Der Verleih der Kurzfilmtage beruht auf einer der ältesten und bedeutendsten Kurzfilm-Sammlungen weltweit. Jedes Jahr kaufen die Kurzfilmtage ca. 50 neue Arbeiten aus dem aktuellen Festivalprogramm neu an, hinzu kommen zahlreiche Titel aus unserem Archiv.
Konditionen
Gebühren je Vorführung aus dem Verleih (Filme von 2000–2022) für Vorführungen vor Ort und online:
| Programme bis 80 min. | 180 € |
| Programme bis 100 min. | 200 € |
| Programm MuVi-Preis | 150 € |
| Programme Kinderkino | 150 € |
| Einzeltitel bis 20 Min.* | 40 € |
| Einzeltitel über 20 Min.* | 60 € |
*Filme aus dem Archiv (vor 2000) mit Aufschlag von 50%.
Zusätzlich werden eine Bearbeitungsgebühr von € 10 (für Einzelfilme oder vorhandene Programme) bzw. € 20 (für neu kuratierte Programme) sowie Transportkosten und ggf. 7% MWST in Rechnung gestellt.
Bei regelmäßiger Ausleihe von Kurzfilmen als Vorfilmen (vor Ort) gewähren wir folgenden Rabatt:
| 10 Kurzfilme (je eine Vorführung) | 220 € |
| 20 Kurzfilme (je eine Vorführung) | 350 € |
Bei der regelmäßigen, rabattierten Einzelfilmausleihe fallen keine Bearbeitungsgebühren an.
Die Erlöse aus dem Online-Verleih gehen fast vollständig an die Rechteinhaber*innen/Filmemacher*innen der verliehenen Arbeiten.
Termine
29/09/2023
04/10/2023
Österreichisches Filmmuseum, Wien
Asparagus, Suzan Pitt, USA 1978
Kontakt
Carsten Spicher
spicher@kurzfilmtage.de
Aktuelles Angebot

Neuankäufe A–Z 26
A Flower Falling Back Into the Earth,
Rajee Samarasinghe,
7'30"
Der Film entstand aus Aufnahmen für Your Touch Makes Others Invisible, einer Dokumentation über das Verschwinden-Lassen von Sri-Lanka-Tamilen: ein Interview mit einer Mutter, deren Sohn gegen Ende des Krieges verschwand. Ich befasse mich erneut mit dem Material und widme mich der Tatsache, dass ihre Aussage sich meinem ursprünglichen Rahmen widersetzte. Diese Version untersucht die Distanz zwischen uns, ethnografische und koloniale Sichtweisen und die Grenzen des Kinos als Zeuge.
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All Glock No Cock,
Olga Ringleb, Paula Kiermaier,
3'30"
Eine verwirrte Figur stolpert zwischen den Charakteren als selbsterklärter All-Time-Gangster mit semi-beeindruckenden Parkour-Skills und gefloppter Business-Hochstapler mit wehender Krawatte unbeholfen hin und her. Sie durchstreift Stadt, Wald und Baustellen auf der Suche nach etwas „Größerem“. Sie weiß nicht genau, was ihr fehlt, erwähnt jedoch, statt eines Penis eine Waffe zwischen den Beinen zu haben. Die absurde Suche endet mit staubigem Haar an einem See, wo sie auf eine kleine Gruppe trifft und sie fragt, ob sie Penisse verkaufen. Dies löst Chaos aus und die Szene eskaliert.
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Audry Lornacle or 14 Days in DJ’s House,
Dagie Brundert,
8'30"
Jetzt bin ich also hier gelandet. Eine Beule am Zipfel Englands mit den schönsten Kieselsteinen der Welt. Shingle heißen die hier. Ein Cottage voller Erinnerungen und Geister, vielleicht. Zwei Wochen darf ich bleiben. Ich hab das Cottage für mich ganz alleine. Die Nächte sind kalt, aber ich schlafe warm im großen Bett aus dunklem Holz, das wie ein Boot ist.
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August och kriget,
Leandro Netzell Cerón, Samori Tovatt,
14'30"
August, der in der Kleinstadt Blomstermåla lebt, wird ausgemustert. Doch als Schweden wieder aufrüstet und die „Woche der Bereitschaft“ auch seine kleine Gemeinde erreicht, hat er die Chance, sowohl seine eigene Bereitschaft als auch die der anderen, ihr Land zu verteidigen, auf die Probe zu stellen.
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Autokar,
Sylwia Szkiłądź,
17'0"
In den 1990er-Jahren verlässt Agata Polen und zieht nach Belgien. Die Reise macht ihr Angst. Daher schreibt sie ihrem Vater einen Brief. Plötzlich fällt ihr Stift herunter und geht im Bus verloren. Sie überwindet ihre Schüchternheit und krabbelt zwischen die Sitze. Dabei taucht sie in eine fantastische Welt ein, die von seltsamen halb menschlichen, halb tierischen Passagieren bevölkert wird. Durch Ihre Augen verwandelt sich die Realität der Migration in eine Erfahrung übers Erwachsenwerden.
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Changing Room,
Turkina Faso,
7'0"
Der weibliche Körper als Symbol für Macht, Schönheit, Arbeit, Entblößung, Gewalt, Kontrolle und Politik. In einer imaginären Umkleidekabine gehen Frauen ihren alltäglichen Routinen nach und entdecken einander und sich selbst. Hinter der Fassade von Selbstbewusstsein oder einem sorgfältig inszenierten Erscheinungsbild bestehen dieselben uralten Spannungen fort. Zwischen Stolz und Druck. Zwischen Natürlichkeit und Inszenierung. Zwischen Autonomie und Objektivierung.
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Das Höhenphänomen,
Angelika Reitzer,
26'0"
1986. Die 8-jährige Sunny fragt sich, warum sich die Welt mit all den Problemen abfindet. Im Jahr 2022 ist aus ihr die Fotografin Sandra geworden, gerade ist sie mit ihrer Familie in ein geerbtes Haus auf dem Land gezogen. Obwohl in ihrem kleinen Leben eigentlich alles gut ist, verspürt sie weiterhin diesen Drang, aus großer Höhe zu springen: das Höhenphänomen.
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Daylight,
Anna Heisterkamp,
22'0"
Daylight handelt von einem Ort in Manhattans Chinatown, an dem seit 1838 vier verschiedene Gefängnisbauten abgerissen und wieder aufgebaut wurden. Der Film beobachtet für die Justiz tätige Architekt*innen bei der Planung neuer Gefängnisse in der Stadt. Er visualisiert, wie eine reformorientierte Justiz aussehen kann, mit einem Fokus auf Sprache, Darstellungen und Bildsprache, durch die genau das System aufrechterhalten wird, das durch die Reform abgeschafft werden soll.
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Erst zahlen, dann malen!,
DJ Babyoil,
4'0"
Im Gewand eines Techno-Punk-Tracks entlarvt Erst zahlen, dann malen! die Ökonomie künstlerischer Substanz. Materialmogul Bösner wird zur Nadel, an der die bildende Kunst hängt. Das Prekariat liefert Credibility, die Hobbyisten das Kapital. Ein Paradoxon: Werden Künstler und Händler durch die KI am Ende zu entbehrlichen Relikten? Eine nihilistische Vollendung von „Malen nach Zahlen“.
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Floating,
Nikolas Müller,
5'0"
Floating ist eine psychedelische visuelle Collage zum Track des DJs und Produzenten Myr. Basierend auf 3D-Grafiken aus den Jahren 2005 bis 2025 verbindet der Film digitale Archivfragmente mit AI-Resampling, Screen-Recordings und Interface-Ästhetik. Zwischen Erinnerung, Technologie und Wahrnehmung entsteht ein visuelles Tagebuch über digitale Überreizung und die zirkuläre Zeitlichkeit von Daten.
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Green Noise,
Jeuno Kim, Ewa Einhorn,
8'30"
In Krabstadt erreichen die Temperaturen neue Höchstwerte. Im Amt für Entwicklung arbeiten alle hart daran, die Ziele für nachhaltiges Wachstum zu erreichen, auch die Büropflanzen. Eines Tages treten die Pflanzen in den Streik und weigern sich, weitere Ökosystemleistungen zu erbringen. Radikal und laut attackieren die Pflanzen menschliche Kunst und fordern politische Maßnahmen für Degrowth.
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IDLU,
Lars Zimmermann, Paulina Wetzel,
3'30"
In einem fast leeren White Cube performt TEll A ViSiON ihren Song IDLU in einer rohen One-Take- Performance. Schwarzer Anzug, Silvertone-Gitarre, Amp, Kabel und Effektpedale, mehr gibt es nicht. Die reduzierte Inszenierung richtet den Fokus ganz auf die Künstlerin und ihre Performance. Das Bild ist fast vollständig in schwarz-weiß gehalten; roter Lippenstift und gelbe Pedale setzen die einzigen Farbakzente. Manuell geschaltetes Licht lässt TEll A ViSiON in Helligkeit und tiefe Dunkelheit eintauchen. Zwischen Distanz und Nähe bewegt sie sich zur Kamera, tritt im Dunkeln direkt heran, der Moment wird intim. Kamera und Künstlerin verschmelzen und machen die rohe, unmittelbare Energie der Performance spürbar.
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Je croyais que la vie était un poème,
Felix Herrmann,
11'30"
Eine Mutter reist mit ihrem drei Monate alten Kind allein zu einem Haus an einem Fluss. Ihr Einsamkeitsgefühl wird stetig größer, bis sie eine überraschende Geste der Befreiung vollzieht. Der Fluss fließt, die Zeit vergeht. Sie begegnet einem Fremden aus dem Dorf. Und sie entdeckt eine neue Verbundenheit mit ihrem Kind.
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Leaks in the Lines,
Adebukola Bodunrin,
4'30"
Leaks in the Lines verbindet Lasergravur, Phytogramme und 8-mm-Filmaufnahmen, um die Spannungen zwischen organischem Wachstum und erzwungener Ordnung zu untersuchen. Ausgehend von Jacques Boyceau de la Baraudières Handbuch zur Landschaftsgestaltung Traité du jardinage aus dem Jahr 1638 erschafft der Film ein visuelles System, das ins Wanken gerät, sobald die Kontrolle bröckelt.
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Let Me Circle Around You,
Aiya Akilzhanova,
12'0"
Eine poetische Reise in ein unübersetzbares kasachisches Wort, dessen Bedeutung sich mit jedem Augenblick vertieft und das Ozeane aus Zeit und Entfernung überquert, um die tiefgründigen, stillen Bande zu offenbaren, die uns mit unserer Vergangenheit verbinden.
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My School,
Keitaro Oshima,
9'30"
Der Film ist das Ergebnis eines Kunstprojekts mit Grundschulkindern. Mit einer speziellen Animationstechnik verwandelten die Kinder Szenen aus dem Schulalltag in handgezeichnete Animationen. Die Aufnahmen vermischen reale Schulerfahrungen mit der animierten Interpretation jedes Kindes. Die Arbeit basiert auf Beobachtungen im Schulalltag und einer kreativen Erkundungstour in einem einzigartigen Raum.
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No Lube So Rude,
Matt Lambert,
4'30"
Wenn die Welt voller Reibung ist, ist Gleitmittel kein Luxus. Es ist eine Notwendigkeit. So verwandelt man diese Reibung in Lust, in Macht, in Stolz. Ich möchte, dass die Menschen verstehen, dass sie immer noch eine Stimme haben können, ganz gleich, wer sie sind oder was die Welt über sie sagt. (Peaches)
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Opera,
Igor Zelić,
19'30"
Opera ist ein Experimentalfilm, der Wahrnehmung mithilfe einer filmischen Collage untersucht, entstanden durch eine einzige Lichtquelle. Durch die vielschichtige Bearbeitung dieser Lichtquelle zeigt der Frame den Rhythmus mehrerer Lichtquellen und ein Lichtspiel, das Raum und Wahrnehmung transformiert. Ein Film darüber, wie ein Bild die Realität verbergen kann, und was geschieht, wenn es dies nicht mehr vermag.
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Rentrer à la maison,
Timo Schierhorn, Uwe,
3'30"
Eine melancholische Reflexion über die Rückkehr an den Ort, an dem Liebe und Schmerz ihren Anfang nahmen. Das Video besteht aus VHS-Aufnahmen – meiner ersten Aufnahme mit einer Kamera –, die zeigen, wie mein Großvater den Dackel Fips wäscht.
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Rote Süden,
Max Hilsamer,
3'30"
Er sitzt auf dem Fahrersitz und löst ein Kreuzworträtsel. Eine weitere Person verletzte sich schwer an seinem Gesäß. Und ich möchte es mir nicht vorstellen, weil es eine Schande ist, den Hintern vom Menschen zu trennen. Weil es Schande ist. Es gibt Orte, die sich ausbreiten wie Mohnblumen in einem wilden Feld. Ich denke natürlich an roten Süden.
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Sailing Away,
Christina Romano,
2'0"
Dies ist eine Darstellung von LIEBE – bedingungsloser Liebe, vollkommen entfaltet und aus vielen Blickwinkeln betrachtet. Die Zeichnungen beschwören das Konzept des Göttlich-Weiblichen herauf, wobei das Gesicht der Regisseurin Christina Romano durch die künstlerische Hand eines Freundes interpretiert wird. Innere und äußere Visionen vermischen sich. Ich stehe auf, um mich auszudrücken; eine Form, ein Atemzug. Schönheit ist eine ernste Angelegenheit, die von der Zeit vergessen wird.
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TEÊMBA!,
Kagoma Ya Twahirwa,
22'0"
Im Ruanda nach dem Völkermord sucht eine junge Frau nach ihrer Stimme in einer Welt geprägt von einem vererbten Trauma. Durch Bruchteile von Erinnerungen, Träumen und Stille werden Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben. TEÊMBA! untersucht generationsübergreifende Erinnerung und Identität und verfolgt, wie die Nachwirkungen der Geschichte die nächste Generation prägen und das geerbte Schweigen in persönliche Aufarbeitung verwandeln.
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The Laptop Is Purring on My Lap and I Am Lonely Like a Cat,
Ariela Bergman,
3'0"
Ein tragikomisches musikalisches Delirium, in dem sich der Körper der Künstlerin in computergenerierte Fragmente auflöst. Das Stück thematisiert die Einsamkeit und Entfremdung eines von Bildschirmen geprägten Lebens: Beschädigte Dateien, angesammelter Staub und zerbrochene digitale Erinnerungen begleiten ein einsames, fast geisterhaftes Verlangen.
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The Last Garden,
Eloïse Jenninger,
7'50"
Für Henry ist der Gemeinschaftsgarten ein Zufluchtsort vor dem täglichen Trubel in der Stadt. Doch nun soll er abgerissen werden, und Henry und die anderen Menschen aus der Nachbarschaft können sich nicht darauf einigen, wie er gerettet werden soll.
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Tristesse,
Yuri Muraoka,
11'30"
Das hier sind Videobotschaften, die ich mit mir selbst ausgetauscht habe. Glückliche Erinnerungen, traurige Erinnerungen. Sobald sie in Worte gefasst werden, sind sie Vergangenheit. Poesie ist die Schönheit der Erinnerungen. Ein Streif Mondlicht. Ich widme diesen Film Kurumi, einer Katze, die gegen ihre Krankheit kämpft, und meiner Tochter Hana, die sich gerade in einer schwierigen Lage befindet.
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The Way Through The Woods,
Toby Cornish,
2'30"
Schwarz-Weiß-16mm-Aufnahmen zeigen einen Wald, Sonne, Wind, Blätter, Baumwipfel, Bewegung. Das Filmmaterial offenbart zudem Spuren seiner Entwicklung, die per Hand mit einem Naturentwickler erfolgte, gebrüht aus Blättern desselben Waldes. So verweist das Musikvideo der Pet Shop Boys auf das, was durch die drohende Zerstörung des einzigartige Emmauswald in Berlin-Neukölln verschwinden würde.
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Until It’s Hard To Tell,
Ceren Oykut,
5'0"
Until It’s Hard To Tell spielt in Sırlı Hek’yat, einem verborgenen Land aus Fragmenten, Schatten und Erinnerungen. Die Figuren, die es bevölkern, sprechen eine universelle, gebrochene Sprache des Überlebens. Der Film verschmilzt Schattentheater und nomadische Formen und lässt Bild, Ton und Untertitel ineinanderfließen. So entsteht Raum nicht für erzählte Geschichten, sondern für das Unaussprechliche.
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Work in ProRes,
Christine Gensheimer,
4'30"
Ein mäandernder Spaziergang durch sich ständig verändernde Bildräume, geklonte Figuren steigen in kubistische Autos, wischen immer wieder über die Screens ihrer Telefone und Tablets. Nie ist man sich sicher, ob man drinnen oder draußen ist, im Raum oder der Fläche, im Analogen oder Digitalen – oder in beidem zugleich.
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43 FilmeTeilenMeine Auswahl
MuVi-Preis
Die Kurzfilmtage führten 1999 mit dem MuVi den weltweit ersten Festivalpreis für Musikvideos ein. Musikvideos hatten sich mehr und mehr von der reinen Abbild- und Werbefunktion emanzipiert und waren zur eigenständigen visuellen Form geworden. Inzwischen hat sich gezeigt, dass Musikvideos in der Tat ein unabhängiges Kurzfilm-Genre geworden sind, das auch den Niedergang seines Geburtshelfers, des Musikfernsehens, überlebt hat. Dieses Programm präsentiert alle Arbeiten, die 2022 für den MuVi-Preis nominiert wurden, ergänzt um ein künstlerisch herausragendes Video aus dem Programm MuVi International.
Den ersten Preis gewann Julia Crescitelli für Flourish, in dem alltägliche Gesten mit rasender Geschwindigkeit ineinanderfließen – ein höchst eigenwilliges und lebendiges Werk, das eine Ästhetik jenseits des Schönen und Hässlichen propagiert. In Mariola Brillowskas Wann hast du das letzte Mal Blumen betrachtet, ausgezeichnet mit dem 2. Preis, gleiten die Bilder zwischen organischer und anorganischer Welt, zwischen Blumen, Spinnen und anderen fremdartigen Formen des Lebens. Den MuVi-Publikumspreis erhielt Michael Ullrich für seine Behind-the-Scenes-Collage Dr. No.
All Glock No Cock,
Olga Ringleb, Paula Kiermaier,
3'30"
Eine verwirrte Figur stolpert zwischen den Charakteren als selbsterklärter All-Time-Gangster mit semi-beeindruckenden Parkour-Skills und gefloppter Business-Hochstapler mit wehender Krawatte unbeholfen hin und her. Sie durchstreift Stadt, Wald und Baustellen auf der Suche nach etwas „Größerem“. Sie weiß nicht genau, was ihr fehlt, erwähnt jedoch, statt eines Penis eine Waffe zwischen den Beinen zu haben. Die absurde Suche endet mit staubigem Haar an einem See, wo sie auf eine kleine Gruppe trifft und sie fragt, ob sie Penisse verkaufen. Dies löst Chaos aus und die Szene eskaliert.
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Erst zahlen, dann malen!,
DJ Babyoil,
4'0"
Im Gewand eines Techno-Punk-Tracks entlarvt Erst zahlen, dann malen! die Ökonomie künstlerischer Substanz. Materialmogul Bösner wird zur Nadel, an der die bildende Kunst hängt. Das Prekariat liefert Credibility, die Hobbyisten das Kapital. Ein Paradoxon: Werden Künstler und Händler durch die KI am Ende zu entbehrlichen Relikten? Eine nihilistische Vollendung von „Malen nach Zahlen“.
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Floating,
Nikolas Müller,
5'0"
Floating ist eine psychedelische visuelle Collage zum Track des DJs und Produzenten Myr. Basierend auf 3D-Grafiken aus den Jahren 2005 bis 2025 verbindet der Film digitale Archivfragmente mit AI-Resampling, Screen-Recordings und Interface-Ästhetik. Zwischen Erinnerung, Technologie und Wahrnehmung entsteht ein visuelles Tagebuch über digitale Überreizung und die zirkuläre Zeitlichkeit von Daten.
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IDLU,
Lars Zimmermann, Paulina Wetzel,
3'30"
In einem fast leeren White Cube performt TEll A ViSiON ihren Song IDLU in einer rohen One-Take- Performance. Schwarzer Anzug, Silvertone-Gitarre, Amp, Kabel und Effektpedale, mehr gibt es nicht. Die reduzierte Inszenierung richtet den Fokus ganz auf die Künstlerin und ihre Performance. Das Bild ist fast vollständig in schwarz-weiß gehalten; roter Lippenstift und gelbe Pedale setzen die einzigen Farbakzente. Manuell geschaltetes Licht lässt TEll A ViSiON in Helligkeit und tiefe Dunkelheit eintauchen. Zwischen Distanz und Nähe bewegt sie sich zur Kamera, tritt im Dunkeln direkt heran, der Moment wird intim. Kamera und Künstlerin verschmelzen und machen die rohe, unmittelbare Energie der Performance spürbar.
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No Lube So Rude,
Matt Lambert,
4'30"
Wenn die Welt voller Reibung ist, ist Gleitmittel kein Luxus. Es ist eine Notwendigkeit. So verwandelt man diese Reibung in Lust, in Macht, in Stolz. Ich möchte, dass die Menschen verstehen, dass sie immer noch eine Stimme haben können, ganz gleich, wer sie sind oder was die Welt über sie sagt. (Peaches)
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Rentrer à la maison,
Timo Schierhorn, Uwe,
3'30"
Eine melancholische Reflexion über die Rückkehr an den Ort, an dem Liebe und Schmerz ihren Anfang nahmen. Das Video besteht aus VHS-Aufnahmen – meiner ersten Aufnahme mit einer Kamera –, die zeigen, wie mein Großvater den Dackel Fips wäscht.
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Rote Süden,
Max Hilsamer,
3'30"
Er sitzt auf dem Fahrersitz und löst ein Kreuzworträtsel. Eine weitere Person verletzte sich schwer an seinem Gesäß. Und ich möchte es mir nicht vorstellen, weil es eine Schande ist, den Hintern vom Menschen zu trennen. Weil es Schande ist. Es gibt Orte, die sich ausbreiten wie Mohnblumen in einem wilden Feld. Ich denke natürlich an roten Süden.
Mehr
Sailing Away,
Christina Romano,
2'0"
Dies ist eine Darstellung von LIEBE – bedingungsloser Liebe, vollkommen entfaltet und aus vielen Blickwinkeln betrachtet. Die Zeichnungen beschwören das Konzept des Göttlich-Weiblichen herauf, wobei das Gesicht der Regisseurin Christina Romano durch die künstlerische Hand eines Freundes interpretiert wird. Innere und äußere Visionen vermischen sich. Ich stehe auf, um mich auszudrücken; eine Form, ein Atemzug. Schönheit ist eine ernste Angelegenheit, die von der Zeit vergessen wird.
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The Way Through The Woods,
Toby Cornish,
2'30"
Schwarz-Weiß-16mm-Aufnahmen zeigen einen Wald, Sonne, Wind, Blätter, Baumwipfel, Bewegung. Das Filmmaterial offenbart zudem Spuren seiner Entwicklung, die per Hand mit einem Naturentwickler erfolgte, gebrüht aus Blättern desselben Waldes. So verweist das Musikvideo der Pet Shop Boys auf das, was durch die drohende Zerstörung des einzigartige Emmauswald in Berlin-Neukölln verschwinden würde.
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Work in ProRes,
Christine Gensheimer,
4'30"
Ein mäandernder Spaziergang durch sich ständig verändernde Bildräume, geklonte Figuren steigen in kubistische Autos, wischen immer wieder über die Screens ihrer Telefone und Tablets. Nie ist man sich sicher, ob man drinnen oder draußen ist, im Raum oder der Fläche, im Analogen oder Digitalen – oder in beidem zugleich.
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The Laptop Is Purring on My Lap and I Am Lonely Like a Cat,
Ariela Bergman,
3'0"
Ein tragikomisches musikalisches Delirium, in dem sich der Körper der Künstlerin in computergenerierte Fragmente auflöst. Das Stück thematisiert die Einsamkeit und Entfremdung eines von Bildschirmen geprägten Lebens: Beschädigte Dateien, angesammelter Staub und zerbrochene digitale Erinnerungen begleiten ein einsames, fast geisterhaftes Verlangen.
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Changing Room,
Turkina Faso,
7'0"
Der weibliche Körper als Symbol für Macht, Schönheit, Arbeit, Entblößung, Gewalt, Kontrolle und Politik. In einer imaginären Umkleidekabine gehen Frauen ihren alltäglichen Routinen nach und entdecken einander und sich selbst. Hinter der Fassade von Selbstbewusstsein oder einem sorgfältig inszenierten Erscheinungsbild bestehen dieselben uralten Spannungen fort. Zwischen Stolz und Druck. Zwischen Natürlichkeit und Inszenierung. Zwischen Autonomie und Objektivierung.
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14 FilmeTeilenMeine Auswahl
Preisträger
Dieses Programm enthält fast alle wichtigen Preisträger des Festivals 2023. Im Dokumentarfilm Chornobyl 22 verknüpft Oleksiy Radynski heimliche Handyaufnahmen der russischen Eroberung des Gebiets um Tschernobyl mit Erlebnissen von Angestellten des Kraftwerks während der Übernahme ihres Arbeitsplatzes durch das russische Militär. Der Film wurde mit dem Großen Preis der Stadt Oberhausen ausgezeichnet. Ausgehend von persönlichen Erinnerungen und individuellen Erlebnissen verwebt Turtleneck Phantasies von Gernot Wieland komplexe Erzählungen zu einem Gesellschaftsportrait. Dabei werden Erinnerungen an unterdrückte, ungehörte und vergessene Stimmen dargestellt.
In Let‘s Be Friends von Arno Coenen und Rodger Werkhoven sehen und hören wir synthetische Schauspielende, die über „KI-Schauspielerei“ sprechen und auf die Ängste reagieren, wegen aufstrebender KI-Technologien künstlerischen Einfluss zu verlieren. Der Dokumentarfilm Camino de lava dagegen portraitiert die afrofeministische und queere Aktivistin Afibola. Afibola versucht ihrem Sohn Olorun beizubringen, wie er trotz der sie umgebenden Hürden ein freier, afrokubanischer Mann sein kann. In der Intimität des eigenen Zuhauses reflektiert Afibola die Schwierigkeit, ein schwarzes Kind in einer rassistischen und diskriminierenden Gesellschaft großzuziehen.
Opera,
Igor Zelić,
19'30"
Opera ist ein Experimentalfilm, der Wahrnehmung mithilfe einer filmischen Collage untersucht, entstanden durch eine einzige Lichtquelle. Durch die vielschichtige Bearbeitung dieser Lichtquelle zeigt der Frame den Rhythmus mehrerer Lichtquellen und ein Lichtspiel, das Raum und Wahrnehmung transformiert. Ein Film darüber, wie ein Bild die Realität verbergen kann, und was geschieht, wenn es dies nicht mehr vermag.
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Audry Lornacle or 14 Days in DJ’s House,
Dagie Brundert,
8'30"
Jetzt bin ich also hier gelandet. Eine Beule am Zipfel Englands mit den schönsten Kieselsteinen der Welt. Shingle heißen die hier. Ein Cottage voller Erinnerungen und Geister, vielleicht. Zwei Wochen darf ich bleiben. Ich hab das Cottage für mich ganz alleine. Die Nächte sind kalt, aber ich schlafe warm im großen Bett aus dunklem Holz, das wie ein Boot ist.
Mehr
Daylight,
Anna Heisterkamp,
22'0"
Daylight handelt von einem Ort in Manhattans Chinatown, an dem seit 1838 vier verschiedene Gefängnisbauten abgerissen und wieder aufgebaut wurden. Der Film beobachtet für die Justiz tätige Architekt*innen bei der Planung neuer Gefängnisse in der Stadt. Er visualisiert, wie eine reformorientierte Justiz aussehen kann, mit einem Fokus auf Sprache, Darstellungen und Bildsprache, durch die genau das System aufrechterhalten wird, das durch die Reform abgeschafft werden soll.
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