Rückblick 2024

Die 70. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen fanden vom 1. bis 6. Mai 2024 statt.

Festivalimpressionen

Preisträger

Preise der Internationalen Jury

Großer Preis der Stadt Oberhausen
dotiert mit 8.000 Euro

Chūn Èr shí sān
(Spring 23)
Wang Zhiyi
China 2023, 13‘13‘‘, Farbe

Begründung:

Für die Fähigkeit, gleichzeitig humanistisch und subtil politisch zu sein, für die präzise Kameraarbeit und Schnitt, für die Mischung aus Tragödie und Humor.

 

Hauptpreis
dotiert mit 4.000 Euro

The Many Interrupted Dreams of Mr. Hemmady
Amit Dutta
Indien 2024, 14‘36‘‘, Farbe

Begründung:

Ein Regisseur, der mühelos von der spontanen Begegnung mit einer sehr ungewöhnlichen Privatsammlung zu seiner eigenen Art geisterhafter Animationsmagie übergeht. Für ihn wird Kino zu einer Reise durch Kultur, Musik und Schönheit, dank der spielerischen Wahrheit einer einzigartigen Mischung von Animationstechniken.

 

Förderpreis des Internationalen Wettbewerbs
dotiert mit 1.500 Euro

Waliduki Ala’Larjah
(The Father, Probably)
Tayib Tolba, Sidi Mohamed Tolba
Mauretanien 2024, 28‘17‘‘, Farbe

Begründung:

Die karge Farbpalette und Kameraarbeit des Filmemachers zeigen die harsche Realität eines Mädchens, das in einer männlich dominierten Gesellschaft lebt. Die berührende Darstellung der Schauspielerin Fatimetou Abeyd verlieh dieser tragischen Erzählung zusätzliche Tiefe. Durch zarte Andeutungen schafft es der Film, die tägliche Unterdrückung einer Frau in dieser geschlossenen Gemeinschaft spürbar zu machen.

 

European Film Awards Short Film Candidate

Boucan
(Clamor)
Salomé Da Souza
Frankreich 2023, 25‘, Farbe

 

Begründung:

Für seine realistische und raue Beschreibung einer Familie und einer Gemeinschaft, für die gewagte Befragung von Sexualität und Taboo, für die großartige Leistung der Schauspieler*innen, von denen die meisten Laien sind.

Lobende Erwähnungen

Ovozlar
(Voices)
Irina Savon
Usbekistan 2023, 22‘46‘‘, Farbe

Begründung:

Ein Einblick in mehrere Arbeitergemeinschaften, in denen die Männer unter extremen Bedingungen schuften, um ihre jeweiligen Familien zu unterstützen. Mit seiner beobachtenden Darstellungsweise bietet der Film uns einen intimen Einblick in die Opfer, die diese Männer und ihre Familien bringen.

 

Bol
(Pain)
Ivan Faktor
Kroatien 2024, 22‘14‘‘, Farbe

Begründung:

Wir möchten Ivan Faktor unseren Respekt und unsere Anerkennung aussprechen für sein außergewöhnliches letztes Projekt und den Filmemachern danken, die dieses Material wiederentdeckt und geschnitten haben und es der Oberhausener Gemeinschaft nun zugänglich gemacht haben.

Preis der Internationalen Filmkritik

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

Chūn Èr shí sān
(Spring 23)
Wang Zhiyi
China 2023, 13‘13‘‘, Farbe

Begründung:

Für seine Sensibilität und Ironie im Umgang mit dem Prozess des Trauerns, dargestellt mit präzisem Schnitt und außergewöhnlichem visuellen Talent.

Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Erster Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
dotiert mit 5.000 Euro

On Hospitality – Layla al Attar and Hotel al Rasheed
Magnus Bärtås, Behzad Khosravi-Noori
Schweden 2023, 18‘, Farbe

Begründung:

Der Film, den wir nach langem Überlegen als erstes ausgewählt haben, baut eine vielschichtige Architektur aus den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Geschichte. Eine Stimme aus dem Jenseits und Schritte auf den Intarsien der Ideologie führen in ein erzählerisches Prisma, das es uns erlaubt, die Komplexitäten unserer Gegenwart und Untiefen der Macht verstehen zu lernen. Das Hotel al Rashid mit seinen 1001 Zimmern bietet den Filmemacher*innen gerade genug Raum, um uns zu zeigen, wie man filmisch denkt, forscht und fühlt.

 

Zweiter Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

dotiert mit 3.000 Euro

O Ma
(Before then)
Xue Mengzhu
Deutschland/China, 2023, 30‘07‘‘, Farbe/schwarzweiß

Begründung:

Nicht alle, die eine Sprache haben, haben auch eine Stimme. Unsere zweite Stimme geht deswegen an einen Film, der Übersetzungen jenseits von Schrift und Sprache findet und einen poetischen Dialog zwischen den Wertvorstellungen verschiedener Generationen möglich macht, der unmittelbar liebevoll und unvermittelbar nahe ist.

 

Lobende Erwähnungen

 

Ba Gheyde Mahramanegi
(With Confidentiality)
Shervin Vahdat, Payam Azizi
Iran 2023, 17‘12‘‘, Farbe

Begründung:

Ausgeklügelt einfach und berührend webt dieser Film eine Geschichte von Solidarität, Ambition und Ambivalenz. Unter Lebensgefahr wenden sich die Frauen eines iranischen Dorfs an die Behörden, um ihre Männer anzuklagen. Der Film erzählt nicht nur von, sondern ist feministisches Empowerment.

 

Ba’ad Thalek La Yahdoth Shea’
(Nothing Happens After That)
Ibrahim Omar
Sudan 2023, 12‘, Farbe

Begründung:

Der Film spricht vom Ende der Möglichkeiten, von Verlust und Trauer und dem Außerhalb der Gesellschaft, das für Geflüchtete im Leben und im Tod Realität ist. Ba’ad Thalek La Yahdoth Shea’ (Nothing Happens After That) hat keine andere Wahl, als die Katastrophe zu konservieren, weil sie nicht verarbeitet werden kann und kühlt den Schmerz auf eine existenzielle Bildsprache herab.

Preise der Ökumenischen Jury

Preis der Ökumenischen Jury

dotiert mit 2.000 Euro, gestiftet von der Katholischen Filmarbeit in Deutschland und dem Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen

O Ma
(Before then)
Xue Mengzhu
Deutschland/China 2023, 30‘07‘‘, Farbe/schwarzweiß

Begründung:

Sprache kann eine Barriere sein: Wir kennen die Sprache des anderen nicht oder verstehen das Gesagte anders. Sprache kann auch befreiend sein: Endlich aussprechen, was mich beschäftigt, mich offenbaren und mein Gegenüber an meinen inneren Gefühlen teilhaben lassen. Aber kann Sprache gleichzeitig Barriere und Befreiung sein? Ja, dieses Paradox ist möglich. Das beweist unser diesjähriger Gewinnerfilm.

Indem er die traditionellen Kategorien von Sprechenden und Zuhörenden auflöst, kann auch das zum Ausdruck kommen, was nicht gesagt werden kann. Ein Brief in einer fremden Sprache wird zum Medium der Verständigung, der zwar unverstanden bleibt und doch ist das Unaussprechliche nun in der Welt.

Der Film verhandelt unser Verhältnis zu den Menschen, die wir lieben, die wir nicht gehen lassen wollen und denen wir am liebsten alles sagen würden. Aber er zeigt auch, dass der Graben zwischen unterschiedlichen Generationen, Gesellschaftsordnungen und Orten uns daran hindern kann, einander ganz zu verstehen. Dabei zeigt er uns einen kreativen Umgang mit dem Unaussprechlichen und ist ein Plädoyer für eine intensive Beziehung zwischen uns und unseren Nächsten im Hier und Jetzt.

 

Lobende Erwähnung

 

Hitbasrut
(Decryption)
Maya Zack
Israel 2023, 12‘26‘‘, Farbe

Begründung:

Erinnerungen verblassen – diese Erfahrung gehört zum Menschsein dazu. Was würden wir dafür geben, könnten wir für einen Moment in die Vergangenheit zurückkehren, um die Erinnerung an für uns wichtige Menschen aufzufrischen. Ein Film aus dem diesjährigen Wettbewerb bringt diese Sehnsucht auf einzigartig haptische Weise ins Bild. Ausgehend von einer persönlichen Geschichte widmet er sich in einschneidenden Szenen einem universal-menschlichen Thema. Wir lesen ihn als eine Möglichkeit, um tiefer einzutauchen in die existentiellen Fragen nach dem anderen im eigenen Selbst, nach der Materialität und den Bedingungen der Erinnerung. Trotz der heilsamen Kraft der vielschichtigen Annäherungsversuche: Ihrer vollständigen Entschlüsselung muss die Erinnerung immer ein Stück weit entzogen bleiben.

ZONTA-Preis

ZONTA-Preis
dotiert mit 1.000 Euro
für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb

DESIGN BIO TOILET
Mariola Brillowska
Deutschland 2024, 3‘58‘‘, Farbe

Begründung:
Der ZONTA-Preis geht in diesem Jahr an eine Filmemacherin, die das Festival schon lange mit ihren Arbeiten begleitet. Ihre Filme haben eine unverwechselbare Handschrift, sind grell, oft laut, voller Farben und stets voll auf den Punkt. Was spontan aussieht, ist immer fein gearbeitet. Mit diesem Film hat sie uns erneut verblüfft, wir sind begeistert.

Preise der Deutschen Jury

Preis des Deutschen Wettbewerbs
dotiert mit 5.000 Euro

Vermessung der Tristesse
Agnieszka Jurek
Deutschland 2024, 18', Farbe

Begründung:

Der Augenblick ist ein Ausweg, kann eine Rettung sein und Unendlichkeit spüren lassen. Ein Moment und dann noch ein Moment, Sensationen, die wie Inseln im Lauf der Zeit liegen. Daneben ein Kind, das älter wird, in einem Wald, der immer derselbe zu bleiben scheint. Einatmen, Ausatmen.

Förderpreis des Deutschen Wettbewerbs
dotiert mit 1.500 Euro

That’s All From Me
Eva Könnemann
Deutschland 2024, 23‘52‘‘, Farbe

Begründung:

Die Aufrichtigkeit und Verletzlichkeit, mit der sich die Figur der Filmemacherin auf die Suche nach dem Ausweg aus einem gesellschaftlichen und persönlichen Dilemma begibt, führt nicht zu einer Lösung, aber zu einem öffnenden Prozess, an dem sie uns teilhaben lässt, voller Selbstironie und Erkenntnis: That’s All From Me – wir wünschen uns, dass dies nicht alles ist, was wir von der Filmemacherin gehört und gesehen haben werden.

3satNachwuchspreis
dotiert mit 2.500 Euro

Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.

Outside
Marian Mayland
Deutschland 2024, 29‘52‘‘, Farbe

Begründung:

Eine Geschichte, die man gerne geglaubt hat, wurde als Lüge entlarvt, die Angehörige und Umfeld verstörte. Der Fall der Künstlerin, die vorgab, Opfer des NS-Regimes zu sein, kehrt jetzt in neuer Bearbeitung zurück. Wir sind der Meinung: Der Diskurs, den diese Geschichte auslöst, soll die Möglichkeit bekommen, im Programm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens fortgesetzt zu werden.

 

Lobende Erwähnung

LIKE HORSES STANDING IN THE RAIN
Nicolaas Schmidt
Deutschland 2024, 16‘, Farbe

Begründung:

Eine tragikomische Reise, die zwar nirgendwohin führt, aber doch zu einer Erkenntnis: In einer Montage von Bildern der Jüngstvergangenheit lässt der Film allmählich die fragmentarische Kartographie einer suizidalen Epoche entstehen, deren Problem nicht ist, dass der Konsumkapitalismus für unsere Wünsche eine falsche Erfüllung im Angebot hätte, sondern, dass diese Wünsche nie unsere eigenen gewesen sind.

Preise des 16. NRW-Wettbewerbs

Preis des NRW-Wettbewerbs
dotiert mit 1.000 Euro

Bei Gino
Christoph Otto
Deutschland 2024, 9‘31‘‘, Farbe

Begründung:

Eine ziellose Nacht in einer Kölner Bar. Neue und alte Bekanntschaften, Anekdoten und viel Wein begleiten die Protagonistin bei ihrer Suche nach etwas Unbestimmtem. Dabei sucht auch die Kamera nach ihren Bildern und entfaltet dabei mit feinem Humor einen sozialen Bezugsraum, in dem das Feiern, Trinken und Kennenlernen ein natürliches Selbstverständnis ist.

Förderpreis des NRW-Wettbewerbs
dotiert mit 500 Euro

swinging
Miri Klischat
Deutschland 2024, 6‘45‘‘, schwarzweiß

Begründung:

Flüchtige Augenblicke eines Umbruchs. In kleinen Momentaufnahmen eines gemeinsam verbrachten Sommertags, die zugleich von Vertrautheit und Versuchen einer Annäherung erzählen, beobachten wir einen Jungen an der Schwelle von Kindheit zur Jugend. Wie die Schaukel, die ins Bild hinein und hinausschwingt, schwebt auch er zwischen den Zeiten.

Lobende Erwähnung

Alltagstalente
Lindi
Deutschland 2023, 3‘18‘‘, Farbe/schwarzweiß

Begründung:

Auch wenn die Protagonisten des Film zum Fazit kommen, dass ihr Talent im Nichtstun liegt, zeigt dieser Film eine besondere und leider immer seltener werdende Qualität: eine anarchische Freude am Filmemachen.

Preis der WDR Westart-Zuschauerjury

Preis der WDR Westart-Zuschauerjury
dotiert mit 750 Euro, gestiftet von der WDR Westart

Mitglieder der Jury:
Alia Aswab, Larissa Braunöhler, Elke Hinrichs, Ilka Liesner, Zolniam Nomguunsuren, Werner Travis Ratajzak, Peter Ruhwedel-Kebbe, Cornelia Saalfeld, Joachim Saalfeld, Uwe Schmitt, Nina Stuttkwitz, Ingeborg Sungen, Karin Teichmann, Sabine Wegge

Heile Welt
Kerstin Gramberg
Deutschland 2023, 11'50’’, Farbe

Begründung:

Ein Film, der die Welt zeigt zwischen Idylle und Bedrohung, zwischen Unberührtheit und Zivilisation, zwischen Paradies und Hölle. Stören wir Menschen die intakte Natur oder stört die Natur den Menschen in seinem Tun? Ein zauberhaft animiertes Setting, gestaltet aus einfachsten Materialien wie Zucker, Filz, Papier. Begleitet von einer eindrucksvoll präzisen Sound-Ebene, die den Betrachter emotional hineinzieht in eine poetische Bilderwelt. Die Kombination aus relevantem Inhalt und einzigartiger Machart halten wir von der Westart Zuschauerjury für sehr besonders und verleihen deshalb den WDR Westart Preis 2024 an den Kurzfilm Heile Welt von Kerstin Gramberg.

26. MuVi-Preis für das beste Deutsche Musikvideo

1. Preis
dotiert mit 2.000 Euro

Schleim des Nichtwissens (Back To Comm)
Marc Richter
Deutschland 2024, Länge 5‘36‘‘, Farbe

Begründung:
Diesen Preisträger hatten wir zuerst nicht auf der Shortlist. Aber der Clip wächst mit jedem Sehen. In den detailreichen Bildern finden opulente Kostüme, Hieronymus-Bosch-artige Tableaus und KI-Ästhetik zusammen. Nicht nur die Hände der Figuren, die in diesen Tableaus apathisch auftauchen, sind deformiert, sondern fast alle ihre Körperteile. Die Menschheit ist hier weitgehend am Ende. Es bleiben Chemikalien, Mutationen, Pilze und freigelegte Gehirne. Eine hybride Freakshow, in der Zerstörtheit, Beklemmung und Schönheit sich durchdringen. Der Eindruck von Schönheit wird verstärkt durch die meditative Ruhe der Musik. Das Abartige wird gefeiert und verliert seinen Schrecken. Hinzu kommt, dass der Clip der einzige ist, bei dem Musik und Bild von einer Person gestaltet worden sind – die hier in den Bildern etwas ästhetisch wirklich Neues entwickelt hat.

 

2. Preis
dotiert mit 1.000 Euro

Das Parlament der Dinge (F.S.K.)
Juno Melián Meinecke
Deutschland 2023, Länge 3‘40‘‘, Farbe/schwarzweiß

Begründung:
Im Video der zweiten Preisträgerin liegen Bildästhetik, Tonalität der Musik und der Songtext nah beieinander. Es gibt keine Ton-/Bildschere: Wir hören ein Wort wie zum Beispiel das Wort Besen und sehen eine Zeichnung von einem Besen. Die Sängerin singt das Wort Sofa und wir sehen ein Sofa. Die Ästhetik der Bilder wirkt alt – Super 8, VHS, Samples aus alten Filmen –, aber nicht antiquiert. Beides, Klang und Bild, wirken virtuos-dilettantisch. Uns hat besonders gut gefallen, wie die Kinderzeichnungen Text und Musik nicht einfach verdoppeln, sondern beidem weitere Ebenen hinzufügen. Die Dinge und Kinderzeichnungen machen Spaß, der Clip ist bedeutungsoffen und von einer großen Freude an der Warengesellschaft bestimmt. Am Ende aber ist alles explodiert, und Hammer und Sichel applaudieren.

 

Lobende Erwähnung

Google Your New Name (Golden Diskó Ship)
Paula Reissig
Deutschland 2023, Länge 3‘25‘‘, Farbe

Begründung:
Unsere sehr und aus vollem Herzen lobende Erwähnung geht an einen Clip, der prekär gewordene Privaträume entwirft. Das klingt erst einmal etwas abstrakt, springt einem beim Sehen aber unmittelbar an: Ein Wohnzimmer wird von einer Quecksilber-artigen Flüssigkeit geflutet, Doppelgänger tauchen auf, und der eigentlich geschützte Raum des Privaten wird mehr und mehr vergiftet. Die Regisseurin Paula Reissig ist u.a. Computerspiel-Designerin und hat ein Szenario des Unheimlichen entworfen, das mit der Musik von Golden Diskó Ship wunderbar zusammenfindet. Und das, obwohl sie, die Musik, nach vorne geht, während die Bilder einen seelischen Ausnahmezustand in Szene setzen.

 

MuVi Online-Publikumspreis
ermittelt durch Abstimmung auf www.muvipreis.de und dotiert mit 500 Euro

Das Parlament der Dinge (F.S.K.)
Juno Melián Meinecke
Deutschland 2023, Länge 3‘40‘‘, Farbe/schwarzweiß

 

Die MuVi-Partner 2024
3sat
Byte.FM
kaput – Magazin für Insolvenz & Pop
kultur.west
netpoint media

Preise des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

Preis der Kinderjury
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO)

Frite sans maillot
(Die nackte Poolnudel)
Matteo Salanave Piazza
Frankreich 2023, 4'15‘‘, Farbe

Begründung:

Unser Gewinnerfilm hat unseren Humor total getroffen. In dem Film geht es darum, dass Anthony seine Badehose vergessen hat, der Schwimmunterricht aber gleich anfängt. Schnell muss er sich eine Lösung überlegen. Lustig war zum Beispiel die Szene, wo wir den Po des Jungen an der Fensterscheibe gesehen haben. Da haben alle gelacht. Am witzigsten und sehr ermutigend war die Stelle, wo der Junge laut schreit: „Ich habe meine Badehose vergessen. Ich habe nur meine Unterhose an!“.

Förderpreis der Kinderjury
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

MY SCHOOL
Keitaro Oshima
Japan 2023, 9'37‘‘, Farbe

Begründung:

An unserem Gewinnerfilm finden wir toll, dass andere Kinder an dem Film mitgearbeitet haben. Der Film zeigt nämlich das Ergebnis eines Kunstprojekts. Die schön gezeichneten Animationen vermischen sich mit richtigen Bildern. Es sind Szenen aus dem Schulalltag. Musik und Bild haben besonders gut harmoniert. Und besonders eindrucksvoll waren die bunten Farben der Bilder.

Lobende Erwähnung

Brouillarta
Ingvild Søderlind
Norwegen 2023, 14'10‘‘, Farbe

Begründung:

Unsere lobende Erwähnung geht an einen Film, der gruselig, spannend und auch mysteriös ist. Wir konnten uns in die Lage des Jungen, der etwas Angst hat, hineinversetzen. Außerdem gefallen uns die unterschiedlichen Kameraperspektiven in diesem Spielfilm. Wir dachten erst, Brouillarta wäre ein Geist. Wenn ihr wissen wollt, wer oder was Brouillarta ist, müsst ihr den Film sehen.

 

Preis der Jugendjury
dotiert mit1.000 Euro, gestiftet vom Rotary Club Oberhausen

Beyond Farewell
Jackie Shijie Xing
USA 2024, 4'34‘‘, Farbe

Begründung:

Das Musikvideo war sehr rührend und zeigt die immense Bedeutung, die eine Person für eine andere haben kann. Der Film verdeutlicht, dass jede Trennung schwer und niemals gleich verläuft. Zwei Welten treffen aufeinander – AI und unsere - und ein „typisches“ Goodbye gibt es hier nicht. Die Produktionsländer USA und China waren vertreten und uns hat beeindruckt, wie der Film dies aufzeigt. Der Titel des Films zeigt, dass jeder Mensch das Beste verdient hat. Der Film hat uns gut unterhalten und uns angesprochen, weil es um das Thema Liebe geht.

Lobende Erwähnung

Boat People
Thao Lam, Kjell Boersma
Kanada 2023, 9'59‘‘, Farbe

Begründung:

Unsere lobende Erwähnung geht an einen Film, der für uns eine sehr bedeutende und wichtige Message hat. Der Film zeigt die Gefahr und angespannte Situation, welche aus den Augen eines Kindes auf der Flucht erlebt werden. Eine Hoffnung, welche nie wirklich endet, wird gezeigt und damit auch ein Chaos an Gefühlen. Der Film war sehr informierend, was sehr gut ist für Menschen, die vielleicht nicht viel über Krieg und Flucht wissen.

Preis der ECFA-Jury

ECFA Short Film Award
(Der Preis besteht aus einer Nominierung für den ECFA Short Film Award 2025)

Iris
Jon Vatne
Norwegen 2024, 14‘01‘‘, Farbe

Begründung:

In seiner phantasiereichen und unvorhersehbaren Handlung taucht der Film in die kindliche Sicht auf alltägliche Lebenserfahrungen ein und legitimiert letztlich diese besondere Perspektive auf die Welt. Auf einfühlsame Weise wird eine Beziehung auf Augenhöhe zwischen einem Mädchen und einem Kleinkind dargestellt, die sich gegenseitig unterstützen, während sie sich auf ein Abenteuer einlassen: Eine surreale, aber dennoch vertraute und nachvollziehbare Entdeckungsreise durch eine Welt jenseits der Erwachsenensicht, die Kinder auf eine unangepasste Weise stärkt.

Preis der Ökumenischen Jury des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

Preis der Ökumenischen Jury des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

dotiert mit 1.500 Euro, gestiftet von der Katholischen Filmarbeit in Deutschland und dem Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen

The Old Young Crow
Liam LoPinto
Japan/USA 2023, 12‘, Farbe

Begründung:

Im Film erinnert sich ein älterer Mann an seine durch Einsamkeit in einem fremden Land geprägte Kindheit, während er sein altes Skizzenbuch betrachtet. Seine Zeichnungen versetzen ihn zurück auf einen ruhigen Friedhof, wo er Trost fand und in einer entscheidenden Situation einer älteren Frau begegnete, die um ihren Sohn trauerte. Dieser Film verwendet innovative Animationstechniken neben Live-Action. Die Geschichte erzählt von einem spirituell sensiblen Jungen, der die religiösen Bräuche seiner neuen Heimat verinnerlicht. Durch seine Nähe zum Tod kann er sich mit seinem eigenen Verlust aussöhnen. So entwickelt er ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit für seine neue Umgebung.

Katalog

Festivalkatalog 2024

Der Festivalkatalog steht Ihnen hier als Download-PDF zur Verfügung.

 

Pressestimmen

Jedes Jahr wird über unser Festival berichtet. Hier sammeln wir wichtige Stimmen und Kommentare zum Festival.

 

Die legendären Oberhausener Kurzfilmtage sind eine Plattform für die größten Regiestars weltweit. In diesem Jahr feiert das Festival 70. Geburtstag. Eine Verneigung.
Süddeutsche Zeitung, 2. Mai 2024

 

Bedrängt und bedroht beweisen die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen auch 2024, welche Kraft so ein Festivalformat nach wie vor hat.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Mai 2024
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-kurzfilmtage-oberhausen-beweisen-ihre-kraft-19701523.html

 

Hinter den vielen Worten, die sich im Rahmenprogramm schützend vor die Kunst stellen, sind es aber die Filme selbst, die uns den universalistischen Anspruch Oberhausens auch 70 Jahre nach Gründung des Festivals verdeutlichen.
die tageszeitung, 6. Mai 2024
https://taz.de/Zwischenbilanz-Kurzfilmtage-Oberhausen/!6008434&s=kurzfilmtage/

 

„Die Kurzfilmtage in Oberhausen sind der beste Ort für die Präsentation von Kurzfilmen im europäischen Raum. Hier wird den Filmen die Plattform gegeben, die sie verdient haben.“ (Bea de Visser)
Zitiert in der WAZ, 4. Mai 2024

 

Die aktuelle Ausgabe der Kurzfilmtage glich einem Festival im Ausnahmezustand. Während der Tage in Oberhausen wurden die Effekte des Risses, der sich seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober durch den Kulturbetrieb zieht, ebenso sichtbar wie die Ratlosigkeit, ein Festival trotz Riss reibungslos funktionieren zu lassen.
die tageszeitung, 8./9. Mai 2024
https://taz.de/Bilanz-der-Oberhausener-Kurzfilmtage/!6006192&s=kurzfilmtage/

 

Aber den Beweis, dass es möglich ist, ein anregendes, dem friedlichen Diskurs verpflichtetes und, ja, auch diverses Filmfestival zu organisieren, ohne sich von humorbefreiten Schreihälsen vor sich her treiben zu lassen, den haben die Kurzfilmtage Oberhausen dieses Jahr erbracht.
Perlentaucher, 10. Mai 2024
https://www.perlentaucher.de/im-kino/bericht-von-den-70-internationalen-kurzfilmtagen-oberhausen.html?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR00C%E2%80%A6

 

[…] Genau das ist der Punkt und die eigentliche Raison d’Être der Kurzfilmtage: Miteinander ins Gespräch zu kommen, ganz unterschiedliche Blicke auf die Welt auszutauschen.
WAZ, 8. Mai 2024

 

Diese Serie von Panels, Podien, Diskussionsrunden war ein beachtenswerter Teil dieser 70. Oberhausener Kurzfilmtage. Ein Filmfestival ohne Filme, das geht also auch.
Junge Welt, 4./5. Mai 2024
https://www.jungewelt.de/artikel/474683.kurzfilmtage-oberhausen-dialog-ist-nicht-alles.html?sstr=kurzfilmtage

 

Der schönste Beweis für die Wichtigkeit von Festivals war Oberhausen selbst.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Mai 2024
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-kurzfilmtage-oberhausen-beweisen-ihre-kraft-19701523.html

 

Wenn die 70. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen vom 1. bis zum 6. Mai 2024 von einer spürbaren Spaltung erfasst war, dann von der zwischen eher einseitigen Diskussionen auf der einen Seite und komplexen filmischen Positionen auf der anderen.
Filmdienst, 17. Mai 2024
https://www.filmdienst.de/artikel/66699/kurzfilmtage-oberhausen-2024-fazit

 

Der 70. Festival-Jahrgang präsentierte (nach manchen Vorjahres-Prämierungen, die man allenfalls als „anstrengend“ erleben konnte) überaus Erfreuliches – und das nicht nur im Kinderprogramm. Es sind berührende Geschichten, deren scheinbare Randthemen mit oft poetischer Eindringlichkeit auch die aktuelle Weltlage spiegeln.
WAZ, 8. Mai 2024

 

In Oberhausen tut man gut daran, das kulturpolitische Martyrium bald ad acta zu legen und sich auf das zu konzentrieren, wofür man 70 Jahre lang stand: demokratische Kultur und Kino als Erfahrungs- und Möglichkeitsraum, der sich der Logik von Propaganda und politischer Instrumentalisierung entzieht. Es wäre die einzig produktive Lösung für eine anhaltende Kontroverse – möglicherweise sogar ein Vorbild für den gesamten Kulturbetrieb.
der Freitag, 8. Mai 2024

 

Das Programm, das sich der kurzen filmischen Form in all ihren Spielarten widmet, von den Experimenten der Kinoavantgarde bis zum Kinderfilm, erwies sich als gewohnt facettenreich. Aktuelle Produktionen und historische Spezialprogramme ergänzten sich gegenseitig auf produktive Weise, nebenbei wurde auf mehreren Podien über diverse Herausforderungen der Filmkultur diskutiert.
Die Presse (Österreich), 6. Mai 2024

 

Die 70. Oberhausener Kurzfilmtage feiern Geburtstag in der Krise. Doch auch im Schatten unproduktiver Debatten gibt es gute Filme zu entdecken.
fr-online.de, 2. Mai 2024
https://www.fr.de/kultur/tv-kino/cancel-culture-debatte-bei-kurzfilmtagen-oberhausen-das-gespenst-der-widerspruchsfreiheit-93047208.html

 

Tatsächlich steht Oberhausen anders als viele primär kommerziell ausgerichtete Filmfestivals für eine Diskursfreude, die sich wieder mit Tagungen, Podiumsdiskussionen und Workshops zeigen soll.
Monopol, 30. April 2024
https://www.monopol-magazin.de/kurzfilmtage-oberhausen-keine-ersatzveranstaltung-fuer-politik

 

Typisch Kurzfilmtage: Es sind gerade die „kleinen“ Preise oder die undotierten „lobenden Erwähnungen“, über die sich junge und selbst gestandene Filmemacher ganz besonders freuen.
WAZ, 7. Mai 2024

 

Unvollkommenheit, Lebendigkeit und Spontaneität wünscht man sich auch für die Zukunft des ältesten Kurzfilmfestivals der Welt, und für die Filme, die auf ihm zu sehen sein werden.
Süddeutsche Zeitung, 2. Mai 2024

 

 

 

Punkten konnte das Festival auch mit seinen historischen Reihen, der traditionellen „re-selected“-Schiene, die Filme aus vergangenen Festivalausgaben neu zusammenstellt, und der von Dietrich Leder kenntnisreich betreuten Reihe „Sport im Film“.
epd film, Juni 2024
https://www.epd-film.de/meldungen/2024/70-kurzfilmtage-oberhausen

 

Höhepunkt und wohl auch filmische Rettung im Grunde des gesamten Festivals war Werner Herzogs Film „Die große Ekstase des Bildschnitzers Steiner“ (1974) über den Schweizer Skispringer Walter Steiner, „den Vogelmenschen“.
Junge Welt, 6. Mai 2024
https://www.jungewelt.de/artikel/474770.sportfilm-f%C3%BCrchtet-euch-nicht.html?sstr=kurzfilmtage

 

Der Sport sei eine der letzten Instanzen, in der Helden produziert würden. Der Film und das Kino, das hat die Filmauswahl von Oberhausen gezeigt, aber eben auch in großem Maß.
Filmfilter (Österreich), 15. Mai 2024
https://filmfilter.at/themen/features/sport-im-film/

 

[…] Nicht nur die attraktivsten [Filme] kamen freilich aus dem Archiv, etwa in der von Dietrich Leder kuratierten Reihe „Sport im Film. Historische Sportfilme im Fokus“. Die Kargheit und der Ernst der Arbeiten (nicht zuletzt viel Archivarbeit darunter) von Abraham Ravett sorgte für notwendige Konzentration.
Junge Welt, 7. Mai 2024
https://www.jungewelt.de/artikel/474897.kurzfilmtage-oberhausen-im-gefahrengebiet.html?sstr=kurzfilmtage

 

[Ravetts Filme] sind assoziative, durch Zeit und Raum springende „Experimente“, die zu keinem Zeitpunkt kunstangestrengt daherkommen. Sie wirken bei aller Durchbedachtheit intuitiv.
critic.de, 7. Mai 2024
https://www.critic.de/special/fuer-nebenschauplaetze-offen-kurzfilmtage-oberhausen-2024-4689/

 

 

Es ist ein guter Jahrgang, der es aus 230 eingereichten Clips zum finalen Screening geschafft hat. Es wirkt wie eine kleine Oscar-Verleihung ohne Anzug, Schmalz und Protokoll.
WAZ, 6. Mai 2024

 

Gleichzeitig sind Musikvideos weiterhin ein äußerst wichtiges Marketing-Element – und manchmal eben auch große Kunst. Letzteres würdigt seit über 25 Jahren der MuVi-Preis, der auch 2024 wieder im Rahmen der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen verliehen wird.
Byte.fm, 5. April 2024
https://www.byte.fm/blog/news/muvi-online-publikumspreis-2024-stimmt-ab-fuer-das-beste-musikvideo-142195

 

 

Verlorenheit, Verzweiflung, Gewalt und bedrängende Erinnerungsfragmente. Diese Sicht malt der Deutsche Wettbewerbs-Jahrgang der 70. Oberhausener Kurzfilmtage aus – und da ist er auch am besten.
Kultur.West, Mai 2024
https://www.kulturwest.de/inhalt/die-verlorene-welt/

Wettbewerbsfilme

Nach Ländern

Argentina

El mal menor (The lesser evil), Marcos Montes de Oca, 2023, 18’58’’, International Competition

 

Austria

abstechen (sticking pigs), Angelika Reitzer, 2023, 15’22’’,  International Competition

Avec la 4e Division Marocaine de Montagne (With the 4th Moroccan Mountain Division), Stefania Smolkina, 2024, 25’56’’, International Competition

Lacrimosa, Josef Dabernig, 2024, 11’, International Competition

Surface Séance, Michael Heindl, 2024, 4’45’’, International Competition

 

Belgium

Arbor, Cremium, Frutex, Herba, Quentin Nicolaï, 2023, 7’, International Competition

Entre les autres (Between the Others), Marie Falys, 2023, 23’22’’, Children’s and Youth Film Competition

Girl'z in the Hood, Karim Akalay, 2023, 19’, International Competition

 

Brazil

Lulina e a lua (Lulina and the Moon), Marcus Vinicius Vasconcelos, Alois Di Leo, 2023, 14’, Children’s and Youth Film Competition

 

Canada

Abaznoda (Abaznoda (Basket)), Charlotte Gauthier-Nolett, 2023, 10’26’’, Children’s and Youth Film Competition

Boat People, Thao Lam, Kjell Boersma, 2023, 9’59’’, Children’s and Youth Film Competition

 

China

转文字不小心删掉了,能再发一次吗? (Another Day), Wang Danyang, Chen Yiquan, 2023, 5’22’’, International Competition

唯幻 (Being is negative), Sun Xun, 2023, 4’30’’, International Competition

He Tong (And I Talk like a River), Qian Ning, 2023, 12’37’’, Children’s and Youth Film Competition

捉迷藏 (Hide and Seek), Qian Li, 2023, 7’03’’, China, Children’s and Youth Film Competition

春二十三 (Spring 23), Wang Zhiyi, 2023, 13’13’’, International Competition

绝地天通 (The Separation of Heaven and Earth), Zhong Su, 2024, 9’36’’, International Competition

 

Croatia

Bol (Pain), Ivan Faktor, 2024, 22’14’’, International Competition

 

Cuba/Spain

Futuro (Future), Amanda Cots Martínez, Ángel Suárez Ávila, 2024, 15’04’’, Children’s and Youth Film Competition

 

Finland

Replacement Track, Eero Tammi, 2024, 18’18’’, International Competition

 

France

Au 8ème jour (On the 8th Day), Agathe Sénéchal, Alicia Massez, Elise Debruyne, Flavie Carin, Théo Duhautois, 2023, 8’12’’,  Children’s and Youth Film Competition

Boucan (Clamor), Salomé Da Souza, 2023, 25’, International Competition

Frite sans maillot (Noodles au Naturel), Matteo Salanave Piazza, 2023, 4’15’’, Children’s and Youth Film Competition

Météores (Meteors), Agnès Patron, Morgane Le Péchon, 2023, 4’30’’, Children’s and Youth Film Competition

Silhouette, Alexis Lafuente, Marc Forest, Antoni Nicolai, Elliot Dreuille, Baptiste Gueusquin, Chloé Stritcher, 2023, 5’02’’, Children’s and Youth Film Competition

 

Germany

[dramatic music continues], Bjørn Melhus, 2023, 5’10’’, German Competition

A Quickie In The Bouncy House, Frederic Pierce Warnecke, Matthew Biederman, 2023, 4’10’’, German MuVi Award

A War I've Never Seen, Fariba Buchheim, 2023, 29’27’’, German Competition

Alltagstalente (Everydaytalents), Lukas Lindberg, 2023, 3’18’’, NRW Competition

Arschschießen, Laurenz Otto, 2024, 15’, NRW Competition

Bei Gino (At Gino's), Christoph Otto, 2024, 9’45’’, NRW Competition

Cuando llegue la neblina (When the fog comes), Laurentia Genske, 2023,23’23’’, German Competition

Das Parlament der Dinge, Juno Melián Meinecke, 2023, 3’40’’, German MuVi Award

DEMO, Dora Cohnen, 2023, 13’15’’, NRW Competition

DESIGN BIO TOILET, Mariola Brillowska, 2024, 3’59’’, German Competition

Everythingness, Julia Jesionek, 2024, 7’14’’, NRW Competition

Gezielt Mittelalterliche Überlegungen (The Bear Within), Paula Milena Weise, Finn Ole Weigt, 2024, 25’, German Competition

Google Your New Name, Paula Reissig, 2023, 3’25’’, German MuVi Award

Grunewald Is Burning, Markus S Fiedler, 2023, 3’06’’, German MuVi Award

HBD, Stephan Dybus, 2023, 3’29’’, German MuVi Award

Heile Welt (Lost Places), Kerstin Gramberg, 2023, 11’50’’, NRW Competition

HOT LAVA NIGHT, Keren Cytter, 2023, 10’08’’, German Competition

Ich gehe in den Tag (I go into the day), Mariola Brillowska, 2024, 3’55’’, German MuVi Award

Katalinen Kanthoria (Katalin’s Ballad), Nahia Garcia de Andoin, 2024, 14’09’’, German Competition

les microbes (microbes), Matze Görig, 2023, 17’42’’, German Competition

Leylet Europa, Léo Beaudoin, Ronida Alsino, 2023, 14’50’’, NRW Competition

LIKE HORSES STANDING IN THE RAIN, Nicolaas Schmidt, 2024, 16’, German Competition

Manitulation, Astrid Busch, 2023, 5’23’’, German MuVi Award

Melodies Of Barking Dogs, Daniel Huss, 2023, 8’36’’, German Competition

Merkur, Johannes Lehnen, 2024, 32’25’’, German Competition

, Malin Neumann, 2023, 6’25’’, Children’s and Youth Film Competition

Muharrem, der Freund (Muharrem, the Friend), Orkan Bayram, 2024, 22’30’’, NRW Competition

Outside, Marian Mayland, 2024, 29’52’’, German Competition

Pirouette, Ann Oren, 2024, 14’, German Competition

Pura Vida Ibiza, Jens Schillmöller, 2024, 14’45’’, NRW Competition

Quoi Que Tu Dis (Whatever You Say), Klaus Erika Dietl, Stephanie Müller, 2024, 4’41’’ German MuVi Award

Sans histoire, Maya Schweizer, 2023, 28’28’’, German Competition

Schleim des Nichtwissens, Marc Richter, 2024, 5’36’’, German MuVi Award

swinging, Miri Klischat, 2024, 6’45’’, NRW Competition

That’s All From Me, Eva Könnemann, 2024, 23’52’’, German Competition

The Garden of Alalá, David Jansen, Sophie Biesenbach - Jansen, 2023, 12’15’’, NRW Competition

Vermessung der Tristesse (Measuring Sadness), Agnieszka Jurek, 2024, 18’, German Competition

Wheels, Lucie Friederike Mueller, Benjamin Butter, 2023, 3’39’’, German MuVi Award

 

Germany/China 

哦玛 (Before then), Xue Mengzhu, 2023, 30’, International Competition

 

Greece

Ονειρευτήκαμε σε μέρη που δεν υπάρχουν πια (We dreamed in places that no longer exist), Giorgos Efthimiou, 2023, 5’29’’ International Competition

 

Hungary

Meditáció alkonyatkor (Meditation at Dusk), Judit Erdélyi, 2023, 7’27’’, Children’s and Youth Film Competition

 

India

The Many Interrupted Dreams of Mr. Hemmady, Amit Dutta, 2024, 14’36’’, International Competition

 

Iran

Ba Gheyde Mahramanegi (With Confidentiality), Shervin Vahdat, Payam Azizi, 2023, 17’12’’, International Competition

 

Iran / France

Kodam Khane, Kodam Doust (There is No Friend's House), Abbas Taheri, 2023, 19’10’’, Children’s and Youth Film Competition

 

Iran / USA

Rizoo, Azadeh Navai, 2023, 15’54’’, Children’s and Youth Film Competition

 

Israel

התבשרות (Decryption), Maya Zack, 2023, 12’26’’, International Competition

 

Italy

Steklishko (Glass Piece), Anya Ru, 2023, 2’10’’, Children’s and Youth Film Competition

 

Japan

DOCOOK, Solami Habu, 2023, 4’04’’, Children’s and Youth Film Competition

Door, Fuka Katayama, 2023, 3’05’’, Children’s and Youth Film Competition

Jizai, Maiko Endo, 2024, 14’54’’, Children’s and Youth Film Competition

MY SCHOOL, Keitaro Oshima, 2023, 9’37’’, Children’s and Youth Film Competition

それはとにかくまぶしい (Radiance), Hatano Shuhei, 2023, 17’55’’, International Competition

Rice Ball Rice (Rice Ball Rice (Onigiri)), Ikuo Kato, 2023, 2’13’’, Children’s and Youth Film Competition

The One for Me, Akane Nakamoto, 2023, 2’41’’, Children’s and Youth Film Competition


Japan/USA

The Old Young Crow
, Liam LoPinto, 2023, 12’, Children’s and Youth Film Competition

 

Lebanon

I Come from the Sea, Feyrouz Serhal, 2023, 21’49’’, Children’s and Youth Film Competition

 

Lithuania / France

The One Who Knows, Eglė Davidavičė, 2023, 12’, Children’s and Youth Film Competition

 

Luxembourg

Meadows Wait, Mist Diffuses, Dzhovani Gospodinov, 2023, 7’10’’, International Competition

 

Mauritania

 والدك.. على الأرجح (The Father, Probably), Tayib Tolba, Sidi Mohamed Tolba, 2024, 28’17’’,  International Competition

 

Mexico

Los cautiverios (The Captivities), Silvia Jiménez, 2023, 6’36’’, Children’s and Youth Film Competition

O, Diana Vázquez, 2024, 20’03’’, International Competition

Tzintzuntzan, Nicolas Echevarria, 2023, 25’25’’, International Competition

 

Netherlands

No horses on Mars, Bea de Visser, 2024, 14’27’’, International Competition

 

Norway

Brouillarta, Ingvild Søderlind, 2023, 14’10’’, Children’s and Youth Film Competition

Flow, Anne Haugsgjerd, 2024, 17'59'', International Competition

Iris, Jon Vatne, 2024, 14’01’, Children’s and Youth Film Competition

Smerteterskel (Warrior Heart), Marianne Ulrichsen, 2024, 17’12’’, Children’s and Youth Film Competition
 

Paraguay

Historias de Sudamérica (Stories from South America), Federico Adorno, 2024, 15’, International Competition
 

Poland

Garstka ziemi (Handful of dirt), Izabela Zubrycka, 2023, 13’05’’, International Competition

Pazur (The Claw), Marta Nowak, 2023, 16’49’’, International Competition

 

Poland/USA

Wolna (Coral), Sonia Oleniak, 2023, 18’11’’, International Competition

 

Portugal

Exotic Words Drifted, Sandro Aguilar, 2023, 15’17’’, International Competition

 

Singapore

Spirited City, Ang Siew Ching, 2023, 10’22’, International Competition

 

Spain

Exergo, Jorge Moneo Quintana, 2023, 18’07’’, International Competition

 

Sudan

Ba'ad Thalek La Yahdoth Shea' (Nothing Happens After That), Ibrahim Omar, 2023, 12’, International Competition

 

Sweden

Ögonblick (Moments), Jakob Arevärn, 2024, 3’30’’, Children’s and Youth Film Competition

On Hospitality – Layla al Attar and Hotel al Rasheed, Magnus Bärtås, Behzad Khosravi-Noori, 2023, 18’, International Competition

Split Seconds, Nicole Khadivi, 2023, 13’16’’, International Competition

 

Turkey

Morî, Yakup Tekintangaç, 2024, 19’08’’, International Competition

Projection, Gevorg Galstian, 2023, 4’55’’, International Competition

 

United Kingdom

All is Not Lost, Daniel Greaves, Ruth Beni, 2023, 10’44’’, Children’s and Youth Film 

Competition

Crab Day, Ross Stringer, 2023, 11’, Children’s and Youth Film Competition

Cuppa Chai, Amit Kaur, 2023, 10’19’’, Children’s and Youth Film Competition

Dog Days, Carlotta Beck Peccoz, 2023, 8’50’’, Children’s and Youth Film Competition

fishing, Josie Charles, 2023, 8’32’’, International Competition

The Gathering, Laura Cooper, 2023, 23’22’’, International Competition

 

USA

Beyond Farewell, Shijie Xing, 2024, 4’34’’, Children’s and Youth Film Competition

I WAS THERE, part II, Chi Jang Yin, 2023, 9’51’’, International Competition

Lacuna, Shirley He, Carlo Nasisse, 2023, 12’37’’, International Competition

Lizzy, Susanna Wallin, 2023, 15’, International Competition

 

USA/South Korea

No Re, Cho Seoungho, 2024, 7’14’’,  International Competition

 

Uzbekistan

Ovozlar (Voices), Irina Savon, 2023, 22’46’’, International Competition

Nach Sektionen

Internationaler Wettbewerb / International Competition

 

abstechen (sticking pigs), Angelika Reitzer, 2023, 15’22’’, Austria

转文字不小心删掉了,能再发一次吗? (Another Day), Wang Danyang, Chen Yiquan, 2023, 5’22’’, China

Arbor, Cremium, Frutex, Herba, Quentin Nicolaï, 2023, 7’, Belgium

Avec la 4e Division Marocaine de Montagne (With the 4th Moroccan Mountain Division), Stefania Smolkina, 2024, 25’56’’, Austria

Ba Gheyde Mahramanegi (With Confidentiality), Shervin Vahdat, Payam Azizi, 2023, 17’12’’, Iran

Ba'ad Thalek La Yahdoth Shea' (Nothing Happens After That), Ibrahim Omar, 2023, 12’, Sudan,

哦玛 (Before then), Xue Mengzhu, 2023, 30’, Germany/China

唯幻 (Being is negative), Sun Xun, 2023, 4’30’’, China

Bol (Pain), Ivan Faktor, 2024, 22’14’’, Croatia

Boucan (Clamor), Salomé Da Souza, 2023, 25’, France

תבשרותה (Decryption), Maya Zack, 2023, 12’26’’, Israel

El mal menor (The lesser evil), Marcos Montes de Oca, 2023, 18’58’’, Argentina

Exergo, Jorge Moneo Quintana, 2023, 18’07’’, Spain

Exotic Words Drifted, Sandro Aguilar, 2023, 15’17’’, Portugal

fishing, Josie Charles, 2023, 8’23’’, United Kingdom

Flow, Anne Haugsgjerd, 2024, 17'59'', Norway

Garstka ziemi (Handful of dirt), Izabela Zubrycka, 2023, 13’05’’, Poland

Girl'z in the Hood, Karim Akalay, 2023, 19’, Belgium

Historias de Sudamérica (Stories from South America), Federico Adorno, 2024, 15’, Paraguay

I WAS THERE, part II, Chi Jang Yin, 2023, 9’51’’, USA

Lacrimosa, Josef Dabernig, 2024, 11’, Austria

Lacuna, Shirley He, Carlo Nasisse, 2023, 12’37’’, USA

Lizzy, Susanna Wallin, 2023, 15’, USA

Meadows Wait, Mist Diffuses, Dzhovani Gospodinov, 2023, 17’10’’, Luxembourg

Morî, Yakup Tekintangaç, 2024, 19’08’’, Turkey

No horses on Mars, Bea de Visser, 2024, 14’27’’, Netherlands

No Re, Cho Seoungho, 2024, 7’17’’, USA/South Korea

O, Diana Vázquez, 2024, 20’03’’, Mexico

On Hospitality – Layla al Attar and Hotel al Rasheed, Magnus Bärtås, Behzad Khosravi-Noori, 2023,18’, Sweden

Ovozlar (Voices), Irina Savon, 2023, 22’46’’, Uzbekistan

Pazur (The Claw), Marta Nowak, 2023, 16’49’’, Poland

Projection, Gevorg Galstian, 2023, 4’55’’, Turkey

それはとにかくまぶしい (Radiance), Hatano Shuhei, 2023, 17’55’’, Japan

Replacement Track, Eero Tammi, 2024, 18’18’’, Finland

Spirited City, Ang Siew Ching, 2023, 10’22’’, Singapore

Split Seconds, Nicole Khadivi, 2023, 13’16’’, Sweden

春二十三 (Spring 23), Wang Zhiyi, 2023, 13’13’’, China

Surface Séance, Michael Heindl, 2024, 4’45’’, Austria

والدك.. على الأرجح (The Father, Probably) Tayib Tolba, Sidi Mohamed Tolba, 2024, 28’17’’, Mauritania

The Gathering, Laura Cooper, 2023, 23’22’’, United Kingdom

The Many Interrupted Dreams of Mr. Hemmady, Amit Dutta, 2024, 14’36’’, India

绝地天通 (The Separation of Heaven and Earth), Zhong Su, 2024, 9’36’’, China

Tzintzuntzan, Nicolas Echevarria, 2023, 25’25’’, Mexico

Wolna (Coral), Sonia Oleniak, 2023, 18’11’’, Poland/ USA

Ονειρευτήκαμε σε μέρη που δεν υπάρχουν πια (We dreamed in places that no longer exist), Giorgos Efthimiou, 2023, 5’29’’, Greece

 

Deutscher Wettbewerb / German Competition

 

[dramatic music continues], Bjørn Melhus, 2023, 5’10’’, Germany

A War I've Never Seen, Fariba Buchheim, 2023, 29’27’’, Germany

Cuando llegue la neblina (When the fog comes), Laurentia Genske, 2023, 23’23’’, Germany

DESIGN BIO TOILET, Mariola Brillowska, 2024, 3’59’’, Germany

Gezielt Mittelalterliche Überlegungen (The Bear Within), Paula Milena Weise, Finn Ole Weigt, 2024, 25’, Germany

HOT LAVA NIGHT, Keren Cytter, 2023, 10’08’’, Germany

Katalinen Kanthoria (Katalin’s Ballad), Nahia Garcia de Andoin, 2024, 14’09’’, Germany

les microbes (microbes), Matze Görig, 2023, 17’42’’, Germany

LIKE HORSES STANDING IN THE RAIN, Nicolaas Schmidt, 2024, 16’, Germany

Melodies Of Barking Dogs, Daniel Huss, 2023, 8’36’’, Germany

Merkur, Johannes Lehnen, 2024, 32’25’’, Germany

Outside, Marian Mayland, 2024, 29’52’’, Germany

Pirouette, Ann Oren, 2024, 14’, Germany

Sans histoire, Maya Schweizer, 2023, 28’28’’, Germany

That’s All From Me, Eva Könnemann, 2024, 23’52’’, Germany

Vermessung der Tristesse (Measuring Sadness), Agnieszka Jurek, 2024, 18’, Germany

 

NRW-Wettbewerb / NRW Competition
 

Alltagstalente (Everydaytalents), Lukas Lindberg, 2023, 3’18’’, Germany

Arschschießen, Laurenz Otto, 2024, 15’, Germany

Bei Gino (At Gino's), Christoph Otto, 2024, 9’45’’, Germany

DEMO, Dora Cohnen, 2023, 13’15’’, Germany

Everythingness, Julia Jesionek, 2024, 7’14’’, Germany

Heile Welt (Lost Places), Kerstin Gramberg, 2023, 11’50’’, Germany

Leylet Europa, Léo Beaudoin, Ronida Alsino, 2023, 14’50’’, Germany

Muharrem, der Freund (Muharrem, the Friend), Orkan Bayram, 2024, 22’30’’, Germany

Pura Vida Ibiza, Jens Schillmöller, 2024, 14’45’’, Germany

swinging, Miri Klischat, 2024, 6’45’’, Germany

The Garden of Alalá, David Jansen, Sophie Biesenbach-Jansen, 2023, 12’15’’, Germany

 

 

Kinder- und Jugendwettbewerb / Children’s and Youth Film Competition

 

Abaznoda (Abaznoda (Basket)), Charlotte Gauthier-Nolett, 2023, 10’26’’, Canada

All is Not Lost, Daniel Greaves, Ruth Beni, 2023, 10’44’’, United Kingdom

Au 8ème jour (On the 8th Day), Agathe Sénéchal, Alicia Massez, Elise Debruyne, Flavie Carin, Théo Duhautois, 2023, 8’12’’, France

Beyond Farewell, Shijie Xing, 2024, 4’34’’, USA

Boat People, Thao Lam, Kjell Boersma, 2023, 9’59’’, Canada

Brouillarta, Ingvild Søderlind, 2023, 14’10’’, Norway

Crab Day, Ross Stringer, 2023, 11’, United Kingdom

Cuppa Chai, Amit Kaur, 2023, 10’19’’, United Kingdom

DOCOOK, Solami Habu, 2023, 4’04’’, Japan

Dog Days, Carlotta Beck Peccoz, 2023, 8’50’’, United Kingdom

Door, Fuka Katayama, 2023, 3’05’’, Japan

Entre les autres (Between the Others), Marie Falys, 2023, 23’22’’, Belgium

Frite sans maillot (Noodles au Naturel), Matteo Salanave Piazza, 2023, 4’15’’, France

Futuro (Future), Amanda Cots Martínez, Ángel Suárez Ávila, 2024, 15’04’’, Cuba/Spain

He Tong (And I Talk like a River), Qian Ning, 2023, 12’37’’, China

捉迷藏 (Hide and Seek), Qian Li, 2023, 7’03’’, China

I Come from the Sea, Feyrouz Serhal, 2023, 21’49’’, Lebanon

Iris, Jon Vatne, 2024, 14’01’’, Norway

Jizai, Maiko Endo, 2024, 14’54’’, Japan

Kodam Khane, Kodam Doust (There is No Friend's House), Abbas Taheri, 2023, 19’10’’, Iran/France

Los cautiverios (The Captivities), Silvia Jiménez, 2023, 6’36’’, Mexico

Lulina e a lua (Lulina and the Moon), Marcus Vinicius Vasconcelos, Alois Di Leo, 2023, 14’, Brazil

Meditáció alkonyatkor (Meditation at Dusk), Judit Erdélyi, 2023, 7’27’’, Hungary

Météores (Meteors), Agnès Patron, Morgane Le Péchon, 2023, 4’30’’ France

, Malin Neumann, 2023, 6’25’’, Germany

MY SCHOOL, Keitaro Oshima, 2023, 9’37’’, Japan

Ögonblick (Moments), Jakob Arevärn, 2024, 3’30’’, Sweden

Rice Ball Rice (Rice Ball Rice (Onigiri)), Ikuo Kato, 2023, 2’13’’, Japan

Rizoo, Azadeh Navai, 2023, 15’54’’, Iran/USA

Silhouette, Alexis Lafuente, Marc Forest, Antoni Nicolai, Elliot Dreuille, Baptiste Gueusquin, Chloé Stritcher, 2023, 5’02’’, France

Smerteterskel (Warrior Heart), Marianne Ulrichsen, 2024, 17’12’’, Norway

Steklishko (Glass Piece), Anya Ru, 2023, 2’10’’, Italy

The Old Young Crow, Liam LoPinto, 2023, 12’, Japan/USA

The One for Me, Akane Nakamoto, 2023, 2’41’’, Japan

The One Who Knows, Eglė Davidavičė, 2023, 12’, Lithuania/France

 

MuVi-Preis / German MuVi Award

 

A Quickie In The Bouncy House, Frederic Pierce Warnecke, Matthew Biederman, 2023, 4’10’’´, Germany

Das Parlament der Dinge, Juno Melián Meinecke, 2023, 3’40’’, Germany

Google Your New Name, Paula Reissig, 2023, 3’25’’, Germany

Grunewald is burning, Markus S Fiedler, 2023, 3’06’’, Germany

HBD, Stephan Dybus, 2023, 3’29’’, Germany

Ich gehe in den Tag (I go into the day), Mariola Brillowska, 2024, 3’55’’, Germany

Manitulation, Astrid Busch, 2023, 5’23’’, Germany

Quoi Que Tu Dis (Whatever You Say), Klaus Erika Dietl, Stephanie Müller, 2024, 4’41’’, Germany

Schleim des Nichtwissens, Marc Richter, 2024, 5’36’’, Germany

Wheels, Lucie Friederike Mueller, Benjamin Butter, 2023, 3’39’’, Germany

Andere Programme

Thema

Seit den 1990er Jahren ein zentraler und erfolgreicher Teil des Profils der Kurzfilmtage ist das Thema, ein umfangreiches Programm zu jährlich wechselnden Fragestellungen.

2023

Kunst, Animation, Gaming

Als Machinima bezeichnet man die Kunst, animierte Filme in einer virtuellen Echtzeit-3D-Umgebung zu machen, zum Beispiel in Computerspielen. Die Arbeiten nutzen eine Reihe von Medien – Film, Dokumentation, Videospiel, Performance, Theater, Marionetten –, basieren jedoch immer auf einem Spiel-Engine oder einer Live-3D-Animations-Software. Als erstes großes Filmfestival zeigen die Kurzfilmtage einen umfangreichen Überblick über ein sich konstant weiterentwickelndes Format, kuratiert von Vladimir Nadein und Dmitry Frolov. In acht Filmprogrammen und einer Podiumsdiskussion wirft „Against Gravity“ einen genauen Blick auf das ästhetische und künstlerische Potenzial von Machinima.

Machinima ist aus der Spiele-Community heraus entstanden und hat sich im Lauf der Zeit zu einem immer attraktiveren Medium für zeitgenössische Künstler*innen und Experimentalfilmer*innen entwickelt. Gerade in der heutigen Zeit, in der so viele Menschen ständig von allgegenwärtigen Bildschirmen absorbiert werden, wird Machinima als fruchtbares Instrument zur Darstellung der virtuellen Erfahrung gesehen. Die 2002 gegründete Academy of Machinima Arts & Sciences organisierte zwischen 2002 und 2008 mehrere Festivals, spezialisierte Festivals wie das Mailänder Machinima Festival folgten.

Gezeigt werden Filme von Alice Bucknell (UK), IP Yuk-Yiu (Hong Kong), Jamie Janković (UK), Federica Di Pietrantonio (Italien), Total Refusal (Austria), Harun Farocki (Germany), Phil Solomon (USA), Jacky Connoly (USA) und vielen anderen Künstler*innen, die heute in diesem Feld arbeiten. Zum Programm gehören aber auch Arbeiten von Chris Marker (Frankreich) und Harun Farocki (Deutschland) sowie ein Auswahlprogramm von fünf Filmen von Phil Solomon (USA). Eine Podiumsdiskussion über Ursprung und Zukunft des Formats ergänzt die Filmprogramme.

Die Kuratoren
Vladimir Nadein (geb. 1993, Moskau) ist ein in Taipei, Taiwan, lebender Kurator, Künstler und Filmproduzent. Seine Arbeiten wurden in der Einzelausstellung Deep Play, im VT Artsalon und auf der Greater Taipei Biennale gezeigt. Er produzierte den preisgekrönten Film Detours, gefördert vom Hubert Bals Fund, der beim Les Arcs Filmfestival mit dem Eurimages Lab Project Award ausgezeichnet wurde und unter anderem bei der Woche der Kritik in Venedig, der Viennale, beim Thessaloniki Filmfestival, der Woche der Kritik in Berlin, FICUNAM, Jeonju Filmfestival, IndieLisboa, Beldocs, FILMADRID, Camden Filmfestival, TFAI und im Barbican Centre gezeigt wurde. 2016 war Nadein Mitbegründer des Moscow International Experimental Film Festival, das er fünf Ausgaben lang leitete. Er kuratierte unter anderem Filmprogramme für die 17. Architekturbiennale Venedig, das Hamburger Kurzfilmfestival, die Moscow International Biennale for Young Art, das Garage Museum und die University of California. Nadein lehrte an der Moscow School of New Cinema und ist Teil eines Regieduos mit Dina Karaman.

Dmitry Frolov (geb. 1988, Kaliningrad) ist ein in Izmir, Türkei, lebender Kunst- und Filmkurator und –wissenschaftler. Er hat einen BA in Cultural Studies der Russian State University for the Humanities und einen MA in Film Programming and Curating der Birkbeck, University of London. Er kuratierte eine Reihe von Filmprogrammen, Diskussionen, Performances und Ausstellungen zu Künstler*innen wie Maya Deren, Chris Marker, Tony Conrad, Vladimir Kobrin, Yoko Ono, Michael Snow, Annabel Nicholson, James Benning, Alain Cavalier, Aura Satz, Cao Fei, Ana Vaz, Cyprien Gallard und anderen. Seine Texte sind unter anderem in Iskusstvo Kino, Spectate, Colta-ru, Syg.ma erschienen. Seit 2017 arbeitet er als Kurator für das Moscow International Experimental Film Festival (MIEFF), außerdem ist er aktuell Filmkurator des Pushkin House in London.

Sport im Film: Historische Sportfilme im Fokus

„Sport und Film haben ein wesentliches Grundelement gemeinsam: Die Bewegung“, schrieb Hilmar Hoffmann im Katalog der ersten Sportfilmtage 1968. Sie sind „beide Kinder unserer Zeit,“ so der damalige nordrhein-westfälische Innenminister Willy Weyer in seinem Vorwort als Präsident der Sportfilmtage, man wolle „alle die Kräfte erfassen, bündeln und aktivieren, die es im weiten Bereich Sport und Film gibt.“ Bis 1977 fanden die Sportfilmtage alle zwei Jahre in Oberhausen statt – 1968, 1970, 1973, 1975 und 1977. Das „Internationale Film- und Fernseh-Festival“ zeigte und prämierte internationale Sportfilme aller Art – locker definiert als „Filme, die sich mit sportlichen Themen auseinandersetzen“. Die Veranstaltung war unabhängig, doch eng verbunden mit den Kurzfilmtagen; Hilmar Hoffmann war Vizepräsident. Zahlreiche Preisträger und andere Filmkopien wurden im Archiv der Kurzfilmtage gesammelt. Nun präsentieren die Kurzfilmtage eine Wiederentdeckung dieses Festivals mit einer Filmauswahl in fünf Programmen, kuratiert vom Kölner Medienwissenschaftler, Publizisten und Regisseur Dietrich Leder.

Die Programme der Sportfilmtage waren breit angelegt, sie reichten von legendären Filmen wie Werner Herzogs Die große Ekstase des Bildschnitzers Steiner (1974), weitgehend unbekannte Filme von Regisseuren wie Jacques Doillon, Elem Klimov, Marcel Łoziński oder Michael Pfleghaar, bis hin zu Lehrfilmen wie Neue Wege zum Wedeln. Die Schwerpunkte von „Sport im Film“ liegen auf Körperbewegung, Helden, Zuschauer, Frauensport oder Sport als soziales Handeln, die gezeigten Arbeiten stammen zum größten Teil aus dem Archiv der Sportfilmtage, ergänzt durch einzelne Produktionen, die bei den Kurzfilmtagen liefen. Insgesamt werden während der 70. Kurzfilmtage rund 25 Filme im Kino gezeigt, ausgewählte Arbeiten zeigen die Kurzfilmtage im Vorfeld in ihrem Channel.

Ergänzt wird „Sport im Film“ durch „Sport im Ruhrgebiet in Filmdokumenten“: Paul Hofmann zeigt Arbeiten aus den Beständen der Kinemathek im Ruhrgebiet, die ältesten darunter stammen aus dem Jahr 1924, zum Beispiel ein Film über ein städtisches Sportfest in Essen.

Profile

In den Profilen stellen die Kurzfilmtage traditionell herausragende Filmemacherinnen und Filmemacher vor, die sich z.T. über Jahrzehnte hinweg mit der kurzen Form beschäftigt haben.

Abraham Ravett

Abraham Ravett, geboren 1947 in Polen und aufgewachsen in Israel und den USA, macht seit Jahrzehnten Filme über seine Familie, in denen er die Nachwirkungen des Holocaust auslotet, ein historisches Trauma, von dem seine beiden Eltern betroffen waren. Für Ravett sind die Vergangenheit und Auswirkungen des Genozid nicht nur Relikte von einst, sondern eine nie endende Aufgabe und Berufung. Oft nutzt er historische Fotos als Ausgangspunkt für seine Erkundungen von Zeitachsen und Potenzialen; Ton setzt er dabei sehr sparsam ein, oft in Form von Gesprächen, wie in einem seiner bekanntesten Filme, The March (1999). Die Kurzfilmtage zeigen einen Überblick über sein Gesamtwerk in drei Programmen.

Mox Mäkelä

Die finnische Konzeptkünstlerin ist seit 1976 aktiv und hat ihre Werke seitdem in zahlreichen Museen und auf Filmfestivals gezeigt. Ihr Schwerpunkt, den sie in ihrem unverkennbaren und einzigartigen Stil verfolgt, liegt auf der Erkundung ökokritischer und literarischer Themen in Filmen und Installationen, auf dem Aufeinanderprallen von Natur und Mensch. Ihr Film Noita Miettien (Thinking about That) beispielsweise, für den sie bei den Kurzfilmtagen 2023 mit dem Zonta-Preis ausgezeichnet wurde, ist eine ununterbrochene Tirade über die Konsumwelt, ein Wasserfall an Worten voller Gedankensprüngen und erfundener Wörter – experimentell und faszinierend. Die Kurzfilmtage zeigen zwei Programme ihrer Arbeiten, von der Künstlerin selbst ausgewählt.

John Torres

John Torres, geboren 1975, ist ein Filmemacher, Schriftsteller und Musiker aus Manila und einer der interessantesten unabhängigen zeitgenössichen Filmemacher aus den Philippinen, berühmt für seinen persönlichen und poetischen Stil. Sein Werk umfasst Kurzfilme und Langfilme ebenso wie Installationen. Sein Debütfilm Todo Todo Teros (2006) wurde vielfach ausgezeichnet, ebenso wie viele seiner folgenden Filme. Er ist außerdem einer der Leiter von Los Otros, gleichzeitig Kunstraum, Filmlabor und Plattform an der Schnittstelle von Film und Kunst in Manila. Die Kurzfilmtage zeigen seine kurzen Arbeiten in zwei Programmen.

Davorin Marc

Geboren 1964 in Izola im heutigen Slowenien, begann Marc 1976 mit dem Filmemachen. Als er im Alter von 23 damit aufhörte, hatte er 150 Kurzfilme produziert, alle auf Super 8. Sein außergewöhnlicher Stil wurde schon damals gelobt. Nur eine Handvoll seiner Filme wurden nach dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens jemals gezeigt, und zwar bei einer einzigen Gelegenheit. Damit bietet dieses Programm die seltene Chance, seine frühen Arbeiten zu entdecken, insbesondere, da vor Kurzem neue Kopien aufgetaucht sind. Sie werden im Hauptteil dieses Profils auf Super 8 gezeigt. Nach einer Pause von 27 Jahren begann Marc ebenso plötzlich, wie er damit aufgehört hatte, wieder Filme zu machen. Seine neuen, abstrakten Videoarbeiten sind ebenso einzigartig und faszinierend wie die frühen Filme, im Stil jedoch völlig anders. Im Internationalen Wettbewerb 2018 zeigten die Kurzfilmtage aus dieser Phase Dobrodošlica. (Welcome.). Die historische Vorführung seiner Super 8-Arbeiten wird durch ein zweites Programm ergänzt, in dem eine 30-minütige Installation aus seinem aktuellen Werk präsentiert wird.

Tagung und Podium

Podium und Talks bietet Wissenschaftler, Künstler, Kuratoren und Autoren Gelegenheit, über aktuelle Fragen rund um den Kurzfilm zu sprechen, ob ästhetisch, wirtschaftlich, politisch oder technologisch.

Tagung

Sehnsucht nach Widerspruchsfreiheit. Kultur und Öffentlichkeit 1
Auseinandersetzungen mit Sexismus, Rassismus und anderen Formen von Menschenfeindlichkeit haben in den vergangenen Jahren zur kritischen Überprüfung von Programmatik und Haltung von Kulturinstitutionen geführt. Mittlerweile scheinen die entstandenen Ansprüche jedoch in eine Falle zu laufen. Immer häufiger ist von dem ursprünglich durch rechte Akteure eingeführten Begriff „Cancel Culture“ die Rede, Boykottaufrufe und Proteste entstehen gegen die Zusammenarbeit mit Personen oder Institutionen ihrer Positionierung wegen, die Idee von Kritik droht in Konformismus umzuschlagen. Ausgehend von einer Kampagne gegen die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen diskutieren Befürworter, Gegner und Beobachter dieser und ähnlicher Kampagnen die Frage: Kommt die größte Gefahr für kritische Diskussionen über den Umgang mit politischen Themen innerhalb des Kulturbetriebs aus dem Kulturbetrieb selbst?

1.5. 13 h, Eisenlager im Altenberg

Keynote Bazon Brock
13:00 h

Podium Kulturtheorie
Bazon Brock, Kunsttheoretiker
Sara Rukaj, Autorin
Lea Wohl von Haselberg, Filmwissenschaftlerin und Festivalleiterin
Moderation: Ute Cohen, Schriftstellerin und Journalistin
13:30 h

Podium Kulturbetrieb
Sergio Edelsztein, Kurator
Ruth Herzberg, Autorin
Andreas Hoffmann, Geschäftsführer documenta
Ronya Othmann, Schriftstellerin und Journalistin
Moderation: Ute Cohen, Schriftstellerin und Journalistin
16:30 h

Podium im Rahmen der Festivaleröffnung
Lars Henrik Gass, Festivalleiter
Alexandra Schauer, Soziologin
Rüdiger Suchsland, Filmkritiker
19:30 h, Lichtburg Filmpalast

Podium

Wozu Festivals? Kultur und Öffentlichkeit 2
Mit dem Wandel der Filmkultur und des Kinofilms in den letzten beiden Jahrzehnten, bedingt durch die Durchsetzung des Internets als Massenmedium und die Digitalisierung und Ökonomisierung aller Lebensbereiche, sind Filmfestivals mit zahlreichen neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert. Das Kino als Schauplatz von Filmfestivals und öffentlichem Diskurs ist ins gesellschaftliche Abseits geraten; nach der großen Pandemie und mit kriegerischen Auseinandersetzungen verschlechtern sich zudem die ökonomischen Rahmenbedingungen rasant. Angesichts dessen stellt sich die Frage, was vom ursprünglichen universalistischen Selbstverständnis von Filmfestivals noch geblieben ist und ob und wie sie ihren Auftrag noch werden erfüllen können. Dieser Frage gehen die Kurzfilmtage in vier Podiumsdiskussionen nach.

Sind Festivals noch ein universalistisches Projekt?
2. Mai 10-12 Uhr

Harald Kimpel, Kunstwissenschaftler
Andreas Kilb, Filmkritiker (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Ariel Schweitzer, Filmkritiker (Cahiers du cinéma)
Lea Wohl von Haselberg, Filmwissenschaftlerin und Festivalleiterin
Moderation: Dunja Bialas, Filmkritikerin und Filmkuratorin

Was legitimiert Festivals?
3. Mai 10-12 Uhr


Martina Genetti, Filmkuratorin
Daniel Hadenius-Ebner, Vienna Shorts
Keiko Okamura, Filmkuratorin
Heinz Peter Schwerfel. Kunstkritiker und Festivalleiter
Moderation: Dunja Bialas, Filmkritikerin und Filmkuratorin

International Style
4. Mai 9.30-11.30 Uhr


Moritz Baßler, Literaturwissenschaftler
Susanne Heinrich, Autorin und Filmemacherin
Marco Müller, Filmkurator und Festivalleiter
Moderation: Ulrike Sprenger, Literaturwissenschaftlerin

Politisierung der Kultur
5.Mai 10-12 Uhr


Lars Henrik Gass, Autor und Festivalleiter
Alexander Karschnia, Theatermacher, Texter und Theoretiker
Benjamin Moldenhauer, Filmkritiker
Shahrzad Eden Osterer, Journalistin (Bayerischer Rundfunk)
Moderation: Dunja Bialas, Filmkritikerin und Filmkuratorin

re-selected: Archive zum Leben erwecken

Seit 2018 dient das Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen der Sektion re-selected als materielle Grundlage für Recherchen und kuratierte Programme. In diesem Jahr erinnern zwei re-selected-Programme an filmische Aufbrüche in Ungarn Ende der sechziger und in der Sowjetunion Mitte der achtziger Jahre, die in Oberhausen eine Plattform fanden, weil sich die Kurzfilmtage stets als „Brücke zwischen Ost und West“ verstanden – eine Entgegensetzung, die ihre Aussagekraft längst eingebüßt hat und womöglich schon damals eher zu Missverständnissen als zu Einsichten führte. Jedenfalls waren sowohl die ungarischen Filme, die Gastkuratorin Borjana Gaković hier zu einer idiosynkratischen Hommage an János Herskó ausgewählt hat, als auch die sowjetischen Filme, die während der Glasnost-Periode ab 1985 nach Oberhausen kamen, zu ihrer Zeit auch deshalb so Aufsehen erregend, weil sie sich auf mal zornige, mal spielerische Weise gegen die Ideologisierung dessen wendeten, was zwischen Menschen stattfindet.

Erstmals werden in diesem Jahr tatsächlich alle Filme in den re-selected Programmen als Originalkopien aus dem Festivalarchiv gezeigt. Zu Gast sind Borjana Gaković und Karola Gramann, Leiterin der Kurzfilmtage Oberhausen von 1985 bis 1989.

Kuratiert wird re-selected seit 2018 von Tobias Hering, freier Filmkurator und Publizist. Er lebt in Berlin und Mecklenburg.

Das 2018 gestartete Projekt re-selected widmet sich am designierten „Ende des analogen Zeitalters“ ausgewählten Filmen aus dem analogen Bestand des Archivs der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und untersucht Filmgeschichte als Geschichte individueller Filmkopien zu untersuchen.

Anstatt die digitale „Rettung“ eines filmischen Werkes als Ideal zu propagieren, interessiert sich das Projekt gerade für die Eigenheiten einer Kopie, die bei der Digitalisierung in der Regel getilgt werden. Sie können Aufschluss geben über einen konkreten Werdegang, lokale Öffentlichkeiten und zeitgeschichtliche Konstellationen. Wo und wann wurde ein Film überhaupt gezeigt, wer hat ihn gesehen, in welcher Fassung, in welcher Verfasstheit?

Jede Kopie ist ein Original – und das nicht erst, wenn sich erweist, dass sie die einzige verbliebene Kopie eines Films ist.

Expanded

Im Kino wundert sich niemand mehr!

Philosophische Spielzeuge sind Objekte und Instrumente, die Prozesse und Wirkungszusammenhänge sinnlich wahrnehm- und nachvollziehbar, anschaulich und begreifbar machen. Im Unterschied zu Modellen, die primär der Demonstration dienen, stehen Philosophische Spielzeuge in der Tradition der Experimentalkultur: Sie sind weniger Endprodukte als Werkzeuge der Erkenntnis. Sie setzen dabei – wie ihr Name schon sagt –  auf einen spielerischen Gebrauch, der das Denken und die Imagination in Bewegung bringt. Seit dem 18. Jahrhundert erfreuen sich die Philosophical Toys grosser Beliebtheit. Viele dieser Spielzeuge wurden anfangs für wissenschaftliche Beobachtungen angefertigt und erst mit der Zeit zum gefragten Objekt für Jung und Alt. Zu den faszinierendsten zählen sicherlich die optisch-kinetischen Spielzeuge und die Jouets Séditieux. Aus Holz gedrechselte Figuren, oft Stelen, Petschafte oder Spazierstockknäufe, welche mittels einer Lichtquelle an die Wand geworfen, in ihrem Schattenriss Profile, etwa von politischen Persönlichkeiten, erkennen lassen. Mit dem Programm Expanded gehen wir der Frage nach, wie Philosophisches Spielzeug heute aussieht und funktioniert. In diesem Spannungsfeld zeigen wir Versuchsanordnungen, bei denen autonome Maschinen auf einem Overheadprojektor ein Schattenspiel kreieren, das durch Interaktionen von Hand und Bewegung den Prozess der Klangerzeugung sichtbar macht. In einer elektrochemischen Maschinenperformance wird ein Geflecht aus flüssigem Metall von mehreren Kameras aufgenommen und live auf eine Leinwand projiziert. Von einer begleitenden Klanglandschaft, generiert durch eine direkte Umsetzung der elektrochemischen Prozesse der Flüssigkeit, werden wir dazu eingeladen, über eine heterogene technologische Kultur zu spekulieren. Während das humorvolle Duett einer Roboter-Ziege mit einer Performance- und Installationskünstlerin verblüfft, irritiert – und am Ende vertraute Seh- und Hörgewohnheiten zur Disposition stellt.

 

Expanded 1: Uncontrolled Manifold 
songs from my analogue utopia

2.5., 22:30 Uhr
Verein für aktuelle Kunst

Expanded 2: Tintin Patrone
Caprizaen

3.5., 22:30 Uhr
Verein für aktuelle Kunst

Expanded 3: Ralf Baecker
A Natural Histroy of Networks/Softmachine

4.5., 22:30 Uhr
Verein für aktuelle Kunst

Für Filmemacher*innen aus NRW

Individuelle Beratung durch das Filmbüro NW
Ein kostenfreies Angebot an alle Filmemacher*innen aus NRW, die sich in Oberhausen von Vertreter*innen des Filmbüro NW zu Fragen rund um Produktion, Förderung und Festivalplatzierung von Kurzfilmen beraten lassen können. Nur mit Anmeldung!

Anmeldung: dw(at)kurzfilmtage.de

Mehr

Unter „Mehr“ findet sich eine bunte Mischung aus festen Programmpunkten, die aus unserem Festival gar nicht mehr wegzudenken sind, aber auch immer wieder neue und andere interessante Angebote.

MuVi International

Seit 1998 zeigen die Kurzfilmtage jedes Jahr eine Auswahl an richtungsweisenden internationalen Musikvideos und formal außergewöhnlichen Arbeiten – ein Schaufenster aktueller Entwicklungen im Bereich des Genres Musikvideo.

MuVi 14+

Ein internationales Musikvideoprogramm für Jugendliche ab 14 Jahren. MuVi 14+ ist ein facettenreicher Streifzug durch die aktuelle Clipproduktion, von handgemacht bis computergeneriert.

Preisträger anderer Festivals

Am ersten Festivaltag zeigen die Kurzfilmtage traditionell aktuelle Kurzfilme, die bei anderen Festivals ausgezeichnet wurden. Ein Querschnitt durch die vergangene Festivalsaison.

Lieblingsfilme des Festivalteams 2024

Teamfavoriten: Zum Abschluss stellen die Mitarbeiter*innen der Kurzfilmtage ihre Lieblingsfilme aus den diesjährigen Wettbewerben persönlich vor.

Filmgeflacker

Das Oberhausener Kunstkollektiv Filmgeflacker präsentiert Filme aus den Wettbewerben und lädt Filmemacher*innen zum Gespräch.

The One Minutes

In Kooperation mit der The One Minutes Foundation zeigen die Kurzfilmtage hier seit einigen Jahren Einminüter, eigens kuratiert für die Kurzfilmtage.

ESFAA Shorts

Neun Publikumspreisträger von anderen europäischen Kurzfilmfestivals demonstrieren die kreative Vielfalt des europäischen Kinos in zwei Programmen.

European Short Film Network (ESFN)

Als European Short Film Network (ESFN) betreiben die Kurzfilmtage zusammen mit fünf weiteren, europäischen Kurzfilmfestivals die Streaming-Plattform THIS IS SHORT. Zur Abwechslung zeigt das Netzwerk hier ein Programm im Kino, mit Lieblingsfilmen der beteiligten Festivals zum Thema „Die Welt, in der wir leben". Die Auswahl wird bei allen fünf Festivals im Laufe des Jahres 2024 zu sehen sein.

Kinemathek im Ruhrgebiet

Seit über 40 Jahren sammelt und restauriert die Kinemathek im Ruhrgebiet/FilmArchiv für die Region historisches Filmmaterial des Reviers. Auf den Kurzfilmtagen zeigt die Initiative erneut Highlights aus den eigenen Beständen, unter anderem mit Arbeiten zur Ruhrbesetzung 1923 und zur Verlegung des Emscherunterlaufes bei Oberhausen Ende der 1940er Jahre. Präsentation und Einführung durch Leiter Paul Hofmann.

NRW persönlich

Filmemacher*innen aus NRW erhalten Carte Blanche für ein Programm mit eigenen Filmen und prägenden Arbeiten anderer Filmemacher*innen. Dieses Jahr von und mit Carolin Schmitz aus Köln.

Für Wolfgang J. Ruf

Ein persönliches Programm des ehemaligen Kurzfilmtage-Leiters anlässlich seines 80. Geburtstags mit Filmen von Wojciech Wiszniewski, Vuk Babić und Zbigniew Rybczynski.

Filme außer Gebrauch?

Vernetzungstreffen für Sammler*innen, Kurator*innen und Forscher*innen im Feld des Gebrauchsfilms

Alle am Lehr- und Gebrauchsfilm Interessierten sind eingelanden, im Rahmen der Kurzfilmtage gemeinsam einen Überblick über die verschiedenen Archive und Sammlungen zu gewinnen, Einblicke in ihre Projekte und Aktivitäten zu ermöglichen und Herausforderungen in der Arbeit mit diesem besonderen Filmerbe zu erörtern.

Organisiert von Julia Eckel und Stephan Ahrens (Universität Paderborn).

Korrektur: Beginn um 13:30 Uhr

Mehr Infos

Übersehene Filme

Auf den 12. Oberhausener Kurzfilmtagen 1966 führte die damalige Festivalleitung als Korrektiv zu den Entscheidungen der offiziellen Jurys einen „Preis für den verkannten Film“ ein. Dieser später schlicht als „Mitarbeiterpreis“ und heute als "ZONTA-Preis" vergebenen Auszeichnung verdanken die Kurzfilmtage einige ihrer wertvollsten Archivschätze, von denen hier einige der wichtigsten Arbeiten, u.a. von Rubén Gámez, Robert Nelson und Virpi Suutari, in zwei Programmen erneut zur Aufführung kommen.

MuVi-Online

Nominierte Filme 2024

A Quickie In The Bouncy House,
Frederic Pierce Warnecke, Matthew Biederman,
4'10"

Mehr

Das Parlament der Dinge,
Juno Melián Meinecke,
3'40"

Mehr

Google Your New Name,
Paula Reissig,
3'25"

Mehr

Grunewald Is Burning,
Markus S Fiedler,
3'6"

Mehr

HBD,
Stephan Dybus,
3'29"

Mehr

Ich gehe in den Tag,
Mariola Brillowska,
3'55"

Mehr

Manitulation,
Astrid Busch,
5'23"

Mehr

Quoi Que Tu Dis,
Klaus Erika Dietl, Stephanie Müller,
4'42"

Mehr

Schleim des Nichtwissens,
Marc Richter,
5'36"

Mehr

Wheels,
Lucie Friederike Mueller, Benjamin Butter,
3'39"

Mehr

MuVi-Publikumspreis

MuVi Online-Publikumspreis
ermittelt durch Abstimmung auf www.muvipreis.de und dotiert mit 500 Euro

Das Parlament der Dinge (F.S.K.)
Juno Melián Meinecke
Deutschland 2023, Länge 3‘40‘‘, Farbe/schwarzweiß

Das Parlament der Dinge
Juno Melián Meinecke

2023, 3'40"

Programm

Trailer

Festivalmagazin

Das Festivalmagazin 2024 steht Ihnen hier als blätterbares PDF zur Verfügung.

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