Open Call Oberhausen Seminar 2026

72. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, 28. April – 3. Mai 2026

Open Call: Linda Chiu-han Lai leitet das Oberhausen Seminar 2026
Bewerbungen ab jetzt möglich

Das Oberhausen Seminar ist ein experimenteller Kurs, der das Bewegtbild und die Praxis zeitgenössischer Künstler*inen im Kontext eines internationalen Filmfestivals untersucht. Es arbeitet an der Grenze zwischen Film und Kunst, zwischen Festival und Wissensproduktion. Ab sofort können sich Interessierte für das Oberhausen Seminar 2026 bewerben, das von der Hongkonger Künstlerin, Kuratorin und Wissenschaftlerin Linda Chiu-han Lai geleitet wird.

Das Oberhausen Seminar richtet sich vor allem an junge internationale Künstler*innen, Filmemacher*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen, die im Bereich Bewegtbild mit dem Schwerpunkt künstlerischer Film arbeiten. Eine vielfältige Gruppe von Teilnehmenden aus verschiedenen geografischen Regionen wird sich intensiv mit ausgewählten filmischen Arbeiten befassen, mit den Infrastrukturen ihrer Verbreitung und den kritischen Parametern ihrer Kuration und Analyse. Die Arbeitssprache ist Englisch, die Zahl der Teilnehmenden ist auf maximal 25 begrenzt. 2026 findet das Seminar zum zwölften Mal statt.

An fünf Tagen sichten, diskutieren und begleiten die Teilnehmenden das Festivalprogramm. Das Seminar reagiert auf das Festival. Neben Gruppengesprächen zu bestimmten Programmen und Themen stehen Gastgespräche mit Kurator*innen, Filmemacher*innen, Künstler*innen oder Verleiher*innen auf dem Programm.

Leitung
Geleitet wird das 12. Oberhausen Seminar von der transdisziplinären Künstlerin, Kuratorin und Wissenschaftlerin Linda Chiu-hanLai (Hong Kong). Im Zentrum ihres Werks steht das historiografische Experiment, die Macht von Bewegtbildern, gegen die großen Narrative und Annahmen zu „zentralen Konflikten“ zu arbeiten. Lais Arbeiten wurden mehrfach bei den Kurzfilmtagen und anderen Festivals gezeigt, ihre ersten großformatigen Installationen zeigte sie auf der 9. Shanghai Biennale (2012/13).

Bewerbung
Bewerbungsschluss ist der 27. Februar 2026. Bewerber*innen werden gebeten, eine Beschreibung ihrer Arbeit, ihre Motivation sowie Beispiele früherer Projekte, sofern relevant, einzureichen. Alle Unterlagen müssen in englischer Sprache eingereicht werden.

Die ausgewählten Teilnehmer*innen werden im März 2026 benachrichtigt. Die Seminargebühr von 275.- Euro (ohne Transaktionsgebühren) enthält alle Seminarveranstaltungen sowie einen Festivalpass, Zugang zu allen Filmprogrammen und Festivalveranstaltungen während der Kurzfilmtage sowie Snacks und Mittagessen während des fünftägigen Seminars.

Bewerbungsformular:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfelv3oD-D23drRzslxBTcqsfp2gW364g_zooY3RhDZB0tSaQ/viewform

Kontakt Seminar: seminar@kurzfilmtage.de

Biografie Linda Chiu-han Lai
Die in Hongkong lebende transdisziplinäre Künstlerin, Kuratorin und Wissenschaftlerin Linda Chiu-han Lai, bekannt für ihre Arbeit in den Bereichen Intermedia-Kunst und Medienarchäologie, bringt ihre Videografie, experimentelle Kunst und Pädagogik in das Oberhausener Seminar ein. Im Mittelpunkt von Lais Arbeit stehen ihre historiografischen Experimente, insbesondere die Kraft des bewegten Bildes, sich gegen die „großen Erzählungen“ und Annahmen über „zentrale Konflikte” zu wenden.

Lais Werke wurden 2005, 2010 und 2011 im Internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage präsentiert. Retrospektiven ihrer Kurzfilme wurden auf dem Experimental Film/Video Festival Macao (2015), dem Experimental Film & Video Festival in Seoul (2017), dem Centro de Creación Contemporanea de Andalucia (Cordoba, 2021) und der LSK School of Creativity (Hongkong, 2025) gezeigt. Ihre großformatigen Installationsarbeiten begannen auf der 9. Shanghai Biennale (2012-13); seitdem hatte sie drei Einzelausstellungen mit ortsspezifischen Installationen. Lai ist außerdem Gründerin der New Media-Kunstgruppe Writing Machine Collective (2004) und der partizipativen Kunstinitiative The Floating Projects (2015). Bis 2023 lehrte sie an der School of Creative Media der City University of Hong Kong.

2017 wurde sie vom Hong Kong Arts Development Council als Künstlerin des Jahres für Medienkunst ausgezeichnet, ihr Projekt D-Normal/V-Essay (Online-Video-Zine) mit dem Floating Projects Collective wurde mit dem Ars Electronica-Preis „State of the Art(ists)” 2022 ausgezeichnet.

Oberhausen, 1. Dezember 2025

Pressekontakt: Sabine Niewalda, T +49 (0)208 825-3073, niewalda@kurzfilmtage.de