspruch an eine emanzipatorische Kunstproduktion zugrunde; sie organisierte Gruppen, schrieb Manifeste, intervenierte in den öffentlichen Raum.

In ihrem Nachlass fand sich eine bislang nicht beachtete Seite ihres Schaffens: Filme, die Linda Bilda sowohl alleine als auch in Zusammenarbeit mit anderen gemacht hat. Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen präsentieren den weltweit ersten Einblick in Bildas filmisches Werk, kuratiert von Olaf Möller und Helene Baur, in Anwesenheit ihrer langjährigen künstlerischen Partnerin Ariane Müller.

Charlotte Pryce

Seit 1986 arbeitet die gebürtige Londonerin Charlotte Pryce mit Film und optischen Objekten, ihre experimentellen Arbeiten werden weltweit auf Filmfestivals ebenso wie in Museen gezeigt. In ihrem Werk erkundet sie proto-kinematografische Strukturen des Träumens, stellt das Reale und Imaginäre nebeneinander, das Spielerische und das Paradoxe. Dabei ist ihre Arbeit in biologischen Prozessen verankert und regt uns an, die Geheimnisse der natürlichen Welt neu zu denken – eine Wunderkammer des Kinos. Die Kurzfilmtage zeigen Pryces Arbeiten auf 16 mm, am Ende jedes Programms steht eine Laterna Magica-Vorführung aus ihrer „Illuminated Fiction“-Serie.

Susanna Wallin

Die schwedisch-amerikanische Filmemacherin Susanna Wallin wurde im schwedischen Lund geboren und lebt und arbeitet in London und Tampa, USA. Ihre preisgekrönten Filme werden sowohl im Kino wie auch in Galerien gezeigt, die Kurzfilmtage haben ihre Filme regelmäßig im Wettbewerb präsentiert, von Night Practice (2006) im Jahr 2007 bis zu Lizzy (2023) beim Festival 2024.

Wallins Hauptinteresse gilt der Fähigkeit von Film, unseren Blick auf die Welt, unsere subjektive Zeiterfahrung zu verändern. Ihre Themenauswahl reicht von der Inszenierung wilder Tiere in Marker (2009) über ein Re-Enactment der Vorbereitungen für eine Lightshow im mehrfach preisgekrönten Electric Light Wonderland (2010) bis hin zu Teenagern, die proben, jemand anders zu sein, in Someone Else (2011).

Die Kurzfilmtage zeigen eine Auswahl ihrer Arbeiten in zwei Programmen.

Les films de la maison

Seit fast zehn Jahren arbeiten Elie Maissin und Mieriën Coppens unter dem Namen Les films de la maison in Brüssel mit dem Kollektiv La Voix des Sans Papiers Bruxelles zusammen und erarbeiten Kurzfilme, die sie Versuche, „essais“, nennen, immer gemeinsam mit ihren Protagonist*innen. Sie dokumentieren Vollversammlungen, Umzüge und Räumungen, Anhörungen vor Gericht und Proteste vor der Ausländerbehörde, aber auch Alltag beim Verteilen der Post, beim Weitermachen, beim Schlafen. Die Kurzfilmtage präsentieren eine Auswahl dieser Arbeiten in Anwesenheit der Filmemacher und von Vertreter*innen der Sans Papiers.

Podium

2026 diskutieren die Kurzfilmtage in der Reihe Podium unter anderem über Künstliche Intelligenz, TikTok (in Kooperation mit THIS IS SHORT) und Humor. 

30. April
Apokalypske KI? based on true events. 
Trainiert auf Prompt-Erfüllung und die nahtlose Imitation äußerer wirklichkeit fordern bildgenerierende KIs unsere Wahrnehmung des Realen heraus. Was für Mittel können wir in der Film- udn unstgeschichte finden, wenn es darum geht, Wirklichkeit von Illusion zu trennen? Helfen uns diese Mittel womöglich, der Vorstellung einer selbstkritischen KI-Ästhetik näherzukommen? Und dabei die Effekte der KI-Industrie auf Gesellschaft und Umwelt zu berücksichtigen? 

1. Mai
Tiktoktiktok: Anfang udn Ende einer Gegenwartsästhetik
Ryan Trecartins filmisches Werk ist inzwischen mehr als eine Dekade alt; im Rückblick scheint es wie die Vorwegnahme einer Gegenwartsästhetik: Was bei Trecartin noch als überdrehte Reflexion digitaler Subjektivität erschien, ist auf TikTok Teil einer Plattformökonomie des permanenten Wiederholungszwangs geworden. Wir fragen nach Strategien einer Gegenwartsästhetik, die sich ihrer Verwertung widersetzt. In Kooperation mit THIS IS SHORT. 

2. Mai
Klasse & Humor: Was gibt es da zu lachen?
Wer lacht über was? Und vor allem über wen? Das panel fragt nach dem Klassencharakter von Humor und seiner Rolle in Film, Videokunst und sozialen Medien. Satire, Parodie oder Slapstick stehen für das Aufbrechen sozialer Hierarchien und diskriminierender Stereotypen. Humor ist Distinktionskategorie ebenso wie äthetische Strategie. Aber was tun, wenn Zweideutigkeit und Witz zu Instrumenten der Macht werden?

Expanded

I. Expanded: Zeitbasierte Experimentalkultur mit Shiny Toys

In Kooperation mit Shiny Toys, dem Festival für zeitbasierte Experimentalkultur präsentieren die Kurzfilmtage eine Performance von Tintin Patrone. In Axt im Wald werden zwei Skydancer-Gebläse zu einem spielbaren Instrument transformiert: Luft wird zur Klangquelle, zur choreografischen Kraft und zum Gegenüber des Körpers. Variable Luftströme lassen die Skydancer zwischen Stabilität, Kollaps und Wiederaufrichtung oszillieren während die Gebläse als eine Art erweitertes Blasinstrument fungieren. 

Tintin Patrones Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Klang, Körper und experimenteller Geste. Ihre Performances untersuchen die visuellen Aspekte von Musik und die Beziehung zwischen konzeptuellen Ideen und physischer Existenz . Gleichzeitig integriert sie technologische und nicht-menschliche Akteure.

Bei Shiny Toys werden die Grenzen des Mediums neu gedacht, erforscht – und über den Haufen geworfen. Spielerische Projekte, die vertraute Seh- und Hörgewohnheiten zur Disposition stellen.Es geht um das, was Werner Nekes, der Shiny Toys bis zu seinem Tod 2017 begleitet hat, „Cinema as an optical toy“ genannt hat.

Der Kurator Jan Ehlen springt hier und da ein, wenn jemand ausfällt. Neben seiner Künstlergruppe RaumZeitPiratenist und der langjährigen Arbeit für die Sammlung Nekes ist er als professioneller Dilettant dauerhaft überfordert.

II. European Short Film Network (ESFN): Luis Macías spatial metaphors

Die Kurzfilmtage präsentieren gemeinsam mit dem European Short Film Network (ESFN) ein Expanded Cinema Programm von Luis Macías. In seinen Performances und Installationen lotet der spanische Filmemacher und Bewegtbild-Komponist sowie Mitbegründer von CRATER-Lab die Möglichkeiten des kinematografischen Apparates und die photochemische Natur des Mediums aus. 

Bei den Kurzfilmtagen zeigt er gemeinsam mit dem Musiker Robert Martinez die Arbeit Orbita 360°. Ein fortlaufendes Projekt, das den Dialog zwischen Klang und visueller Kunst in einer immersiven, von einer Panoramaleinwand eingefassten Umgebung erkundet. Entstanden ist das Werk aus einer einmonatigen künstlerischen Auseinandersetzung mit der 360-Grad-Leinwand, bei der mit verschiedenen Geräten zur Licht- und Klangerzeugung experimentiert wurde, um das Publikum visuell und akustisch in die Leinwandumgebung eintauchen zu lassen.

Diese Performance ist Teil einer Reihe von sechs analogen Live-Performances von Luis Macías, die im Laufe des Jahres 2026 auf den Mitgliedsfestivals des European Short Film Network präsentiert werden. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit THIS IS SHORT realisiert und mit Unterstützung des 25 FPSFestivals kuratiert.

Omnibusfilme in der Filmgeschichte, Teil 2

Mehrere Kurzfilme verschiedener Regisseur*innen, zusammengefasst zu einem „Langfilm“ – als Genre fristet der Omnibusfilm ein Schattendasein, obwohl es ihn seit den 1930er Jahren gibt. Mit „Reisegefährten“ rücken die Kurzfilmtage dieses hybride Format zwischen Lang- und Kurzfilm in den Mittelpunkt. Im zweiten Teil unserer Reihe machen wir einen Sprung in dieses Jahrtausend: Die Sektion widmet sich dieses Jahr Filmen mit multipler Autor*innenschaft, die in unserer erweiterten Gegenwart entstanden sind. Die sechs zwischen 2005 und 2026 entstandenen Filme bieten ein breites Panorama des Kinos der Gegenwart: Spielfilme, Dokumentarfilme, Essayfilme und Experimentalfilme aus fünf Produktionsländern eröffnen einen besonderen Blick auf die verschiedenen Strukturen episodisch organisierter Filme – von einer Variation über eine René Pollesch-Inszenierung über Filme chinesischer Dorfbewohner bis hin zu surrealer Fetischpornografie. Die Filme: Stadt als Beute, Deutschland 2005; Villagers Documentary Project, China 2006; Luminous Void: Docudrama, Irland 2019; World at Stake, Österreich 2025; The Valley Where LOAB Lives, Österreich 2026; Final Flesh, USA 2009.

What’s Left – Maulwürfe des Archivs, Teil 2

Was liegt in unserem Archiv, was war und ist links? Im zweiten Teil dieser Reihe mit Entdeckungen aus dem Archiv präsentiert Kurator Simon Petri-Lukács Filme, die sich mit (internationaler) Solidarität befassen: der Mission, mit filmischen Mitteln eine internationale Gemeinschaft zu bilden. Psalm 18, Walter Heynowski/Gerhard Scheumann (1974), und Nah beim Schah, Wolfgang Landgräber (1978), illustrieren verschiedene politische Ikonografien aus Deutschland. Im zweiten Block beziehen sich die drei westdeutsche Produktionen aus den 1970er bis 1990er Jahren auf türkische Arbeiter*innen in Deutschland, in produktiver Spannung zu Üç Bölümlü Kisa Film (Kurzfilm in drei Teilen, Özcan Arca, Türkei 1978), entstanden kurz vor dem Militärputsch 1980. Begleitet vom Medienwissenschaftler Dr. Ömer Alkin.

The Making of Claude Lanzmann’s “Shoah”, Teil 2

Das 2025 begonnene Seminar beschäftigt sich mit ausgewählten Outtakes von Claude Lanzmanns Shoah: insgesamt 220 Stunden Material, das seit 2015 in der „Claude Lanzmann Shoah Collection“ des United States Holocaust Memorial Museum online steht. Den Schwerpunkt legt Kurator Christoph Hesse in diesem Jahr auf Formen des Widerstands: an erster Stelle der historisch dokumentierte Widerstand jüdischer Partisanen gegen die Nazis und ihre Helfer, darunter Abba Kovner, Hersh Smolar, Malka Goldberg und der polnische Apotheker Tadeusz Pankiewic. Im weiteren Sinne geht es jedoch auch um den Widerstand, den die vor der Kamera Befragten Lanzmann selbst entgegensetzen. Exemplarisch werden auch einige der auf Tonband aufgezeichneten Gespräche vorgestellt, die Lanzmann und seine Mitarbeiterinnen damals mit Zeugen geführt haben.

Für Filmemacher*innen aus NRW

Individuelle Beratung durch das Filmbüro NW
Ein kostenfreies Angebot an alle Filmemacher*innen aus NRW, die sich in Oberhausen von Vertreter*innen des Filmbüro NW zu Fragen rund um Produktion, Förderung und Festivalplatzierung von Kurzfilmen beraten lassen können. Nur mit Anmeldung!

Mehr

Hier findet sich eine bunte Mischung aus festen Programmpunkten, die aus unserem Festival gar nicht mehr wegzudenken sind, aber auch immer wieder neue und andere interessante Angebote.

Distributors‘ Collection

In dieser 2025 eingeführten Sektion präsentieren ausgewählte internationale Verleiher Arbeiten aus ihren Katalogen, und zwar nicht nur Neuerwerbungen, sondern auch ältere Titel, Wiederentdeckungen und Raritäten. In diesem Jahr dabei: Arsenal Filminstitut (Deutschland), LI-MA (Niederlande), Filmform (Schweden) und sixpackfilm (Österreich).

ESFAA Shorts

Eine einzigartige Filmauswahl, die das Ergebnis der Zusammenarbeit von acht internationalen Filmfestivals ist. Curtas Vila Do Conde, Clermont-Ferrand, Tampere, Go Short, Alcine, Brussels Short Film Festival, Short Waves Festival und interfilm Berlin sind die Kurzfilmfestivals, die seit Jahren gemeinsam die Favoriten ihres Publikums fördern. Das Publikum jedes Festivals hat einen Titel ausgewählt. Zwei Filmprogramme präsentieren die Tournee-Nominierten der Saison 2025/26.

Filmgeflacker

Das Oberhausener Kunstkollektiv Filmgeflacker präsentiert Filme aus den Wettbewerben und lädt Filmemacher*innen zum Gespräch.

Lieblingsfilme des Festivalteams 2025

Teamfavoriten: Zum Abschluss stellen die Mitarbeiter*innen der Kurzfilmtage ihre Lieblingsfilme aus den diesjährigen Wettbewerben persönlich vor.

MuVi International

Seit 1998 zeigen die Kurzfilmtage jedes Jahr eine Auswahl an richtungsweisenden internationalen Musikvideos und formal außergewöhnlichen Arbeiten – ein Schaufenster aktueller Entwicklungen im Bereich des Genres Musikvideo.

MuVi 14+

Ein internationales Musikvideoprogramm für Jugendliche ab 14 Jahren. MuVi 14+ ist ein facettenreicher Streifzug durch die aktuelle Clipproduktion, von handgemacht bis computergeneriert.

NRW persönlich

Filmemacher*innen aus NRW erhalten eine Carte Blanche für ein Programm mit eigenen Filmen und prägenden Arbeiten anderer Filmemacher*innen. In diesem Jahr von und mit der Illustratorin und Filmemacherin Christine Gensheimer aus Bielefeld. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Kunstmuseum Wolfsburg, der Kunsthalle Düsseldorf und im Bielefelder Kunstverein gezeigt. Dazu kommen Präsentationen ihrer Videoarbeiten auf zahlreichen Filmfestivals. Seit 2005 produziert Christine Gensheimer Animationsfilme. Sie hat zahlreiche Musikvideos für Musikerinnen wie Jaakko Eino Kalevi, Sean Armstrong und Saeko Killy realisiert.

Preisträger 2026

Am Tag nach der Preisverleihung zeigen wir die wichtigsten Preisträger der fünf Wettbewerbe der Kurzfilmtage 2026 in einem Programm.

Preisträger anderer Festivals

Am ersten Festivaltag zeigen die Kurzfilmtage traditionell aktuelle Kurzfilme, die bei anderen Festivals ausgezeichnet wurden. Ein Querschnitt durch die vergangene Festivalsaison.

The One Minutes

In Kooperation mit der The One Minutes Foundation zeigen die Kurzfilmtage hier seit einigen Jahren Einminüter, eigens kuratiert für die Kurzfilmtage.

Kinemathek im Ruhrgebiet

Seit über 40 Jahren sammelt und restauriert die Kinemathek im Ruhrgebiet/FilmArchiv für die Region historisches Filmmaterial des Reviers. Auf den Kurzfilmtagen zeigt die Initiative erneut Highlights aus den eigenen Beständen, unter anderem mit Arbeiten zur Ruhrbesetzung 1923 und zur Verlegung des Emscherunterlaufes bei Oberhausen Ende der 1940er Jahre. Präsentation und Einführung durch Leiter Paul Hofmann.

Die Oberhausen Auswahl

Das Besondere an diesem Programm: Die Auswahl der Filme übernehmen Oberhausener Bürgerinnen und Bürger zwischen 65 und 90 Jahren. Traditionell feiert die Oberhausen Auswahl, die 2015 gestartet wurde, ihre Premiere während des Festivals, ab Herbst geht sie dann auf Tournee.

Aus dem Filmverleih des Festivals

Der Verleih der Kurzfilmtage beruht auf einer der ältesten und bedeutendsten Kurzfilmsammlungen weltweit. Jedes Jahr kaufen die Kurzfilmtage ca. 40 neue Arbeiten aus dem aktuellen Festivalprogramm neu an. Unser Verleih ist dabei international und nicht gewerblich ausgerichtet. Hier zeigen wir ein Auswahlprogramm mit fünf Filmen aus dem Internationalen Wettbewerb 2025, in denen Kinoräume eine zentrale Rolle spielen, sowie ein Programm, das alle Gewinnerfilme des Großen Preis der Stadt Oberhausen von 2020 bis 2024 enthält.

Ross Lipman präsentiert: Tom Chomont

Zwischen 1962 und 1989 drehte der früh verstorbene Chomont, der in den 1970er und 1980er Jahren zur New Yorker Underground-Szene gehörte, ungefähr 40 Kurzfilme: Experimente, für die er Farbpositive und Schwarzweißnegative kombinierte, was seinen Filmen eine einzigartige Aura verleiht. Der Filmemacher und Kurator Jim Hubbard schrieb: „Chomonts Filme bieten eine lyrische Darstellung der gewöhnlichen Welt, offenbaren jedoch gleichzeitig ein unverhohlen spirituelles und sexualisiertes Paralleluniversum. Seine unvergleichliche Technik, Farbpositivmaterial mit kontrastreichem Schwarzweißnegativ gegeneinander zu versetzen, erzeugt eine subtil schöne, jenseitige Aura.“ Der amerikanische Filmemacher, Restaurator und Essayist Ross Lipman präsentiert in diesem Programm restaurierter Titel vor allem Chomonts frühe, meisterhafte 16mm-Arbeiten sowie zwei Tondokumente – ein Restaurierungsprojekt, das die Herausforderungen offenlegt, die entstehen, wenn ein Künstler mit seinem Material auf eine Weise gearbeitet hat, die spezifisch für den fotochemischen Film war.

Chomonts Filme wurden von Ross Lipman für das UCLA Film & Television Archive, im Rahmen des Outfest UCLA Legacy Project restauriert, finanziert durch das Stipendienprogramm Avant-Garde Masters der National Film Preservation Foundation und bereitgestellt von The Film Foundation, restauriert.

Ross Lipman: The Archival Impermanence Project

Im Anschluss an die Vorführung der Filme von Tom Chomont stellt der Filmemacher, Restaurator und Essayist Ross Lipman persönlich sein jüngstes Buch vor: The Archival Impermanence Project (2025), eine Sammlung von Fallstudien in Filmrestaurierung vom frühen Kino bis heute. Praxisbeispiele, seltene Archivdokumente, Essays, zahlreiche Illustrationen und Anhänge machen es zu einer unerlässlichen Ressource für Filmwissenschaftler*innen und Archivar*innen.

Ross Lipman war leitender Filmrestaurator im UCLA Film & Television Archive. Zu seinen Restaurierungen gehören Barbara Lodens Wanda, Kent Mackenzies The Exiles, der oscargekrönte Dokumentarfilm The Times of Harvey Milk sowie Arbeiten von Charlie Chaplin, Orson Welles, Shirley Clarke, Kenneth Anger und vielen anderen. Im Jahr 2008 wurde er mit dem „Preservation Honors“-Preis des Anthology Film Archives ausgezeichnet und gewann drei Mal den „Heritage Award“ der National Society of Film Critics.

Sammeln, reden, zeigen: Marran Gosov via Bernhard Marsch

Ein Porträt des bulgarischen Exilschriftstellers und Universalkünstlers Tzvetan Marangosoff (1933-2021), der als Marran Gosov in den 1960er und 70er Jahren in München 28 der witzigsten, weisesten deutschen Kurzfilme seiner Zeit drehte. Und eine Hommage an den 2025 verstorbenen Filme- und Kinomacher Bernhard Marsch, der Gosovs Werk mit einzigartiger Hingabe betreute und auf dessen Arbeit das Programm maßgeblich fußt.

Frühjahr 1933

Eine Wiederentdeckung: Erwerbslose kochen für Erwerbslose (1932) und Wahlkampf 1932. Letzte Wahl (1932/33) sind zwei der Titel aus dem schmalen Filmwerk der Malerin, Filmclubaktivistin und langjährigen Oberhausenbesucherin Ella Bergmann-Michel (1895-1971) – alltagsnahe Beobachtungen aus den letzten Jahren der Weimarer Republik. Bergmann-Michel arbeitete eng mit Paul Seligmann (1903-1985) zusammen, der einige ihrer Filme auch produzierte, über unabhängige Filme schrieb und nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann, heimlich den kürzlich in einem kanadischen Archiv wiedergefundenen Film Frühjahr 1933 zu drehen. Die Kurzfilmtage erinnern mit einem Filmprogramm an beide.

MuVi-Online

Zum 28. Mal präsentierten die Kurzfilmtage den MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo.
Vom 2. April bis 2. Mai 2026 konnte online unter den nominierten Arbeiten für den MuVi Online-Publikumspreis abgestimmt werden.

Die MuVi-Partner 2026
3satByte.FM, kaput Magkultur.west

Nominierte Filme

All Glock No Cock
Musik: ildikó
Regie: Olga Ringleb, Paula Kiermaier
2026, 3'25"

Erst zahlen, dann malen!
Musik: DJ Babyoil
Regie: DJ Babyoil
2026, 4'4"

Everybody (A 21 Years Later Video Edit)
Musik: Egoexpress
Regie: Stefan Lampadius
2026, 6'14"

Floating
Musik: Myr.
Regie: Nikolas Müller
2026, 5'12"

IDLU
Musik: TEll A ViSiON
Regie: Lars Zimmermann, Paulina Wetzel
2026, 3'19"

No Lube So Rude
Musik: Peaches
Regie: Matt Lambert
2026, 4'45"

No More Roses
Musik: Donna Regina
Regie: Graw Böckler
2026, 3'53"

Rentrer à la maison
Musik: Anadol & Marie Klock
Regie: Timo Schierhorn, Uwe
2026, 3'35"

Rote Süden
Musik: Set
Regie: Max Hilsamer
2026, 3'25"

Sailing Away
Musik: Smoking Hand
Regie: Christina Romano
2026, 2'7"

ough The Woods
Musik: Pet Shop Boys
Regie: Toby Cornish
2026, 2'30"

MuVi-Publikumspreis

MuVi Online-Publikumspreis
ermittelt durch Abstimmung auf www.muvipreis.de und dotiert mit 500 Euro

All Glock No Cock (ildikó)
Olga Ringleb, Paula Kiermaier
Deutschland 2025, 3‘25‘‘, Farbe

looking @ ghosts
Jeremias Heppeler

2024, 5'0"

Seminar

2026 organisieren die Kurzfilmtage zum zwölften Mal das Oberhausener Seminar, diesmal unter der Leitung von Linda Chiu-han Lai.

Die in Hongkong lebende transdisziplinäre Künstlerin, Kuratorin und Wissenschaftlerin Linda Chiu-han Lai, bekannt für ihre Arbeit in den Bereichen Intermedia-Kunst und Medienarchäologie, bringt ihre Videografie, experimentelle Kunst und Pädagogik in das Oberhausener Seminar ein. Im Mittelpunkt von Lais Arbeit stehen ihre historiografischen Experimente, insbesondere die Kraft des bewegten Bildes, sich gegen große Erzählungen und Annahmen über „zentrale Konflikte” zu wenden.

Lais Werke wurden 2005, 2010 und 2011 im Internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage präsentiert. Retrospektiven ihrer Kurzfilme wurden auf dem Experimental Film/Video Festival Macao (2015), dem Experimental Film & Video Festival in Seoul (2017), dem Centro de Creación Contemporanea de Andalucia (Cordoba, 2021) und der LSK School of Creativity (Hongkong, 2025) gezeigt. Ihre großformatigen Installationsarbeiten begannen auf der 9. Shanghai Biennale (2012-13); seitdem hatte sie drei Einzelausstellungen mit ortsspezifischen Installationen. Lai ist außerdem Gründerin der New-Media-Kunstgruppe Writing Machine Collective (2004) und der partizipativen Kunstinitiative The Floating Projects (2015). Bis 2023 lehrte sie an der School of Creative Media der City University of Hong Kong.

2017 wurde sie vom Hong Kong Arts Development Council als Künstlerin des Jahres (Medienkunst) ausgezeichnet, ihr Projekt D-Normal/V-Essay (Online-Video-Zine) mit dem Floating Projects Collective war Gewinner des Ars Electronica-Preises „State of the Art(ists)” 2022.

Eine Übersicht über Teilnehmer*innen und Inhalte des Oberhausen Seminars 2025 finden Sie hier

Programmübersicht

Filmbildung

Seit 1978 haben anspruchsvolle Kurzfilme für Kinder und Jugendliche ihren festen Platz in Oberhausen. Auch 2022 wurden neben dem internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerb werden kuratierte Programme gezeigt, so wie Workshops und Seminare angeboten.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier:

Kurzfilm Inklusiv: Untertitel und Workshops
Schulvorstellungen in allen Altersgruppen
Kindergartenprogramm
Pädagog*innen

Partnerschul-Projekt

Seit 2009 gestalten jährlich wechselnde Partnerschulen das Kinder- und Jugendkino aktiv mit. Dabei nominieren jeweils eine weiterführende und eine Grundschule aus Oberhausen Schüler*innengruppen, die mittels unterschiedlicher Projekte Einblicke in das Festival erhalten.

Die Partnerschulen der Kurzfilmtage 2022 waren die Concordiaschule und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Die Kinderjury setzte sich zusammen aus Aylin Sacirovic, Haley Brans, Solin Suleman, Zeynep Gökdemir und Feras Ismaeil der Concordiaschule; Die Jugendjury bestand aus Ella Holl, Lea Uthmann, Lara Wolf, Eliana Starke des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums.

Trailer

Von Einar Fehrholz und Simon Mellnich in Zusammenarbeit mit den Kindern der Partnerschulen 2022.
Concordiaschule: Lava Al Hussein, Hasanah Fatma Syed, Daniel Bibo
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium: Katharina Bode, Paula Johanna Opgen-Rhein, Nika Godder

Folder

Zum Folder des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs 2022 gelangen Sie HIER.

Festivalpublikationen

Das Festivalmagazin 2026 steht Ihnen hier als Onlinemagazin zur Verfügung.

Der separate Programmteil steht Ihnen hier als blätterbares PDF zur Verfügung.

Plakate

Mit Dank an die Filmemacher für die Bereitstellung Ihrer Filmstills:

La Pegaso
María Martos

No More Roses (Donna Regina)
Graw Böckler

Töst
Nela Gluhak

Mappillai
Padakathai Illaka Collective

A Gentle breeze
Lin Htet Aung

Liminal Beings
Sonja Nilsson

Kosmogonia
Karolina Chabier

THIS IS SHORT

Während des Festivals waren unsere Wettbewerbsfilme für 24 Stunden auf der gemeinsamen Kurzfilmplattform THIS IS SHORT des Europäischen Kurzfilmnetzwerks ESFN zu sehen. 

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