Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

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Preisträger

© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Jury des Internationalen Wettbewerbs 2017

 

Kathrin Rhomberg, Kuratorin, Österreich

Ekaterina Degot, Kunstpublizistin und Kuratorin, Deutschland

Jaan Toomik, Maler, Performance- und Videokünstler, Estland

Chi-hui Yang, Kurator, USA


© Yi Cui

 

Großer Preis der Stadt Oberhausen, dotiert mit 8.000 €

 

Qiu (Late Summer)

Yi Cui

China 2017, 13’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Wir verleihen den Großen Preis an einen sehr einfachen, aber beeindruckend vielfältigen Film – ein filmisches Tableau vivant, das aufzeigt, wie die Zyklen von Schauspiel, Konsum und Zuschauen im Alltag von der Geschichte belastet und begrenzt werden.


© Chai Siris

 

Hauptpreis, dotiert mit 4.000 €

 

500,000 Pee (500,000 Years)

Chai Siris

Thailand, 2016, 16'17'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Wir verleihen den Hauptpreis an einen gelungenen meditativen und hochpolitischen Film, der die Frage stellt, wie Erinnerung durch die menschliche Geschichte, Spiritualität, Denkmäler, Kino und Gewalt geformt wird.


© Zhong Su

 

e-flux-Preis, dotiert mit 3.000 €

 

Animal Year

Zhong Su

China, 2016, 7’03’’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Wir verleihen den e-flux-Preis an einen eindringlichen Film, der durch seine zutiefst verstörenden und meisterhaft gestalteten Bilder unter die Haut geht. Es ist das visionäre animierte Porträt einer dystopischen Zukunft der Menschheit, in der zwei verblüffend unterschiedliche Welten aufeinanderprallen.


© Ayo Akingbade

© Amber Bemak / Nadia Granados

 

Lobende Erwähnungen der Internationalen Jury

 

Tower XYZ

Ayo Akingbade

Großbritannien, 2016, 3'01'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Eine Lobende Erwähnung geht an einen frischen und aufregenden Blick auf die Realitäten und Widerstände in immer schneller gentrifizierten Städten.

 

Borderhole

Amber Bemak / Nadia Granados

Mexiko, 2016, 14’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Eine Lobende Erwähnung geht an ein starkes feministisches Statement, das mit Hilfe provokativer Performances aufzeigt, wie Grenzpolitik auch Körperpolitik ist.


© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen  

 

Isabella Fürnkäs (Düsseldorf/Berlin)

Ulrike Sprenger (Konstanz)

Harry Rag (Peter Braatz) (Ljubljana)

Christine Anna Bernau (Köln)

Rainer Komers (Berlin/Mülheim an der Ruhr)


© Boris Poljak

 

Erster Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 5.000 €

 

Oni samo dolaze i odlaze (They Just Come and Go)

Boris Poljak

Kroatien 2016, 20’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Ein Zufallsprodukt: Ein Mensch kommt auf die Welt, er schreit und tanzt, kämpft und liebt und hat sein Leben lang Sehnsucht nach Wasser, Luft und Licht. Der Film zeigt – rein dokumentarisch und ohne Text – jugendliche Partygeister und alte Menschen an ein- und demselben Ort – einem Strand in Split, Kroatien. In ausgesuchten Momentaufnahmen entsteht ein Reigen von Eifer, Begehren, Verlust, Reife, Kampf und Hingabe, Ruhe und Bewegung. Unbewusst die Jugend, bewusst das Alter oder umgekehrt, das spielt eigentlich keine Rolle in diesen aberwitzigen Beobachtungen. Echt menschlich sind diese geheimen Blicke, frech, liebevoll und voller Wahrheit. Mit starken Kontrasten, in präzisen und brillanten Bildern fängt der Film bei unterschiedlichsten Generationen die fröhliche Vergeblichkeit des Daseins ein. Das Leben lebt von Anfang bis Ende. Im Meer, im Wasser, unter der Sonne, in diesem Film.


© Ivan Jose Murgic Capriotti / Sofia Lena Monardo

 

Zweiter Preis der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dotiert mit 3.000 €

 

Terrenal (En oposición al cielo)

Earthly (Opposite from Heaven)

Ivan Jose Murgic Capriotti / Sofia Lena Monardo

Argentinien 2016, 19’23’’, DCP, Farbe

 

Begründung:

Reise in eine winterliche Landschaft, der die Farben abhanden gekommen sind: Ein Ort erwacht, Leute machen Brennholz, ein klappriges Auto hält, um einen Hund abzuholen, Fahrräder, die durch Pfützen fahren, Kinder beim Fußballspiel. Dann: ein Wandbild mit der Aufschrift „Tierra para todos“, Soldaten mit Waffen, eine Kaserne.

Durch den fast wortlosen Dokumentarfilm führt das melancholische Gesicht einer Frau – wir sehen es bei Alltagsverrichtungen im Haus, bei einer Kirchenandacht und einer Militärschau im Stadion – ein Gesicht, das man nicht vergisst, gerahmt von einer mythischen Bergwelt und dem schneebedeckten Vulkan Lanín. Terrenal ist ein poetischer Film, der ganz auf die Kraft seiner fotografischen Bilder baut, und in jeder Einstellung die Frage aufwirft, die den ganzen Kontinent bis heute bedrängt: Wem gehörte einst das Land, und wer hat es sich gewaltsam genommen.


© Zhong Su

© Ico Costa

 

Lobende Erwähnungen der Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Animal Year

Zhong Su

China 2016, 7’03’’, DCP, Farbe

 

Begründung: 

Endzeit und Neubeginn: Die beeindruckende Animation zeigt eine post-apokalyptisch anmutende Welt, in der sich Tierwesen durch eine zertrümmerte Zivilisation schleppen. Diese mutiert zu einem Rummelplatz, während die Flüchtlinge von fliegenden Raketenbabies bombardiert werden – eine phantastische Vision. Der Film eröffnet den gedanklichen Spielraum zwischen Flucht, Vertreibung und Erlösung und bildet eine zeitgenössische Philosophie der Daseinsberechtigung. In extremer Detailgenauigkeit treffen Apokalypse und Hoffnung aufeinander – Vergnügungssucht und Untergang stehen am Abgrund Hand in Hand.

 

Nyo Vweta Nafta

Ico Costa

Portugal/Mosambik 2017, 20’, DCP, Farbe

 

Begründung: 

Auf einem Markt in Mosambik sucht ein Mann vergeblich eine junge Frau. Was er findet, sind die jungen Männer der Stadt, die sich Geld und Frauen wünschen, mit dem Smartphone flirten, von Markenwaren und Gesangskarrieren träumen oder afrikanische Früchte als Superfood in Europa vermarkten wollen. In scheinbar absurden Dialogen bringt der Film eine Jugend zum Sprechen, die ihr witziges und selbstbewusstes Spiel treibt mit afrikanischen und westlichen Glücksvorstellungen und dabei den kolonialen Blick umkehrt.


© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Jury der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI)

 

Marcin Adamczak, Polen

Vica Smirnova, Russland

Andy Aguirre Eglin, Schweiz, Bolivien


© Hao Jingban

 

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

 

Zheng Pian Zhi Wai (Off Takes

Hao Jingban

China, 2016, 21'18'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Für einen unglaublich selbstreflexiven und gleichzeitig sensiblen Film. Für eine brillante Meditation über historische und zeitgenössische Bilder, die für die Zuschauer, selbst für Fachleute, immer ein Rätsel bleiben.


© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Ökumenische Jury 2017

gestiftet vom Evangelischen Kirchenkreis Oberhausen und der Katholischen Filmarbeit in Deutschland

 

Alexander Bothe (Deutschland)

Simone Liedtke (Deutschland)

Tom Alesch (Luxemburg)

Roland Kauffmann (Frankreich)


© Philippa Ndisi-Herrmann

 

Preis der Ökumenischen Jury, dotiert mit 1.500 €

 

Seeds

Philippa Ndisi-Herrmann

Kenia, 2016, 4', DCP, Farbe

 

Begründung:

Wasser schenkt und empfängt, es umfängt und gibt frei. Leben und Liebe, Erinnerung und Zukunft spiegeln sich in ihm, dem Urprinzip. Die Schildkröte trägt ihre Eier aus dem Meer ans Land und zieht sich wieder ins Meer zurück. Die Eier sind zusammen dort und doch jeweils allein für sich. „Each egg a globe, each globe a world, each world a universe.” Wir leben miteinander, sagt der Vater; wir leben ineinander, sagt die Mutter.
Vom Kleinen, in dem Samen und Urkraft des Ganzen und des Großen liegen, von der Liebe von Mutter und Vater erzählt dieses wundervolle Werk. Poetisch, sanft und metaphorisch, ein Gedicht der Worte von Kind und Mutter, ein Gedicht der Bilder von Meer, Land und Sand ist diese künstlerische Kostbarkeit. Sie ragt heraus durch ihren Dialog der Stimmen miteinander und der Worte mit den Bildern. Die Fotos lassen den Zuschauer innehalten und die Ruhe des Urprinzips fühlen, die Filmsequenzen umfangen seine eigene Bewegung im Schwarm der Fische und der Nähe der Familie. So viel mehr als Materie ist diese Welt, so viel mehr als eine geteilte Zahl an Tagen ist die Liebe zueinander. Schöpfung ist die Einheit des Lebens.


© Katie Davies

 

Lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury

 

The Separate System

Katie Davies

Großbritannien, 2017, 23'11'', DCP, Farbe

 

Begründung: 

Pflichten sind zu erfüllen, Aufgaben zu erledigen, das System von Militärdienst, Alltags-/Berufsleben und Familie ist zu bewältigen. Für andere übernehmen die Soldaten Verantwortung; wenn sie im Beziehungsgeflecht scheitern, sind sie jedoch alleine: Die strafgefangenen ehemaligen Soldaten werden verurteilt und eingesperrt. Sie wissen wofür, aber nicht, warum. Weil ihre Bestrafung damit stellvertretend für die Flucht der Gesellschaft in die Ratlosigkeit erfolgt, koppelt sie die Menschen, um die es geht, von sich ab.
Der Film gibt diesen Soldaten eine Stimme, er erzählt sein eindrucksvolles Thema in rauen O-Tönen und stimmigen, präzise fotografierten Bildern. Die als Zäsuren platzierten handschriftlichen Notizen verdichten die Not der Gefangenen, richten ihre Plädoyers der Wut oder Verlorenheit gemeinsam mit der Bildebene an uns, die Gemeinschaft.
Dass der Sinn nur noch leer ist, wird gegen Ende dieses wuchtigen und wichtigen Werkes emblematisch. Der Heimatverein Liverpool FC als großes verbindendes Element der Gemeinschaft wird sichtbar – doch dessen damit implizit transportierte, allbekannte Hymne „You’ll never walk alone“ verstärkt umso mehr die Doppelbödigkeit der Situation der ehemaligen Soldaten. Ihr Leben ist eingelagert in einem engen separaten System der Gesellschaft. Der Raum von Schuld wird weit. Er öffnet die Fragen von Gewalt und Gesellschaft und jene nach den Konstitutiven des Menschlichen, nach Grund und nach Identität. 


© Jovana Reisinger

 

ZONTA-Preis für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb, dotiert mit 1.000 €

 

pretty boyz don't die

Jovana Reisinger

Deutschland, 2016, 19'13'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Eine Gruppe von Außenseitern versucht in einer Großstadt zu überleben, eine Filmemacherin im deutschen Film. Der Zonta-Preis wird einem Film zugesprochen, der neue erzählerische Wege geht und serielle Formen erprobt.


© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Jury des Deutschen Wettbewerbes 2017

 

Dunja Bialas (München)

Frieder Schlaich (Stuttgart)

Regina Barunke (Bonn)


© Ulu Braun

 

Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs, dotiert mit 5.000 €

 

Die Herberge

Ulu Braun

Deutschland, 2017, 14'45'', DCP, Farbe

 

Begründung:

In einem virtuellen Kamera-Travelling werden die Möglichkeiten neuer Medialität ausgeschöpft. Reale Shots von Menschen und Objekten finden sich in einem digital generierten postapokalyptisches Panorama wieder, in welchem sie zu Protagonisten und Objets trouvés einer surrealen Handlungskette werden. Die Videocollage verbindet Pop-Kultur und Western-Mythen mit biblischer Erzählung und Biker-Kultur und Zivilisationsmüll mit kulturellen Versatzstücken. Unterschwellig entsteht eine faszinierende, hypnotisierende zivilisationskritische Narration, die noch lange nachhallt.


© Laurentia Genske

 

3sat-Förderpreis, dotiert mit 2.500 Euro

Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.  

 

El Manguito

Laurentia Genske

Deutschland, 2017, 18'56'', DCP, Farbe und s/w

 

Begründung:

Die Regisseurin nähert sich den Bewohnern eines abgelegenen kubanischen Dorfes über Zeichnungen, Fotografien und oft stumme oder leise Filmbilder. Langsam, aber gezielt, bringt sie uns einer Familie und deren Ängsten und Sorgen näher und entfaltet über sie stellvertretend die Geschichte des Dorfes und des ganzen Landes. Laurentia Genske und ihr Kameramann Simon Rittmeier öffnen uns mit El Manguito einen Blick in eine fremde Welt – die unaufdringliche Nähe zu den Menschen und die klassische Erzählform ist Dokumentarfilm von seiner besten Seite.


© Tim Nowitzki

© Kerstin Honeit

 

Lobende Erwähnung der Jury des Deutschen Wettbewerbs

 

la boxe

Tim Nowitzki

Deutschland, 2016, 28'20", DCP, Farbe

 

Begründung:

Ring frei für ein großartiges dokumentarisches Porträt: In Tim Nowitzkis konsequent erzähltem und visuell eindrucksvollem Kurzfilm zeigt sich der Boxring als ein Ort, wo Gewalt entfesselt und zugleich begrenzt wird.

 

my castle your castle

Kerstin Honeit

Deutschland, 2017, 14'47'', DCP, Farbe

 

Begründung:  

Ein Film, der ausgehend von der Debatte um die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses den Fragen nach der Sinnhaftigkeit von städtebaulicher Historisierung nachgeht. Herausgekommen ist dabei ein surreales und zugleich eindrückliches Tableau.


© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

Jury des NRW-Wettbewerbs 

 

Florian Deterding, Kinobetreiber, Düsseldorf

Sylke Gottlebe, Kuratorin, Dresden

Andreas Heidenreich, Kurator, Darmstadt


© Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler

 

Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der NRW.Bank

 

Der Wechsel

Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler

Deutschland, 2016, 6', DCP, s/w

 

Begründung:

Eine Hommage an die Anfänge des Kinos. Äußerst charmant, liebevoll und in Tradition der Kölner Gruppe inszeniert, verliert sich der Film nicht in Nostalgie, sondern nimmt Bezug auf aktuelles politisches Zeitgeschehen. Tempo, Humor, Spielfreude und stimmige Zitate, eingefangen von einer historischen 35mm-Kamera mit Handkurbel, fügen sich zu einem rundum gelungenen Filmjuwel, das Leidenschaft für das Kino versprüht.


© Moïra Himmelsbach

 

Förderpreis des NRW-Wettbewerbs, dotiert mit 500 €, gestiftet von der NRW.Bank

 

Stranden

Moïra Himmelsbach

Deutschland 2017, 28'02'', Farbe

 

Begründung:

Vier Momentaufnahmen, lose miteinander verbunden, legen Risse und Brüche im alltäglichen Miteinander frei. Präzise beobachtet, von einem herausragenden Darstellerensemble getragen, schafft es Moïra Himmelsbach auf exzellente Weise, Unbewusstes bewusst zu inszenieren.


© Eszter Jánka

 

Lobende Erwähnung der NRW Jury

 

Mishka

Eszter Jánka

Deutschland 2016, 4'54'', DCP, Farbe

 

Begründung:

Eszter Jánka verzaubert mit ebenso abstrakt reduzierten wie poetischen Bildern, die einen emotionalen Sog entfalten. Das ist sinnlich, faszinierend und weckt vielschichtige Assoziationen.


© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

West ART-Zuschauerjury

 

Thorsten Brümmer, Sabina Esser, Gerwin Geisel, Katharina Goudarzi, Felix Kurt Hartelt, Heide Kieckbusch-Kühner, Frank Ortmann, Ines Schael, Herman Reichold


© Dean Ruddock

 

Preis der West ART-Zuschauerjury, dotiert mit 750 €, gestiftet von West ART

 

Vögel auf Stromleitungen – Version B

Dean Ruddock

Deutschland 2017, 4'11'', DCP, s/w

 

Begründung:

Ein gewaltiger Bilderrausch in Schwarzweiß. Videoclip-artige Szenen werden zu einer Poetry Slam-Collage montiert und damit zu filmischer Poesie. Auf künstlerische und unterhaltsame Weise erzählt der Film von der Vielseitigkeit und Schönheit des Lebens, aber auch von den Schwierigkeiten, in der Flut der auf uns einwirkenden Informationen eine persönliche Orientierung zu finden. Ein Film aus NRW mit den Bildern und der Sprache unserer Region: visualisierte Dichtung, die uns berührt – und auch etwas schwindelig gemacht hat.


© Kurzfilmtage

 

Jury des Kinderfilmwettbewerbs

 

Ben Luke Kisters

Anna Biell, Fiona Koch

Ayman Nezlioni

Lennart Even


© Aude Cuenod

 

Preis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen

 

Scrap Dolls

Aude Cuenod

USA, 2016, 13'25'', DCP, Farbe

 

Begründung: 

Wir prämieren einen Film, der spannend war, aber vor allem einfach sehr schön ist. Er handelt von Freundschaft, Verlust und Versöhnung. Ein Junge hat seine Freundin verloren. Obwohl der Tod des Mädchens traurig ist, ist es gut, dass an sie erinnert wird. Nicht jeder kommt auf die Idee aus Schrott etwas neues zu basteln. Vielleicht kann man auch Erinnerungen so benutzen: man will jemanden ja nicht vergessen, aber auch nicht für immer traurig sein.


© Martin Turk

 

evo-Förderpreis der Kinderjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

 

Dobro unovčeno popoldne (A Well Spent Afternoon)

Martin Turk

Slowenien, Kroatien, 2016, 7'30'', DCP, Farbe

 

Begründung: 

Der Vater hat zwar keinen Job, trotzdem hat er seinem Sohn ein Eis gekauft. Der Film zeigt, wie man sich richtig verhält. Obwohl Vater und Sohn das Geld echt gut gebrauchen könnten, bringen sie die Geldbörse, die sie gefunden haben, zum Besitzer. Es gibt halt wichtigeres.


© John Sheedy

 

Lobende Erwähnung der Kinderjury

 

Mrs McCutcheon

John Sheedy

Australien, 2017, 16', DCP, Farbe

 

Begründung: 

Die Jungs aus seiner neuen Klasse lachen ihn aus – genau wie auf seiner alten Schule. Er geht im Kleid zur Schule. Tom ist im falschen Körper geboren. Er will gar nicht Tom heißen! Er ist mutig, weil ihm der Spott der anderen egal ist. Ein Film, der zeigt, dass jeder so sein darf, wie er ist. Uns hat besonders die farbenfrohe Gestaltung gefallen.


Gast-Kinderjury des International Children's Film Festival Filem'On in Brussels

 

Sarah Ernst, Pascal Freyer, Elena Kowalski, Rosina Schwab, Clara Winter


© Aude Cuenod

 

Preis der Gast-Kinderjury des International Children's Film Festival Filem‘On in Brussels

 

Scrap Dolls

Aude Cuenod

USA, 2016, 13'25'', DCP, Farbe


 

Jury des Jugendfilmwettbewerbs

 

Daniel Danso, Lübeyne Even, Angelina Sahiti, Celine Timmerberg, Karolina Treder


© Antoneta Kusijanović

 

Preis der Jugendjury des Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs, dotiert mit 1.000 €, gestiftet vom Rotary Club Oberhausen

 

U Plavetnilo (Into The blue)

Antoneta Kusijanović

Slowenien, Kroatien, 2017, 22', DCP, Farbe

 

Begründung: 

Den Preis des internationalen Jugendfilmwettbewerbs bekommt ein Film, der uns absolut überzeugt hat: die Kamera, das Schauspiel, der Ton. Viele Themen, die für Jugendliche wichtig sind, kommen vor: Freundschaft und Eifersucht, Angst und Veränderung, Familie und häusliche Gewalt. Er hat uns neugierig gemacht, und er zeigt, wie komplex die Beziehungen sind, die wir zu anderen haben. Außerdem sind die Schauspieler und die Landschaft einnehmend schön!


© Claire Randall

© Naghmeh Farzaneh

 

Lobende Erwähnung der Jugendjury

 

Scent of Geranium

Naghmeh Farzaneh

USA, 2016, 4'41'' DCP, Farbe

Begründung: 

Uns für einen Preisträger zu entscheiden, fiel uns alles andere als leicht. Fast hätten wir uns richtig in die Haare gekriegt. Daher möchten wir zwei Filme des Jugendfilmwettbewerbs lobend erwähnen. Eine ausgefallene Animation, die in weniger als fünf Minuten viel über Teheran, New York, über Wurzeln und über das Ankommen erzählt. Dieser Kurzfilm erzählt etwas sehr persönliches, und kommt dabei sicher vielen Menschen nahe.

 

Wolfe

Claire Randall

Australien, 2016, 15'55'', DCP, Farbe und s/w

Begründung: 

Die zweite lobende Erwähnung wollen wir einem Film aussprechen, der ein Thema angeht, das wir sehr wichtig finden. Er macht Hoffnung, aber braucht kein Happy End.

 


© Egil Pederson

 

Ankaufempfehlung der Ökumenischen Jury

 

Gos leat don? (Where are you?)

Egil Pedersen

Norwegen, 2017, 8'15', DCP, Farbe

 

Begründung:

Gos leat don? findet seine Wirklichkeit ohne große Worte, indem er stattdessen Bilder und Musik verbindet und zwischen Kurzfilm und Musikvideo agiert. Sein bestechendes Sounddesign nimmt nichts vorweg, sondern interagiert, treibt mal voran oder folgt ein anderes Mal den Bilder und der Geschichte nach, um über die Wirklichkeit hinauszugehen. Ästhetik und „Punch“ dieses Kurzfilm-Musikvideos stellen Fragen jenseits der Altersgrenzen und ragen deshalb im Jugendfilmwettbewerb wie im internationalen heraus. Es ruft damit auf, radikal genug zu sein, um einen besseren Wurzelgrund zu schaffen: aus dem, was in den alten Kulturen wie der der Sami, aus der der Film stammt, bewahrt liegt, und aus dem, was im Jenseits unseres selbstbegrenzten Zugangs liegt - um diesseits des Ästhetisch-Mystischen wieder zum Spirituellen zu gelangen. 


© Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer

 

MuVi-Jury 2017

 

Daniel Kothenschulte, Autor und Kurator, Köln

Steffie Van Cauter, Künstlerin, Gent

Ananda Pellerin, Kuratorin, Nowness, London


© Christoph Girardet

1. MuVi Preis dotiert mit 2.000 Euro

 

Second Chance Man (Tindersticks)

Christoph Girardet

Deutschland, Frankreich 2016, 4'20''

 

Begründung:

Ein unnostalgischer Found Footage-Film, der keine abgenutzten Bilder verwendet und doch ikonisch wirkt. Das Video ist subtil, schön, mit viel Sympathie für den Song, den es begleitet. Dies ist ein Film, der unaufdringlich danach verlangt, immer wieder gesehen zu werden – bei unserer zweiten Sichtung wussten wir, dass Second Chance Man, der dem Archivmaterial neues Leben einhaucht, den ersten Preis in diesem Wettbewerb in jeder Hinsicht verdient.


© DJ Hell

2. MuVi Preis dotiert mit 1.000 Euro

 

I Want U (DJ Hell)

DJ Hell

Deutschland 2016, 4'06''  

 

Begründung:

Eine schöne Zusammenarbeit, die sowohl die Musik von DJ Hell als auch die Bilder von Tom of Finland auf eine gemeinsame und höhere Ebene hebt. Komisch und intelligent im Umgang mit seinem grafischen Material, baut I Want U auf ein Konzept, das souverän durchgehalten wird. Der Film ist einfach, aber nicht repetitiv, und nutzt die Variationen in der Musik als Antrieb für die Bilder. Voller Anspielungen auf die Geschichte des Musikvideos, ist dies ein origineller Blick auf einen vielgeliebten Teil des subversiven Kanons.


© Zeljko Vidovic

Lobende Erwähnung der MuVi Jury

 

feel nothing / 15 – 15 (Dean Blunt and Inga Copeland)

Zeljko Vidovic

Deutschland 2017, 4 Min. 48 Sek.

 

Begründung:

Für seine Kunstfertigkeit und emotionale Treffsicherheit, für die Art der Arbeit mit der Musik und für seine Originalität.


© Mariola Brillowska

 

MuVi-Online Publikumspreis

ermittelt durch Abstimmung im Internet und dotiert mit 500 €, gesponsert vom k.west Verlag 

 

Ich bin hier (Danny Schulz, Caroline Gempeler aka Debérn, Damian Müller)

Mariola Brillowska

Deutschland 2016, 3'49''